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	<title>neuwal &#187; ÖVP</title>
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	<description>neuwal.com • Politik- und Wahljournal</description>
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		<title>ACTA und die österreichischen EU-Abgeordneten</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2012/02/03/acta-und-die-osterreichischen-eu-abgeordneten/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir haben euch nun schon gezeigt, welche Auswirkungen auf uns zukommen würden, wenn ACTA ratifiziert werden würde. Doch: Wie sehen das unsere Vertreter in der EU?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben euch <a href="http://neuwal.com/index.php/2012/01/31/was-ist-acta/">nun schon gezeigt</a>, welche Auswirkungen auf uns zukommen würden, wenn ACTA ratifiziert werden würde. Doch: Wie sehen das unsere Vertreter in der EU? Welche Position nehmen sie ein, welche Gründe sehen sie gegen oder für ACTA? Wir haben für euch die Wortmeldungen gesammelt.</p>
<p><span id="more-15339"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2012/02/EuropaACTA1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-15496" title="EuropaACTA1" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2012/02/EuropaACTA1.jpg" alt="" width="560" height="300" /></a></p>
<p>Erich Moechel hat auf <a href="http://fm4.orf.at/stories/1693746/">fm4.orf.at</a> schon einige Standpunkte unserer MEPs (Mitglieder des Europäischen Parlaments) zusammengefasst. Doch nach und nach trudeln neue Wortmeldungen und Kommentare ein.</p>
<h3>SP-Angst wegen Datenschutz und ÖVP-Gutachten</h3>
<p>Neo-MEP Josef Weidenholzer und Jörg Leichtfried sowie die SP-Nationalratsabgeordneten Sonja Ablinger und Johann Maier <a href="http://www.spe.at/presseaussendungen/leichtfriedweidenholzermaierablinger-schwere-bedenken-gegenuber-acta/">haben starke Bedenken</a> wegen dem Datenschutz:</p>
<blockquote><p>„ACTA bedeutet einen massiven Eingriff in die digitalen Grundrechte. Grundlegende Bürgerrechte wie Meinungsfreiheit, Datenschutz und Privatsphäre werden dadurch in Frage gestellt.“</p></blockquote>
<p>Weiters kritisieren sie, dass das Abkommen hinter verschlossenen Türen ausverhandelt wurde und somit die Parlamente der verschiedenen Länder umgangen wurden. NA-Abgeordnete Ablinger betont auch, dass ACTA in Hinblick auf Kreativität und Innovation kritikwürdig ist. &#8220;Jede Einschränkung des Internets bzw. des Zugangs zu Daten ist  – auch im Sinne der Demokratie – strikt abzulehnen.&#8221;, so die SPÖ-Abgeordneten.</p>
<p>Bei der ÖVP sucht man auf ihrer EU-Website vergeblich nach Presseaussendungen (auch ots.at liefert keine Ergebnisse) &#8211; hier kann man nur auf den <a href="http://fm4.orf.at/stories/1693746/">fm4-Bericht</a> verweisen: Dort meinte die Abgeordnete Elisabeth Köstinger, dass die VP ein Gutachten in Auftrag gegeben habe. Sollte ACTA nicht geltendem EU-Recht entsprechen, bestehe Klärungsbedarf. Und weiters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Europäische Parlament, als einzig direkt gewählte Institution auf EU-Ebene, wird hier klar auf Seite der BürgerInnen stehen, wie es dies bereits in seiner Entschließung im November 2010 klar gemacht hat.&#8221;</p></blockquote>
<h3>Klare grüne Ablehnung, das Schweigen von FPÖ <del>und BZÖ</del> sowie ein fraktionsfreies Nein</h3>
<p>Eva Lichtenberger, bekannte EU-Abgeordnete der Grünen, hat <a href="http://www.eva-lichtenberger.eu/index.php?id=35&amp;uid=362">auf ihrem Blog</a> den Standpunkt der Grünen klar gemacht:</p>
<blockquote><p>&#8220;ACTA ist vollkommen falsch und muss abgelehnt werden. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, das Europaparlament und die Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten müssen noch zustimmen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gar keine Infos habe ich von den EU-Abgeordneten der Freiheitlichen Partei Österreichs gefunden. Sie preisen ihre bisherigen Erfolge auf EU-Ebene an, zu einem relevanten Thema wie ACTA schweigen sie sich aber aus.</p>
<p>Der fraktionsfreie Abgeordnete Martin Ehrenhauser hat schon 2010 über die Verhandlungen zu ACTA berichtet. Im März 2010 <a href="http://www.ehrenhauser.at/lang/de/presseaussendungen/acta-transparenz-oder-abbruch">schreibt er</a>, hätte sich die EU festlegen müssen: Entweder sie fordere mehr Transparenz in den Verhandlungen oder sie müsse die Kooperation beenden. In einer <a href="http://www.ehrenhauser.at/lang/de/presseaussendungen/m-ehrenhauser-zu-acta-%e2%80%9cunterzeichnung-grob-fahrlassig-%e2%80%93-eugh-gutachten-notwendig%e2%80%9d">aktuellen Presseaussendung</a> hat auch er sein geplantes Abstimmungsverhalten offengelegt:</p>
<blockquote><p>“ACTA ist von Beginn an völlig schief gelaufen. Es ist Zeit, einen Schlussstrich unter diesen Irrsinn zu setzten. Das Abkommen muss aufgegeben werden.”</p></blockquote>
<p>Hans-Peter Martin (aus dessen Liste Martin Ehrenhauser ausgetreten ist) selbst hat sich auch <a href="http://www.hpmartin.net/?q=search">noch nicht</a> zu ACTA zu Wort gemeldet. Die Seite vermeldet hingegen, dass es Martin gesundheitlich nicht gut gehe.</p>
<p>Am 3. Februar 2012 hat sich auch das <a href="http://bzoe.at">BZÖ</a> zu Wort gemeldet und lehnt ACTA in Österreich und auf EU-Ebene ab:</p>
<p>&#8220;Das BZÖ wird sowohl im EU-Parlament wie auch in Österreich diesen unnötigen Eingriff in die Privatsphäre der Bürger wie auch in den Datenschutz ganz klar ablehnen. Das BZÖ als rechtsliberale Partei sieht sich hier als Vertreter der Freiheit und der Grundrechte und tritt klar gegen die geplante Bürgerbespitzelung ein&#8221;, so Bucher und Stadler.</p>
<h3>Conclusio: Bevorzugte Ablehnung</h3>
<p><iframe width='570' height='400' frameborder='0' src='https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&#038;hl=de&#038;key=0Aon9OoP-kC7VdHJvekRqN3o4OTgtY3VkTEY5UjNTM2c&#038;single=true&#038;gid=0&#038;output=html&#038;widget=true'></iframe></p>
<p>Grüne und Ehrenhauser (und nun auch das BZÖ) haben es klar gemacht: sie werden im Europäischen Parlament gegen ACTA stimmen. Auch von Seiten der SPÖ scheint man Ablehnung aus den Aussendungen herauslesen zu können. Die ÖVP ist vorsichtig, wartet auf ein Gutachten und die FPÖ schweigt zu diesem wichtigen Thema. Es wird interessant, wie auch die Abgeordneten anderer Parteien und Länder stimmen werden.</p>
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		<title>Politikerbeschimpfung: Niko Pelinka und das Schweigen der Lämmer</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 13:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer von der Unverschämtheit mit der die SPÖ Niko Pelinka in den ORF einsetzt überrascht ist, hat etwas Wesentliches nicht verstanden oder nicht verstehen wollen. Um für die Politik wie sie sich derzeit in Form ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer von der Unverschämtheit mit der die SPÖ Niko Pelinka in den ORF einsetzt überrascht ist, hat etwas Wesentliches nicht verstanden oder nicht verstehen wollen. Um für die Politik wie sie sich derzeit in Form der Regierung präsentiert, qualifiziert zu sein, sind wesentliche Persönlichkeitsdefekte eine notwendige Voraussetzung.<br />
<span id="more-14574"></span><br />
<img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/12/you_suck-497x373.jpg" alt="You Suck Big Time" title="You Suck Big Time" width="497" height="373" class="aligncenter size-medium wp-image-14576" /><br />
Ein verkümmertes Rückgrat und das Fehlen von Anstand erklären einiges. Es ist einfacher als viele glauben. Laura Rudas, Werner Faymann, Niko Pelinka, Alexander Wrabetz und ihre Koalitionspartner (sei es jetzt die &#8220;Regenbogenkoalition&#8221; die Wrabetz ins Amt brachte, die Regierungskoalition oder die Koalition im Stiftungsrat die Wrabetz wiederwählte) sind egoistisch und unmoralisch. Jede andere Erklärung für Vorgänge wie rund um die Bestellung von Pelinka zum Büroleiter von Wrabetz versagt.</p>
<p>Die Stelle für die Pelinka offensichtlich weder eine entsprechende Ausbildung noch einschlägige Erfahrung mitbringen muss (wie für seine sämtlichen SPÖ-Parteijobs davor) wird nun, nachdem Pelinka längst öffentlich dafür präsentiert wurde, <a href="http://derstandard.at/1324501406580/Jetzt-bewerben-ORF-sucht-Leitung-des-Bueros-GD-Pelinka-Job-heute-ausgeschrieben">ausgeschrieben</a>. Damit zeigt die SPÖ unter Werner Faymann und Laura Rudas wie völlig egal ihr verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Geldern und Ämtern, aber auch die von der SPÖ so gerne betonte Frauenförderung sind. Würde die SPÖ ihre eigenen Forderungen (und Gesetze) ernstnehmen fänden sich wohl binnen Stunden tausend Frauen die für den Job qualifizierter wären als Pelinka. Wenn es darum ginge eine gute Büroleiterin für den Generaldirektor des ORF zu sein. Für Laura Rudas Person im ORF dagegen ist Pelinka selbstverständlich hervorragend qualifiziert.</p>
<p>Was aber noch krasser auffällt, als das Fehlen von Anstand, ist der völlige Verlust des Realitätssinnes. Wenn Leute wie Pelinka in <a href="http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,787662">Interviews</a> &#8220;konsequente Arbeit für einen starken und unabhängigen ORF&#8221; ankündigen, dann glauben sie wirklich, dass ihnen das jemand glaubt.</p>
<p>Peinlicher ist nur das Schweigen der Lämmer ÖVP, FPÖ, BZÖ und den Grünen. Bis heute hat gerade einmal ÖVP-Klubobmann und Mediensprecher Karlheinz Kopf eine <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111223_OTS0107/kopf-wrabetz-raubt-dem-orf-den-letzten-rest-an-glaubwuerdigkeit">Aussendung</a> geschrieben, in der er Pelinkas Bestellung scharf kritisiert. Bedenkt man das Kopf im wesentlichen für das permanente öffentliche Anfeinden der SPÖ zuständig ist, kommt herzlich wenig von der ÖVP. Die Grünen weisen darauf hin dass die Bestellung eine <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111223_OTS0111/brosz-pelinkas-wechsel-erzeugt-eine-maechtig-schiefe-optik">schiefe Optik</a> erzeugt. </p>
<p>FPÖ und BZÖ haben sich gar nicht zu Wort gemeldet. Liest man das <a href="http://derstandard.at/1324501360378/Technik-Vize-Pelinka-wird-einen-guten-Job-machen">Interview</a> mit dem &#8220;ORF-Verbindungsmann ins rechte Lager&#8221;, Thomas Prantner, künftig Vizedirektor in der ORF-Technik, kann man wohl davon ausgehen dass Alexander Wrabetz gelungen ist, eine Fünf-Parteien-Koalition hinter sich zu vereinen. Alle bekommen etwas vom ORF, deshalb sagt niemand allzu laut etwas gegen die Geschenke für die anderen.</p>
<p>So bleibt es an den ORF-Mitarbeitern hängen, gegen ihre politisch eingesetzten und politisch handelnden Vorgesetzten aufzubegehren. Dass denen die berechtigte Kritik seitens der Journalisten völlig egal ist, kann angenommen werden. </p>
<p>Politikerbeschimpfungen sind eine Reaktion auf die Ohnmacht gegen solche Unverschämtheiten, wo zwischen Regierung und Opposition kein Blatt Papier passt, und man hofft dass das schon alles im Weihnachtsfrieden und Jahreswechsel untergehen wird. Politikerbeschimpfungen sind obsolet, wenn Politiker auf sachliche Kritik und Vorschläge reagieren. Dazu braucht es den Willen und die Befähigung. Der österreichischen Bundespolitik fehlt anscheinend beides.</p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/vek/4037156929/sizes/z/in/photostream/">kevinspencer</a></p>
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		<title>Stimmen zur Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2011/11/17/stimmen-zur-novelle-des-sicherheitspolizeigesetzes/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 08:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das umstrittene Sicherheitspolizeigesetz wurde vor wenigen Tagen im Ministerrat beschlossen. Die Stimmen der Kritik scheinen aber nicht zu verhallen. Das, was Innenministerin Mikl-Leitner als "großen Tag" bezeichnete, nennen andere den Beginn der "Aushöhlung des Rechtstaates".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das umstrittene Sicherheitspolizeigesetz wurde vor wenigen Tagen im Ministerrat beschlossen. Die Stimmen der Kritik scheinen aber nicht zu verhallen. Das, was Innenministerin Mikl-Leitner als &#8220;großen Tag&#8221; bezeichnete, nennen andere den Beginn der &#8220;Aushöhlung des Rechtstaates&#8221;.</p>
<p><span id="more-13431"></span></p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-13437" title="Überwachung_17112011" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/11/Überwachung_17112011-560x373.jpg" alt="" width="560" height="373" /></p>
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/"><img title="Attribution" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_attribution_small.gif" alt="Attribution" border="0" /><img title="Noncommercial" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noncomm_small.gif" alt="Noncommercial" border="0" /></a> <a title="Attribution-NonCommercial License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">Some rights reserved</a> by <a href="http://www.flickr.com/photos/pulpolux/">Pulpolux !!!</a></p>
<p>Wir haben in Zuge unserer &#8220;<em>Ende der Demokratie?</em>&#8220;-Serie Stimmen aus dem Interet gesammelt und haben sie für euch zusammengefasst. Zuvor empfehlen wir aber noch, sich dieses Video anzusehen: Frau Mikl-Leitner stellt sich in der ORF-Sendung Report den Fragen von Gabi Waldner:</p>
<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/CRT-W9LKeqI?version=3&amp;hl=en_US" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/CRT-W9LKeqI?version=3&amp;hl=en_US" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<blockquote><p>&#8220;Die SPÖ muss nach der Begutachtungsfrist des Sicherheitspolizeigesetzes eine Vollbremsung einleiten&#8221;, fordert der <strong>Grüne Justizsprecher, Albert Steinhauser</strong>. [...] Die österreichische Sozialdemokratie soll sich ein Beispiel am norwegischen Ministerpräsidenten nehmen, schlägt Steinhauser vor: &#8221;Stoltenberg hat in Folge des Terrors von Oslo auf Verschärfungen der Gesetze verzichtet. Solche will die SPÖ jetzt mitverantworten.&#8221; [<a href="http://www.meineabgeordneten.at/Ots/meldung/Steinhauser-zu-Sicherheitspolizeigesetz.-SP%C3%96-muss-vollbremsen">OTS Aussendung</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Die Ausweitung der Befugnisse der Sicherheitsbehörden für die Überwachung einzelner Personen ohne richterliche Genehmigung und Kontrolle ist für <strong>Attac</strong> völlig inakzeptabel. Strickner: „Der Entwurf markiert einen weiteren Schritt in Richtung Überwachungsstaat. Wir protestieren dagegen, dass politisch kritische und engagierte Bürger und Organisationen unter dem Vorwand der Anti-Terror-Bekämpfung unter polizeiliche und geheimdienstliche Kontrolle gestellt werden können.&#8221; [<a href="http://www.attac.at/9786.html">attac.at</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Wenn §54 2a der SPG-Novelle im derzeitigen Wording durchgewunken wird, ändert sich dieser Rahmen des Erlaubten beträchtlich. Durch diese Hintertür wird ein mit bis zu sechs Monaten Haft geahndetes Delikt, nämlich das &#8220;In-Umlauf-Bringen von Schadsoftware&#8221;, zum &#8220;technischen Mittel&#8221; für die Polizei. Der Trick dabei: Die technischen Mittel selbst werden nicht näher definiert, sondern nur die Aufgabenstellung.&#8221; [<strong>Erich Moechel</strong> auf <a href="http://fm4.orf.at/stories/1689600/">fm4.orf.at</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Fazit: Diese „Entschärfungen“ sind nichts anders als Kosmetik und die Erläuterungen der Ministerin lediglich leere Worthülsen. Dieses Gesetz bleibt auch nach den Änderungen untauglich, mißbrauchsanfällig und gefährlich. Die <strong>Piratenpartei Österreichs</strong> hält daher ihre Ablehnung gegen dieses Gesetzes voll aufrecht.&#8221; [<a href="http://www.piratenpartei.at/die-%E2%80%9Eentschaerfung%E2%80%9C-des-sicherheitspolizeigesetzes">piratenpartei.at</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Gesetzesnovelle und die Art der Umsetzung des SPG lässt sich einfach zusammenfassen: DDR Methoden in einem demokratischen Rechststaat. Hatte Karl Korinek, Präsident des Verfassungsgerichtshofs, mit seinem Stasi Vergleich in Ö1 noch für Aufsehen gesorgt &#8211; mit der Änderung des SPG wurden seine Warnungen, von einer Regierung der Mitte, rechts überholt. [<a href="http://www.quintessenz.at/d/000100004099">quintessenz.at</a> - im Übrigen auch mit einem schönen Meinungsüberblick zum Thema]</p></blockquote>
<blockquote><p>„Mit dem vorliegenden Gesetz werden die Befugnisse der Sicherheitsbehörden in rechtsstaatlich bedenklicher Weise erweitert“, mahnt <strong>ÖRAK</strong>-Präsident Dr. Rupert Wolff. Die Rechtsanwälte warnen vor einer drohenden Aushöhlung des Rechtsstaates. [<a href="„Mit dem vorliegenden Gesetz werden die Befugnisse der Sicherheitsbehörden in rechtsstaatlich bedenklicher Weise erweitert“, mahnt ÖRAK-Präsident Dr. Rupert Wolff. Die Rechtsanwälte warnen vor einer drohenden Aushöhlung des Rechtsstaates.">Die österreichische Rechtsanwaltskammer</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>Eva Souhrada-Kirchmayer von der <strong>Datenschutzkommission</strong>: &#8220;Wenn man das Gesetz hier unverhältnismäßig vollziehen würde, dann könnte man die Daten von ganz anderen Personen orten, die vielleicht gar nichts mit dieser Person zu tun haben. Das sollte man deutlicher einschränken.&#8221; [<a href="http://oe1.orf.at/artikel/288931">oe1.orf.at</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>SOS Mitmensch</strong> fordert die österreichische Regierung dazu auf, die Vorgangsweise der norwegischen Regierung zum Vorbild zu nehmen, denn zur Schaffung von nachhaltiger Sicherheit braucht es eine Stärkung unserer Demokratie, und nicht deren Schwächung. [<a href="http://www.sosmitmensch.at/stories/5319/">SOS Mitmensch</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Unter dem Vorwand der Anti-Terror-Bekämpfung soll es zukünftig ermöglicht werden, politisch engagierte BürgerInnen, Gruppen und Organisationen unter polizeiliche und geheimdienstliche Kontrolle zu stellen. Der vorgelegte Entwurf ist kein Anti-Terror-Paket, sondern mutiert zu einem Anti-Grundrechts-Paket gegen kritische und engagierte BürgerInnen&#8221;, so die VertreterInnen der Plattform Niklas Schinerl von <strong>Greenpeace</strong> und die Ex-ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer. [<a href="http://www.greenpeace.org/austria/de/News/Aktuelle-Meldungen/Greenpeace-News1/NGOs-stellen-Plattform-gegen-Uberwachungsstaat-vor/">Greenpeace.at</a>]</p></blockquote>
<blockquote><p>Mit dem von SPÖ und ÖVP geplanten Anti-Terror-Paket 2011 kommen weitreichende Änderungen auf jede und jeden von uns zu. Wir sind nunmehr potentiell alle verdächtig, TerroristInnen und/oder Kriminelle zu sein, die möglicherweise vorhaben schwerste Gewalttaten zu verüben. Die Kompetenzen der Sicherheitsbehörden sollen erneut deutlich ausgeweitet, das Speichern von Daten erleichtert, neue Ermittlungsmöglichkeiten eingeführt werden. [<a href="http://www.ueberwacht.at/">ueberwacht.at</a>]</p></blockquote>
<h2>ueberwacht.at</h2>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-13433" title="Dubistverdächtig" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/11/Dubistverdächtig-560x79.png" alt="" width="560" height="79" /></p>
<p><a href="http://www.ueberwacht.at/">Diese Plattform</a> möchten wie jedem Interessierten ans Herz legen. Frisch gegründet will man hier gegen diese Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes protestieren. Und sich, mit dieser Website, in erster Linie vernetzen um Möglichkeiten zu finden, sich geschlossen dagegen auszusprechen.</p>
<p>Folgende Organisationen sind darin beteiligt: Greenpeace, SOS Mitmensch, ATTAC, VSStÖ, aks, Quintessenz, SJ, Asyl in Not, Österreichische HochschülerInnenschaft, GRAS, Global 2000, Vibe.at, Rettet die Lobau, AUGE/UG – Alternative und Unabhängige GewerkschafterInnen, Verein gegen Tierfabriken, Fraktion engagierter Studierender</p>
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		<series:name><![CDATA[Das Ende der Demokratie?]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Das gescheiterte Volksbegehren oder: Die Regierung. Eine Erstickung.</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 23:18:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Bildungsvolksbegehren ist gescheitert. Trotz massiver Werbung und großer Unterstützung von Medien und einflussreichen Organisationen wie der IV und der AK konnten nur knapp 6 % der Wahlberechtigten davon überzeugt werden ihre Unterschrift abzugeben. Interessiert ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.vbbi.at/">Bildungsvolksbegehren</a> ist gescheitert. Trotz massiver Werbung und großer Unterstützung von Medien und einflussreichen Organisationen wie der IV und der AK konnten nur knapp 6 % der Wahlberechtigten davon überzeugt werden ihre Unterschrift abzugeben. Interessiert das Bildungssystem die Österreicher nicht? Oder sind sie gar mit dem rückständigen System zufrieden?<br />
<span id="more-13317"></span></p>
<p><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/11/bildungspolitik-560x321.jpg" alt="Bildungspolitik bei SPÖ und ÖVP - Hauptsache gegen die anderen" title="Bildungspolitik bei SPÖ und ÖVP - Hauptsache gegen die anderen" width="560" height="321" class="aligncenter size-medium wp-image-13321" /><br />
Im Detail werden sich viele Gründe finden lassen, wieso das Bildungsvolksbegehren von weniger Menschen unterschrieben wurde, als dies wohl möglich gewesen wäre (gemessen am Zustand des Bildungssystems und der Anzahl der Betroffenen). Vielleicht waren die Forderungen einfach zu unkonkret, möglicherweise hat auch ein Sympathieträger gefehlt. Die Vereinnahmungsversuche der Grünen werden nicht Anhänger anderer Parteien motiviert haben, und dass es im Volksbegehren keine prominenten Unterstützer aus dem bürgerlich/konservativem Lager gab, sondern letztlich alles auf Hannes Androsch zugespitzt wurde, hat wohl auch nicht geholfen. Aber reichen diese Erklärungen angesichts der massiven Bewerbung und Unterstützung?</p>
<p>Die Volksbegehren zu Temelin (900.000), Sozialstaat (700.000), Pensionen (600.000) und Abfangjägern (600.000) waren die erfolgreichsten ihrer Art im letzten Jahrzehnt. Sie haben einen entscheidenden Faktor gemeinsam: einen Feind. Einmal &#8220;die Tschechen mit ihrem kaputten Atomkraftwerk&#8221;, dreimal die schwarz/blau/oranger Regierung. Das Bildungsvolksbegehren hatte kein Feindbild gegen das man mobilisieren hätte können. Es war auch zu konstruktiv um als Denkzettel für die Regierung zu funktionieren. Wenn, dann wäre es ein Arbeitsauftrag für SPÖVP. Aber wer will diesen Parteien wirklich noch etwas anvertrauen?</p>
<p><strong>Leere Volksparteien</strong><br />
Selbst wenn die Österreicher ihrer Regierung glauben würden, dass sie wirklich regieren und etwas schaffen will, so würde doch kaum jemand behaupten, dass die Regierungsmitglieder dazu tatsächlich befähigt sind. Auf die Idee SPÖVP politische Visionen zu unterstellen, kommt niemand. Werner Faymann und Michael Spindelegger sind die konturlosen Verkörperungen der Leere der Volksparteien. SPÖ und ÖVP schaffen es irgendwie den Status Quo aufrecht zu erhalten, ein zerbrechliches Gleichgewicht dass nur durch Stillstand gewahrt werden kann. Während rund um die Regierung die Parteien erodieren und die Parteienverdrossenheit steigt, ist das Gegenmittel der Regierung ein bleierner Stillstand, ein Mantel des Schweigens, der aus der Parteienverdrossenheit eine Politikverdrossenheit machen soll. </p>
<p>SPÖ und ÖVP haben erreicht dass man ihnen glaubt, dass es nichts bringt sich politisch zu engagieren. Dass jede Initiative irgendwo erstickt wird, um die Totenstarre des System nicht zu erschüttern. Aber wendet man seinen Blick von der Not auf der Regierungsbank ab, findet man in den Reihen der Opposition das Elend. Es bietet sich schlicht keine Alternative zu den beiden Großparteien an, von der man sagen könnte, sie würde große Bevölkerungsgruppen abdecken, Erfahrung und Personalreserven haben, oder auch nur einen Plan. </p>
<p><strong>Alternativen?</strong><br />
Die FPÖ, ein Sammelsurium aus Protest, Frustration, Xenophobie, Dummheit und Hass, wird kaum als Alternative zur die Regierung wahrgenommen. Deshalb schadet der Partei ihre Regierungsvergangenheit nicht nachhaltig &#8211; die Mehrheit ihrer Wähler will mit einer Stimme für die FPÖ etwas aussagen, aber keinen Bundeskanzler Strache. Die Grünen sind als Kleinpartei angelegt und können gar nicht anders als Mehrheitsbeschaffer für eine Volkspartei zu sein, so in Österreich jemals entsprechende Mehrheitsverhältnisse zustande kommen. Aber sie sind keine Alternative, sondern ein Korrektiv. Und das BZÖ nimmt vielleicht Josef Bucher ernst, aber sonst wohl kaum jemand.</p>
<p>Das Bildungsvolksbegehren ist an den österreichischen Politikern gescheitert, die es geschafft haben, die Erstarrung als Naturzustand zu verkaufen, Bewegung als Bedrohung und Veränderung als unmöglich. Deshalb ist das Bildungsvolksbegehren ein Achtungserfolg. Wie die <a href="http://neuwal.com/index.php/2011/11/09/sei-ein-rebell-der-veranderung-neuwal-im-gesprach-mit-franz-miklautz-ktn-mutburgerbewegung-mit-podcast/">Mutbürger</a> oder <a href="http://www.respekt.net/">Respekt.net</a> zeigt es, dass es eine lebendige Bedrohung für den Status quo gibt. SPÖVP sind strukturell unfähig diesen aufzugeben. Das Bildungsvolksbegehren, das einen Schulterschluss der wenigen zivilgesellschaftlichen Player Österreichs erreicht hat, ist ein Zeichen. Fast 400.000 Österreicher haben unterschrieben, der Großteil im Bewußtsein, dass das nichts verändern wird. Aber dass es zeigt, dass wir da sind. Dass wir nicht weggehen. Dass wir viele sind. Die <a href="http://neuwal.com/index.php/2011/11/10/ende-der-demokratie-serie/">politische Elite Österreichs ist am Ende</a>. Entweder wir reißen sie aus der Erstarrung, oder die FPÖ wird es tun.</p>
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		<title>Österreich vor und nach 1986 oder: Das politische Leben des Anton Pelinka</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 08:31:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Booklewal]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Anton Pelinka ist einer der renommiertesten Politikwissenschaftler des Landes (meiner persönlichen Einschätzung nach überhaupt der DER Politikwissenschaftler). Am 14. Oktober wird er 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass habe ich mir seine &#8220;politische Autobiografie&#8221; &#8220;Nach ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anton Pelinka ist einer der renommiertesten Politikwissenschaftler des Landes (meiner persönlichen Einschätzung nach überhaupt der DER Politikwissenschaftler). Am 14. Oktober wird er 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass habe ich mir seine &#8220;politische Autobiografie&#8221; &#8220;Nach der Windstille&#8221; angesehen. Ein spannendes und lehrreiches Buch zur politischen Geschichte der 2. Republik. <span id="more-12808"></span></p>
<p>Ungefähr die erste Hälfte des Buches besteht aus 20. Kapiteln die 1985 in Pelinkas Buch &#8220;Windstille. Klagen über Österreich&#8221;, das anlässlich des 40jährigen Bestehens der österreichischen Demokratie erschienen ist.<br />
<blockquote>Windstille herrschte am Ende einer von Wohlstandsmehrung, aber auch von Vergangenheitsnegierung gekennzeichneten Periode.</p></blockquote>
<p> Es ist ein historischer Zufall dass diese Bestandsaufnahme und Analyse unmittelbar vor dem für Österreich so wichtigen Jahr 1986, welches das Ende der &#8220;Windstille&#8221; brachte, erschienen ist. So sind diese 20 Kapitel ein historisch interessanter Blick auf ein Österreich, das meine Generation gar nicht kennt und normalerweise auch nur durch Rückblicke kennenlernt.<br />
<blockquote>Gerade 1986 brachen so viele Widersprüche auf &#8211; vor allem bezogen auf die NS-Vergangenheit.</p></blockquote>
<p> So markiert 1986 auch im Buch &#8220;Nach der Windstille&#8221; eine Trennlinie. </p>
<p>Auf die 20 Kapitel aus dem Jahr 1985 folgt der erste neue Text &#8211; &#8220;1986: Das Ende der Illusionen&#8221;. Er markiert den Übergang von den 20 alten zu den 17 neuen Kapiteln des Buches, in denen Pelinka das politische Geschehen seit der &#8220;Windstille&#8221;, beginnend mit Kurt Waldheim, auszugsweise (ausgewählt nach betont subjektiven Kriterien) bespricht. Ein wesentlicher Unterschied ist auch, dass die Kapitel nach 1986 nicht mehr nur auf Österreich zentriert sind, was Pelinkas Entwicklung geschuldet ist.</p>
<p>Er gewährt auch einige Einblicke in seine persönliche Geschichte, etwa wie er erlebte als kritische Politikwissenschaftler nicht mehr in Arbeitsgruppen eingeladen oder Gremien geschickt zu werden, und wie er sich zwischen allen Stühlen wiederfand, als er die eine Reichshälfte kritisierte, ohne sich der anderen anzuschließen, oder warum er in einem Alter, in dem sich die große Mehrheit der Universitätslehrenden längst zur Ruhe gesetzt hat, statt seiner Emeritierung an der Uni Innsbruck, eine neue Herausforderung in Budapest gewählt hat. Auch über die Prozesse die Jörg Haider gegen ihn führte (und verlor). Diese fanden in der Zeit der blau/schwarzen Regierung und der Sanktionen der EU-14 gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ statt. In dieser Zeit der &#8220;patriotischen Hochstimmung&#8221;, in die &#8220;nach einigem Zögern auch die beiden Oppositionsparteien &#8211; SPÖ und Grüne &#8211; einschwenkten&#8221;, bekam Pelinka aber auch andere Sanktionen zu spüren:</p>
<blockquote><p>Der &#8216;Standard&#8217;, für den ich &#8211; auf Einladung von Oscar Bronner &#8211; regelmäßig Kommentare schrieb, legte auf meine Mitarbeit plötzlich keinen Wert mehr. Im ORF war ich auf einmal kaum noch als politikwissenschaftlicher Experte gefragt.</p></blockquote>
<p>Das letzte Kapitel des Buches (das nicht zu den 17 erwähnten gehört, die sich direkt mit politischen Themen beschäftigen) &#8220;Zum Ende&#8221; ist ein persönlicher Rückblick auf seine private Beziehung zu Österreich und zur katholischen Kirche. Er schreibt über seinen &#8220;Österreich-Patriotismus&#8221; und wie er sich davon entfernt hat, ebenso wie zu Österreich, wuchs mit der Zeit auch seine Distanz zur Kirche. Dies, so analysiert Pelinka, hängt auch mit wachsender Distanz zu seinem früheren Politikverständnis zusammen:</p>
<blockquote><p>Früher, da war ich beeindruckt von dem Konzept der Politik als &#8216;social engineering&#8217;; von der Politik als konkrete Handanlegung zur Herstellung einer gerechten Gesellschaft. Früher, da war ich ein &#8211; rückblickend gesehen &#8211; fast naiver Optimist [...]</p></blockquote>
<p>Zwischen den 17 Kapiteln und den Schlussworten, die keineswegs so pessimistisch sind, wie obiges Zitat vermuten lassen könnte, ist noch einmal (wie für 1986) ein Text &#8220;zwischengeschaltet&#8221;. Er trägt den Titel &#8220;Österreichs Zukunft: Europa &#8211; was sonst?&#8221; und ist ein Plädoyer für die EU. Dieses Plädoyer hat sich bis zum Sommer 2011 zu einem eigenen Buch entwickelt, das nun unter dem (passenden) Titel &#8220;Europa &#8211; Ein Plädoyer&#8221; erschienen ist. Die Besprechung davon erscheint noch diese Woche auf neuwal.</p>
<blockquote><p><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/10/pelinka_nach_der_Windstille_klein.jpg" alt="Anton Pelinka: Nach der Windstille" title="Anton Pelinka: Nach der Windstille" width="99" height="140" class="alignleft size-full wp-image-12809" /> Anton Pelinka<br />
<strong>Nach der Windstille</strong><br />
Eine politische Autobiografie</p>
<p>Lesethek Verlag, Wien, 2009<br />
Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten<br />
ISBN: 978-3-99100-006-8<br />
Preis: 21,90 Euro</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bezahlte Anzeige. (Ein Gedankenexperiment)</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2011/09/30/bezahlte-anzeige-ein-gedankenexperiment/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 08:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Gibt es eine Welt nach der Ära der Regierungsinserate? Und können Politik und Medien überhaupt vollkommen ohne ihnen leben? Ein kleines Gedankenexperiment.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie eine enge Verbindung zwischen Politik und Medien ins Negative ausarten kann, konnte man in den vergangenen Monaten an der Affäre Murdoch in Großbritannien verfolgen. Dass man in Österreich aber nicht wirklich daran denkt, etwas Abstand einzunehmen, veranlasst mich zu einem Gedankenexperiment: Wie würde eine Politik ohne Inserate aussehen? Und welche Auswirkungen hätte das auf die Medienlandschaft?</p>
<p><span id="more-12756"></span>Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen. Die sogenannte <em>Inseratenaffäre</em> soll ruhig weiterhin die Politik und die Medien beschäftigen. Und möglicherweise in weiterer Form auch die Justiz. Es geht viel mehr darum, einen vollkommenen neuen Weg einzuschlagen. Und gleichzeitig der Politik aufzuzeigen, dass ihre Wählerstimmen nicht von bezahlten Ministeriumsanzeigen abhängen. Zumindest nicht in erster Linie.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-12764" title="KronenZeitung" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/09/KronenZeitung.jpg" alt="" width="560" height="300" /></p>
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/"><img title="Attribution" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_attribution_small.gif" border="0" alt="Attribution" /><img title="Noncommercial" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noncomm_small.gif" border="0" alt="Noncommercial" /><img title="No Derivative Works" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noderivs_small.gif" border="0" alt="No Derivative Works" /></a> <a title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">Some rights reserved</a> by <a href="http://www.flickr.com/photos/woodiex/">Woodiex</a></p>
<h2><strong>Politikerwerbung 2.0</strong></h2>
<p>Regierungsinserate sind sinnlos. Die liest 1. kein einziger Mensch (außer möglicherweise Pensionisten, die sie nicht mehr vom redaktionellen Teil der Zeitung unterscheiden können) und 2. erreichen sie die falschen. Warum ich das weiß? Ich nutze selbst genügend Medien, blättere hin und wieder einmal über das lächelnde Gesicht eines Politikers und stellte mir jedes Mal die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Ist es wirklich notwendig, vor allem in Zeitungen, die zwar eindeutig Massenmedien, aber ganz klar auch keine Qualitätszeitungen sind, regelmäßig in schwülstige Worten zu erklären, wie toll man seine Arbeit nicht macht? Viel zu oft erscheint es einem nur als <em>plumpes Marketing</em> für einen Job, den nur ungern irgendjemand anderer machen würde. SPÖ und ÖVP haben in den vergangenen Jahren sichtlich nicht daran gespart, sich selbst zu beweihräuchern: Rund 100 Millionen (!) Euro gaben &#8211; laut <a href="http://derstandard.at/1308679907991/Oeffentliche-Inserate-in-zehn-Jahren-verdreifacht" target="_blank">Standard</a> &#8211; im vergangenen Jahr Ministerien, Kammern oder auch der Pressedienst der Stadt Wien für Inserate aus. Aber wir wollen doch informiert werden, oder?</p>
<p>Natürlich. In einer Demokratie ist es wichtig, dass das Volk erfährt, was die gewählten Repräsentanten vollführen. Doch es geht anders. Ich könnte jetzt die sozialen Medien ansprechen: ein Minister/eine Ministerin könnte zum Beispiel einen Weblog betreiben und darin nur so rausbrüllen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Facebook wäre z.B. auch ein heißer Kandidat, Twitter hat hingegen dafür wohl eine zu geringe Größe in Österreich. Das große Problem darin ist, zumindest noch zur heutigen Zeit &#8211; der <em>Gap zwischen den Generationen</em>. Nicht jeder ist online und nicht jeder bewegt sich so leicht und luftig durch das World Wide Web wie die heutigen Jungen. Sind Regierungsinserate in ihrer aktuellen Form also nicht unterzukriegen? Reicht es, wie ÖVP-Klubobmann Kopf <a href="http://derstandard.at/1317018597552/Fotoverbot-OeVP-Klubchef-Kopf-fuer-kopflose-Polit-Inserate" target="_blank">vorschlägt</a>, auf Ministerköpfe zu verzichten? Mitnichten. Aber Ministerien sollen natürlich die Möglichkeit haben, zu informieren: tritt eine neue Reform in Kraft, sollen die Bürgerinnen und Bürger schließlich darüber informiert werden. Sachlich, mit Fakten und weiterführenden Informationen &#8230; aber ohne Bild und ohne Ministerunterschrift. Das Ministerium wirbt somit nicht für einen Minister, sondern informiert. Das hört sich doch schon mal besser an.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-12766" title="Heute" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/09/Heute.jpg" alt="" width="560" height="300" /></p>
<p><img src="http://l.yimg.com/g/images/icon_all_rights.png" alt="Copyright" width="15" height="15" /> All rights reserved &#8211; Mit freundlicher Erlaubnis von <a href="http://www.flickr.com/photos/austrianpsycho/">austrianpsycho</a> (<a href="http://www.flickr.com/photos/austrianpsycho/5366384343/">Fotolink</a>)</p>
<h2>Vermaledeite Millionen</h2>
<p>Die eine Seite, die Politik haben wir ja jetzt ausführlich behandelt. Kommen wir zum nicht unwichtigeren zweiten Teil: jene Medien, die &#8211; so scheint es zumindest vielen Menschen &#8211; sich von den politischen Parteien kaufen lassen, um gemäßigte bis lobpreisende Worte abzudrucken. ÖSTERREICH, Heute und Krone, die drei auflagen- und reichweitenstärksten Tageszeitungen des Landes, wurden von den Inseraten geradezu verwöhnt. Dabei erhalten sie doch, durch den Verkauf einerseits, andererseits aber eben auch durch den Anzeigenverkauf der Gratiszeitungen, schon so viel Geld, wie es sich andere Zeitungen nur wünschen könnten. Man erinnere sich nur an die Tatsache, dass der verstorbene Herausgeber der Kronen Zeitung monatlich 700.000 Euro überwiesen bekam &#8211; als &#8220;<em>Vorabgewinn</em>&#8220;, wie Profil im vergangenen Jahr <a href="http://www.profil.at/articles/0915/560/238975/ein-herz-krone">berichtete</a>. Wie schon gesagt: Auch andere Zeitungen bekommen Regierungsinserate zugeschanzt, drucken diese auch ab &#8230; aber es gibt einen Unterschied. Man erkennt kaum eine geringere Härte gegen die Politiker, und in Summe sind dort nur ein Bruchteil der bezahlten Anzeigen lächelnder Minister und Ministerinnen zu finden. Zeitungen wie Der Standard, Die Presse, Kurier oder Kleine Zeitung werden &#8211; zumindest in Österreich &#8211; zu den qualitativ hochwertigeren Printmedien gezählt, und müssen sich wohl viel eher mit etwaigen finanziellen Engpässen herumplagen wie die Boulevardmedien. Und es wäre doch auch banal, wenn die Politik neben der Presseförderung auch noch mittels Inserate unverhältnismäßig viel Geld an liebgewonnene und lieblich schreibende Medien verteilt.</p>
<div>Vizekanzler Spindelegger <a href="http://derstandard.at/1316733503796/Aufklaerungsbedarf-Spindelegger-will-Pressefoerderung-reformieren">kündigte </a>schon an, dass die <em>Presseförderung</em> reformiert werde. Und könne sich zudem vorstellen, Regierungsinserate von einer unabhängigen Kommission überwachen zu lassen. Darauf kann man sich auch mit dem Koalitionspartner SPÖ <a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/696606/InseratenBeirat-als-neues-einigendes-Prinzip-der-Koalition?from=suche.intern.portal">einigen</a>. Wer von den Inseraten profitiert, hat <a href="http://diepresse.com/home/kultur/medien/696217/Faymann-Co_Wer-von-ihren-PolitInseraten-profitiert?from=suche.intern.portal">Die Presse</a> gut zusammengefasst: &#8220;Spannend ist aber, dass der Anteil der Boulevardblätter am Werbekuchen der Politik deutlich höher ausfällt als am Gesamt-Werbekuchen.&#8221; Auch Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell fordert Transparenz bei den Inseraten, ein Beirat könne &#8220;eine Basis sein, um Vertrauen zu schaffen&#8221; und betonte, dass Regierungsinserate nicht als Form der Presseförderung verstanden werden dürfen. Für diese gab die österreichische Regierung bzw. die RTR (Rundfunk- und Telekom Regulierungs-Gmbh)<a href="http://www.rtr.at/de/ppf/Uebersicht2010"> im vergangenen Jahr</a> übrigens bescheidene 12 Millionen Euro aus.</div>
<div></div>
<h2>Die 4. (Ohn)Macht?</h2>
<p>Jetzt liegt es an der Politik, wie sich sich in der Situation weiter verhält. Die SPÖ hat sich ja kurzzeitig der <em>Lächerlichkeit </em>preisgegeben, als sie es ablehnte, die Inserate in einem Untersuchungsausschuss zu behandeln. Während die Partei für die aufgetauchten Skandale der anderen eben jenes forderte, zuckten sie bei den Rufen der Opposition und des Koalitionspartner erst mal zurück. Schlussendlich gab sich die SPÖ aber <a href="http://kurier.at/nachrichten/4272191.php">doch geschlagen</a> und somit könnte schon im Oktober ein großer Untersuchungsausschuss anstehen. Doch was passiert mit den Medien?</p>
<p>Wenn Ministerien viel eher PR (also vor allem: Informationen übermitteln) als Marketing machen &#8211; und all das in einem geregelten und überwachten Ausmaß &#8211; können sich die Medien auch weiterhin mit solchen Inseraten etwas dazuverdienen. Was aber in naher Zukunft geschehen sollte, ist eine Umkehr der Boulevardmedien. Durch ihre beinahe schon nach <em>Liebesbrief</em> klingenden Beiträge über Bundeskanzler Faymann haben sie vielleicht nicht unbedingt Leser, aber vor allem eines entgültig verloren: ihre Glaubwürdigkeit. Dabei haben doch Medien in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion: sie können, indem sie den Politikerinnen und Politikern auf die Finger schauen und auch mal mahnende Worte erklingen lassen, als vierte Macht im Land agieren. Natürlich können sie weiterhin loben, aber nur, wenn die Politik etwas wirklich Positives hervorgebracht hat. Aber darüber schreiben Boulevardmedien wohl meist grundsätzlich schon mal gar nicht.</p>
<p><img title="Österreich" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/09/Österreich.jpg" alt="" width="560" height="300" /></p>
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/"><img title="Attribution" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_attribution_small.gif" border="0" alt="Attribution" /><img title="Noncommercial" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noncomm_small.gif" border="0" alt="Noncommercial" /><img title="No Derivative Works" src="http://l.yimg.com/g/images/cc_icon_noderivs_small.gif" border="0" alt="No Derivative Works" /></a> <a title="Attribution-NonCommercial-NoDerivs License" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">Some rights reserved</a> by <a href="http://www.flickr.com/photos/alfreddiem/">weisserstier</a></p>
<h2>Es geht nicht ohne</h2>
<p>Nein, mein Gedankenexperiment hat <em>leider nicht</em> funktioniert: Eine Politik ohne Regierungsinserate ist zumindest im heutigen Österreich noch nicht möglich. Was man aber ändern oder &#8211; wie es im Politikjargon genannt wird &#8211; reformieren kann, ist die Art, die Aufmachung und die Häufigkeit. Gegen Informationen aus Ministerien bei wirklich wichtigen Themen kann man wohl nur schwer etwas sagen. Denn informiert möchte man ja immer werden, wenn etwas passiert.</p>
<p>Die Medien hingegen würden solche Inserate grundsätzlich nicht brauchen: Der Standard, Die Presse und weitere Medien mussten schon jetzt auf einen Großteil der Millionen verzichten, weil das Meiste in die Boulevardblätter gepumpt wurde. Sie werden sie aber weiter abdrucken, wenn auch &#8211; wie gehofft &#8211; in einer geregelten Häufigkeit. Was in der Medienlandschaft jetzt wichtig wäre, wäre ein wahrhaftiger, ein ehrlicher Umgang mit Politik. Heute, Österreich und die Kronen Zeitung sollten mal nicht unbedingt Farbe (oder politische Käuflichkeit) zur Schau stellen, sondern ihren <em>Hintern hochkriegen</em> und für ihr Geld arbeiten. Denn ansonsten laufen ihnen irgendwann die Leser weg. Wirklich. (Hoffe ich zumindest.) [Oder etwa nicht?]</p>
<p><em>Was denkt ihr: Wie könnte eine Politik ohne Regierungsinserate aussehen? Wie soll sich die Form der Regierungsinserate verändern, sollten sie weiter bestehen bleiben? Und wie könnte man die besagten Medien dazu bewegen, ausgewogener zu berichten? Uns würde eure Meinung interessieren &#8230; einfach kommentieren!</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Finger weg von der Bildung! &#8211; Ein Plädoyer gegen Parteihickhack</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 08:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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		<category><![CDATA[Karlheinz Töchterle]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist das große Problem: Österreichs Bildung ist Parteipolitik. Gerade ein so wichtiges Thema sollte in Wahrheit nicht am tagespolitischen Gemetzel kaputtgeredet werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der ÖVP-Forderung nach Studiengebühren erteilte Faymann eine klare Absage. &#8220;Wir sind gegen Studiengebühren, weil sie Schranken darstellen&#8221;, sagte der Kanzler. Um für geordnete Verhältnisse an den Universitäten zu sorgen, habe die Regierung die Möglichkeit zu Studieneingangs- und Orientierungsphasen geschaffen. Es brauche in Österreich mehr Studierende und nicht weniger &#8211; zum Beispiel in den technischen Fachrichtungen.</p></blockquote>
<p><span id="more-12541"></span><br />
So fasst der Mail-Verteiler <em>info aktuell &#8211; Für Meinungsbildnerinnen und Meinungsbildner in der SPÖ</em> den Bereich Bildung im Sommergespräch mit Bundeskanzler Werner Faymann zusammen. Und ich musste schmunzeln. Wie schon Tage zuvor, als ich im aktuellen Profil Peter Michael Lingens Kommentar &#8220;<a href="http://www.profil.at/articles/1134/575/305492/peter-michael-lingens-toechterle-schmieds-schicksal" target="_blank">Töchterle erlebt Schmieds Schicksal</a>&#8221; las. Die SPÖ bleibt also bei ihrem strikten Nein für Studiengebühren. Das ist verständlich, wenn man stets für einen freien Hochschulzugang eintritt. Aber vielleicht hat Lingens ja Recht, und die Sozialdemokraten rächen sich am Dauer-Nein bei Schmieds Schulreformplänen. Und doch: in Wahrheit fehlt es sowohl SPÖ im Schulbereich als auch der ÖVP im Hochschulbereich an einem wirklichen Plan. Und genau das erzeugt das Desaster.</p>
<p><div id="attachment_12574" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/09/flickr.schule.jpg"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/09/flickr.schule-560x294.jpg" alt="Bild CC von kaktus621 http://www.flickr.com/photos/k621/4977692933/" title="Finger weg von der Bildung! – Ein Plädoyer gegen Parteihickhack" width="560" height="294" class="size-medium wp-image-12574" /></a><p class="wp-caption-text">Bild CC von kaktus621 http://www.flickr.com/photos/k621/4977692933/</p></div></p>
<p><strong>Rote Schule, schwarze Wissenschaft</strong></p>
<p>Ich erinnere mich noch an meine eigene Schulzeit. Damals blieben meine Professorinnen und Professoren nicht hinter dem Berg mit ihrer Meinung zur damaligen ÖVP-Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer. Ihr wurde Untätigkeit unterstellt, dass die Schule endlich mal reformiert gehöre, dass man mehr Geld brauche. Und manchmal, wenn ich heutzutage Lehrer von damals sehe, ist ihr Unmut meist sogar noch gewachsen, nur diesmal eben gegen Claudia Schmied, die Nachfolgerin aus Reihen der SPÖ. Und das, obwohl Untätigkeit nicht wirklich zu ihrem Ressort passt: die Zentralmatura, die Testläufe der Gesamtschule, die Diskussion um 2 Stunden zusätzliche Arbeitszeit &#8230; all das fällt in ihre Ministerära. Und in Wahrheit muss man loben, dass sie trotz des Blockens der ÖVP und dem Widerstand der mächtigen Lehrergewerkschaft schon so vieles umsetzen konnte.</p>
<p>Töchterle hat es mit dem Wissenschaftsministerium nicht unbedingt besser erwischt: seine Vorgänger Johannes Hahn und Beatrix Karl haben eine Baustelle hinterlassen. Die österreichische Hochschullandschaft leidet: an Platz- und vor allem auch an Geldmangel. Die Arbeit des jetzigen Ministers darf man wohl nach so kurzer Zeit noch nicht bewerten, aber schon das <a href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/690138/Universitaet_Neue-Voranmeldung-als-Flop?_vl_backlink=/home/bildung/index.do" target="_blank">Vormerksystem (Inskription bis Ende August)</a> war ein Schuss in den Ofen. Die ÖVP spricht stets von zu vielen Studenten, von Zugangsbeschränkungen und von Studiengebühren. Die SPÖ hingegen mauert, will von all dem nichts wissen und schweigt, wenn es um mögliche Visionen geht.</p>
<p>Das ist das große Problem: Österreichs Bildung ist Parteipolitik. Gerade ein so wichtiges Thema sollte in Wahrheit nicht am tagespolitischen Gemetzel kaputtgeredet werden. Hier (wie auch in grundsätzlich allen politischen Belangen) sollten sich die beiden Regierungsparteien sich zusammensetzen, sich Gedanken über Reformen machen, diese untereinander diskutieren und anschließend das Ergebnis präsentieren. Und sollte es (und das tut es sicher) von der Parteilinie abweichen, haben anschließend Spindelegger und Faymann die Möglichkeit, aufzuzeigen, welche Ideen und Pläne aufgrund des Kompromisses (noch) nicht umgesetzt wurden.</p>
<p><strong>Liebe Politik: Finger weg von der Bildung!</strong></p>
<p>Wie man in den vergangenen Jahren (und Jahrzehnten) mit der Bildung umgegangen ist, sollte bald der Vergangenheit angehören. Reformen in der Bildung gehören durchdacht, besprochen, diskutiert. So verfehlt Schmieds Zentralmatura aktuell noch vollkommen den Sinn, da man bei Schulreformen bitteschön nicht Top-Down sondern eher Bottom-Up agieren sollte. Vom Kindergarten oder der Vorschule weg, und nicht beim Abschlussjahr in der Oberstufe.</p>
<p>Gemeinsam könnten SPÖ und ÖVP die Bildung auf die Schienen des 21. Jahrhunderts bringen. Alleine hingegen wird das wieder nur ein Hickhack, eine peinliches und unlustiges Kabarett. So etwas haben sich die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht verdient. Und für die Zukunft unseres Landes wäre eine gemeinsame Arbeit vielleicht auch sehr hilfreich.</p>
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		<title>Uwe Scheuch und der strachende Dritte</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 11:33:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[BZÖ]]></category>
		<category><![CDATA[FPK]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Dörfler]]></category>
		<category><![CDATA[heinz christian strache]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Scheuch]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Scheuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Uwe Scheuch wurde nicht rechtskräftig verurteilt. Allein dass trotz eines eindeutigen Tonbands dieses Urteil so viel Erleichterung und Freude auslöst, zeigt wie wenig manche vom Rechtsstaat Österreich halten. Der leidet freilich eben unter jener politischen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Uwe Scheuch wurde nicht rechtskräftig verurteilt. Allein dass trotz eines eindeutigen Tonbands dieses Urteil so viel Erleichterung und Freude auslöst, zeigt wie wenig manche vom Rechtsstaat Österreich halten. Der leidet freilich eben unter jener politischen Klasse, die er normalerweise kaum verurteilt, schon gar nicht zu unbedingten Haftstrafen, wie Scheuch. Doch welche Auswirkungen könnte das Urteil auf die PolitikerInnen haben?</strong><br />
<span id="more-12458"></span><br />
<div id="attachment_12461" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/08/strache_lacht.jpg" alt="Strache lacht (foto: flickr.com/sugarmelon)" title="Strache lacht (foto: flickr.com/sugarmelon)" width="200" height="241" class="size-full wp-image-12461" /><p class="wp-caption-text">Strache lacht (foto: flickr.com/sugarmelon)</p></div>Zuerst ist da natürlich Uwe Scheuch selbst. Seine politische Karriere ist ernsthaft gefährdet. Dass dem so ist, und dass er nicht beim Auftauchen des Tonbands sämtliche Ämter zurücklegen musste, sagt einiges über Kärnten aus, vieles über Österreich und alles über die FPÖ/FPK. Was für Scheuch so gefährlich ist, ist nicht das Urteil an sich. Seine Posten als Landesrat und Landeshauptmannstellvertreter kann er rechtlich behalten, es sei denn der Fall tritt ein, dass das Urteil rechtskräftig wird, dann verliert er beide. Aber bis dahin ist einige Zeit, und solche Urteile gegen die Politik sind in Österreich nicht etwa selten, es gibt sie einfach nicht.</p>
<p>Was für Scheuch gefährlich ist, ist der Umstand dass sein einziger Verteidiger sein Bruder Kurt zu sein scheint. Würde die FPÖ/FPK geschlossen hinter Uwe Scheuch stehen, würden ein Heinz Christian Strache und ein Gerhard Dörfler ihr politisches Schicksal mit dem von Scheuch verknüpfen, die ÖVP würde wohl österreichweit alles in Bewegung setzten um Scheuch zu retten, um die Gunst der Blauen zu bewahren. Für (künftige) Koalitionen auf Landes- und Bundesebene, das ist ein altbekanntes Muster.</p>
<p>So aber hat es den Eindruck, dass Strache und Dörfler gar nicht unglücklich sind, einen machbewussten strammen Rechtsaußen als politischen Faktor aus der FPÖ/FPK ausscheiden zu sehen. Dörfler könnte dann die klassische Machtfülle von Parteiobmann und Landeshauptmann vereinen, schon in der &#8220;Ortstafelfrage&#8221; hatte Dörfler eindeutig gegen Scheuch die Lösung forciert, und sich durchgesetzt. Auch Strache dürfte sich den, Kraft der sogenannten &#8220;Ortstafellösung&#8221; als staatsmännisch verkauf baren und über Kärnten hinaus wenig ambitionierten Dörfler als alleinigen Ansprechpartner zumindest gut vorstellen können.</p>
<p><strong>Aber schadet das Urteil, ob rechtskräftig oder nicht, nicht auch Dörfler, Strache und der FPÖ/FPK? </strong></p>
<p>Ich denke nicht. Einerseits sind wir in Österreich. Es ist immer noch möglich dass sogar Uwe Scheuch die ganze Sache unbeschadet übersteht. Ungleich ungefährlicher ist es für Leute, die nichts mit ihm zu tun haben, nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden oder als seine Gegner gelten. Egal wie oft Grüne und SPÖ Strache die FPK vorwerfen werden, es wird wie mit dem &#8220;Hypo-Vorwurf&#8221; maximal eine interne Motivationsveranstaltung sein. Straches Image als &#8220;Robin Hood&#8221; konnte davon nicht beschädigt werden, es kann von seinem engagierten Auftreten gegen vermögensbezogene Steuern nicht beschädigt werden, es wird von Uwe Scheuch nicht beschädigt werden, schon gar nicht wenn er etwas macht, das viele sicherlich nicht so schlimm finden (wo ist auch der Unterschied zwischen Staatsbürgerschaften für Opernsängerinnen, Fußballer und Leuten die einfach reich sind und Geld nach Österreich bringen?). Und dann ist da noch der nicht zu unterschätzende Faktor dass es eigentlich egal ist, wer FPÖ-Chef ist, solange er als erfolgreicher, jugendlicher und sympathischer Kerl vermarktet werden kann, der gegen Ausländer ist.</p>
<p>Dörfler auf der anderen Seite wird mit Scheuch, wenn überhaupt,  eher als Rivale in Verbindung gebracht. Dörfler ist schon so lange auf Distanz zu Scheuch, es fällt leicht ihm zu glauben dass er nichts damit zu tun hatte. Und selbst wenn der &#8220;Scheuch-Vorwurf&#8221; an Dörfler picken bleiben sollte, gilt immer noch etwas ähnlich wie für Strache &#8211; solange Dörfler dass was wichtig ist richtig macht (der leutselige &#8220;Landesvater&#8221; sein), prallen solche Sachen einfach an ihm ab. Seine zahlreichen peinlich Aussagen und Witze haben auch nur den politischen Gegner aufgeregt, der ungebrochenen Zustimmung zur FPK aber nicht geschadet. </p>
<p>Es ist erstaunlich, dass möglicherweise ausgerechnet ein Scheuch als &#8220;Bauernopfer&#8221; für das &#8220;System Haider&#8221; herhalten wird müssen, galt das Brüderpaar doch gemeinhin als Machtzentrum des BZÖ/der FPK/Kärntens nachdem dort die Sonne besoffen in den Tod gerast war. Einmal mehr könnte sich zeigen, dass Haider tatsächlich wusste was er tat, als er Dörfler zum Landeshauptmannstellvertreter machte.  Und dass Strache entweder einfach sehr viel Glück hat, oder wer auch immer die FPÖ bundesweit lenkt, ziemlich klug ist. Die ganze &#8220;System Haider&#8221;-&#8221;Hypo&#8221;-&#8221;Stadion&#8221;-Thematik könnte Uwe Scheuch umgehängt werden und mit ihm versinken. Strache wäre der lachende Dritte, zwischen Scheuch einerseits, und Linken und Aufklärern, die weder die FPK/FPÖ zu Fall, noch wirklich Licht ins Dunkle von Jörg Haiders Erbe bringen konnten, andererseits. Und damit der große Sieger.</p>
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		<title>&#8220;Reformen ohne Tabu&#8221; &#8211; Versuch einer konservativen Revolution?</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2011 07:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Booklewal]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Konservative Revolution&#8221; liest sich schon deshalb befremdlich, weil es sich um einen (scheinbaren) Widerspruch handelt. Das konservative Bewahren versus das revolutionäre Verändern. Doch mit einer konservativen Revolution sind in der Regeln keine großen Aufbrüche gemeint, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Konservative Revolution&#8221; liest sich schon deshalb befremdlich, weil es sich um einen (scheinbaren) Widerspruch handelt. Das konservative Bewahren versus das revolutionäre Verändern. Doch mit einer konservativen Revolution sind in der Regeln keine großen Aufbrüche gemeint, sondern der Wechsel der Methoden, der Abschied vom Reaktionären oder die Einsicht, dass man Manches verändern muss, um das große Ganze zu bewahren. <span id="more-11933"></span></p>
<p><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/06/reformen_ohne_tabu.jpg"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/06/reformen_ohne_tabu-185x123.jpg" alt="Reformen ohne Tabu" title="Reformen ohne Tabu" width="185" height="123" class="alignright size-thumbnail wp-image-11936" /></a>So auch im Buch &#8220;<a href="http://www.reformenohnetabu.at/">Reformen ohne Tabu. 95 Thesen für Österreich</a>&#8221; das von Herbert Paierl und Markus Heingärtner herausgegeben wurde. Das den 95 Thesen vorangestellte gemeinsame Werteverständnis aller AutorInnen zeigt ganz deutlich, worum es geht. Der erste Wert ist Leistung, das Wort &#8220;sozial&#8221; kommt gar nicht vor, &#8220;Gerechtigkeit&#8221; nur im Bezug auf &#8220;Generationengerechtigkeit&#8221; und &#8220;Gleichheit&#8221; nur im Bezug auf die Regeln die für alle MarktteilnehmerInnen gelten sollen. </p>
<p><strong>Die Transparenz die sie meinen</strong><br />
Dort steht auch, dass man einen Staat wolle, der sich durch Transparenz auszeichne. Das scheint für das Buch nur eingeschränkt zu gelten. Obwohl viele der AutorInnen politisch eindeutig zu verorten sind, wir dies in den Biografien meist elegant verschwiegen. Das ist bei einem politischen Buch durchaus fragwürdig, auch wenn es der Sache dienen soll. Wenn etwa bei einem Herbert Paierl nur erwähnt wird, dass er als Konzeptentwickler für die steirische ÖVP gearbeitet hat, aber man selbst erkennen oder wissen muss, dass er seine Funktion als steirischer Landesrat für dieselbe Partei ausgeübt hat, dann ist das grenzwertig. Wenn aber zwei ehemalige ÖH-Vorsitzende (Markus Heingärtner, WU Wien und Matthias Strolz, Uni Innsbruck), also Inhaber von politischen Funktionen in die man über Fraktionszugehörigkeit kommt, keinerlei politische Transparenz an den Tag legen, dann ist diese Grenze überschritten. </p>
<p>Die Qualität der Beiträge und Thesen selbst variert stark. Markus Heingärtner eröffnet, indem er das Offensichtliche schreibt &#8211; Österreich braucht eine Struktur- und eine echte Wahlrechtsreform und politisch aktive BürgerInnen. Herbert Paierl provoziert, indem er die Wirtschaftspolitik zerschlagen will (Subventionen abschaffen, dafür massive Steuererleichterungen). Wolfgang Mazal schreibt über &#8220;Familienvielfalt&#8221; und meint damit Vater-Mutter-Kinder. Monika Kircher-Kohl von der Industriellenvereinigung (IV) stellt Schulen und Hochschulen ganz in den Dienst von &#8220;Wohlstand, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit&#8221;. Aus- und Weiterbildung statt Bildung eben.</p>
<p><strong>Sozial- und Wohlfahrtsstaat</strong><br />
Dann aber wird zum sozialen Kahlschlag aufgerufen. Eva Pichler fordert einen &#8220;lockereren Zugang&#8221; zu &#8220;Zwangsarbeit&#8221; (Verpflichtung von BeihilfeempfängerInnen für gesetzliche Zwangsmaßnahmen). Das klingt dann schon ganz anders, als noch im Werteverständnis formuliert &#8220;Wir wollen einen Staat, der jenen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, die sich nicht selbst helfen können[...]&#8220;. Jürgen Kaube hat unter dem wohl vollkommen unironisich gemeinten Titel &#8220;Mit &#8216;Sozialer Kälte&#8217; leben&#8221; als Lösung für das Gefühl der Armen, ungerecht behandelt zu werden, den Vorschlag die Eliten mögen ihren Reichtum doch bitte nicht so deutlich zeigen, parat. </p>
<p>Zum schon angesprochenen Bildungthema schreibt aber auch Bernd Schilcher in &#8220;Reformen ohne Tabu&#8221;, ohne Zweifel eine der vernünftigsten Stimmen in der Diskussion und ein (ehemaliger) Politiker der es ernst meint (und in dessen Biografie seine Parteizugehörigkeit auch nicht verschwiegen wird). Er liefert, wie nicht anders zu erwarten, eine schmerzhafte und treffsichere Analyse des österreichischen Schulssystems und erprobte Lösungsvorschläge. Gleich viel lobende Worte verdient <a href="http://twitter.com/#!/hubertsickinger">Hubert Sickinger</a>, dessen Überparteilichkeit nicht in Frage steht, und der die gewohnt hohe Qualität zum Thema &#8220;Parteienfinanzierung&#8221; liefert. Auch die Kompetenz und Integrität des Autors des Kapitels über Integrationspolitik, Simon Kravagna, wird kaum jemand in Zweifel ziehen. </p>
<p><strong>Ist das Buch noch zu retten?</strong><br />
Doch die guten und richtigen Beiträge retten das missglückte Buch nicht. Wenn dem Buch selbst ohne politisches Vorwissen gar nicht zu entnehmen ist, dass der ÖVP-nahe Managementklub dahinter steht, als dessen Präsident (Paierl) und Geschäftsführer (Heingärtner) die Herausgeber in Wien tätig sind, dann ist das intransparent. Wenn das Buch das Thema Religion ignoriert, in allen einschlägigen Kapiteln von einem so strikt heteronormen Weltbild ausgeht, dass nichtheterosexuelle Menschen schlicht nicht vorkommen und wenn vielen Überlegungen recht offensichtlich der &#8220;Homo Oeconomicus&#8221;, eine Fantasie die von jeder ernstzunehmenden Denkschule längst verworfen wurde, zugrundeliegt, dann sind das große Schwächen. Wer ein Buch herausgibt, dass der Integrationspolitik ein Kapitel widmet, der Diskriminierung von Frauen gar keines sondern nur ein paar Sätze, aber der Zerschlagung des Sozialstaats zwei ganze Kapitel (und die sind nur dazu da, Pensions- und Gesundheitssystem sind eigene Kapitel) der darf sich nicht hinstellen, und auf unabhängig und überparteilich machen. Die interessierten LeserInnen erkennt den politischen Einschlag ohnehin, und im Endeffekt schadet man damit nur den guten Thesen.</p>
<blockquote><p><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/06/95_Thesen_für_Österreich.jpg" alt="95 Thesen für Österreich" title="95 Thesen für Österreich" width="99" height="150" class="alignleft size-full wp-image-11940" />Herbert Paierl u. Markus Heingärtner (Hg.)<br />
&#8220;Reformen ohne Tabu. 95 Thesen für Österreich&#8221;</p>
<p>molden Verlag 2011<br />
192 Seiten<br />
19,95 Euro</p>
<p>ISBN: 978-3-85485-276-6</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Graz: Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit im Öffentlichen Raum</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 14:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Luggauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Raum]]></category>
		<category><![CDATA[ÖVP]]></category>

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		<description><![CDATA[In Graz ist derzeit an drei öffentlichen Orten (Mondscheingasse, Hauptplatz, Univiertel) der Konsum von Alkohol verboten. Seit Ende des Jahres 2007 patrouillieren die Männer und Frauen der Ordnungswache das Stadtgebiet, um „Regelwidrigkeiten im geordneten städtischen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Graz ist derzeit an drei öffentlichen Orten (Mondscheingasse, Hauptplatz, Univiertel) der Konsum von Alkohol verboten. Seit Ende des Jahres 2007 patrouillieren die Männer und Frauen der Ordnungswache das Stadtgebiet, um „Regelwidrigkeiten im geordneten städtischen Zusammenleben aufzuzeigen und maßvoll dagegen einzuschreiten“. Mit Mai 2011 trat in der gesamten Steiermark ein absolutes Bettelverbot in Kraft. <span id="more-11923"></span></p>
<p><div id="attachment_11925" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/06/joachim_Hainzl_graz_hauptbahnhof.jpg" alt="Hainzl bei einer Kunstaktion zum Thema am Graz Hauptbahnhof" title="Hainzl bei einer Kunstaktion zum Thema am Graz Hauptbahnhof" width="250" height="168" class="size-full wp-image-11925" /><p class="wp-caption-text">Hainzl bei einer Kunstaktion zum Thema am Graz Hauptbahnhof</p></div>Im Gespräch mit neuwal.com ortet der Grazer Sozialpädagoge  und – historiker Joachim Hainzl (vom <a href="http://verein-xenos.net/">Verein Xenos</a>) zunehmend mehr Sanktionierungen im öffentlichen Raum. Ihr Zweck soll die Aufrechterhaltung eines bürgerlichen Ordnungsverständnisses sein. Alkoholverbote, Bettelverbote, etc. seien aber nicht einfach in den letzten Jahren wie Schwammerln aus feuchtem Waldboden geschossen. Vielmehr liege dieser Entwicklung ein Trend zugrunde, der sich bereits seit etwa zwanzig Jahren, aus den Vereinigten Staaten kommend, in Europa ansiedelt, erklärt Hainzl. </p>
<p>Den jüngeren Ereignissen geht das Anfang 2005 erlassene Steiermärkische Landessicherheitsgesetz (StLSG) voraus. Darin zusammengefasst sind unter anderem Ruhestörung, Anstandsverletzung, das Verbot freilaufender Hunde und neuerdings auch das Bettelverbot. Den Anstand verletzt jemand, der andere belästigt, oder am zweckmäßigen Gebrauch von öffentlichen Einrichtungen ( z. B. Sitzbänken) hindert, oder Brunnen und Denkmäler auf „anstößige Weise nützt“. Zusätzlich zum landesweiten Sicherheitsgesetz wurde im Jahr 2007 an zwei öffentlichen Plätzen (vor Lokalen in der Mondscheingasse und am Hauptplatz) ein Alkoholverbot erlassen. Ende des Jahres 2007 wurde dann die eingangs erwähnte Ordnungswache mit breiter politischer Mehrheit eingeführt, um die Verbote zu kontrollieren. Für Joachim Hainzl geht es bei all diesen Maßnahmen um die Säuberung der Straßen von nichtbürgerlichen Verunreinigungen. </p>
<p><strong>&#8220;SOS &#8211; Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit&#8221;</strong><br />
Bei Johanna Rolshoven, Universitätsprofessorin am <a href="http://www.uni-graz.at/vok/">Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Uni Graz</a>, findet sich der Begriff der Säuberung zum Trio Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit (SOS) erweitert. In Graz beschäftigte sie sich bereits zum dritten Mal (nach Marburg und Innsbruck), gemeinsam mit Studierenden mit der Entwicklung von Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit in den Städten. Für Johanna Rolshoven wohnt dem Kürzel eine Doppeldeutigkeit inne, sie hört aus „SOS“ auch einen „Hilferuf der Städte“ (save our souls). Im Wintersemester 2010 / 2011 entstand aus dieser Beschäftigung mit SOS – Konzepten eine Ausstellung am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie Graz und eine <a href="http://cba.fro.at/45884">Radiosendung</a> auf Radio Helsinki, gestaltet von Johanna Stadlbauer, Maria Maierhofer und Robin Klengel.</p>
<p>Seit mit Anfang Mai das Bettelverbot in Kraft getreten ist, sind die Straßen auch „frei“ von BettlerInnen. Einige wenige konnten sich auf die Schiene der Straßenzeitungen retten und bieten nun an ausgewählten Plätzen das Wiener Medium „The global player“ zum Verkauf an.  Der „Säuberungstrend“ geht weiter: Bereits 2008 brachte sich das BZÖ mit dem Wahlslogan „Wir säubern Graz“ in die Diskussion ein, aktuell planen Gerald Grosz und Georg Schröck die Straßenmusik strenger zu reglementieren.</p>
<p>Die nächste „Müllhalde“, die es zu &#8220;säubern&#8221; gilt könnte der Vorplatz des Grazer Hauptbahnhofs sein. Im Bahnhofsgebäude selbst gilt längst die Hausordnung der ÖBB, überwacht von eigenen Securities, in der Parkanlage neben dem Bahnhofsvorplatz wird seit geraumer Zeit nach dem StLSG (Anstandsverletzung) „gesäubert“. Joachim Hainzl zu Folge könnte der Bahnhofsvorplatz der nächste Ort mit Alkoholverbot sein. Ende März 2011 beschloss der Grazer Gemeinderat mehrheitlich einen Antrag der FPÖ (mit Abänderung der ÖVP), so dass im gesamten Stadtgebiet Plätze erhoben werden, die man mit Alkoholverboten belegen möchte.</p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/forumstadtpark/">Forum Stadtpark</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Josef Pröll tritt von allen Ämtern zurück – die Rücktrittsrede im Wortlaut</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 09:25:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
				<category><![CDATA[ÖVP]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Knalleffekt in der österreichischen Innenpolitik - der seit Wochen ausgefallene Finanzminister, Vizekanzler und ÖVP-Parteichef Josef Pröll tritt mit einer emotionalen und starken Rede aus gesundheitlichen Gründen zurück. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Knalleffekt in der österreichischen Innenpolitik &#8211; der seit Wochen ausgefallene Finanzminister, Vizekanzler und ÖVP-Parteichef Josef Pröll tritt mit einer emotionalen und starken Rede aus gesundheitlichen Gründen zurück. neuwal.com hat die ZIB-Spezial verfolgt und die wichtigsten Passagen zusammengefasst.</p>
<p><span id="more-11055"></span></p>
<p><div id="attachment_11061" class="wp-caption alignnone" style="width: 556px"><img class="size-medium wp-image-11061" title="JosefProell_BMF" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/04/JosefProell_BMF-546x373.jpg" alt="(C) BMF" width="546" height="373" /><p class="wp-caption-text">(C) BMF</p></div></p>
<p>Die Spekulationen haben ein Ende: Im Finanzministerium herrscht großer Andrang, als Josef Pröll seinen Rücktritt bekanntgibt. Seinen Nachfolger hat er entgegen anders lautender Berichte (noch) nicht bekannt gegeben. Im Spiel sind Maria Fekter, Reinhold Mitterlehner und vor allem Michael Spindelegger.</p>
<p>Josef Pröll begründet in seiner Rücktrittsrede recht emotional seine Gründe &#8211; ob er völlig aus freien Stücken geht, bleibt angesichts zahlreicher Entwicklungen und Querschüsse in den letzten Wochen und Monaten allerdings offen.</p>
<p>Doch lassen wir den zurückgetretenen Vizekanzler selbst sprechen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist gar nicht so selbstverständlich, dass man das so offen sagen kann. Nach zwei Trombosen und einem Lungeninfarkt vor zwei Wochen, den ich als Warnschuss und Zäsur empfunden habe, habe ich begonnen, über meine politische Arbeit, meine Ziele und meine Zukunft nachzudenken.</p>
<p><strong>Viel eingesetzt, politisch und persönlich</strong><br />
Die letzten drei Jahre waren sehr stark und von besonderer Intensität geprägt. Wir haben die Krise besser bewältigt als andere und auch schneller. Wir haben dafür viel eingesetzt, politisch und ich auch persönlich vom Arbeitsaufwand her. […] Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Auftragsbücher sind voll, der Euro ist stabilisiert. Wir haben die besten Voraussetzungen, Österreich in eine positive Zukunft zu führen.</p>
<p><strong>Fragen nach Anstand und Stillstand belasten</strong><br />
Wir spüren aber wenig von Aufbruch und Optimismus. Zwei Fragen belasten die Situation: Die Fragen nach Anstand und Stillstand. Auch Politiker der ÖVP haben durch ihr Verhalten die Politik zutiefst beschämt. Keine Partei, und auch nicht die ÖVP, kann ein derartiges Verhalten tolerieren.</p>
<p><strong>Teile der Politk verharren im Populismus</strong><br />
Gleichzeitig stellt die österreichische Bevölkerung den Glauben an die Lösungskompetenz der Politiker in Frage. Zukunftssicherung, Pensionssicherung, Bildung sowie Zuzug und Integration. Obwohl wir das alle wissen, verharren Teile der Poitik im bequemen Populismus und Opportunismus.</p>
<p><strong>Bräuchte jetzt noch mehr Kraft, nicht weniger</strong><br />
Um diese Aufgaben zu bewältigen bräuchte ich jetzt noch mehr Kraft, nicht weniger. Ich habe nach meinem beidseitigen Lungeninfarkt alles daran gesetzt, das zu erreichen. Dabei wurde klar, dass meine gesundheitliche Situation Risiken birgt, die mit der Spitzenpolitik so wie ich sie verstehe nicht vereinbar ist. So habe ich mich für meine Gesundheit und für meine Familie entschieden.</p>
<p><strong>Kann Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen</strong><br />
Ich habe den Anspruch, den ich für mich definiert habe, mich als Parteiobmann und Finanzminister in Brüssel, Washington und international für die Interessen Österreichs einzusetzen. Diese Funktion kann ich nicht mehr ausreichend erfüllen – so wie ich das für mich erwarte und von vielen erhofft wurde.</p>
<p><strong>Ich möchte ein geordnetes Haus übergeben</strong><br />
Eine Lehre der letzten Jahre  ist auch, dass man für sich und seinen Bereich Verantwortung übernehmen muss. Das mache ich und ziehe mich vollständig aus der Politik zurück – ich habe alle Beteiligten [...] informiert. Morgen wird über meine Nachfolge beraten, zwei Jahre vor der nächsten Nationalratswahl. Ich möchte ein geordnetes Haus übergeben, in der Partei, im Finanzministerium und als Vizekanzler.</p>
<p><strong>Die Regierung soll handlungsfähig bleiben</strong><br />
Diese zügige Vorgangsweise soll dafür Verantwortung tragen, dass die Regierung handlungsfähig bleibt und ihre Aufgaben erfüllen kann. Ich verlasse die Politik in Dankbarkeit, nach drei Regierungen in verschiedenen Funktionen […] Es war eine sehr spannende Zeit, wir konnten auch viel bewegen – von der großen Agrarreform, der großen Steuerentlastung 2009, geordneten Budgets unter schwierigen Bedingungen bis zu großen Entscheidungen in der Finanz-und Wirtschaftskrise.</p>
<p><strong>Politik mehr Vertrauen entgegenbringen</strong><br />
Ich habe gemerkt, wie wichtig die ordnende und gestaltende Kraft der Politik ist – bringen wir ihr wieder mehr Vertrauen entgegen! Ich freue mich, dass auch von der Perspektivenenarbeit einiges bleibt – die Absetzbarkeit von Spenden, das Transferkonto und andere große Themen. Es freut mich, dass wir 2009 mit der ÖVP viele wichtige Wahlen gewinnen konnten – das ist oft untergegangen.</p>
<p><strong>Danke für kritische, faire Berichterstattung</strong><br />
Ich bedanke mich bei allen meinen Mitarbeitern und meiner Familie, die auf vieles verzichten musste und mich immer unterstützt und getragen hat. Ich habe in den vergangen 8 Jahren dem Land Österreich gedient und habe in den letzten drei Jahren alles für die Partei gegeben. Ich weiß, welche Kraft und Zukunft in dieser Partei steckt. Ihnen darf ich über eine durchwegs kritische, aber faire Berichterstattung und Kommentierung.</p>
<p>Die Entscheidung war schwer, aber sie ist richtig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Weitere Information auf <a href="http://www.orf.at/stories/2052875/2052864/" target="_blank">orf.at</a>, eine ZIB-Sondersendung folgt.</p>
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		<title>Keine steirische Liebesheirat: SPÖVP erneuern den Proporz</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 15:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor etwas mehr als zwei Monaten wurden die <a href="http://neuwal.com/index.php/2010/09/27/schlecht-so-weiter-so-die-steiermark-hat-gewahlt/">steirischen Landtagswahlen</a> geschlagen. SPÖ und ÖVP lieferten sich eine gewaltige Materialschlacht und erweckten den Eindruck, nie wieder zusammenarbeiten zu können. Unmittelbar nach der Wahl und ohne Wechsel des politischen Personals war dann alles anders. In schlechtester großkoalitionärer Manier fanden Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) und sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP) schnell zueinander. Der zuvor von der SPÖ so heftig kritisierte und angeblich am liebsten sofort abgeschaffte Proporz ist das Leitmotiv der neu entdeckten Verbundenheit.<span id="more-9149"></span><br />
<img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/12/531590711_ea5674848c_z.jpg" alt="Geld bringt SPÖ und ÖVP doch wieder zusammen" title="Geld bringt SPÖ und ÖVP doch wieder zusammen" width="560" height="430" class="aligncenter size-full wp-image-9152" /><br />
Bild:<a href="http://www.flickr.com/photos/lisa_yarost/">klynslis</a></p>
<p>Das Land wird 50:50 zwischen den beiden Großparteien aufgeteilt, und wo das nicht geht, werden einfach neue Posten (im Aufsichtsrat oder Vorstand) geschaffen. Selbst den Landtagspräsidenten teilen sich ÖVP und SPÖ – die erste Hälfte der Legislaturperiode stellt ihn die SPÖ, die zweite Hälfte die ÖVP. Die Oppositionsparteien FPÖ, Grüne und KPÖ kommen mit dem Staunen gar nicht nach.</p>
<p>Das Harmoniestreben von SPÖVP geht so weit, dass sie am liebsten den Landtag so gut wie möglich umgehen möchten, um nur ja keine Konflikte auf die streitgeplagte Steiermark loszulassen. Das <a href="http://derstandard.at/1289608197713/Steirer-Opposition-fuehlt-sich-von-Regierung-ausgeschlossen">kritisierten</a> zumindest FPÖ, Grüne und KPÖ in einer gemeinsamen Pressekonferenz Mitte November. </p>
<p><a href="http://www.kleinezeitung.at/steiermark/2582879/parteien-holen-sich-konjunktur-millionen-ab.story">Vorläufiger Höhepunkt</a> der großkoalitionären Schamlosigkeit im Umgang mit der Steiermark, ihren BürgerInnen und ihren demokratischen Institutionen ist der schon im Oktober gefällte Beschluss, den Parteien des Landtags eine Sonderzahlung in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro zu gewähren. So ein Wahlkampf ist eben doch teuer. Der Beschluss wurde von der Landesregierung getroffen, und obwohl noch nicht im Landtag beschlossen, bereits umgesetzt. Rechnungen müssen eben fristgerecht bezahlt werden. Das Geld kommt übrigens, da ja nicht budgetiert, aus dem Konjunkturausgleichsbudget, welches eigentlich für Maßnahmen wie die Winterbauoffensive oder die WM-Investitionen für Schladming gedacht ist. </p>
<p>Das alles, während sich SPÖ-Vorsitzender Voves im Umfallen übt, und genau jene Sparmaßnahmen andenkt, die Hermann Schützenhöfer schon vor der Wahl vorgeschlagen hat, und die damals noch von der SPÖ kritisiert und abgelehnt wurden: Harte und umfassende Kürzungen im Sozialbereich und die Wiedereinführung des Pflegeregresses. Die steirische große Koalition ist keine Liebesheirat und wird wohl nie eine glückliche Beziehung werden. Der Kit der die Spannungen überdecken soll, ist ein Rückfall in beinahe vordemokratische Hochzeiten des Proporzes. SPÖ und ÖPV haben sich also zu Recht beide als Wahlsiegerinnen gefeiert. Verloren haben nur die SteirerInnen. </p>
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		<title>Westring: Von der umstrittenen Landeshoffnung zum Bundesstreit</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010 07:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem früheren Beitrag habe ich schon ein kleines bisschen erklärt, worum es geht: Infrastrukturministerin Doris Bures sagt den vom Land Oberösterreich freudig erwarteten Bau eines Linzer Westring (A26) ab. Landeshauptmann Josef Pühringer (VP), der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) steigen auf die Barrikaden. Und aus einem "der böse Bund ist gemein" wird plötzlich "die gemeine SPÖ".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem früheren Beitrag habe ich schon ein kleines bisschen erklärt, worum es geht: Infrastrukturministerin Doris Bures sagt den vom Land Oberösterreich freudig erwarteten Bau eines Linzer Westring (A26) ab. Landeshauptmann Josef Pühringer (VP), der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) steigen auf die Barrikaden. Und aus einem &#8220;der böse Bund ist gemein&#8221; wird plötzlich &#8220;die gemeine SPÖ&#8221;. Denn nachdem auch Wirtschaftsminister Mitterlehner (ein Oberösterreicher) sich auf die Seite der Westring-Befürworter stellte, wurde das Ganze zu einem Parteikampf. Und jetzt meldet sich natürlich auch noch Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll zu Wort und setzt sich für das Milliardenprojekt ein.</p>
<p><span id="more-9021"></span></p>
<p>Was hier sofort wieder auffällt: hier geht es nicht darum, dass man in Linz mit dem zukünftigen Transitverkehr zurecht kommen will (ob der Westring schließlich die Lösung ist, wage ich nicht zu bewerten). Durch die Einmischung der Bundespolitiker von Seiten der Volkspartei wurde wieder einmal mit der Parteiklaue hantiert. Weil die SPÖ aufgrund der Budgetkonsolidierung in den von Sozialdemokraten geführten Ministerien sparen muss, müssen eben Projekte gestoppt, pausiert oder schon in der Planungsphase abgebrochen werden. Finanzminister Pröll, der ja eigentlich von &#8220;ausgabenseitig sparen&#8221; sprach, dem sind plötzlich 500 Millionen Euro (der geschätze Preis zu Errichtung, von der Erhaltung sprechen wir erst gar nicht) wurscht. Denn wenn die böse SPÖ dem armen OÖ (und dem armen VP-Landeshauptmann) ein Prestigeprojekt streicht, dann muss die ganze Volkspartei zusammenhalten. Oder so.</p>
<p>Natürlich kann man darüber diskutieren: warum wird in der Steiermark einerseits und in Kärnten andererseits an einem Projekt gearbeitet, dass womöglich bis zu 15 Milliarden Euro kosten wird (der heiß geliebte Koralmtunnel), und andere Projekte werden völlig abgeblasen? Wenn schon sparen, dann bei der größten Geldverschleuderung? Aber anscheinend kenne ich mich da irgendwie doch zu wenig aus.</p>
<p><strong>Westring: Runder Tisch, Konfrontation, Gipfel (&#8230;, Teekränzchen, Armdrücken, &#8230;)</strong></p>
<p>Für SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner ist es aber doch ein Hoffnungsschimmer: beim kommenden Gipfel mit Bures, Faymann und dem Finanzminister müsse Letzterer ja schließlich sein Wort halten. Und in seiner Rolle als Finanzminister Geld locker machen. Vielleicht lebt da noch eine gewisse Gutgläubigkeit mit, aber ungesunder Optimismus ist ja auch eine Möglichkeit, enttäuscht zu werden. (<a href="http://www.ooe.spoe.at/neues/news/detail/datum/2010/11/26/christian-horner-westring-gipfel-wird-zur-nagelpr/" target="_blank">Link</a>) Auch die ÖVP wünscht sich die Hilfe des Finanzministers herbei. (<a href="http://xn--phringer-65a.net/33045/?MP=61-5780" target="_blank">Link</a>)</p>
<p>Bisher gab es schon so einige Aufeinandertreffen. Die Ergebnisse waren stets das Gleiche: Bures spricht von einer Alternative (eine Landesstraße), Pühringer, Dobusch rücken von ihrer Westring-Forderung nicht ab. Bewegen wollen sich beide Parteien nicht. Am Montag ist es &#8211; wie gesagt &#8211; wieder soweit: ob eine Lösung zustande kommt, darf bezweifelt werden.</p>
<p><strong>Die Gegner</strong></p>
<p>Die kamen in meinem letzten Beitrag womöglich etwas zu kurz. Oder sehr wahrscheinlich. Hier einige Statements und Links zu den verschiedenen Plattformen und Personen. <strong>Die Grünen</strong>, in Koalition mit der ÖVP auf Landesebene, sind ein strikter Gegner des Projekts, wie <a href="http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/609573/Linzer-Westring_Land-OOe-will-Projekt-nicht-aufgeben" target="_blank">Die Presse</a> schreibt.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Westring löst die Linzer Verkehrsprobleme nicht. Er holt den Durchzugsverkehr direkt in die Stadt, provoziert eine enorme Lkw-Transitlawine&#8221;, so Klubobmann Gottfried Hirz.</p></blockquote>
<p>Der Umweltsprecher der <strong>Diözese Linz</strong>, Michael Rosenberger verbindet die Ablehnung mit den Budgetkürzungen im Familienbereich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es kann nicht sein, dass prestigeträchtige Infrastrukturprojekte ungeschoren bleiben, während Einkommensschwache große Einbußen erleiden.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.westring.info/" target="_blank">Westring.info</a>, die <strong>Überparteiliche Plattform</strong> – gegen die Westring-Transitautobahn mitten durch Linz ist sehr aktiv und erklärt in einer <a href="http://www.westring.info/wp-content/uploads/2010/09/PA4_Viel-L%C3%A4rm-um-Nichts_02.11.2010.pdf" target="_blank">Presseaussendung</a>, dass der Westring nicht nur wegen den Kosten, sondern wegen der Umweltunverträglichkeit scheitert. Und auch die nicht überparteiliche <a href="http://www.westring.at/" target="_blank">Westring.at</a>-Plattform, von den Grünen OÖ eingerichtet, schickt <a href="http://www.westring.at/2010/11/probleme-mit-luftschadstoffen-im-grosraum-linz-aktuelle-daten-und-geplante-masnahmen-problematischer-offentlicher-verkehr-verscharft-die-situation-auswirkungen-auf-westring/#more-298" target="_blank">Pressaussendungen</a> raus, die sich mit dem Thema beschäftigen.</p>
<p>Jetzt ist natürlich die Frage, warum sich die Politik (ÖVP, SPÖ, FPÖ, BZÖ) so vehement für den Bau der A26 einsetzen, selbst wenn mehrere Umweltgutachten dagegen sprechen? Muss da nicht vielleicht neu geplant werden? Oder sowieso alles frisch durchdacht? Evaluiert? Aber nein. Lieber streiten um ein Projekt, dass möglicherweise doch sehr über den Köpfen der Menschen hinweg entschieden wird.</p>
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		<title>Schilda/OÖ: Einigung auf Zusatzfinanzierung für Inbetriebnahme von Wohneinrichtungen</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 22:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die Geschichte rund um die 16 oberösterreichischen Sozialeinrichtungen, die zwar gebaut wurden, das Geld für das Personal fehlte, machte ja schon seine Runde. Die OÖN war natürlich live dabei, und auch neuwal hat sich mit dem Thema &#8211; am Beispiel der &#8220;Lebenswelt Pinsdorf&#8221; &#8211; beschäftigt. Und während sich so manche politische Entscheidung oft sehr hinzieht, konnte man hier schon sehr rasch einen Erfolg erzielen:</p>
<p><span id="more-9017"></span>In der <a href="http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/SID-22CF23D7-10474A09/ooe/hs.xsl/100678_DEU_HTML.htm#Sub Zusatzfinanzierung2512010" target="_blank">&#8220;LandesKorrespondenz MedienInfo&#8221;</a> Nr. 251, vom 25. November 2010 findet man folgenden Punkt:</p>
<p><strong>Pühringer und Ackerl einigen sich auf Zusatzfinanzierung für Inbetriebnahme von Wohneinrichtungen</strong></p>
<blockquote><p>Die aufgrund der dringenden Bedarfslagen in Zeiten der Hochkonjunktur geplanten und errichteten Wohn- und Beschäftigungseinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen sollen auch in unerwartet eingetroffenen wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht leer stehen müssen.  Daher wird über einen gemeinsamen Antrag im heutigen Finanzausschuss dem Sozialbudget ein weiterer, für die Inbetriebnahme zweckgewidmeter Betrag von drei Millionen Euro aus dem Nachtrag zur Verfügung gestellt. Weiters stellt das Finanzressort die 2011 zu erwartende Ausgabenminderung in der Grundversorgung (geschätzt rund zwei Millionen Euro) dem Sozialressort brutto zur Verfügung. &#8220;Mit diesen zweckgewidmeten Mittel ist die Inbetriebnahme aller 2010 fertig gestellten und 2011 fertig werdenden Einrichtungen in Oberösterreich möglich!&#8221; so Pühringer und Ackerl. &#8220;Eine gute Nachricht für die betroffenen Eltern, für deren bedauerlicherweise notwendig gewordenen Einsatz und die dabei aufgebrachte Geduld in den letzten Monaten wir uns bedanken!&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist wirklich eine tolle Nachricht: der Fantasielosigkeit (wir können sie ja erst später mal eröffnen) wich einer Suche nach Lösungen. Und das kann man mit einem Aufstocken des Sozialbudgets (zur Info: eigentlich sollte dieses Budget ja jährlich um 7 Prozent steigen, zuletzt waren es nur 2 Prozent) zum Beispiel tun.</p>
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		<title>Schilda/OÖ: Sozialeinrichtungen werden gebaut, für den Betrieb fehlt das Geld</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2010/11/24/sozialstaatmisere-in-oberoesterreich/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 13:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch wenn ich gerne sage, dass Pinsdorf, wie die meisten Orte dieser Größe vor allem für Senioren und Nordic Walking Fanatiker interessant ist, hat sich im Sozialbereich in den letzten Jahren einiges getan: die Gemeinde hat einen eigenen Behindertenfonds, vor einigen Jahren wurde ein Betreubares Wohnen errichtet, und aktuell wartet eine Einrichtung, die sogenannte "Lebenswelt Pinsdorf" auf die Eröffnung. Doch dazu wird es scheinbar nicht kommen. Denn plötzlich hat das Land Oberösterreich für das Personal kein Geld mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwo im tiefsten inneren Oberösterreich, in der Nähe des Traunsees und knapp vor der Autobahnabfahrt Regau liegt eine kleine 3.500-Einwohner-Gemeinde. Im Folgenden werden wir sie &#8220;Pinsdorf&#8221; nennen, und der Autor dieses Text ist genau in diesem Ort aufgewachsen.</p>
<p><span id="more-9008"></span></p>
<p>Auch wenn ich gerne sage, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pinsdorf" target="_blank">Pinsdorf</a>, wie die meisten Orte dieser Größe vor allem für Senioren und Nordic Walking Fanatiker interessant ist, hat sich im Sozialbereich in den letzten Jahren einiges getan: die Gemeinde hat einen eigenen Behindertenfonds, vor einigen Jahren wurde ein Betreubares Wohnen errichtet, und aktuell wartet eine Einrichtung, die sogenannte &#8220;Lebenswelt Pinsdorf&#8221; auf die Eröffnung. Doch dazu wird es scheinbar nicht kommen. Denn plötzlich hat das Land Oberösterreich für das Personal kein Geld mehr.</p>
<p><strong>Lebenswelt? Arbeitswelt? Wohnwelt?</strong></p>
<p>Was kann man sich unter einer &#8220;Lebenswelt&#8221; vorstellen?</p>
<blockquote><p>Die Lebenswelt bietet Gehörlosen und Taubblinden mit zusätzlichen Beeinträchtigungen eine therapeutische Wohn- und Arbeitsgemeinschaft mit gesicherter Kommunikation. Unterstützt von qualifiziertem und engagiertem Personal sollen Lebensqualität und Selbstgestaltungsfähigkeit der Teilnehmer entfaltet, sowie ihre Arbeitsfähigkeit entwickelt werden. Wir verwenden visuelle, taktile und alternative Kommunikationsformen. Die oberösterreichische Gebärdensprache ist unsere allgemeine Sprache (insbesondere auch visuelle und alternative Kommunikation). (<a href="http://www.lebenswelt.at/content/site/schenkenfelden/ueberuns/die_lebenswelt_schenkenfelden/index.html" target="_blank">Über uns &#8211; LWS Schenkenfelden</a>)</p></blockquote>
<p>Um einige Insiderinfos preiszugeben: die Idee brachte eine Familie, die selbst einen behinderten Sohn hat, nach Pinsdorf. In Schenkenfelden, einer Gemeinde im Mühlviertel, gibt es so eine Lebenswelt schon, und genau nach diesem Vorbild sollte so etwas auch nach Pinsdorf kommen. Im Mai 2005 berichtete man im Gemeinderat von der Besichtigung der Lebenswelt Schenkenfelden und machte einen Grundsatzbeschluss &#8220;Befürwortung und Unterstützung eines ähnlichen Projektes in Pinsdorf&#8221;. Nachdem die Suche nach Grundstücken abgeschlossen war, fand am 4. Mai 2008 der Spatenstich statt, anwesend war Landesrat Kepplinger (SPÖ). Und jetzt? Wären die Gebäude fertig und einzugsbereit &#8230; doch für das Personal hat man kein Geld.</p>
<p><strong>Bauen ja, betreiben nein.</strong></p>
<blockquote><p>Das Sozialbudget des Landes steigt 2011 nicht wie geplant um sieben, sondern nur um zwei Prozent auf 507,27 Millionen Euro. (<a href="http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,504517" target="_blank">OÖN, 13.11.2010</a>)</p></blockquote>
<p>So wie es aussieht, geht es 15 weiteren Einrichtungen genau so: sie wurden errichtet, aber für das Personal hat das Land kein Geld. Da stellt sich natürlich schon die Frage, welchen Sinn das hat? Finanzreferent des Landes, Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), hat es aktuell sowieso nicht leicht: das Land rutscht in die roten Zahlen und Doris Bures denkt nicht daran, den Westring zu bauen. Soziallandesrat Josef Ackerl (SPÖ) hat wohl zu wenig Macht, um mehr Geld herauszuholen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Aber die Einschnitte bei den Familien bleiben der Wermutstropfen des gesamten Pakets.&#8221; (<a href="http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,493552" target="_blank">Interview, OÖN, 27.10.2010</a>)</p></blockquote>
<p>So spricht Josef Pühringer über das Bundesbudget. Das durch das Nichteröffnen der Einrichtungen ebenso Familienschicksale hervorgehoben werden können, ist ihm vielleicht gar nicht bewusst. In Pinsdorf, wo man eigentlich schon freudig auf den Start der Lebenswelt hoffte, überlegt man, wie man nun handeln könnte. Wahrscheinlich werden die Kurse für Gebärdensprache, die den Unternehmen und Bewohnern des Ortes angeboten werden, trotzdem abgehalten. Damit Pinsdorf schließlich wirklich bereit ist, wenn endlich Geld da ist.</p>
<p><strong>Es reicht nicht!</strong></p>
<p><img class="size-medium wp-image-9010 alignnone" title="Lebenswelt Pinsdorf" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/11/Lebenswelt-Pinsdorf-560x189.jpg" alt="" width="560" height="189" /></p>
<p>Im Dunstkreis dieser Kürzungen und Einschränkungen entstand auch die Initiative &#8220;<a href="http://www.esreichtnicht.at/" target="_blank">Es reicht nicht</a>&#8220;, die auch noch genau auf den Fall in Pinsdorf eingeht. Sie sammeln bis zum 6. Dezember 2010 Unterschriften (das Formular ist auf der Seite downloadbar) und übergeben diese dann an Landeshauptmann Pühringer.</p>
<p>Auch <a href="http://www.andreaslindinger.at/?p=2464" target="_blank">Andreas Lindinger</a> schreibt über die Kürzungen des Sozialbudgets in OÖ: er spricht von 33% Kürzungen für verschiedene wichtige Einrichtungen im psychosozialen Bereich.</p>
<p>Laut OÖN warten 3.000 behinderte Menschen auf Plätze in Wohnheimen, doch 16 bereits fertig gestellte Einrichtungen werden nicht eröffnet. Irgendetwas kann da doch einfach nicht stimmen, oder?</p>
<p><strong>Was für den Bund der Koralmtunnel ist, ist für OÖ der Westring.</strong></p>
<p>So könnte man es beinahe sehen: während im Bund an allen Ecken gespart wird, und das 10 Milliarden Euro Projekt brav weiterläuft, passiert doch in Oberösterreich das völlig Gleiche: für den Westring steigen die Parteien auf die Barrikaden, dass aber in den wirklich wichtigen Ressorts gespart wird, möchte man am liebsten vertuschen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Liveblog: Pressestunde 31.10.2010 &#8211; Wissenschaftsministerin Beatrix Karl</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 10:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Beatrix Karl]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissenschaftsministerin Beatrix Karl stellte sich heute um 11:00 Uhr (Achtung, wir haben Winterzeit) den Fragen von Tarek Leitner (ORF) und Andreas Koller (Salzburger Nachrichten). Themen sind unter anderem: die Gesamtschule, die Frauenquote, die Studiengebühr und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wissenschaftsministerin Beatrix Karl stellte sich heute um 11:00 Uhr (Achtung, wir haben Winterzeit) den Fragen von Tarek Leitner (ORF) und Andreas Koller (Salzburger Nachrichten). Themen sind unter anderem: die Gesamtschule, die Frauenquote, die Studiengebühr und die vergangenen Wahlen.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-8671"></span><img class="alignnone size-medium wp-image-8679" title="OBS_20101021_OBS0024" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/OBS_20101021_OBS0024-557x373.jpg" alt="" width="557" height="373" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:10 Uhr</strong> &#8211; Frau Karl erklärt wiederholt, dass der <strong>Bachelor </strong>eine fertiger akademischer Titel ist. Andreas Koller (Salzburger Nachrichten) und Tarek Leitner (ORF) zeigen aber auf, dass zumindest die Wirtschaft es nicht so sieht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:14 Uhr </strong>- Die Finanzen 2010-2012: <strong>6.</strong><strong>510 Mio. Euro + 160 Millionen Euro</strong> durch die Budgetkonsolidierung dazu. Zahlen die Studenten die 80 Millionen pro Jahr selber? Kann man damit wirklich Zustände ändern? Karl freut sich darüber, mehr Geld bekommen zu haben, als man sparen muss.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:17 Uhr -</strong> Koller fragt, ob immer noch die Gefahr bestehe, dass Unis geschlossen und ProfessorInnen gekündiget werden müssen? Karl spricht ab 2013 von rund 250 Millionen Euro, die man zusätzlich bringen muss.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Ich will nicht nur mehr Geld für Wissenschaft und Forschung, sondern auch mehr Forschung und Wissenschaft fürs Geld&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Studienplatz kostet 11.400 Euro &#8230; ein Viertel mehr als in Deutschland. Koller: Warum sind wir also nicht um ein Viertel besser?  Wo versickert das Geld, fragt auch Leitner: Karl will die Rahmenbedingungen verbessern. Die Massenfächer liefern eine Situation, wo die <strong>Qualität </strong>nicht mehr stimmt. An der WU schließen nur mehr 20 Prozent das Studium ab.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:22 Uhr &#8211; </strong>Die Betreuungsrelation soll auf 1:12 verbessert werden &#8230; Studierende zu Lehrende. Sie spricht schon wieder von<strong> strukturellen Rahmenbedingunge</strong>n, die nötig sind. Über Reformen dieser Bedingungen hat sie aber bisher noch kein Wort verloren.</p>
<p style="text-align: justify;">1,3 Prozent des BIPs landen in der Bildung und Wissenschaft: aber um auf 2,0 Prozent des BIPs zu kommen, soll die Wirtschaft mehr einsteigen. Wie z.B. Frank Stronach an der TU Graz.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:27 Uhr</strong> &#8211; Was ist an den Kürzungen noch zu ändern. Karl trifft sich in den kommenden Tagen mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Worüber will sie jedoch nicht sagen. Karl will im<strong> Kern ihres Ressorts</strong> nicht sparen</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:29 Uhr</strong> -</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Der ungeregelte Hochschulzugang hat nicht dazu geführt, dass wir eine bessere soziale Durchmischung haben.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">In einem Massenstudium ist Qualität nicht funktionierbar. Koller kommt mit den Medizinaufnahmetests: Männer schaffen den Test viel eher als Frauen. Karl spricht schon von der unterschiedlichen Behandlung in den Schulen. Seit den Medizinaufnahmetests ist die Dropout-Rate von 50% auf 5% gesunken.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:33 Uhr</strong> &#8211; die &#8220;s<strong>oziale Durchmischung</strong>&#8220;, mal wieder das Thema. Die Zahl der Studenten aus Arbeiterfamilien ist weiter gesunken, laut Koller. Karl sieht das Problem schon, dass schon weniger Maturanten aus Arbeiterfamilien kommen. Studiengebühren sind nicht kontraproduktiv? Nein, meint Karl, sofern sie &#8220;sozial abgefedert&#8221; wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich (persönlich) halte &#8220;soziale Durchmischung&#8221; eine furchtbare Wortwahl. Hach. Sollen Maturanten aus Arbeiterfamilien bevorzugt werden, bei Aufnahmetests? Was kann jemand aus einer Maturantenfamilie machen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:37 Uhr</strong> &#8211; 55 Prozent weibliche Studenten, 1 Rektorin. Was soll man ändern? Frauen sollen besser unterstützt werden, damit sie das Studium auch schaffen können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:40 Uhr</strong> &#8211; Studienbeiträge &#8230; Karl will sie durchsetzen, und kann irgendwie nicht erklären, wie sie die SPÖ überzeugen möchte. Karl bezeichnet <strong>Studiengebühren </strong>als <strong>ur-sozialdemokratische Idee</strong>, weil sie eine Umverteilung von oben nach unten schaffen. Wie hoch sollen sie sein? Das sollen die Unis entscheiden, es soll einen Höchstbetrag geben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:47 Uhr -</strong> die &#8220;<strong>gemeinsame Schule</strong>&#8220;, für die sich Karl ja ausgesprochen hat, und von der eigenen Partei viel Schelte bekommen hat. Die ÖVP werde ein Bildungspapier veröffentlichen, Karl kann aber nicht sagen, dass es ihre Idee einer &#8220;gemeinsame Schule&#8221; auftauchen wird. Schüler sollen mit 14 Jahren erst entscheiden müssen, wie es weitergeht. Koller: Soll es weiter eine Hauptschule und ein Gymnasium geben? Karl: Wie die Schulen heißen, ist doch egal.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Wie die Schulen heißen, ist doch egal.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Koller versucht es immer noch. Beatrix Karl will, will, will einfach nicht antworten. Irgendwie windet sie sich um eine Antwort. Hauptschulen seien an Städteproblem, am Land funktionieren diese eh gut.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:50 Uhr</strong> &#8211; Wem gehören die Lehrer? Sollen die Länder Kompetenzen erhalten? &#8220;Wo sollen die Länder hin, zum Bund oder zu den &#8230; ach, &#8230; wo sollen die Lehrer hin, zum Bund oder zu den Ländern?&#8221; Dann wahre Worte: man muss nicht ideologisch arbeiten, sondern gut überlegen, was passiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:53 Uhr </strong>- Und Wahlnachschau zum Abschluss: warum geht es der ÖVP in Wien so schlecht? In Graz funktioniert es laut Karl gut. Koller fragt nach, was denn nun in Wien passiert sei. Man müsse nachdenken, was sich verändern müsse. Man müsse ansprechen, was die Leute bewegt. &#8220;Reden wir über Bildung. Am Besten auf deutsch.&#8221; Sprachkompetenzen sei wichtig, und es ist nicht irgendwie in Richtung FPÖ gewendet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>11:55 Uhr &#8211; </strong>Hat sich die ÖVP zu weit nach rechts gedreht? Das Thema Ausländer ist, laut Karl, wie man <strong>Integration </strong>lebt. Die Abschiebung der Kinder war keine Inszenierung. Nun: Steiermark. Die ÖVP wollte den LH-Sessel zurückerobern, hat es nicht geschafft. <strong>Hermann Schützenhöfer</strong> hat einen guten Wahlkampf geführt, es war ja auch knapp.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Beim nächsten Mal wird es hoffentlich klappen.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">
]]></content:encoded>
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		<title>SPÖVP: Unis den Reichen, Steuern den Massen</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 14:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Knapp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Faymann]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Budget wird saniert. Mit aller Härte. Einnahmenseitig. Denn bevor die Regierung die Länder verärgert, verschärft sie die soziale Selektion im Bildungsbereich. Statt einer Verwaltungsreform nun also Steuern für alle. Nie war die Regierung Faymann ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Budget wird saniert. Mit aller Härte. Einnahmenseitig. Denn bevor die Regierung die Länder verärgert, verschärft sie die soziale Selektion im Bildungsbereich. Statt einer Verwaltungsreform nun also Steuern für alle. Nie war die Regierung Faymann I kreativer, als beim Kürzen von Sozialleistungen und Einführen neuer Steuern für dieses Budget. <span id="more-8542"></span><br />
<img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/05-559x373.jpg" alt="SPÖ ÖVP Budgetsanierung Soziale Gerechtigkeit?" title="SPÖ ÖVP Budgetsanierung Soziale Gerechtigkeit?" width="559" height="373" class="aligncenter size-medium wp-image-8550" /><br />
montage: neuwal.com</p>
<p>Nach der „Zeit für Gerechtigkeit“-Kampagne und vielen eindeutigen Aussagen der SPÖ-Spitze, hatten viele darauf gehofft, dass es keine neuen Massensteuern geben werde. Die PensionistInnen hofften auf einen ordentlichen Teuerungsausgleich. Die Familien darauf, dass ausnahmsweise nicht sie die größte Last tragen. Und die Studierenden darauf, dass das ohnehin lächerliche Beihilfensystem nicht weiter ausgehöhlt wird.</p>
<p>Doch davon kann keine Rede sein. Die Familien werden belastet. Massensteuern kommen. Die Familienbeihilfe für Studierende wird gekürzt. Der Zugang zu den Universitäten beschränkt. Die SPÖ nimmt in Kauf, dass die soziale Selektion an den Unis sich weiter verschärfen wird und Studierende in Existenznöte geraten. Sozial Schwache werden noch weniger Chancen auf Hochschulbildung haben. Damit kauft die SPÖ der ÖVP ein marginal höheres Budget für die Unis und vielleicht auch sonst noch die eine oder andere Grausamkeit ab. </p>
<p>Viele Studierende selbst werden darin wohl kaum einen Tausch oder Kompromiss sehen, sondern Verrat, wie die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer in einer Aussendung kritisiert. Sie erinnert daran, dass nicht nur die 200 Euro pro Monat wegfallen, sondern auch an die Familienbeihilfe gekoppelte Unterstützungen wie z.B. Ermäßigungen auf Studierendentickets für die Öffis. Der, dank der Mutterpartei sicherer Verlierer der nächsten ÖH-Wahlen im Frühjahr 2011, der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) beklagt dass die SPÖ die Studierenden verkauft habe. Was es ganz gut auf den Punkt bringt.</p>
<p>Für neue Einnahmen soll dagegen die Erhöhung der Mineralöl- und der Tabaksteuer sorgen, berichtet die &#8220;<a href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2528857/budget-familien-werden-zur-ader-gelassen.story">Kleine Zeitung</a>&#8220;. Außerdem plant die Regierung die Einführung einer Abgabe für Flugtickets. Das ist wohl die „Ökologisierung“ des Steuersystems. Einfach neue Steuern. Öko ist eh schick. Doch das trifft freilich nicht alle. Für Spediteure gibt es zur Kompensation 30 Millionen Euro Entlastung. Durchgesetzt hat die SPÖ die Streichung der Spekulationsfrist. Alle Gewinne aus Aktienverkäufen sollen in Zukunft mit 25 Prozent besteuert werden. Auch die Hacklerregelung bleibt bis 2013 bestehen. Einsparungen gibt es dagegen beim Pflegegeld, der Zugang zur Pflegestufe 1 und zur Pflegestufe 2 soll, wie bereits vorab befürchtet, deutlich erschwert werden.  </p>
<p>Die großen VerlierInnen dieses ambitionierten Budgets, dessen Ziel es ist das Defizit bereits 2012 wieder unter 3 % zu drücken, sind die Studierenden aus sozial schwachen Schichten. Ansonsten verteilt sich die Last relativ gleichmäßig, abgesehen von den Reichsten, die sich weiter über die Insel der Seligen freuen dürfen. Die größten Gewinnerinnen sind aber die Bundesländer. Von Strukturreformen verschont, werden sie 1/3 der neuen Steuereinnahmen erhalten. Österreich bleibt also ein Hochsteuerland mit einer infeffizienten und teuren Verwaltung. Arbeit wird weiterhin extrem hoch besteuert, Vermögen noch immer nicht hoch oder sozial treffsicher. Aber wenigstens wird sich der Pöbel das Studieren nicht mehr leisten können. Gute Nacht.</p>
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		<title>Der Kampf um die Bezirke: Es wird immer knapper! #wien2010</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 18:59:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Traum vom grünen Speckgürtel ist vorerst passé, doch noch gibt es keine blauen Flecken - trotz FPÖ-Durchmarsch in den wichtigen Flächenbezirken. Die letzten Bastionen der Schwarzen können nur hauchdünn gehalten werden. WIFF und WIR gelingen mit ihren Listen kleine Coups.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Traum vom grünen Speckgürtel ist vorerst passé, doch noch gibt es keine blauen Flecken &#8211; trotz FPÖ-Durchmarsch in den wichtigen Flächenbezirken. Die Roten haben Wien fest in der Hand. Die letzten Bastionen der Schwarzen können nur hauchdünn gehalten werden. WIFF und WIR gelingen mit ihren Listen kleine Coups, Stenzel kann sich im ersten halten, Blimlinger im Siebten, der Achte wird wieder schwarz.</p>
<p><span id="more-8331"></span></p>
<p><div id="attachment_8333" class="wp-caption alignnone" style="width: 485px"><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/Kampf-um-Wien.jpg"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/Kampf-um-Wien-475x373.jpg" alt="Schachfiguren vor der Wienkarte, (C) www.sxc.hu / artritis, Montage: Stefan Egger" title="Kampf-um-Wien" width="475" height="373" class="size-medium wp-image-8333" /></a><p class="wp-caption-text"> (C) www.sxc.hu / artritis, Montage: Stefan Egger</p></div></p>
<p><strong>Kleine Sensation im Ersten</strong><br />
In der Inneren Stadt ist <a href="http://neuwal.com/index.php/2010/08/13/stuerzt-stenzel_anwalt-will-ersten-erobern/" target="_blank">Karl Newole mit seiner Liste &#8220;Wir im Ersten&#8221;</a> eine kleine Sensation gelungen: Er holt aus dem Stand und mit schlankstem Budget 6,5 Prozent und 2 Mandate. Bezirksvorsteherin Stenzel verliert stark (über 7 Prozent), bleibt aber mit 36 Prozent klar stärkste Kraft vor der SPÖ (24,5%) und den Grünen (stabil bei knapp 18,7%).</p>
<p><strong>SPÖ schaut auf Mariahilf und Wieden</strong><br />
In der Leopoldstadt bleiben die Roten klar vorne, in Landstraße, Margareten und Alsergrund verlieren sie fast keine Wähler, in Mariahilf gewinnen sie sogar welche &#8211; als Bewohner des 6. Bezirks kann ich nur sagen: zu Recht! Ein kleiner Grund zur Freude findet sich im Vierten: Wieden wird nach 60 Jahren erstmals sozialdemokratisch. </p>
<p><strong>Die Grüne halbieren sich freiwillig</strong><br />
Ein kleiner Bezirk hört nicht auf, Widerstand zu leisten &#8211; Neubau bleibt in Grüner Hand, die Führung konnte auf 44,9% ausgebaut werden (SPÖ: 26,4%). Umso bitterer der Verlust der Josefstadt, wo Echt Grün &#8211; die Liste Heribert Rahdjians &#8211; satte 11,8% und damit ein Mandat mehr als die FPÖ (nur 2,6% auf 9,4% Zuwachs) einstreifte &#8211; und somit den Grünen (nach starken Verlusten 24,2%) knapp, aber doch die Führung vor der ÖVP (26,3% &#8211; weniger als 2005 mit der Liste Pro Josefstadt, aber trotzdem genug) und die Bezirksvorstehung kostete.</p>
<p><strong>Achtung, Blaulicht!</strong><br />
Favoriten steht wie kaum ein Bezirk exemplarisch für diese Wahl: Fast 10 Prozent sackte die SPÖ ab, die FPÖ schoss um 15 Prozent nach oben. Hier zeigt sich überdeutlich, wie auswechselbar für eine gewisse Schicht das Angebot von Rot und Blau geworden ist. Das selbe Bild zeigt sich in Simmering: SPÖ minus 12,3 Prozent, FPÖ plus 17,6 Prozent, etwas abgeschwächt auch in Meidling, Donaustadt, Liesing und der Brigittenau (wo die Sozialistische Linkspartei nur 0,6 Prozent der Stimmen holen kann).</p>
<p><strong>Ruhe in den Bürgerbezirken</strong><br />
Kaum Bewegung in Hietzing, wo die Blauen ganz knapp Grün den dritten Platz wegschnappen, in Penzing ziehen sie auf Platz 2, die SPÖ bleibt stark &#8211; genauso in Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals. Währing ist eine Ausnahme: Hier gewinnen die Grünen dazu, die SPÖ verliert nur schwach &#8211; der erste Platz der ÖVP mit 29,6 Prozent wird nur sehr knapp gehalten. Auch in Döbling ist die SPÖ der ÖVP dicht auf den Fersen.</p>
<p><strong>Bye-bye BZÖ&#8230;</strong><br />
Das BZÖ ist überall draußen, mit einer kleinen Besonderheit: Ansonsten ganz im Trend (fast 13 Prozent Verlust für die SPÖ, 15 Prozent Plus für die FPÖ) schafft hier der BZÖ-Abtrünnige Hansjörg Schimanek auf Anhieb zwei Mandate. Da wird sich jemand orange ärgern!</p>
<p>Alle Wahlergebnisse und Grafiken finden Sie auf <a href="http://www.wien.gv.at/wahlinfo/index.html" target="_blank">http://www.wien.gv.at</a>.</p>
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		<title>Eine Schwarze sieht rot: &#8220;Ich will Frischblut für Wien&#8221; &#8211; Christine Marek im Interview</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2010/10/08/frischblut-fuer-wien_oevp-sucht-eine-idee/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 20:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wiener Landtagswahl 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ÖVP hatte es in diesem Wahlkampf nicht besonders einfach. Stadtpartei-Chefin Christine Marek kämpft gegen den Erwartungsdruck, allerdings machen ihr auch eigene Fehler zu schaffen. Im Wiener Wahlkampf positionierte sie sich leicht rechts von Margareth Thatcher. Ein Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Die ÖVP hatte es in diesem Wahlkampf nicht besonders einfach. Stadtpartei-Chefin Christine Marek kämpft gegen den Erwartungsdruck, denn ihr Vorgänger Johannes Hahn holte 2005 knapp 19 Prozent der Stimmen &#8211; für die notorisch schwache Wiener ÖVP ein sehr passabler Wert. Allerdings machen ihr auch eigene Fehler zu schaffen. Trotz ihres liberalen Images, wohl auf Druck der Parteispitze hin positionierte sich Marek im Wiener Wahlkampf leicht rechts von Margareth Thatcher, fleißig sekundiert von Innenministerin &#8220;ohne Gnade&#8221; Maria Fekter. neuwal.com hat Marek zum Gespräch getroffen.</div>
<p><span id="more-4870"></span></p>
<div>Dieter Zirnig und Stefan Egger (beide von neuwal) haben ÖVP Wien-Spitzenkandidatin Christine Marek in ihrem Büro am Stubenring zum Interview getroffen, um diese Positionen im direkten Gespräch etwas genauer zu beleuchten. Das Gespräch ist hart (in den Positionen), aber herzlich (im Ton) &#8211; &#8220;viel reden&#8221; gehört bei Christine Marek dazu, das hat sie &#8220;in der Wirtschaft gelernt&#8221; &#8211; ein Phrase, die noch sehr oft fallen wird. Generell fällt auf, dass Marek speziell für diese Wahl mit ihrem liberalen Image bricht. Sie vertritt harte Law-and-order-Positionen, spricht von Migrantenpflichten, Militärpolizei und Sicherheit.</div>
</blockquote>
<div><div id="attachment_5155" class="wp-caption alignnone" style="width: 299px"><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/marek_christine_presse.jpg"><img class="size-medium wp-image-5155" title="marek_christine_presse" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/marek_christine_presse-289x373.jpg" alt="Christine Marek, ÖVP Wien" width="289" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Christine Marek, ÖVP Wien</p></div></div>
<div><strong>Dieter Zirnig und Stefan Egger (neuwal): Frau Marek, eine kurze Vorstellung bitte&#8230; ein paar Worte zu Ihnen.</strong></p>
<blockquote><p>Vereinbarkeit Familie und Beruf war für mich immer ein superheißes Thema.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Gut, ich bin 42 &#8211; das heißt, U40 trifft’s bei mir nicht mehr ganz [lacht] Aber durch meinen Sohn, der wird jetzt 17, bin ich informiert. Ich bin Alleinerzieherin, immer gewesen, das heißt Vereinbarkeit Familie und Beruf war für mich immer ein superheißes Thema.</p>
<blockquote><p>Du brauchst eine Partei im Hintergrund, sonst bist du der einsame Rufer in der Wüste.</p></blockquote>
<p>Ich glaube, dass ich schon auch immer eher zum offeneren, liberaleren Flügel der ÖVP gehört habe. Ich bin zur ÖVP gegangen vor 16 Jahren, weil ich mich politisch engagieren wollte, damals war ich gerade in Karenz mit meinem Sohn. Du brauchst einfach eine Partei im Hintergrund, wenn du dich engangieren willst, sonst bist du der einsame Rufer in der Wüste.</p>
<blockquote><p>Die ÖVP war für mich die einzige Partei!</p></blockquote>
<p>Innerhalb des Parteienspektrums &#8211; ich war da familiär überhaupt nicht vorbelastet &#8211; war die ÖVP die einzige Partei, wo ich mir vorstellen konnte, mich zu engagieren. Auch wenn mir nicht immer alles gefallen hat, was passiert ist, aber verändern kannst du nur  von innen. Ich glaube, dass unter diesem christlich-sozialen Dach, auch von der Programmatik her, so viel Platz hat wie in keiner anderen Partei.</p>
<p>Das ist etwas, was ich bis heute nicht bereut habe, ich habe auch viele Chancen bekommen, und habe schon einige Dinge umsetzen können, die früher undenkbar waren. Einkommenabhängiges Kindergeld etwa, wo ich vor ein paar Jahren geprügelt worden bin&#8230; heute ist das Realität, das ist schon spannend.</p></div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>War das von Anfang an auch Ihr Ziel, durchzulüften, frischen Wind in die Partei zu bringen?</strong></p>
<blockquote><p>Ich bin sicher den Leuten höllisch auf den Geist gegangen!</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Ich wollte etwas verändern, und das heißt automatisch frischer Wind. auch wenn ich mir da oder dort ein bisschen die Zähne ausgebissen hab, wenn man gute Ideen hat und hartnäckig ist&#8230; Ich bin sicher den Leuten manchmal höllisch auf den Geist gegangen, weil ich auf den Themen draufgeblieben bin.</p>
<blockquote><p>Für jeden Punkt und Beistrich brauchst du eine Gruppe.</p></blockquote>
<p>Manche Dinge haben Jahre gebraucht, aber das ist halt auch Politik. Das habe ich gelernt, wie ich ins Parlament gekommen bin 2002. Da habe ich mir gedacht, so, jetzt reiße ich die Welt nieder und alles wird gut. Und dann lernst du einmal. für jeden Punkt, den du in einem Gesetzesentwurf ändern willst als Abgeordnete &#8211; du brauchst für alles eine Lobby. Für jeden Punkt und Beistrich brauchst du eine Gruppe, die du im Boot hast, aber das lernst du auch.</p>
<blockquote><p>Veränderung braucht einfach Dosen, denn Veränderung heißt für viele Leute: Gefahr!</p></blockquote>
<p>Und ich habe auch gelernt, dass viele kleine Schritte auch ein ganzer weg sind, und auch zum Ziel führen, auch wenn ich mir manchmal Schnelleres wünschen würde. [...] Manchmal braucht Veränderung einfach Dosen, denn Veränderung heißt für viele Leute: Gefahr, vor dem fürchtet man sich erst einmal. Ich hab für mich auch im Laufe meiner politischen Tätigkeit entwickelt: Ich will Veränderung machen, die das ist, was man braucht, aber vor der man sich nicht fürchten muss. Angstfreie Veränderung.</p>
<p>Dazu gehört viel reden. Ich komme aus der Privatwirtschaft, und war 8 Jahre auch Betriebsratsvorsitzende eines großen Wiener Unternehmens, nie freigestellt, immer den normalen Job daneben. Da haben wir auch eine schwere Krise durchgemacht, nach 9/11 mussten viele Mitarbeiter gekündigt werden, da das im Bereich Flugsicherung war.</p>
<blockquote><p>Ich habe so breite Zustimmung bekommen, das hat man der ÖVP Wien eigentlich schon gar nicht mehr zugetraut!</p></blockquote>
<p>Ich hab einfach immer gelernt, dass reden und erklären ganz wichtig ist. Auch in meiner Funktion als ÖVP-Chefin, weil es ja auch um interne Veränderung geht, die notwendig ist. Aber ich hab einfach bei all dem, was ich bis jetzt gemacht hab, eine wirklich so breite Zustimmung bekommen, was man der ÖVP Wien eigentlich schon gar nicht mehr zugetraut hat, weil man sie anders kennt. <em>[lacht]</em></div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Das wäre meine nächste Frage gewesen. Sie haben gesagt, Sie haben sich Mehrheiten suchen müssen. Sie sind ja erst seit kurzem ÖVP Wien-Chefin&#8230; Wie groß, glauben Sie, ist der Rückhalt in der Partei? Und wenn sie meinen, es muss Veränderung geben, was meinen sie damit?</strong></p>
<blockquote><p>Jetzt geht&#8217;s erst einmal darum, diese Wahl zu schlagen!</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Veränderung heißt parteiinterne Veränderung. Jetzt geht’s erst einmal darum, diese Wahl zu schlagen, und nach der Wahl wird’s einfach darum gehen, wie kann man die ÖVP Wien effizienter aufstellen? Wenn man auf das Potenzial von denen setzt, die da sind, ist das das irrsinnig motivierend. Ich glaube, dass wir da stark sein können. Das ist in der Vergangenheit nicht immer so rübergekommen, speziell die Leute in den Bezirken haben nicht das Gefühl gehabt, dass sie ein wichtiger Faktor sind. [...]</div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Hat das auch mit <a href="http://derstandard.at/1277337515167/Gerhard-Toetschinger-tritt-fuer-Wiener-VP-an" target="_blank">Gerhard Tötschinger</a></strong><strong> zu tun beispielsweise?</strong><br />
<strong>Marek:</strong> Zum Beispiel, aber auch mit Dinko Jukic. Auch die Irmgard Bayer, auch Karin Holdhaus, genauso aber auch Andreas Ottenschläger, der seit Jahren Parteiobmann im 8. Bezirk ist, einer von unseren jungen motivierten Parteiobleuten. Weil ich glaube, dass es nicht gut ist, wenn man immer nur von außen Neues holt und den Leuten innen das Gefühl gibt, was ihr tut, ist eh nichts wert. Wichtig ist eine Mischung aus beidem, ein Mix der Generationen und frisches Blut von außen, und die Internen auch einbeziehen.</div>
<p></p>
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<div><strong>Da muss ich kurz einwerfen, wenn sie Herrn Jukic erwähnen, der hat ja <a href="http://diepresse.com/home/politik/wienwahl/583299/index.do" target="_blank">Frau Ekici ersetzt</a>.</strong></p>
<blockquote><p>Als Parteichefin muss man das Ganze auch relativ nüchtern betrachten, wo gibt&#8217;s Potenziale usw. Ich bin es gewohnt, Defizite anzusprechen.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Nein, das ist ganz klar nicht so. Das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Jetzt sehe ich anhand der Interviews, dass es hier durchaus Verletzungen gibt. Aber ich hab auch gelernt, dass in der Politik natürlich menschliche Nähe ein Thema ist. Aber ich muss als Parteichefin das Ganze auch relativ nüchtern betrachten, wo gibt’s Potenziale usw. Mir war’s wichtig, dass sich die ÖVP in Wien breit aufstellt, auch mit Angeboten in alle Bevölkerungsgruppen hinein, und nicht nur in eine Gruppe. Ich bin als Integrationsbeauftragte der Bundes-ÖVP seit Jahren extrem engagiert. Aber ich bin es gewohnt, Defizite anzusprechen und das auch nüchtern zu betrachten.</p>
<blockquote><p>Wir haben massive Herausforderungen im Bereich der Integration. Da ist viel versäumt worden.</p></blockquote>
<p>Ich glaube, wenn wir in Wien zukunftsorienterte Politik machen wollen, die die Defizite anspricht und dann auch löst &#8211; das ansprechen macht ja auch Strache auf eine menschenverachtende Art und Weise. Er sagt, das ist ein Problem und potenziert das sogar noch, aber das ist natürlich die leichtere Seite der Medaille. Da haben wir massive Herausforderungen gerade im Bereich der Integration. Da ist auch viel versäumt worden in den letzten Jahren.</p>
<blockquote><p>Toleranz ist eine Sache, aber über Rechte und Pflichten zu sprechen, ist eine andere Sache. Interessanterweise habe ich die gesamte Migranten-Community im Boot!</p></blockquote>
<p>Toleranz ist eine Sache, aber über Rechte und Pflichten zu sprechen, ist eine andere Sache. Interessanterweise habe ich die gesamte Migranten-Community im Boot, wenn ich sage, reden wir über Spielregeln und Rahmenbedingungen. Und dann auch wenn es darum geht, wie können wir Kinder mit Migrationshintergrund alle Chancen geben, das halte ich für fahrlässig, was da in Wien passiert. Da braucht es Personen und Angebote. Mir ist es seit Jahren ein wichtiges Anliegen, dass wir alle Migranten-Communities nachhaltig und breit anzusprechen. Da  geht es nicht nur darum, eine Person antreten zu lassen, sondern da geht’s auch darum, als Partei und Parteichefin dahinterzustehen.</p>
<p>Ich habe auch einen Award ins leben gerufen, den MIA, wo es darum geht, die Erfolgsgeschichten zu erzählen, Vorbilder zu setzen. Es ist aber schon wichtig zu sagen: Wo stehen wir in Wien und wo müssen wir hin?</p></div>
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<div><strong>Wo stehen wir in Wien?</strong></p>
<blockquote><p>Wien steht weit hinten, alleine wenn ich mir die Schulen anschaue.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Leider relativ weit hinten, alleine wenn ich mir die Schulen anschaue. Wir haben alleine 10.000 außerordentliche Schüler in den Volksschulen, die aber mitgeschleppt werden. Die können nicht entsprechend Deutsch, die werden bis zu zwei Jahre als außerordentliche Schüler mitgeschleppt und nicht ausreichend gefördert, sondern einfach in de nächste Schulstufe weitergegeben, und das halte ich für wirklich fahrlässig. Ich hab den Anspruch an mich selber, zu wissen wovon ich rede, ich gebe 20 Wochenstunden in der Volksschule Unterricht für Kinder mit Deutschdefiziten. Die finden aber nicht hintereinander, sondern gleichzeitig statt &#8211; das ist ein permanentes Kommen und Gehen. Es fehlt immer irgendwas &#8211; entweder Unterricht oder sonst Deutsch.</p>
<blockquote><p>Wir haben sehr viele Schulbesuchspflichtsverletzungen in Wien, die nicht geahndet werden.</p></blockquote>
<p>Deswegen sagen wir, das verpflichtende Gratiskindergartenjahr ist ein erster schritt, dann haben wir im Bildungsplan, der ab Herbst bundeseinheitlich implementiert wird, auch die Sprachkompetenz als ganz wesentlichen Faktor drinnen. Es ist einfach eine Verpflichtung, dass wir Rahmenbedingungen schaffen und das auch erreichen, dass alle Kinder in der 1. Klasse Volksschule auch dem Unterricht folgen können. Das ist in Wien derzeit absolut nicht der Fall. Wien hat sich da am stärksten gegen den Pflichtbesuch des Kindergartens gesträubt, und wir haben auch sehr viele Schulbesuchspflichtsverletzungen in Wien, die auch nicht geahndet werden, weil wir eben relativ große Migrantengruppen haben, weil der Erwerb von Bildung kein Wert ist, den die mitbekommen haben.</p></div>
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<div><strong>Was wäre da ihre konkrete Idee?</strong></p>
<blockquote><p>Bei 85-90% nicht deutschsprachigen Kindern ist die Durchmischung lang keine Realität mehr.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Wenn im Kindergarten der Spracherwerb nicht so ausreichend erfolgt, dass man dem Unterricht folgen kann, dass man noch einmal einen Schritt vorsetzt in einer Vorschule, wo man tatsächlich die deutsche Sprache vermittelt, wo der Erwerb funktioniert. Jetzt gibt es Stimmen, die Ghettoklassen verdammen, die meinen, Kinder lernen doch in der Durchmischung am besten&#8230; Da muss ich sagen, nicht böse sein, ich selber wohne im 15 Bezirk, da habe ich 85-90% nicht deutschsprachige Kinder, da ist die Durchmischung lang keine Realität mehr. [...]</p>
<blockquote><p>Zwei Drittel der arbeitslosen Jugendlichen in Wien haben Migrationshintergrund. Da ist es schon 5 nach 12!</p></blockquote>
<p>Derzeit ist es so, dass 2/3 der arbeitslosen Jugendlichen in Wien, und das ist der Effekt, Migrationshintergrund haben. Das ist auch wirtschaftspolitischer Unsinn, denn wir haben sehr viele  Betriebe in Wien, die gleichzeitig Lehrlinge suchen, und nicht weil sich keiner bewirbt, sondern weil die, die sich bewerben, die Basisqualifikation nicht haben. Da ist es schon 5 nach 12.</p>
<blockquote><p>Kindergärten sind Bildungseinrichtungen, keine Verwahrungsstätte</p></blockquote>
<p>Kindergärten sind Bildungseinrichtungen, keine Verwahrungsstätte. Das tut mir besonders weh, die Stadt Wien spricht immer nur von Quantität, und nie von Qualität. Es werden qualifizierte Leute abgezogen und durch Crash-Kurs-Betreuer ersetzt.</p></div>
<p></p>
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<div><strong>Jetzt stecken wir in der Bildungsdebatte drinnen. Es geht ja weiter in der Schule. Was sagen Sie zum lange und heiß diskutierten Thema Gesamtschule?</strong></p>
<blockquote><p>Wir haben in Wien leider Gesamtschule auf unterstem Niveau. [...] Ich glaube, dass Leistungsdifferenzierung etwas extrem Wichtiges ist.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Wir haben in Wien leider die Gesamtschule, auf unterstem Niveau, das orientiert sich an Kindern, die Defizite haben, die werden nicht gefördert, die Probleme werden nicht behoben, gleichzeitig werden auch die Leistungsstärkeren behindert. Das heißt, wir haben einen hohen Anteil von Schülern, die nach Ende der Schulpflicht nicht sinnerfassend lesen können. Ich glaube, dass Leistungsdifferenzierung etwas extrem Wichtiges ist. [...]</div>
<p></p>
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<div><strong>Das ist ein klares Ja zur Elite?</strong></p>
<blockquote><p>Die Brains der Leute sind unser Potenzial.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Absolut. Und da setze ich mir das Wirtschaftsstaatssekretärinnenkapperl auf. Ich komme aus einem Unternehmen, in dem höchstqualifizierte Mitarbeiter arbeiten, mit 95% Exportanteil, wo international nur mit der Qualität gepunktet werden kann, da kommen wir gegen die Masse nicht an. Die Brains der Leute sind unser Potenzial, wir sind international Spitzenreiter in der Qualität in einer Nische und hochspezialisiert. Wenn wir wollen, dass auch internationale Unternehmen zu uns kommen, die Forschung und Entwicklung speziell im Fokus haben, die brauchen Leute. [...]</div>
<p></p>
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<div><strong>Das heißt auch in klaren Worten: Mehr Geld in die Bildung.</strong><br />
<strong>Marek:</strong> Das heißt, dass es bei Bildung keine Einsparungen gibt, aber es geht auch darum, die Strukturen effizienter zu machen. die Pädagogen müssen mehr in der Klasse stehen, dass nicht so viel Geld in den Verwaltungsstrukturen versickert. [...] Dass wir die Strukturen anschauen, das ist das, was ich in der Wirtschaft auch gelernt habe. das sind teilweise schwierige Diskussionen, wo es um wohlerworbene Rechte usw. geht, das ist mir klar. Aber ich glaube, das ist es wert und das ist notwendig, es geht hier Zukunftschanchen. [...]</div>
<p></p>
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<div><strong>Stichwort Pensionen: Hier wird ja eines gern vergessen, wo ja das niedrige Pensionsalter maßgeblich herkommt. Das sind die Beamten und die staatlichen Unternehmen.</strong><br />
<strong>Marek:</strong> Das stimmt nicht, da wäre ich vorsichtig&#8230; weil wir haben im öffentlichen Dienst rechtlich kein unterschiedliches Pensionsantrittsalter zwischen Männern und Frauen&#8230;</div>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>In Wien?</strong></p>
<blockquote><p>Ach so, Sie reden von Wien! Das ist natürlich ein Wahnsinn, da gibt&#8217;s massive Defizite.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Ach so, Sie reden von Wien! Das ist ein Thema natürlich. Wien hat einfach die Pensionsreform des Bundes neben Kärnten massiv nachzuholen. Da habe ich jetzt ein Statement von Brauner gelesen, die gesagt hat “wir haben das eh bis zum Jahr 2041 umgesetzt”. Das halte ich für eine gefährliche Drohung.</p>
<p>Dass die Leute in Wien überproportional stark krank sind, arbeiten bei der Stadt Wien ist etwas, das sehr belastend ist. [...] Das ist übers Gesamte gesehen natürlich ein Wahnsinn, da gibt’s massive Defizite im Bereich der Gesundheitsförderung, der Arbeitsbedingungen, die motivierend sind, das hängt natürlich auch von Führungskräften ab, hier gibt’s große Defizite.</p>
<p>Es wird der Stadt Wien gar nichts anderes übrig bleiben, wenn man nachhaltig das Budget in Ordnung bringen will, dass man da die Pensionsregelungen für den öffentlichen Dienst . Bis in die 2040er-Jahre hinein zu warten, mit solchen Anpassungen, das halte ich auch gerade im Sinne unserer Kinder für gemeingefährlich, für wirklich fahrlässig.</p></div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Gibt es andere wichtige Bereiche, wenn Sie die Chance bekommen, mitzuwirken &#8211; Wahlziel ist ja auch , die Absolute zu brechen&#8230;</strong></p>
<blockquote><p>Die Themen Sicherheit, Stadtwache, Bettelverbot sind uns sehr wichtig&#8230;</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Ja, das Thema Sicherheit. da plädieren wir seit Jahren dafür, dass eine eigene Stadtpolizei, eine Stadtwache eingerichtet wird. Die Polizei ist hier nicht schlecht unterwegs, es gibt hier 50 zusätzliche Polizeischüler jedes Jahr, die aber zunehmend Aufgaben aus der Stadt übernehmen und mit Verwaltungstätigkeiten aufgehalten sind, z.b. beim Hundeführerschein [...]</p>
<p>Oder das Bettelverbot, der Gemeinderat hat beschlossen &#8211; gewerbsmäßiges Betteln ist verboten, Betteln zum eigenen Lebensunterhalt ist erlaubt. Das heißt, ein Polizist muss zuerst eruieren müssen, macht der das für sich selber oder gewerbsmäßig.</p></div>
<p></p>
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<div><strong>Wie stehen Sie zum Bettelverbot?</strong><br />
<strong>Marek:</strong> Das war ja auch etwas, was wir unterstützt haben, was wir massiv vom sozialen Aspekt her massiv soziale Einrichtungen unterstützen, die den Leuten helfen, wieder auf eigene Beine zu kommen, ist etwas, was man in den Griff kriegen muss, was ich unterstütze. Der Großteil der Bettler in Wien sind ja gewerbsmäßig organisierte Banden, gerade aus osteuropäischen Ländern, wo die Leute gezwungen und hier abgesetzt werden, und dann alles abliefern müssen&#8230; [...] Leute, die wirklich abgerutscht sind und auf der Straße gelandet, muss man durch Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen, so dass sie nicht auf Dauer abhängig sind von anderen. [...]</p>
<blockquote><p>Wir haben mittlerweile 20 Kapperltruppen!</p></blockquote>
<p>Wir haben mittlerweile 20 Kapperltruppen, jeder Stadtrat hält sich seien eigenen Truppen, die sind alle nicht einheitlich erkennbar, ausgebildet, Kompetenzen, alles unterschiedlich, das ist ein einziger Wildwuchs. Das kostet viel Geld und bringt wenig. Es würde sehr sinnvoll sein, weil es auch das subjektive Sicherheitsgefühl heben würde, wenn ich einheitlich uniformierte Ordnungsdienstmitarbeiter hätte, die gleichzeitig auch die Polizei bei Ordnungsdienstaufgaben unterstützen.</p></div>
<p></p>
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<div><strong>Die ÖVP Wien wollte ja auch das Bundesheer zu solchen Aufgaben heranzuziehen?</strong></p>
<blockquote><p>Es geht uns nicht um den Assistenzeinsatz in der Mariahilferstraße!</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Nein, es geht nicht um Assistenzeinsatz in der Mariahilferstraße. Ich habe den Vorschlag gemacht, von den 400 Militärpolizisten/Militärstreifen, die derzeit beim Bundesheer sind, wo es ohnehin zu viele Mitarbeiter gibt, anders zu verwenden. Die haben eine ausgezeichnete Ausbildung, wo ein großer Teil identisch ist mit jener, die Polizisten und Polizistinnen auch haben, dass die ins Innenministerium wechseln und dort in sehr kurzer Zeit durch Weiterbildungsaufgaben als vollwertige Polzisten einsetzbar sind.  Es gibt alleine in Wien 120 Polizisten, die Botschaften bewachen. Jetzt hatte Häupl die tolle Idee, Bundesheerler für diese Überwachung heranzuziehen &#8211; da muss man sich nur die rechtliche Situation ansehen, das ist verfassungsrechtlich nicht möglich. Darum ging’s auch nie. [...]</div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Es ist ja so in Wien alles multikulti: Ich habe das in einigen Städten, z.B. in Palermo gesehen: Wären zweisprachige Straßenschilder etwas für Wien?</strong><br />
<strong>Marek:</strong> Wo wir das jetzt schon haben, ist in Krankenhäusern z.B., ich glaube das in Wien das Thema ist, dass das eine Chance ist, die vielen Nationen, die vielen Kulturen. Leider sind viele eingebürgert worden, ohne ein Wort deutsch zu können, die können bis heute nicht deutsch. Das halte ich einfach für menschenrechtswidrig, dass man das zulässt, dass Leute zu uns kommen, dass man ihnen keinerlei Angebote macht &#8211; die müssen dann auch verpflichtend sein, aber dafür muss man den Rahmen schaffen, einen Vertrag, der geschlossen wird. [...]</p>
<blockquote><p>Das ist falsch verstandenes Multikulti, wenn man sagt, das ist eh alles wurscht&#8230;</p></blockquote>
<p>Das ist falsch verstandenes Multikulti, wenn man sagt, das ist eh alles wurscht &#8211; das funktioniert nicht. Es muss klar sein, was kann ich mir erwarten und was kann der Staat sich erwarten. wir müssen in der Lage sein, zu sagen, was wird von Menschen, die zu uns kommen, erwartet und was können sie sich erwarten, das muss ein Commitment sein.</p></div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Jetzt gibt es dieses Plakat “Reden wir über Bildung &#8211; am besten auf Deutsch” warum nicht auch auf Englisch?</strong></p>
<blockquote><p>Integration ist nicht möglich, wenn eine Kommunikation nicht auf Deutsch möglich ist.</p></blockquote>
<p><strong>Marek:</strong> Tatsache ist, bei uns ist die Umgangssprache deutsch. Integration ist nicht möglich, wenn eine Kommunikation in Deutsch nicht möglich ist &#8211; außerhalb der Managerwelt. Die Basis braucht es einfach für alles Weitere. Ich glaube, dass durchaus auch die Muttersprache ein wesentlicher Aspekt ist, aber die deutsche Sprache ist die Basis für alles. [...]</p>
<p>Aus Studien wissen wir, dass die zweite und dritte Generation teilweise ein schlechteres Bildungsniveau hat, als die ursprüngliche Generation. daher auch die Forderung, erst dann in die Volksschule, wenn die Kinder alle Chancen haben.</p></div>
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<div><strong>Ein anderer Weg wäre ja, einen mehrsprachigen Unterricht einzuführen, weil da Studien sagen, dass man am schnellsten Deutsch lernt, wenn man Unterricht in der Muttersprache bekommt&#8230;<br />
</strong><br />
<strong>Marek:</strong> Da bin ich bei ihnen. Aber wir müssen endlich einmal anfangen! Seit 16 Jahren gibt es in Wien Integrationsstadträte, und das was ich sehe, ist ausschließlich Stückwerk, auch wenn’s da und dort gute Projekte gibt. Es gibt keinen roten Faden, schauen Sie mal auf die Homepage der Stadt Wien. Das Integrationskonzept ist eine Seite mit Überschriften. Das ist genauso bei ganztägig geführten Schulen, ich bekenne mich absolut dazu. Dass die SPÖ jetzt plakatiert “Jetzt beginnt die Ganztagsschule in wien” &#8211; da kann ich mich nur fragen, was hat die SPÖ bisher gemacht? [...]</div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Das heißt Bildungsreform wäere auch eine Koalitionsbedingung?</strong></p>
<blockquote><p>Wien ist gut verwaltet, aber sauteuer. Budgetüberschreitungen von 300%, das kann&#8217;s nicht sein&#8230;</p></blockquote>
<p>Absolut, das wird auch ein zentrales Thema in der Wahlkampfauseinandersetzung. Auch die Frage: Wie ist die Stadt verwaltet? Wien ist gut verwaltet, aber sauteuer &#8211; auch im Vergleich mit anderen Städten. Speziell was Bauprojekte angeht &#8211; eine private Firma geht in solchen Fällen in Konkurs, wenn das so abläuft. Budgetüberschreitungen von 100 bis 300%, das kann’s nicht sein&#8230;</p></div>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Dürfen wir abschließend noch fragen, das liegt in unserem Fall nahe: Was gibt es für ein Konzept für Facebook und Social Media?</strong><br />
Wir haben gerade in der Kategorie der U40 der Young Professionals einiges in Vorbereitung, auch was die Jugendlichen betrifft mit dem Sebastian Kurz von der JVP.</div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Haben sie einen eigenen Twitter- oder Facebook-Account?</strong></p>
<blockquote><p>Ich habe keinen eigenen Facebook oder Twitter-Account &#8211; das funktioniert nur, wenn ich ehrlich und echt bin. Und dafür habe ich nicht die Zeit.</p></blockquote>
<p>Nein, weil das funktioniert nur, wenn ich ehrlich und echt bin. Und dafür habe ich nicht die Zeit. Ich habe eine Seite, wo man als Fan posten kann, das ging im November los, wo für mich als Parteichefin mobilisiert wurde, was extrem spannend vor, und wo in kürzester Zeit die Zahlen total explodiert sind. Posten funktioniert nur, wenn du’s selber machst. Und das habe ich immer abgelehnt.</p></div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Gibt’s noch einen Wunsch an Wien, an die Wähler?</strong><br />
<strong>Marek</strong>: Eine Chance. Frischblut für Wien. Wiener Blut! <em>[lacht]</em></div>
<p></p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Danke für das Gespräch.</strong></div>
<div>&nbsp;</div>
<blockquote><p><div id="attachment_4875" class="wp-caption alignnone" style="width: 569px"><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/OEVP-Idee.jpg"><img class="size-medium wp-image-4875" title="OEVP-Idee" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/OEVP-Idee-559x373.jpg" alt="Wiener Stadtplan unter der ÖVP-Lupe, (C) GoogleMaps / ÖVP / sxc.hu - Peter Huys, Montage: Stefan Egger" width="559" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">(C) GoogleMaps / ÖVP / sxc.hu - Peter Huys, Montage: Stefan Egger</p></div></p>
<div><strong><br />
<h2>Kommentar von Stefan Egger: Die ÖVP sucht eine Idee&#8230;</h2>
<p></strong><br />
Generell ist der Tenor der schwarzen Botschaften in diesem Wahlkampf eher negativ, vieles wird kritisiert und angeprangert. Dieser recht negativen inhaltlichen Ausrichtung stehen optimistische und botschaftsreiche Plakate gegenüber, die &#8220;frischen Wind für Wien versprechen. Nicht der einzige Spagat, den die konservative Stadtpartei heuer hinlegt.</p>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Sehnsucht nach Sicherheit</strong><br />
Mit dem (einzigen) erklärten Wahlziel, die Absolute der SPÖ zu brechen, wächst auch schon die Lust auf Ressorts. Neben dem wenig überraschenden Wunsch nach Sicherheit (Marek ist in letzter Zeit für umgeschulte Militärpolizisten in Wien, die Zusammenlegung der Ordnungstruppen und mehr Überwachung eingetreten), steht auch Planung hoch im Kurs. Kultur tut Marek als &#8220;Pipifax-Ressort&#8221; ab, obwohl die JVP mit dem &#8220;geilen&#8221; Sebastian Kurz an der Spitze daran interessiert wäre.</div>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Dauer-Schlachtfeld Schule</strong><br />
Beim Thema Schule tut man sich nach wie vor schwer in der ÖVP. Neben viel Beton – speziell auch von Pröll junior an der Spitze – spricht sich zumindest Bildungsexperte <a href="http://www.salzburg.com/online/7mal24/aktuell/Schilcher-Gesamtschule-nicht-zu-verhindern.html?article=eGMmOI8V5XmpkHc7E3i67GYMn7AIxHGCV91N4vH&amp;img=&amp;text=&amp;mode=&amp;" target="_blank">Bernd Schilcher für die Gesamtschule</a> aus, die für ihn (im positiven Sinn) „in Zukunft nicht zu verhindern“ ist, da es letztendlich um den sozialen Zusammenhalt geht. Marek setzt bei diesem Thema so gut wie ausschließlich auf die „Ausländerproblematik“, die sie mit einem verpflichtenden Vorschuljahr bei mangelnden Deutschkenntnissen in den Griff bekommen will.</div>
<div>&nbsp;</div>
<div><strong>Innovation als Posten</strong></div>
<div>Offener und innovativer gibt sich da der Jungstar der Wiener ÖVP, Sebastian Kurz. Neu ist die Idee, einen <a href="http://derstandard.at/1277339036549/VP-Kurz-will-Innovationsstadtrat" target="_blank">Stadtrat für „Innovation“</a> zu schaffen, um Wien moderner zu machen. Kurz würde hier auch international über den Tellerrand schauen und WLAN, Erholungsmöbel usw. setzen. Naja, bei näherer Betrachtung auch nicht ganz frisch, der Gedanke…</div>
<div>&nbsp;</div>
<div>Für Wien ist mehr möglich!</div>
</blockquote>
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		<title>neuwal live bei ATV &#8211; Meine Wahl &#8211; &#8220;Match um Wien&#8221;</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2010/10/03/neuwal-live-bei-atv-meine-wahl-match-um-wien/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 18:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Live]]></category>
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		<category><![CDATA[TV-Konfrontation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Wien 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[20:05 Uhr &#8211; Heute Abend, in 10 Minuten startet die Elefantenrunde auf ATV. Michael Häupl, Christine Marek, Maria Vassilakou und Heinz-Christian Strache treffen in einer Stadionsatmosphäre aufeinander. Ich werde den heutigen Abend live mitbloggen, Fotos ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>20:05 Uhr</strong> &#8211; Heute Abend, in 10 Minuten startet die Elefantenrunde auf ATV. Michael Häupl, Christine Marek, Maria Vassilakou und Heinz-Christian Strache treffen in einer Stadionsatmosphäre aufeinander. Ich werde den heutigen Abend live mitbloggen, Fotos schießen und hochladen und so den Artikel immer weiter updaten. Viel Spaß beim Mitlesen!</p>
<p><span id="more-7604"></span></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7605" title="ATV-MeineWahl" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_2466.jpg" alt="" width="560" /></p>
<p><strong>20:10 Uhr &#8211; </strong>ATV startet die Übertragung. In der Einleitung wird auf die neuartige Umsetzung der Elefantenrunde hingewiesen. 2000 Leute sitzen in der Halle, eingeteilt in farblich abgestimmte Sektoren. Die Erwartungen seien bei Michael Häupl und Heinz-Christian Strache, aber durch die Erwartungslosigkeit könnten Marek und Vassilakou brillieren. Man wird es sehen.</p>
<p><strong>20:15 Uhr &#8211; </strong>Die Show beginnt.</p>
<p><strong>20:20 Uhr</strong> &#8211; Die erste Fragerunde hat begonnen. Heinz-Christian Strache beantwortet nicht die erste Frage nicht und weicht aus. Christine Marek schlüpft irgendwie durch, als sie mit &#8220;Reden wir über Bildung. Am Besten auf Deutsch&#8221; konfrontiert wird. ATV hat den Coup und präsentiert ein Zeitungsinserat eines VP-Politikers auf Türkisch.</p>
<p><strong>20:25 Uhr</strong> &#8211; Michael Häupl wird mit den neuen Hausbesorgern konfrontiert, die &#8220;Regeln fürs Zusammenleben&#8221; zieht das Thema in Richtung Integration. Hier gehts weiter zu Heinz-Christian Strache. Ihm wird ein Video eines Österreichers vorgespielt, der Muslim ist. Strache weicht aus, und spricht von den Problemen der Gesellschaft aufgrund der Islamisierung. Er nennt auch SP-Politiker Omar Al-Rawi, der auf einer Anti-Israel-Demo &#8220;antisemitische Hetze&#8221; betrieben hat. Häupl lässt sich nicht wirklich auf eine Diskussion ein.</p>
<p><strong>20:30 Uhr &#8211; </strong>Thema Burkaverbot. Vassilakou will davon nichts hören, es gehe hier um Religionsfreiheit. Marek geht es auch um Religionsfreiheit und um die emanzipierte Frau, will aber, dass die Frauen nicht unsichtbar bleiben. Strache wird jetzt konfrontiert mit einer schon bestehenden Moschee mit Minarett in Wien. Diese sei ok, meint er, aber in Ballungszentren haben die nichts zu suchen.</p>
<p><strong>20:39 Uhr &#8211; </strong>Werbung. Kommendes Thema: Sicherheit. Und in der Werbung gibts auch noch bei uns eine Werbung: Auch <a href="http://derstandard.at/1285199887736/Jetzt-live-ATV-Elefantenrunde" target="_blank">derStandard.at</a> hat kommentiert die Elefantenrunde live mit. Jetzt noch die Lottozahlen und gleich gehts wieder los.</p>
<p><strong>20:50 Uhr</strong> &#8211; Der Hundehaufen als Wahlkampfthema. Was hier auffällt: Christine Marek lässt sich zu sehr auf Buhrufe ein, empfiehlt für die Hundetrümmerlcausa ihre vorgeschlagene Stadtwache. Strache hat die Stimmen von 100.000 Hunden gewonnen. &#8220;Autos sind Opfer der Hunde&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7617" title="IMG_2474" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_2474.jpg" alt="" width="560" /></p>
<p><strong>20:55 Uhr </strong>- aktuelles Thema: Parkplätze (die Sicherheit hat man scheinbar nach hinten verschoben) und Citymaut. Strache dagegen, weil die Autofahrer eh die Melkkuh der Nation sind. Dazu will er freie Parkplatzwahl für Wiener, jedoch nicht für Pendler. Marek will die Kurzparkzonen verkürzen.</p>
<p><strong>21:05 Uhr</strong> &#8211; Jetzt endlich, das Thema &#8220;Sicherheit&#8221;. Strache zählt auf, glaubt nicht an die Kriminalstatistik und will die Schengen-Grenzen wieder zu machen um die Gauner zu erwischen. ATV löst auf: 1. Halbjahr 2010 4.400 Straftäter aus Deutschland. Strache glaubt es immer noch nicht. Er mag die Statistik des Innenministeriums mehr als jene Statistik des Bundeskriminalamtes.</p>
<p><strong>21:16 Uhr &#8211; </strong>Zweiter Werbeblock. Wieder mal etwas Zeit zu Fotoschießen. Soll ich euch die Bloggers Press Lounge zeigen?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7623" title="ATV-MeineWahl3" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_2479.jpg" alt="" width="560" /></p>
<p><strong>21:27 Uhr</strong> &#8211; Schule. Häupl als Einziger mit dem aktuellem Schulsystem zufrieden. Marek ist gegen die Gesamtschule, und will das Wiener Schulsystem mit Hauptschulen und Gymnasien reformieren. ATV informiert, dass die ehemalige Unterrichtsministerin Gehrer beim Kaputtsparen mithalf. Für Marek hätte die aktuelle UM Schmied schon längst alles besser machen können.</p>
<p><strong>21:33 Uhr</strong> &#8211; Stadionsatmosphäre. Kein normaler Ablauf mehr möglich. Pfiffe, Buhrufe. Strache fühlt sich benachteiligt. Jetzt gehts wieder. Ach, Strache überlegt, die Show zu verlassen.</p>
<p><strong>21:35 Uhr &#8211; </strong>Thema Wahlzuckerl. Wie wird das finanziert? Die ÖVP will jedem Haushalt 500 Euro zurückgeben, um eingehobene Gebühren zurückzuerstatten. Das würde 390 Mio. Euro kosten. Für die VP kein Wahlzuckerl, sondern &#8220;vernünftige Politik&#8221;. FPÖs Wahlzuckerl kostet 87 Mio. Euro, Strache zählt aber nur auf, wie viel Geld die anderen (und vor allem die SPÖ) aus dem Fenster schmeißen.</p>
<p><strong>21:42 Uhr</strong> &#8211; Vassilakou kritisiert die Werbepolitik der SPÖ: und meint auch, dass die SPÖ in der rechtsextremen NFZ (Neuen Freien Zeitung) inserierte. Als Häupl dran ist, muss er erst einmal klarstellen, dass Strache wieder einmal sehr persönlich geworden ist.</p>
<p><strong>21:47 Uhr -</strong> Letzter Werbeblock. Jetzt empfehle ich euch, einfach mal die Tweets zu &#8220;Meine Wahl&#8221; zu lesen, nämlich <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23meinewahl" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7634" title="Bloggers Press Lounge" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_2486.jpg" alt="" width="560" /></p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-7635" title="ATV Technik" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_2482-710x533.jpg" alt="" width="560" /></p>
<p><strong>21:55 Uhr</strong> &#8211; Wer will mit wem? Die FPÖ will nicht mit der Häupl-SPÖ. Marek sieht in jeder FPÖ-Stimme eine verlorene Stimme. Häupl erklärt warum er partout nicht mit der FPÖ will: &#8220;Gibt es einen einzigen inhaltlichen Grund, um mit der FPÖ zusammenzuarbeiten?&#8221;</p>
<p><strong>22:05 Uhr</strong> &#8211; Die Diskussion ist zu Ende.  Jetzt die Analyse. Die lautesten Sager noch einmal wiederholt. Ich bin jetzt weg, es hat mir Spaß gemacht! Bis zum möglicherweise nächsten Mal! Baba!</p>
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