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	<title>neuwal. Politik- und Wahljournal. &#187; die christen</title>
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	<description>neuwal ist ein Verein zur Förderung der politischen Bildung. neuwal.com ist ein Politik- und Wahljournal zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen.</description>
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		<title>&#8220;Der Bundesheer-Einsatz ist geisteskrank&#8221; &#8211; neuwal im Gespräch mit Robert Misik</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 10:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bestsellerautor und Paradelinke Robert Misik erklärt im Gespräch mit neuwal, warum der Bundesheer-Einsatz geisteskrank ist, Voves doch noch gewinnen könnte, Abmachungen mit der FPÖ degoutant sind - und warum eine linkspopulistische Partei möglich, aber sinnlos ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F05%2F09%2Fbundesheer-einsatz-ist-geisteskrank%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F05%2F09%2Fbundesheer-einsatz-ist-geisteskrank%2F" height="61" width="51" /></a></div><div><em>Ich sitze an einem wunderschönen Regenfrühlingstag mit <a href="http://www.misik.at" target="_blank">Robert Misik</a>, seines Zeichens österreichischer Journalist, Bestsellerautor und bekannter Exponent der europäischen linken Szene,</em><em> im Cafe Prückel. Anlass unseres Treffen ist im Grunde genommen die bevorstehende Burgenlandwahl, aber im Grunde genommen die doch recht spannenden Ereignisse in der Parteienlandschaft, auch der Nachhall der Bundespräsidentenwahl.</em><br />
<span id="more-3298"></span></div>
<div id="attachment_3303" class="wp-caption alignnone" style="width: 275px"><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/05/Robert_Misik_AudiMax_2009_CC-Nick-Wolfinger.jpg"><img class="size-medium wp-image-3303" title="Robert_Misik_AudiMax_2009_CC-Nick Wolfinger" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/05/Robert_Misik_AudiMax_2009_CC-Nick-Wolfinger-265x373.jpg" alt="Robert Misik, (CC) Nick Wolfinger" width="265" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Robert Misik, (CC) Nick Wolfinger</p></div>
<div><strong>Stefan Egger (neuwal): Lieber Robert Misik, ich habe eine persönliche Einstiegsfrage an dich. Wenn man sich deine Blogs, Videos und Bücher ansieht, agierst du mit einem gewissen Furor, bist ein sehr engagierter Kommentator und Beobachter des Geschehens. Was ist deine persönliche Motivation, dich da so einzubringen, was sind deine Ziele &#8211; eventuell auch politischer Art?<br />
</strong><br />
Naja, das mit dem Furor würde ich jetzt zurückweisen, ich bin ja jemand der doch auch einen gewissen ironischen Blick auf die Dinge wirft! Auch wenn man wütend in Videos wirkt, muss man schon dazusagen, das ist ein bestimmtes Medienformat, das eine inhaltliche Seite hat, aber natürlich auch eine Entertainment Seite &#8211; da ist auch Schauspielerei mit dabei. Medien funktionieren nach einem bestimmten Logik, und die muss man bedienen […] Das gehört einmal vorausgeschickt. Politische Ziele… habe ich natürlich. Die bestehen darin, die Dinge, die ich für änderungswürdig halte, zu ändern, indem man vielleicht auch politische Entscheidungsträger ein bisschen  quält, bis sie selber draufkommen, bis sie […] mit der Hilfe von mir und anderer Kommentatoren draufkommen, wie es besser geht. Man hat eine Agenda, welche Wertvorstellungen man selbst vertritt. Ich muss jetzt nicht Bundeskanzler werden, obwohl es nicht schaden könnte, wenn man sich den Amtsinhaber anschaut.</div>
<div><strong><br />
Stichwort politische Ziele: Du warst einmal Teil einer politischen Bewegung in den 80er-Jahren. Ist das jetzt noch ein Thema?<br />
</strong><br />
Ich war in meinem Leben schon oft teil politischer Bewegungen, auch im Jahr 2000 gegen die Schwarz-Blaue Regierung Schüssel/Haider, da bin ich aus der Kommentatorenrolle ein bisschen rausgehüpft in die Aktivistenrolle. Ich war in den 80er-Jahren in verschiedenen politischen Friedensbewegungen. Worauf du vielleicht anspielst, ist das, was natürlich jetzt immer wieder kommt, im wesentlichen von der FPÖ, dass ich in der Gruppe Revolutionärer Marxisten war, die glauben, mich damit diskreditieren zu können. Es spielt eine Rolle, dass die das ausgraben. Für mein politisches Denken spielt es auch eine Rolle, natürlich hat man eine bestimmte Art von Sozialisation in all seinen Lebensphasen.  Dass ich meine Marx von vorne bis hinten gelesen habe, sowohl vorher als nachher, spielt da sicher eine größere Rolle. […]</div>
<div><strong><br />
Österreich ist ja relativ weit nach rechts gerückt, und gleichzeitig sind am linken Rand doch einige Dinge kollabiert, z.B. das LIF vor einigen Jahren.<br />
</strong><br />
Ich glaube, dass das LIF nicht gerade fehlt. […] Tatsächlich war das LIF für eine liberale Partei ein bisserl links positioniert, so links, dass es um die identischen Wählerschichten wie die Grünen gerittert hat und damit keine USP entwickeln konnte. Das war ja ebene keine Westerwelle-Liberale-Partei, sondern eine Bürgerrechts-Diversity-Liberalismus, was zum Teil von SPÖ (damals noch mit Scholten und Einem) und zum Teil von den Grünen abgedeckt wird. Da hat man in einem Bereich agiert, wo bereits sehr viele gestanden sind. Das war auch einer der Gründe, warum das LIF ein Problem gehabt hat. Eine wirklich rechtsliberale Partei wie die FDP in Deutschland hätte sehr wohl einen Platz in Österreich.</div>
<div><strong><br />
In die Rolle – ich möchte das ja nicht zu weit treiben – wollte das BZÖ schlüpfen, was halt…</strong></p>
<p>…aus der Geschichte und personell gescheitert ist. Oder noch nicht gescheitert ist, denn die versuchen das ja jetzt gerade mit dieser Steuererleichterungsoffensive etc. Dafür gibt es natürlich eine Stimmung unter den gutverdienenden Wohlstandsmenschen, die fühlen, dass sie geschröpft werden.</p>
</div>
<div><strong><br />
Ich versuch’s nochmal anders zu formulieren. Die Wahlbeteiligung sinkt, die großen Volksparteien verlieren an Zuspruch – nicht nur hier, sondern quer durch die Bank in ganz Europa. Links des Spektrums entsteht fast überall Potenzial für eine neue Partei. Wie ist die Chance dafür in Österreich – könntest du dir vorstellen, dass so etwas passiert, und könntest du dir vorstellen, dass du darin irgendeine Rolle übernehmen könntest?</strong></div>
<blockquote>
<div>&#8220;Eine linkspopulistische Partei könnte aus dem Stand 10 Prozent machen&#8221;</div>
</blockquote>
<div>[…] Da gibt es ein sehr breites Spektrum von Leuten, die von einer linken, linkspopulistischen Partei gewonnen werden kann. In relativ kurzer Zeit könnte so eine Partei aus dem Stand 10 Prozent machen, da bin ich mir ziemlich sicher. Dann muss man sich die Frage stellen: Ist das sinnvoll oder nimmt so eine Partei nicht nur den Sozialdemokraten und den Grünen stimmen weg, das muss man politisch-strategisch überlegen. […]</div>
<div><strong><br />
Die Idee wäre ja, auch Nichtwähler ins Boot zu holen.</strong></div>
<blockquote>
<div>&#8220;Das Schrumpfen der Volksparteien ist für die Gesellschaft nicht gut&#8221;</div>
</blockquote>
<div>Genau, diese Partei dürfte nicht nur den anderen Parteien Stimmen wegnehmen, sondern müsste auch den Nichtwählern Stimmen wegnehmen. Das sind die Punkte, die dafür sprechen. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die dagegen sprechen, politisch-technisch gesprochen. Dann hat man drei progressive Parteien, dann müsste man meistens, um eine Mehrheit zu bekommen, eine Dreierkoalition zu machen… […] ich glaube, dass eine große Partei, die versucht, in sich schon verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Milieus in sich zu vereint, auch einen Wert an sich hat. […] Das Schrumpfen der Volksparteien ist für die Gesellschaft selber nicht so gut, ob sozialdemokratisch oder bürgerlich. Diese Integrationsparteien haben schon auch irgendwie eine wichtige Funktion für die Gesellschaft.</div>
<div><strong><br />
Sammelparteien, Integrationsparteien – kein Anachronismus?</strong></p>
<p>Nein, glaube ich nicht. Gerade in einer Gesellschaft, die immer mehr in Subgruppen zerfällt, wo sich Diversity so durchsetzt, was ja auch gut ist in einem gewissen Sinn, was ja auch gut ist, und dann von einer Integrationspartei wieder zusammengehalten wird.</p>
<p>Um deine Frage zu beantworten: Abgesehen davon, dass ich nicht wirklich eine politische Rolle will, ich fühle mich als Kommentator wohl, wäre das nicht etwas, dass ich total gut unterstützen könnte. Das wäre nichts, für das ich sagen würde, dafür lege ich mich ins Zeug, da ich es nicht als erstrebenswertes Ziel empfinde, jetzt noch eine Linkspartei zu gründen.</p>
</div>
<div><strong>Wie schätzt du die aktuelle politische Situation ein: War die Bundespräsidentenwahl die langersehnte Trendwende für die SPÖ?<br />
</strong><br />
Also ich glaube  nicht, dass die Bundespräsidentenwahl irgendein signifikantes Indiz für eine langfristige Trendwende ist, […] noch dazu, wo das Bundespräsidentenamt so zugeschnitten ist wie auf  Heinz Fischer, der das schon lange gemacht hat und wenn es keine politischen Gegenkandidaten gibt&#8230; insofern ist das nicht so überraschend gekommen für mich. Ich freue mich, dass Rosenkranz bei 15 Prozent aufgeschlagen ist und keine 20 gekriegt hat, was ich auch für möglich gehalten hätte am Anfang des Wahlkampfs.</div>
<div><strong><br />
Das war ja deutlich unter dem Mobilisierungspotenzial…</strong></div>
<blockquote>
<div>&#8220;Rosenkranz ist kein Angebot an irgendjemand. In den Augen der Leute ist sie halt ein Nazi &#8211; und den wählen viele nicht!&#8221;</div>
</blockquote>
<div>Ja, das war aber auch klar, wenn man Rosenkranz aufstellt. Die ist ja kein Angebot an irgendjemand. Das Milieu, das diese Frau als seine habituelle Repräsentantin ansieht, ist sehr klein, deutlich unter den 15 Prozent – 7 Prozent, wenn man die Wahlbeteiligung berücksichtigt &#8211; die sie am Ende gekriegt, das braucht einen auch nicht wundern. Das sind jetzt sozusagen mal die Äußerlichkeiten: Diese altväterische Frau, die wirkt, als wäre sie aus einem Heimatfilm knapp nach den 30er Jahren entsprungen, ist einfach „out of the world“. Auf der anderen Seite sind die Leute nicht so blöd! Die wollen die FPÖ wählen, um die Etablierten zu quälen, um ein Protestsignal zu setzen und so weiter und so fort. Aber wenn die dann jemanden aufstellen, der so ein harter Rechter ist wie Rosenkranz oder wie Martin Graf, dann sagen auch die normalen Leute „einen Nazi wähle ich nicht“. Ich würde nicht behaupten wollen, dass Frau Rosenkranz ein Nazi ist, sie hat ja auch eine  eidesstaatliche Erklärung abgegeben, dass sie keiner ist, ich nehme das zur Kenntnis. Aber in den Augen der Leute war sie halt ein Nazi. Und den wählen viele nicht.</div>
<div><strong><br />
Interessanterweise gibt es diesen Konsens innerhalb der Parteienlandschaft Österreichs ja offensichtlich nicht, sonst wäre Frau Rosenkranz nicht seit 15 Jahren niederösterreichische Landesrätin und Martin Graf nicht schon seit einigen Jahren Dritter Nationalratspräsident&#8230;</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Bei Graf ist man in eine Falle gelaufen. Der dritte Nationalratspräsident steht der FPÖ aber zu&#8221;</p></blockquote>
<p>Ja, natürlich. Da muss man sagen, der Fall Graf ist diffizil, da ist man auch in eine Falle gelaufen. Grundsätzlich –das mag jetzt vielleicht überraschend sein &#8211; bin ich dafür, dass die FPÖ den Dritten Nationalratspräsidenten stellt. Es steht ihr zu als drittgrößte Partei und es ist ein ganz guter Usus, dass die Parteien dieses Nominierungsrecht haben dafür. Aber sie haben nicht das Recht, einen Kandidaten vorzuschlagen, der die größtmögliche Provokation ist. Und das wäre im Fall des Herrn Graf so gewesen. Das haben weder ÖVP noch letztlich die SPÖ gesehen.</p>
</div>
<div><strong>Gut. Jetzt geht’s ja im Burgenland langsam ums Eingemachte. Es ist jetzt aufgekommen, dass der mit absoluter Mehrheit amtierende Niessl Landesgeld für Inserate verwendet hat…<br />
</strong><br />
[…] Davon weiß ich nichts. Er hat Haushaltsgeld für SPÖ-Werbung ausgegeben? Das geht doch nicht! Wenn das so ist, ist das natürlich unmöglich.</div>
<div><strong><br />
Wien hat das ja etwas geschickter gemacht, die haben ja die Volksbefragung aus dem allgemeinen Budget bezahlt.<br />
</strong><br />
Naja, nicht nur Wien, das ist ja das übliche, dass Bundesregierung und Landesregierung so etwas wie PR machen, für das, was sie Tolles tun. Ist ja auch in Ordnung.  […] Dass Regierungen gegen Verdruss an der Politik partizipatorische Elemente einführen, es war immer noch besser als kein partizipatorisches Element, aber ich hätte mir lebendigere Formen und wichtigere Fragen vorstellen können. Ich finde ja diese Beispiele von Kommunen, nicht nur in Lateinamerika, sondern mittlerweile auch in Spanien oder Deutschland, die Bürger auch an der Budgeterstellung zu beteiligen, total wichtig. Nicht nur, weil man ihnen dann das Gefühl gibt, ihr dürft mitbestimmen, sondern auch die reale Möglichkeit dazu. Das hängt immer zusammen, das Gefühl ist auch wichtig! Man schult die Menschen auch zu einem verantwortlichen Blick auf die Politik! […]</div>
<div><strong><br />
Ich sage mal ein bisschen provokativ, das wäre ein Modell, das Kärnten momentan brauchen würde…</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Kärnten kann man [ein Bürger-Beteiligungsmodell] nur empfehlen!&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist nicht nur provokativ! Wenn man sich anschaut, in welchen europäischen Gebieten – es sind ja meistens Kommunen solche Modelle eingeführt werden – dann sind es meistens solche, die rigide sparen müssen. Wo die Regierungen das Gefühl haben, wenn wir jetzt diesen Sparkurs exekutieren, dann stehen die Leute empört auf. Wenn wir aber die Leute involvieren, und sie selbst sagen: OK, wir müssen sparen, aber sagt uns wo, dann schafft man eine Art Konsens oder zumindest Akzeptanz und Legitimation. Das ist kein Wunder, dass das in Städten wie Essen oder Köln, wo die Kassen sehr klamm sind, erprobt wird. Insofern kann man das Kärnten nur empfehlen.</p>
</div>
<div><strong><br />
Noch ganz kurz zurück zum Burgenland: Da war ja das große Thema, nicht nur im Wahlkampf sondern generell, der Bundesheereinsatz…</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Der Bundesheereinsatz im Burgenland ist geisteskrank! Die SPÖ hatte das doch in den Genen, was passiert, wenn das Bundesheer auf die eigenen Bürger schießt&#8221;</p></blockquote>
<p>Geisteskrank! Die Frage ist damit auch beantwortet. Als vernünftiger Mensch kann man dazu keine positive Meinung haben. Das ist ja alles hanebüchen. Wie schauen die Zahlen aus? 12 Aufgriffe oder so bei 40 Millionen Euro kosten. Da greift man sich an den Kopf! […] Es gab ja diese Diskussion, dass die ja auch in Eisenstadt patrouillieren sollen. Es gibt aber vielleicht einen Sinn, dass das Bundesheer keine Polizei-Aufgaben übernimmt im Inneren eines Staates, sondern nur zur äußeren Verteidigung und zur Katastrophenabwehr. Dass es da ja auch ganz klare verfassungsrechtliche Prinzipien gibt, die historisch ganz stark begründet sind, dass man das nicht begreift. Die Sozialdemokraten haben das ja sozusagen in ihren Genen gehabt, deswegen ist es ja in der Verfassung! Weil sie erfahren haben, was passiert, wenn das Bundesheer auf die eigenen Bürger schießt.</p>
<blockquote><p>&#8220;Niessl ist ein intellektuell herausgeforderter Mensch&#8221;</p></blockquote>
<p>Dass die da das Verständnis für die Fragestellung verloren haben insbesondere unsere burgenländischen Dolme, muss man wirklich so sagen. Niessl ist in diesen Fragen, wahrscheinlich in vielen anderen auch, ich kennen ihn nicht, habe aber einige Interviews gesehen, ein intellektuell herausgeforderter Mensch.</p>
</div>
<div><strong><br />
Interessant ist ja, und dann möchte ich das Burgenland schon abschließen, dass Barbara Rosenkranz hier sehr stark war.</strong></p>
<p>Ja, da bin ich kein Spezialist… eine Möglichkeit dafür wäre natürlich, dass gerade protestantische Regionen Österreichs es immer eine gewisse relative Stärke des deutschnationalen Lagers gegeben hat, aus verschiedensten Gründen. […] Kärnten ist ja auch so ein Beispiel. Vielleicht ist das auch einer der Gründe für die relativ gute Performance von Rosenkranz im Burgenland.</p>
</div>
<div><strong><br />
In der Steiermark ist ja eine andere politische Kraft überproportional erfolgreich, nämlich die KPÖ – zumindest lokal. Wo liegen hier die Ursachen, außer natürlich in der Zugkraft starker Persönlichkeiten wie Kaltenegger?<br />
</strong><br />
Ich weiß jetzt nicht, wie die KPÖ in der Steiermark jetzt nach Kaltenegger ihre Politik anlegt. Den Unterprivilegierten dazu zu helfen, zu ihrem Recht zu kommen, ist ein politisches und ideologisches Agieren. Für die Leute da zu sein, sich nützlich für sie zu machen. Das hat ihn natürlich stark gemacht, und ich nehme mal an, dass dieser Politikstil die KPÖ auch weiterbringt nach Kaltenegger. […] Sozialarbeit, die wirklich versucht, ihnen auch zu helfen, ihnen eine Stimme zu geben, sie zu empowern, selbst etwas zu tun. Das muss lokal sein, vor Ort sein, man muss mit den Leuten reden.</div>
<div><strong><br />
Mit den Leuten reden, wofür der amtierende Landeshauptmann Voves nicht unbedingt berühmt ist&#8230;<br />
</strong><br />
Ist das so? Er ist doch gleichzeitig so ein Populist…</div>
<div><strong><br />
Aber den direkten Wählerkontakt sucht er ja nicht ausgiebig. Er hat diesmal einen ziemlichen Klotz am Bein. Erstens muss er einen sehr knappen Sieg verteidigen, gegen eine durchaus noch sehr gut organisierte und historisch sehr starke ÖVP, zweitens ist die steirische SPÖ aus diversen Gründen sehr vermögend – jetzt gibt es dieses Stiftungsthema. Ist das eins oder wurde das medial zum Problem stilisiert, um Voves den Landeshauptmann wieder abzunehmen?</strong></div>
<blockquote>
<div>&#8220;Voves ist jedenfalls eine zugkräftigere Nummer als der Herr Schützendingsbums. Ein knapper Gewinn wegen schwacher Gegner wäre möglich&#8221;</div>
</blockquote>
<div>Ich weiß nicht, ob das jetzt ein moralisch fragwürdiger Umgang mit dem eigenen Vermögen ist, den die SPÖ in der Steiermark gewählt hat, oder einer, der durchaus in Ordnung ist, das kann ich wirklich nicht beurteilen. Wahnsinnig geschickt haben sie’s jedenfalls nicht gemacht, nicht angreifbar haben sie sich nicht gemacht. Schaden wird es ihnen sicher, vor allem vor dem Hintergrund, dass es eh sehr eng wird. Der letzte Sieg wurde ja letztendlich auch dadurch möglich, dass die FPÖ so schwach war, weil sie gerade in ihrer historischen Phase der Spaltung war. Wenn jetzt die FPÖ dazugewinnt auf Kosten der SPÖ, dann schauen die Mehrheitsverhältnisse hier so aus, dass es Schwarz-Blau geben kann und dann auch geben wird. Was natürlich für sie spricht, ist, dass sie mit Voves schon einen populären und herzeigbaren Spitzenkandidaten haben. Ob einem das Poltern, das er manchmal hat, jetzt gefällt oder nicht… man kann es ja auch objektiv beurteilen. Jedenfalls ist er sichere eine zugkräftigere Nummer als der Herr Schützendingsbums. Ein knapper Gewinn wegen schwacher Gegner wäre möglich. […]</div>
<div><strong><br />
Kommen wir abschließend zurück nach Wien, da ist jetzt ganz aktuell etwas passiert, das die SPÖ in einer recht feurigen Aussendung scharf verurteilt hat. Es gab einen notariellen Akt zwischen FPÖ, ÖVP und Grünen, wo sie sich auf eine Wahlrechtsreform geeinigt haben, sollten sie gemeinsam eine Mehrheit haben.</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist sehr degoutant, mit der FPÖ irgendwelche Abmachungen dieser Art zu machen&#8221;</p></blockquote>
<p>Dazu ist zu sagen, dass es sehr sehr sehr degoutant ist, mit der FPÖ irgendwelche Abmachungen dieser Art zu machen <em>[lange Pause]</em> In der Sache kann es ja durchaus Gründe geben, dafür zu sein – es hat natürlich eine gewisse verzerrende Wirkung, aber keine große. Es spricht aber schon auch etwas dafür, dass man mit etwas weniger als der absoluten Mehrheit der Stimmen, die ja praktisch für niemanden mehr erreichbar ist…stabile Mehrheiten ermöglicht. Wenn anders überhaupt keine absoluten Möglichkeiten mehr möglich sind – siehe Bund – erzwingt das Koalitionen des kleinsten gemeinsamen Nenners. Man kann das natürlich auch nivellieren, keine absolute Mandatsmehrheit ohne absolute Mehrheit der Stimmen. […] Aber man kann durchaus mal schlucken und die Frage aufwerfen, ob es nicht verurteilenswert ist, so einen weitreichenden Pakt mit der FPÖ zu schließen.</p>
</div>
<div><strong><br />
Jetzt kann man natürlich sagen, entweder man macht es in Wien so oder gar nicht. Das war ja auch in den Bundesländern so.</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;[Dieser Pakt] ist taktisch auch vollkommen ein Schuss ins Knie für die Grünen [...] und wird Rot-Grün in Wien unmöglich machen&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich bleibe dabei: besser man macht’s gar nicht als mit der FPÖ. Das ist taktisch auch vollkommen ein Schuss ins Knie für die Grünen. Was wird in Wien passieren? Hier gibt es 80 Prozent Menschen, die Strache quasi hassen. Natürlich wird die SPÖ versuchen, einen Wahlkampf zu führen, der auf das Duell Strache-Häupl hinausläuft, damit man das Szenario von Vorarlberg wiederholt. Alle die gegen die Hetzer sind, sollen SPÖ wählen, die für die Hetzer sind, sollen FPÖ wählen, und die dazwischen werden zerrieben.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die ÖVP ist in Wien in einer Situation, die der Bundespräsidentenwahl sehr ähnlich kommt: Sie ist de facto nicht vorhanden&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist ja etwas, was den Grünen und der ÖVP hier auch droht. Der ÖVP extrem – die ÖVP ist in Wien in einer Situation, die der Bundespräsidentenwahl sehr ähnlich kommt, sie ist de facto nicht vorhanden. Es wird ein historisches Debakel und die Grünen hätten die Chance gehabt, sage ich jetzt einmal in der Vergangenheitsform, diese Konstellation zu durchbrechen. Das haben sie sich jetzt zunichte gemacht meiner Meinung nach. Das ist ganz doof und wird wahrscheinlich auch Rot-Grün in Wien unmöglich machen. […]</p>
</div>
<div><strong><br />
Anschließend daran die Abschlussfrage: die Prognose für Wien. Die FPÖ startet ja von einer sehr guten Position aus, gut im Sinne von sie können fast nur gewinnen, die Roten haben viel zu verteidigen, die Schwarzen sind irrelevant, die Grünen haben doch einige Prozente zu verlieren – was wird passieren?</strong></p>
<p>Also vor [dem Pakt] wäre meine Prognose gewesen, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit knapp, die FPÖ ist nicht so wahnsinnig stark mit 20-21 Prozent, die Grünen sind knapp hinter ihr, die ÖVP schmiert ab, auf das, was übrig bleibt, alle andere unterhalb der Wahrnehmungsschwelle…</p>
</div>
<div><strong><br />
BZÖ und CPÖ treten ja auch an…</strong></p>
<p>…alles unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Das ist jetzt wohl etwas verändert dadurch, ich könnte mir vorstellen, dass das der SPÖ diese 1-2 Prozent bringt, die ihr zur Absoluten fehlen, den Grünen diese 2 Prozent fehlen. Es gibt ja sozusagen dieses Metier an Wechselwählern zwischen SPÖ und Grünen. Insbesondere für die Grünen sind ja nur diese Leute erreichen. Das schwarz-grüne Element haben sie mittlerweile, da gibt es niemanden mehr, den sie noch gewinnen können&#8230;</p>
</div>
<div><strong><br />
Speziell wo auch Van der Bellen wieder dabei sein will…</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Die Wiener Stahlhelm-ÖVP ist marginalisiert. Die Grünen werden [bei Wechselwählern] nicht unwesentlich verlieren, wenn sie mit der FPÖ verhandeln&#8221;</p></blockquote>
<p>Genau – und auch speziell mit dieser total marginalisierten Stahlhelm-ÖVP, die da noch übrig ist. Die Blauen sind ja ähnlich, da gibt es kein Milieu, wo die Grünen um Wähler kämpfen können. Aber es sind wahrscheinlich ein paar 100.000 in Wien, die mal Grün, mal Rot wählen, je nachdem, wie sie sich grad fühlen an diesem Tag. Um diese Leute führen die Grünen ihren Wahlkampf, und bei denen werden sie nicht unwesentlich verlieren, wenn sie mehr als nur Geschäftsordnungsfragen mit der FPÖ verhandeln.</p>
</div>
<div><strong><br />
Vielen Dank für das Gespräch.</strong></div>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die ÖVP betreibt &#8216;Kopfschusspolitik&#8217;&#8221; &#8211; neuwal im Gespräch mit Michael Frank</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2010/04/25/oevp-betreibt-kopfschusspolitik/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 07:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Michael Frank, der langjähriger Österreich-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, im neuwal-Interview über die Kopfschuss-Politik der ÖVP, dumme Politiker, Klestils feigen Verfassungsbruch und warum er Bundespräsident werden würde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F25%2Foevp-betreibt-kopfschusspolitik%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F25%2Foevp-betreibt-kopfschusspolitik%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><em>Wir sitzen hier im Cafe Jelinek. Mein Gegenüber heute ist Herr Michael Frank, Österreich-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung seit vielen Jahren. Anlass des Treffens ist die Bundespräsidentenwahl, die am 25. April über die Bühne gehen wird. Ich möchte mir von Herrn Frank einige Kommentare aus der internationalen Perspektive holen.</em><br />
<span id="more-2918"></span></p>
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<div id="attachment_2919" class="wp-caption alignnone" style="width: 308px"><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/MichaelFrank_CIP.jpg"><img class="size-medium wp-image-2919" title="Michael Frank" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/MichaelFrank_CIP-298x373.jpg" alt="Michael Frank (C) IP" width="298" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Frank (C) IP</p></div>
<p><strong>Stefan Egger (neuwal): Herr Frank, wenn Sie die Politik insgesamt ansehen in Österreich und Deutschland, können Sie da ein unterschiedliches Niveau, einen unterschiedlichen Zugang erkennen?</strong></p>
<h2>„Österreicher und Deutsche vereint die mangelnde Kenntnis der anderen Gesellschaft“</h2>
<p>Ich möchte zunächst einmal feststellen, was Österreicher und Deutsche durchaus vereint, ist die absolut mangelnde Kenntnis der anderen Gesellschaft. Oberflächlich sehen Österreich und Deutschland systematisch sehr gleich aus. Dieser Irrtum erweist sich in besondere Weise jetzt  bei der Bundespräsidentenwahl […].</p>
<p>Die Verfassungsgrundsätze auf denen ein Bundespräsident im jeweiligen Land gewählt wird, sind so grundsätzlich verschieden, weil sie auch grundsätzlich andere Funktionen haben. Daran sieht man schon, wie unterschiedlich und wie gering das gegenseitige Interesse ist, denn üblicherweise glauben Österreicher und Deutsche, dass der Bundespräsident im Prinzip ungefähr das gleiche macht im anderen Land. Und sind dann überrascht, wenn sie feststellen, dass es schon bei der Wahl beginnt!</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank01_Unterschiede.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Die direkte Persönlichkeitswahl verleiht ein völlig anderes Gewicht“</h2>
<p>Der deutsche Bundespräsident wird nämlich – wie übrigens vor langer Zeit auch der österreichische &#8211; wird von der Bundesversammlung gewählt, also einer Zusammenfassung der Parlamente von Bund und Ländern sowie hinzukommenden Persönlichkeiten mit öffentlicher Rolle, während er in Österreich vom Volke gewählt wird, und zwar in direkter Persönlichkeitswahl, und so ein völlig anders Gewicht hat.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank02_Gewicht.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Die Frage nach dem Niveau ist unfair“</h2>
<p>Die Frage nach dem Niveau ist insofern unfair, als die eine Gesellschaft von 80 Millionen und die andere etwas mehr als 8 Millionen Persönlichkeiten umfasst. Es ist klar, dass die Ressourcen in einer kleinen Gesellschaft etwas anders gestaltet sind.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank03_Niveau.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Die Unverfrorenheit mit Themen wie Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und so weiter […] ist in Deutschland undenkbar“</h2>
<p>Wo Sie allerdings sehr wohl einen Unterschied sehen, ist die Unverfrorenheit mit Themen wie Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und so weiter steckt Österreich in der Tat noch in einer Situation, die so in Deutschland so undenkbar wäre, ohne daraus politische oder persönliche Konsequenzen ziehen zu müssen, wäre in Deutschland so nicht möglich. Ein sehr gutes Beispiel wiederum die Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank04_Unverfrorenheit.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„In Österreich gibt es fast niemanden, der aus freien Stücken zurücktritt“</h2>
<p>Auf der anderen Seite ist es so, dass es in Österreich im Vergleich zu Deutschland diese absolute Unwilligkeit, aus Problemen im eigenen Ressort, des eigenen Handels, oder auch des Verantwortungsbereichs, in dem man arbeitet als Politiker, auch Konsequenzen zu ziehen. […] In Österreich gibt es fast niemanden, der aus freien Stücken zurücktritt, und wenn nur gezwungenermaßen, und sozusagen nur dann, wenn er sozusagen persönlich silberne Löffel gestohlen hat. […]</p>
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<p><strong>Sie führen das nun auf unterschiedliche Ressourcen zurück. Dass aber die zweitgrößte politische Partei diesmal keinen Kandidaten stellt und auch die viertgrößte keinen stellt, ohne direkt einen überparteilichen Kandidaten zu empfehlen, ist doch eine spezielle Situation.</strong></p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank05_Ruecktritt.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Das Verhalten der ÖVP ist eine ‚Kopfschusspolitik‘“</h2>
<p>Das ist eine spezielle Situation, die ich bei uns im Blatt (die Süddeutsche Zeitung, Anm.) schon eine „Kopfschusspolitik“ nenne. Es gibt keine dümmere, unverantwortlichere, törichtere Veranstaltung als diese, und es geht gar nicht darum, welche Kandidaten sich bewerben. Ich glaube, das wird viel zu stark auf die Kandidaten zugespitzt, sondern es geht um ein prinzipielles Phänomen.</p>
<h2>„Österreich ist eine eingeübte Demokratie, keine traditionelle“</h2>
<p>Wir leiden in ganz Europa, in allen traditionellen und mühselig eingeübten Demokratien, und ich sage ihnen ganz offen, dass ich Österreich zu den eingeübten Demokratien zählen würde, unter einem ausgesprochen Verfall der Beteiligung des Bürgers am politischen Geschäft. Nicht nur, dass es allgemein schwindet, da die Ressourcen an Politikerpersönlichkeiten immer schmaler werden –Österreich leidet darunter glaube ich ganz besonders – sondern wir leiden darunter, dass die Wahlbeteiligung immer geringer wird […].</p>
<p>In so einer Situation ein schwieriges Konstrukt zu wählen &#8211; du sollst zwar zur Wahl gehen, aber niemanden wählen, und damit hat man seiner bürgerlichen Wahlpflicht genüge getan &#8211; ist eine derartige Form von politischer Destruktion, von politischem Schwachsinn, […] und dies in der einzigen direkten Persönlichkeitswahl, die Sie auf Bundesebene in Österreich haben.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank06+07_KopfschusspolitikEingeuebt.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„In Österreich ist ein unentwegtes Lamento da, dass man sich nicht ausreichend direkt einbringen kann“</h2>
<p>In Österreich ist ein unentwegtes Lamento da, dass man sich nicht ausreichend direkt einbringen kann, weil alles über die Parteilisten läuft auf Bundesebene. Und dann, geht eine der nennenswertesten Parteien des Landes hin und erklärt, dass diese Wahl, wo direkt gewählt werden kann, als einzige Wahl, wo direkt gewählt werden kann, so nichtssagend ist, dass die Leute zwar hingehen sollen, aber niemanden wählen.</p>
<h2>„Man darf sich nicht wundern, wenn Herr und Frau Weiß am Ende die größte Gruppe sind“</h2>
<div>Damit beschädigt man zwei Dinge, nämlich das Amt, und damit beschädigt man den guten Willen der Menschen, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen. Man darf sich nicht wundern, wenn nämlich Herr und Frau Weiß – nämlich die Weißwähler – am Ende die größte Gruppe sind.  Beziehungsweise, was noch viel schlimmer wäre, diejenigen, die überhaupt keine Lust mehr haben, hinzugehen und zu wählen. Das ist einfach eine Form der Repräsentanz, die justament in einer repräsentativen Demokratie soziopädagogisch schaurig zu nennen ist.</div>
<div><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank08+09_LamentoWeiss.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<p><strong>Was, glauben Sie, war das wahlstrategische Kalkül hinter diesem politischen Zug?</strong></p>
<h2>„Die Ressourcen sind eben schmal. Ich hab das Gefühl, bei der ÖVP sind richtig dumme Leute. Die SPÖ hat auch nicht sehr viel klügere“</h2>
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<p>Die ÖVP ist sehr schwer einzuschätzen, ich fürchte, sie beweist eines, was ich zuerst gesagt habe: die Ressourcen sind eben sehr schmal. Ich hab das Gefühl, das sind richtig dumme Leute, zwar hat die SPÖ auch nicht sehr viel klügere – aber das sind wirklich dumme Leute.  Sie haben nämlich etwas nicht, was in der Demokratie immer notwendig ist, nämlich eine gewisse Großzügigkeit, eine gewisse Offenherzigkeit. Das was man die Solidarität der Demokraten nennt, einen vernünftigen Umgang mit den Gemeinsamkeiten gegenüber dem Trennenden.</p>
<h2>„Die ÖVP beschädigt dieses Amt. Sie will nicht akzeptieren, dass sie es nicht mehr hat“</h2>
<p>Die ÖVP ist nicht in der Lage bis heute, Heinz Fischer, der sein ganzes Leben lang ein wichtiger sozialdemokratischer Funktionär war, als eine einigermaßen dem Staate dienliche, neutrale Gestalt zu akzeptieren. Sie ist es nicht, obwohl dieser Mann vorher 12 Jahre Nationalratspräsident war, selbst auch aus der Sicht der ÖVP dieses Amt geradezu penibelst und vorbildlich neutral ausgeübt hat. Sie will nicht akzeptieren, dass sie dieses Amt nicht mehr hat, aber sie ist zu feige, einen Gegenkandidaten aufzustellen, weil es zu teuer kommt, und sie keine Niederlage einstecken will. Das heißt, sie beschädigt dieses Amt.</p>
<h2>„Die beiden Bundespräsidenten, die die ÖVP bis jetzt gestellt hat, haben weder dem Amt, noch der ÖVP gut getan“</h2>
<p>Das ist umso unerfreulicher, da die beiden Bundespräsidenten, die die ÖVP bis jetzt gestellt hat, weder dem Amt noch der ÖVP gut getan haben. Von Waldheim wollen wir gar nicht reden, der dem Land einen der grässlichsten Ansehenseinbußen seiner Geschichte eingebracht hat, und nicht nur wegen irgendwelcher Leute, die ihn anzuschwärzen versucht haben, sondern schon wirklich aus seinem eigenem Zutun und dem, was die Partei dann daraus gemacht hat.</p>
<h2>„Klestil war mit seinen geistig-politischen Mitteln doch sehr schmal ausgestattet, auch nicht gerade ein funkelnder Rubin am Firmament der politischen Verhältnisse“</h2>
<p>Dann der mit seinen geistigen-politischen Mitteln doch sehr schmal ausgestattete Herrn Klestil, der nun auch nicht gerade das war, was man einen funkelnden Rubin am Firmament der politischen Verhältnisse in Österreich oder in Europa bezeichnen könnte.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank10+11+12+13_RessourcenBeschaedigungOEVPKlestil.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Fischer ist ein Mann, der versucht, die Dinge zum Nutzen der Republik über die Bühne zu bringen“</h2>
<p>Gemessen an diesen Leuten ist Heinz Fischer, egal, was man von ihm hält, wenigstens ein richtiger Staatskommissar. Vielleicht sehr vorsichtig, aber ein Mann, der versucht, die Dinge einigermaßen zum Nutzen der Republik über die Bühne zu bringen, und sich dann nicht zu einer Empfehlung herbeifinden zu können, obwohl man niemanden aufgestellt hat, ist eine Form der Sabotage am politischen System dieser Art.</p>
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<p><strong>Jetzt führen Sie natürlich Waldheim ins Treffen, es ist ja so, dass eine Kandidatin nicht in der Lage oder nicht willens war, sich eindeutig zu äußern über die Vorgänge im Zweiten Weltkrieg und  der Rolle Österreichs zu dieser Zeit. Wie sieht das das Ausland?</strong></p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank14_Fischer.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Rosenkranz hat sich diverse Male ganz eindeutig geäußert, […] der Weg von ihren politischen Haltungen zum Nationalsozialismus ist nicht weit“</h2>
<p>Also wir sehen das ganz anders. Was heißt, sie ist nicht willens und in der Lage, sich eindeutig zu äußern…? Sie hat sich diverse Male ganz eindeutig geäußert, und ich bin der Überzeugung, dass der Weg von ihr und ihren politischen Haltungen zum glasklaren Nationalsozialismus nicht weit ist. Das heißt, die Frau wäre mit rechtsextrem nur schlecht umschrieben.</p>
<h2>„Barbara Rosenkranz wird als normale Kandidatin behandelt. Das ist doch schlimm!“</h2>
<p>Das ist aber eine Frage, die Gesamtösterreich betrifft, nämlich das hat seine Gründe unter anderem in der Zeit, in der durch die Hereinnahme der Freiheitlichen Partei in die Regierung der Rechtsradikalismus hoffähig gemacht wurde. Das heißt, wir stehen heute vor der Situation, dass Leute, die eigentlich ins rechte Schmuddeleck gehören, als ganz normale Parteien behandelt werden. Das heißt, dass Leute aus der FPÖ beinahe ins Zentrum der Gesellschaft gerückt sind. Jemand wie Barbara Rosenkranz wird eigentlich als eine normale Kandidatin behandelt! Das ist doch schlimm! Sie dürfte weder von den Medien, noch von anderen, noch von ihren Mitbewerbern als normale Kandidatin behandelt werden, weil sie das in dieser Form nicht ist.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank15_Rosenkranz.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Der schrullige Herr [Gehring] bewegt sich innerhalb des Verfassungsbogens. Auch Kirchschläger war nachweislich ein Frömmling“</h2>
<p>Der schrullige Herr, der für die Christenpartei kandidiert, mag seltsame Ansichten haben, aber er bewegt sich in dem, was man den Verfassungsbogen nennt. Auch Herr Kirchschläger, dem heute noch alle nachweinen, war nachweislich ein Frömmler, und ein ausgesprochen kirchenversessener, überglaubensstarker Mann, das hat nichts daran geändert, dass er ein respektabler Mensch, der respektabelste Bundespräsidentin der Republik seit 1945 gewesen ist und das gilt sicherlich so oder so was dazu sagen ist auch für diesen Außenseiter-Kandidaten.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank16_Gehring.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„In Österreich wird als einem der ganz wenigen Länder nicht unterschieden zwischen ‚üblichen‘ Formen des Rechtsextremismus und der Verharmlosung des Nationalsozialismus“</h2>
<p>Nur dass die Frau Rosenkranz gleichsam durch dieses Land tingeln kann wie eine ganz normale Figur, als sei das so, das müssen sich die Österreicher sehr gut überlegen. Und das nimmt man im Ausland sehr genau wahr und merkt, dass in Österreich als einem der ganz wenigen Länder in Europa, nicht unterschieden wird zwischen sagen wir mal „üblichen“ Formen des Rechtsradikalismus und der Verharmlosung des Nationalsozialismus und all seiner Erscheinungsformen und Folgen. Das ist eine eigene Qualität. Rechtsextremismus gibt es in der ganzen Welt, auch in Europa, wir haben gerade in Ungarn gesehen, was passiert ist, aber diese Form ist schon speziell.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank17_Rosenkranz2.mp3">Podcast - podwal</a>
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<p><strong>Beide Dinge, die Sie ansprechen, diese Außenseiter und Spaßkandidaten, ich denke da auch an Richard Lugner und die hohe Religiosität einzelner Beteiligter in hohen politischen Ämtern sind ja österreichische Spezifika, die immer wieder vorkommen. Sie sagen aber, die Hereinnahme einer extrem rechten Partei wieder FPÖ in staatstragende Verantwortung, ich denke da etwa an den dritten Nationalratspräsidenten Graf zum Beispiel, das zeichnet Österreich im negativen Sinn aus. Begonnen hat das ganze ja unter der berühmten Koalitionsregierung Schwarz-Blau, unter Schüssel.</strong></p>
<h2>„Die ÖVP scheint mir nicht wirklich begriffen zu haben, was parlamentarische Demokratie bedeutet“</h2>
<p>Zumindest war das ein Höhepunkt! Es hat natürlich diese Tendenz immer gegeben. Aber es ist die Verantwortung dieser Konstellation – leider, weil es sehr einseitig klingt, aber wir landen wieder bei der ÖVP als Verantwortlichen, die selber sehr in sich autoritär strukturiert denkt. Auch bei den Sozialdemokraten gibt es sehr autoritäre Tendenzen, aber auch die ÖVP im Besonderen scheint mir bis heute noch nicht wirklich begriffen zu haben, was Parlamentarismus und parlamentarische Demokratie bedeuten.</p>
<h2>„Die FPÖ wurde ‚normalisiert‘ im Bewusstsein der Leute“</h2>
<div>Das macht das so bedauerlich und deswegen diese Geschichte. Nicht, dass sich eine Partei mit einer anderen Partei eine parlamentarische Mehrheit sucht, war der Skandal, dass die größere Partei ausgeschaltet wird, ist ein völlig normaler parlamentarischer Prozess, dafür haben wir den Parlamentarismus, dass er sich die Mehrheiten unter Umständen woanders sucht, als es üblich ist. Und ich würde sagen, jetzt wirkt sich immer schlimmer aus, dass die FPÖ gleichsam „normalisiert“ wurde im Bewusstsein der Leute, die immer Mitglieder hatte, die mit den Folgen und Ursachen des Nationalsozialismus und dessen Erscheinungsformen nicht korrekt umgehen können.</div>
<div><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank18+19_OEVPFPOE.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<p><strong>Das führt mich eigentlich zur nächsten Frage. Es gab auch aus hohen politischen Ämtern immer wieder Kommentare in die Richtung, der BP ist eigentlich ein Amt, das viel kostet, wenig bringt und reine Repräsentationsfunktion hat. Ich entnehme Ihrer Antwort, dass Sie das anders sehen.</strong></p>
<p>Das ist ein Kapitel, mit dem ich sehr schwer zurande komme. Ich werfe sowohl den österreichischen Medien wie auch den Politikern, übrigens einschließlich des Bundespräsidenten selbst, vor, das ihre dazu beigetragen haben. Sie haben der Bevölkerung nie in der nötigen Klarheit klar gemacht, was für eine herausragende Position und was für eine unmittelbare Macht der Bundespräsident hat.</p>
<h2>„Der deutsche Bundespräsident ist ein Frühstücksdirektor, […] der österreichische schon per se von höchster Bedeutung. Darüber hat man die Bevölkerung immer belogen“</h2>
<p>Ich komme aus einem Land, in dem der Bundespräsident ein Frühstücksdirektor ist, wie dieser wunderschöne österreichische Begriff heißt. Unsere Bundespräsidenten haben sehr wenig Kompetenz. Sie haben sehr oft eine hohe moralische Kompetenz, das ist aber eine persönliche Leistung, die haben sie erworben dadurch, dass sie das Amt haben und es mit hoher politischer Autorität zu füllen in der Lage waren.</p>
<p>In Österreich ist der Bundespräsident schon per se, weil er Bundespräsident ist, von allerhöchster  Bedeutung. Darüber hat man die Bevölkerung immer belogen. Übrigens, daher kommt natürlich auch der Unterschied in der Wahl. Bei uns den Bundespräsidenten vom Volke  wählen zu lassen wäre sinnlos, weil nämlich eine Volkswahl ein so wichtiges und entscheidendes Instrument ist.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank20_Fruehstuecksdirektor.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Thomas Klestil hätte Schwarz-Blau verhindern können, wenn er nur den Mut gehabt hätte“</h2>
<p>Ihr wählt ja deswegen euren Bundespräsidenten deswegen, weil er so wichtig ist und so viel Gewicht hat. Bei der Regierungsbildung zum Beispiel ist der Bundespräsident der Herr des Verfahrens. Natürlich hätte Thomas Klestil damals Schwarz-Blau verhindern können, wenn er nur den Mut gehabt hätte, die Kompetenzen seines Amtes wahrzunehmen.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank21_Klestil.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Österreich muss sich überlegen, was für einen Bundespräsidenten es eigentlich will“</h2>
<p>Außerdem muss sich Österreich mal überlegen, was für einen Bundespräsidenten es eigentlich will. Entweder muss der Bundespräsident seine Kompetenzen, das was er kann, auch ausüben können, da sagen alle Nee Nee, der ist ja nur ein Frühstücksdirektor, der soll nicht tun, was er eigentlich tun kann. Oder man muss hingehen und die Verfassung ändern und dem Bundespräsidenten entscheidende Kompetenzen weg nehmen, damit er sozusagen auf das Maß eingekocht wird, das ihm die Realverfassung, also die Praxis der letzten Jahre gegeben hat bzw. zu geben schien, das kann sich ja alles wieder ändern.</p>
<h2>„Wollte ich dieses Land strukturell und von Grund auf ändern, würde ich Bundespräsident werden, da dessen Befugnisse so weit reichen“</h2>
<p>Ich sag Ihnen was, wäre ich jemand, wäre ich Österreicher, würde ich wollen, dass sich dieses Land strukturell und von Grund auf ändert, würde ich Bundespräsident werden wollen, nicht Bundeskanzler, da dessen Befugnisse so weit reichen. Z.B. seine Befugnisse bei der Regierungsbildung gehen so weit, dass er gegen die Mehrheit im Parlament handeln kann. Und das Parlament zwingen kann, immer wieder ihn zu korrigieren oder irgendwann mal seien Auswahl zu erzwingen. Und das geht irrsinnig lange, Bruno Kreisky hat das mal vorgerechnet, das geht fast zwei Jahre lang, und auch dann muss er es nicht akzeptieren, sondern kann Neuwahlen ausschreiben. […]</p>
<h2>„Der Bundespräsident könnte die Regierung zwingen, Sprüche des Bundesverfassungsgerichtshofes umzusetzen“</h2>
<p>Als Oberbefehlshaber des Heeres ist er dafür zuständig, die Urteile des Bundesverfassungsgerichtshofs umzusetzen. Das heißt, er hat in dem Fall sogar Exekutivgewalt – hat in dem Fall sogar höhere Exekutivgewalt als die Regierung, er könnte beispielsweise die Regierung nötigen, Sprüche des Bundesverfassungsgerichtshof umzusetzen oder im Extremfall, weil es in der Verfassung nicht beschrieben ist, könnte er sogar das Bundesheer einsetzen. Das ist natürlich eine absurde Vorstellung und ich rede dem nicht das Wort, aber daran sieht man, was er alles kann.</p>
<h2>„Thomas Klestil hat mit Leichenbittermiene die österreichische Bundesverfassung verletzt“</h2>
<p>Es übrigens ganz witzig, als Thomas Klestil damals die Schwarz-Blaue Koalition mit Leichenbittermiene angelobt hat, hat er eindeutig die öst. Bundesverfassung verletzt. Darin steht nämlich eindeutig expressis verbis, der Bundespräsident beauftragt eine Person seines Vertrauens mit der Regierungsbildung, Wolfgang Schüssel hatte damals ganz sicher nicht das Vertrauen des Bundespräsidenten, und deswegen hat er gegen die Verfassung verstoßen.</p>
<p>Aber weiter: Er ernennt alle Offiziere, er ernennt alle höheren Beamten in der Hierarchie, er ernennt z.B. die Landeshauptleute, indem er sie vereidigt, er ernennt alle Professoren. Jetzt steht natürlich in der Verfassung, dass er das immer auf Vorschlag der Regierung oder anderer zuständiger Institutionen tut. Er hat aber die Möglichkeit, abzulehnen.</p>
<h2>„Ein kluger Bundespräsident hat die totale Machtübernahme in der Verwaltung verhindert“</h2>
<p>Stellen Sie sich einmal vor, einem Bundespräsidenten würde die Bundesverwaltung nicht gefallen. Er lehnt einem Minister seine Sektionschefs so lange ab, bis der Minister mit Leuten kommt, die ihm genehm sind. Auf diese Weise kann er das Ministerium völlig auf den Kopf stellen, wenn er wollte. Es hat übrigens einen Fall gegeben, wo es umgekehrt gegangen ist, wo ein kluger Bundespräsident sozusagen die totale Machtübernahme in der Verwaltung verhindert hat.</p>
<h2>„Jonas war ein kluger, souveräner Mann“</h2>
<p>Leider ist das den Österreichern nicht präsent, das war unter der Zeit der Alleinregierung der ÖVP unter Bundespräsident Jonas, den man als einfachen Mann verhöhnt hat, der in Wahrheit ein kluger, souveräner Mann war. Als damals die Alleinregierung begann, die gesamte Administration auf ihre Linie zu bringen durch Neuernennungen, hat er ohne großes Aufhebens in der Öffentlichkeit zu machen, gesagt: Nein bitte, mit mir nicht. Wir brauchen ein gewisses Equilibrium, wir brauchen eine Repräsentanz der gesellschaftlichen Gruppen in der Verwaltung. Den ernenne ich nicht, den ernenne ich nicht – bringt mir neue Vorschläge. Er hat auf diese Weise sozusagen die Übernahme der totalen Macht durch die Christsozialen in den Bundesministerien und Bundesbehörden verhindert.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank22+23+24+25+26+27_BPBefugnisseZwingenKlestilKlugJonas.mp3">Podcast - podwal</a>
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<p><strong>Das heißt, de jure hat der Bundespräsident die Funktion, die ihm auch zugedacht wurde bei der Schaffung des Amts, nämlich das Korrektiv. Ein kontrollierendes Organ an der Spitze des Staates.</strong></p>
<h2>„Österreich ist eine verkappte Präsidialdemokratie mit einem unterentwickelten Parlamentarismus“</h2>
<p>Genau. Und jetzt kommt der Punkt. Solange er das hat, diese Funktion, erfüllt er einen großen Teil von Funktionen, die eigentlich das Parlament haben müsste. Drum sage ich immer, Österreich ist eine verkappte Präsidialdemokratie. Österreich hat einen etwas unterentwickelten Parlamentarismus. Man sieht das ja auch daran, dass das Parlament, obwohl da die Mehrheiten sitzen, nicht das Geringste mit der Regierungsbildung zu tun hat. Es kann höchstens, wenn ihm die Regierung nicht passt, wenn der Bundeskanzler und alle Minister ernannt sind, am Schluss den Verein wieder zum Teufel jagen, das kann es. Aber es hat auf das Zustandekommen keinen Einfluss.</p>
<h2>„Der Bundespräsident hat unglaublich viele korrigierende Funktionen“</h2>
<p>Der Bundespräsident hat unglaublich viele korrigierende, also abwägende Funktionen, die in einer wirklichen gereiften parlamentarischen Demokratie ins Parlament gehören. Solange er diese Funktionen hat, muss ich mir als Bürger ganz genau und vorsichtig überlegen, wer ist dieser Mann, wer ist diese Frau, der diese unglaublich wichtigen Funktionen hat, über die sich die österreichische Gesellschaft immer hinweg lügt. Und genau auf dem Hintergrund wird aus dem, was die ÖVP gerade mit ihrer Verweigerungspolitik macht das, was ich „Kopfschusspolitik“ nenne.</p>
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<p><strong>Jetzt ist es ja in Österreich so,  dass die Macht nicht nur vom Parlament ausgeht, sondern auch in einem – wahrscheinlich sehr übertrieben dargestellten, aber doch großen Ausmaß – von den Medien, und hier im speziellen von der Kronen Zeitung […]. Die hat bei dieser Wahl anfangs eine sehr deutliche Wahlempfehlung gegeben und diese dann mit Bedingungen, die vorgeblich nicht vollständig erfüllt wurden, wieder  - halb &#8211; zurückgezogen. Wie kommentieren Sie diese Medienaktivitäten?</strong></p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank28+29_PraesidialdemokratieKorrigierend.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Die Krone-Wahlempfehlung ist wirklich fast Operettenpolitik, das kann man gar nicht kommentieren“</h2>
<p>Das ist wirklich fast Operettenpolitik, das kann man gar nicht kommentieren, weil es mit einiger Fassungslosigkeit zu sehen, wobei die Fassungslosigkeit, ich möchte sozusagen ihre Frage noch ausweiten. Es ist nicht so, dass die Kronen Zeitung diese Macht hat, sondern die Politiker fürchten sich so davor, dass sie ihr dies zuweisen.</p>
<h2>„Da wird den Allmachtsfantasien eines alternden Greises Folge geleistet“</h2>
<p>Und diese groteske Geschichte mit diesem notariellen Erklärung über Gaskammern und weiß der Teufel was, das ist eine so läppische und groteske Veranstaltung, dass man nur noch sagen kann, das ist armselig und da wird den Allmachtsfantasien eines alternden Greises Folge geleistet, was man im Ausland in der Tat nur noch mit Kopfschütteln beobachtet und insbesondere die Form, in der ihm die halbe Nation zu Willen ist.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank30+31_OperettenpolitikAllmachtsfantasien.mp3">Podcast - podwal</a>
<h2>„Schüssel hat sich um sie einen Dreck geschert […] und allen bewiesen, dass es nicht die Kronen Zeitung ist, die den Kurs in diesem Land bestimmt.“</h2>
<p>Denn es hat, und hier muss ich mal für die ÖVP sprechen, es hat die Regierung Schüssel  bewiesen, dass es auch gegen die Kronen Zeitung geht, die war damals gegen Schwarz-Blau, eindeutig. Schüssel hat sich darum einen Dreck geschert, und das sei ihm zu Ehren vermerkt, er hat sich durchgesetzt und hat allen bewiesen, dass es nicht die Kronen Zeitung ist, die den Kurs in diesem Land bestimmt. […]</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank32_Schuessel.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Theodor Körner hat gesagt: Macht, was ihr wollt, ich vereidige eine solche Regierung nicht. Punkt, Aus, Schluss!“</h2>
<p>Oder anders herum: Zu wenige Leute lesen die Verfassung wirklich und lesen die Geschichte nicht, als dass sie das nachvollziehen können. Es hat ja diesen Versuch schon einmal gegeben, das war meines Wissens unter Präsident Körner, wollte nach einer Wahl die ÖVP mit der Vorgängerpartei der FPÖ, also der Nachfolgerpartei der NSDAP genaugenommen mehr oder weniger eingehen, und diese Regierung ist damals nicht zustande gekommen, weil Theodor Körner gesagt hat: „Macht, was ihr wollt, ich vereidige eine solche Regierung nicht. Punkt, Aus, Schluss!“ Und diese Regierung ist nicht zustande gekommen, und daran sieht man, wie wichtig das Amt ist, und warum erzählt das heute nicht jeder zweite Journalist seinen Lesern, Zuhörern und so weiter, um klar zu machen, was dieser Mann kann?</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank33_Koerner.mp3">Podcast - podwal</a>
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<p><strong>Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet  bei dieser Wahl OSZE Wahlbeobachter dabei sind&#8230;</strong></p>
<h2>„Politische Idiotie hat mit Klarheit und Fairness des Wahlablaufes nichts zu tun“</h2>
<p>Das ist eine Routineoperation, die ich gut und richtig finde, und die werden nichts zu bemängeln haben, denn formal ist nichts zu bemängeln. Österreich ist eines der bestorganisierten Länder dieser Welt. Österreich weiß mit formalen Dingen und organisatorischem bestens umzugehen. […] Also politische Idiotie hat mit der Klarheit und Fairness des Wahlablaufes nichts zu tun. Der wird untadelig verlaufen.</p>
<h2>„Es gibt immer Möglichkeiten, vor Schließung der Wahllokale an erste Ergebnisse zu kommen. Das darf nicht sein“</h2>
<p>Es gibt lediglich eine Geschichte, die in Österreich zu bemängeln wäre, was mich jedes Mal wieder wundert – ich bin ja ein alter Hase, was die Berichterstattung betrifft! Es hat noch immer Möglichkeiten gegeben, in Österreich vor Schließung der Wahllokale an erste Trends und Vorergebnisse zu kommen, für Medien verschiedenster Art und das ist absolut unzulässig, das darf nicht sein. […]</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Frank34_OSZE.mp3">Podcast - podwal</a>
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<p><strong>Das ist die von Ihnen so ungeliebte Verhaberung in Österreich…</strong></p>
<p>…das ist die Verhaberung […] Darüber könnte man diskutieren, das sind Unkorrektheiten, die immer wieder vorkommen, aber das sind keine Unkorrektheiten, die einen Zweifel am Ergebnis der Wahlen in Österreich aufkommen lassen soll.</p>
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<div><strong>Herr Frank, schade, dass wir diesmal nicht mehr Zeit haben – danke für das Gespräch!</strong></div>
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		<title>&#8220;Österreich als Mensch wäre längst eingeliefert in Steinhof&#8221; &#8211; neuwal im Gespräch mit Hubsi Kramar.</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2010/04/20/neuwal-hubsi-kramar-osterreich-steinhof/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 07:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich sitze hier mit Hubert „Hubsi“ Kramar im 3raum Anatomietheater, dem österreichischen Schauspieler, Regisseur, Produzent und Aktivist, der mir schon in Frederick Bakers Doku „Widerstand in Haiderland“ als exzellenter politischer Analyst aufgefallen ist. Kramar ist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F20%2Fneuwal-hubsi-kramar-osterreich-steinhof%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F20%2Fneuwal-hubsi-kramar-osterreich-steinhof%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><em>Ich sitze hier mit Hubert „Hubsi“ Kramar im 3raum Anatomietheater, dem österreichischen Schauspieler, Regisseur, Produzent und Aktivist, der mir schon in Frederick Bakers Doku<a href="http://neuwal.com/index.php/2010/02/07/gegen-die-brutalitat-der-macht-%e2%80%9ewiderstand-in-haiderland%e2%80%9c/" target="_blank"> „Widerstand in Haiderland“</a> als exzellenter politischer Analyst aufgefallen ist. Kramar ist ein bekanntes Sprachrohr der linken Bewegung in Österreich. Für nationales und internationales Aufsehen sorgte vor Allem sein Hitler-Auftritt beim Opernball 2000 unter Schwarz-Blau. Anlass des Treffens ist die Bundespräsidentenwahl, die am 25. April stattfindet</em>.<span id="more-2637"></span></p>
<p><a rel="attachment wp-att-2668" href="http://neuwal.com/index.php/2010/04/20/neuwal-hubsi-kramar-osterreich-steinhof/neuwal-hubsi-kramar/"><img class="alignnone size-medium wp-image-2668" title="neuwal im Gespräch mit Hubsi Kramar | Bild (CC) Martin Juen" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/neuwal.hubsi-kramar-560x340.jpg" alt="" width="560" height="340" /></a></p>
<p><a href="http://farm3.static.flickr.com/2665/4074874828_e802ffd9ea_m.jpg" target="_blank">Bild | CC Martin Juen</a></p>
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<h2>„Weiß wählen finde ich geradezu absurd!“</h2>
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<strong> Herr Kramar, die vielleicht wichtigste Frage zuerst: Gehen Sie zur Wahl, oder haben Sie vor &#8211; wie so viele andere, nachdem der Ausgang ja quasi feststeht &#8211; die Chance nicht wahrzunehmen?</strong></p>
<p>Ich glaube, das ist die große Gefahr bei so einer Sache. Die wirklich politischen Leute gehen zu so einer Wahl. Weil sie wissen, dass das demokratiepolitisch, von der Geschichte her, wie auch immer &#8211; wichtig ist. Auch wenn der sonderbare Satz „Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie längst abgeschafft“ natürlich auch eine Art von Richtigkeit hat, aber nicht die einzige. Das gefährlichste an dieser Wahl ist ja vor allem, dass die ÖVP ja niemanden aufgestellt hat und sogar demokratiepolitisch bedenklich aufruft zum Weiß wählen – also Teile der ÖVP. Das finde ich geradezu absurd von einer Partei, die Parteienförderung kriegt aufgrund demokratiepolitischer Geschichte auch. Dann so etwas zu machen, ist für mich ahistorisch, treibt das sich verstärkende Problem der sogenannten unpolitischen Jugend an, die man jetzt schon ab 16 wählen lässt. Das heißt, aus verschiedenen Gründen ist es einfach sehr unvernünftig, nicht wählen zu gehen.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar01_WeissWaehlen.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>Da ist etwas im Hintergrund gelaufen, was einfach grauslich ist. SPÖ und ÖVP haben einen Deal“</h2>
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<strong>Es haben ja auch die Grünen niemanden aufgestellt bei dieser Wahl. Aber sie waren zumindest soweit, sich quasi in letzte Minute durchzuringen, eine Wahlempfehlung abzugeben…</strong></p>
<p>…aus den genannten Gründen…
</p></div>
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<strong>….aus den genannten Gründen, richtig. Woran glauben Sie, liegt es, dass keine ebenbürtigen Kandidaten aufgestellt wurden. Es gab ja zumindest bei den bisherigen Präsidentenwahlen meistens Gegenkandidaten, die 20-30 Prozent schaffen könnten, theoretisch.</strong></p>
<p>Es war auch schon knapp damals, etwa bei Streicher. Man hat auch geglaubt, dass er gewinnt, hat dann nicht gewonnen, sondern Klestil… es ist eine schwierige Geschichte. Wir haben ja jahrelang Habsburg Recycling, ein sehr lustiges Programm gemacht über Bundespräsidentenreden. Weil es für mich schon als Kind sehr komisch war, dem zuzuhören, was so vermeintlich staatstragende Vertreter so von sich geben, wobei den Staat ja eigentlich der Steuerzahler, das Volk trägt – ich sehe sie ja satirisch.</p>
<p>Wobei ich es ja diesmal nicht lustig finde, wenn Kandidaten aus dem nationalsozialistischen Umfeld und Gedankensphäre plötzlich eine Kandidatin aufgestellt und ein Martin Graf im Parlament dritter Nationalratspräsident ist. Das ist schon unglaublich. Für mich läuten da alle Alarmglocken, wo ja Österreich hier nicht unbeteiligt war, an der ganzen austrofaschistischen und dann nazifaschistischen Geschichte und dem Holocaust. Insofern ist es zutiefst erschreckend, das ist eher meine Haltung. Aufgrund der permanenten Verdrängung und dem latenten faschistoiden Gehabe, auch der großen österreichischen Politik, aufgrund dessen, dass ja alle drei Parteien letztlich Teile der damaligen Faschisten aufgenommen haben, das auch mussten, weil das ein so großer Teil der Bevölkerung war. Dass die Austrofaschisten überhaupt salonfähig geworden sind, indem sie sich nachher als Widerstandskämpfer ausgegeben haben – Dollfuß wurde ja von einem Nazi umgebracht.  Der Austrofaschismus gilt etwas in Österreich, Dollfuß hängt ja nach wie vor im Parlamentsclub der ÖVP.  Dinge, die schon eigentlich zutiefst erschütternd sind – wie vieles. Es wäre ja die Ernährung, der Dreck in den Nahrungsmittel, Verkehrs- Bildungs- und Sozialpolitik.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar02_Alarmglocken.mp3">Podcast - podwal</a>
<p>Nur, das hat eine besondere Note unter dem Aspekt. Und dass aus irgendwelchen Spielchen heraus die ÖVP keinen Kandidaten aufgestellt hat, ist etwas, das sich uns verschließt. Da ist etwas im Hintergrund gelaufen, was wir sicher nicht erfahren werden. Das sind reine Spekulationen.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar03_Deal.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Wer für soziale Gerechtigkeit ist, ist für die Rechten sofort ein Stalinist“</h2>
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<div id="div-posting"><strong>Also irgendein Deal zwischen SPÖ und ÖVP…</strong></p>
<p>…da ist ein Deal, klarerweise ist das so! Da ist irgendwas gelaufen, was einfach grauslich ist. Und ich glaube, dass Fischer ja insgesamt nicht unbedingt ein Linkslinker ist– vor allem als Bundespräsident weiß er auch, dass er sich aus diesen Dingen raushalten muss, weil er eine neutrale Position einnehmen muss, insgesamt ein ganz guter Bundespräsident ist. Wie auch immer, wenn er auch seine Fehler  macht. Wir haben auch unsere Probleme mit ihm gehabt bei faschistischen Themen, wo er klar hätte Stellung beziehen müssen. Aber er weiß genau, dass durch die starke Rechte das sofort als SPÖ-Aktion ausgelegt wird. Er kann gar nicht neutral sein, nämlich in dem Sinn: er muss mehr für die Rechten sein als für die Linken…</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar04_KeinLinkslinker.mp3">Podcast - podwal</a></div>
<div id="div-posting"><strong>…sonst steht er als linkslinker Paria da.</strong></p>
<p>Genau, das ist er Wahnsinn. Das ist der Schmäh, mit dem die Rechten ja immer operieren können. Jeder, der für soziale Gerechtigkeit ist, ist für die Rechten sofort ein Linker und ein Stalinist oder so. Umgekehrt passiert es natürlich auch, dass man fälschlicherweise die Rechten gleich ins ganz rechte Eck stellt. Das ist derselbe Fehler, weil viele Protestwähler der FPÖ ja gar nicht wissen, was das alles ist, die haben sich nie mit Geschichte beschäftigt. Die sind ja nur emotional aufgeladen und ihr Denkwerkzeug ist da überhaupt nicht entwickelt – die sollten gar nicht wählen dürfen eigentlich. <em>[Lacht]</em></p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar05_Schmaeh.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Wenn man nicht wählen geht, kann schnell etwas passieren“</h2>
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<div id="div-posting"><strong>Zwei Dinge fallen mir dazu spontan ein: Heute gab’s eine Veröffentlichung, für welche Werte die Leute stehen. Fischer mit 4,2 auf einer Skala von 1 (sehr links) bis 10 (sehr rechts) relativ in der Mitte, Rosenkranz weit rechts bei  8,1 und sich selbst sehen die Leute bei 4,8. Das heißt der Durchschnittsösterreicher stuft sich selbst leicht links der Mitte ein, und Fischer nicht weit davon entfernt, in seinem aktuellen Amtsgebaren.<br />
</strong></p>
<p>Das entspricht glaube ich auch der Realität. Wenn man aber eben nicht wählen geht, kann schnell etwas passieren. Das war ja das Problem jetzt in der Schweiz mit der Moslem-Geschichte, da hat man sich auch gedacht, das wird schon nicht so schlimm werden mit der Volksbefragung, da braucht man eh nicht hingehen. Wie dann plötzlich diese Volksabstimmung gegen den Minarettbau ausging und eine sehr rechte Geschichte geworden ist, war man sehr überrascht.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar06_Schweiz.mp3">Podcast - podwal</a>
<p>Es ist einfach notwendig, wählen zu gehen. Warum wird nicht einer aufgestellt, der die Nichtwähler repräsentiert. Wir haben ja den Beppi Pavian entwickelt, einen Leasingkandidaten – ein pensionierter Affe aus dem Zoo Schönbrunn &#8211; den man mieten kann, das ist wieder die satirische Note, die eigentlich der Partei der Nichtwähler zuspielen würde.</p>
<p>Aber in Österreich ist halt alles unter absoluter Parteikontrolle, es gibt ja keine freie Politik in dem Land, sondern nur Zwänge –das war auch das Problem Gusenbauers, der gesamten SPÖ, dass die Mehrheit in diesem Land immer rechts war und ist. Daher kann man gar keine linke Politik machen, weil man im Parlament nie die Mehrheit dafür finden würde. Das ist das Dilemma der SPÖ – sie muss daher immer Kompromisse schließen, die ihnen sehr schaden, was man dann das Unpolitische nennt. Realpolitisch können sie sich nicht viel bewegen. Der Fehler ist, dass sie nicht wirklich Positionen beziehen, sondern auch dem Kronenzeitungsverhalten und dem Dichand klein beigeben.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar07_Parteikontrolle.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Was soll ich zur Wahl gehen? Da bleib ich lieber daheim sitzen und onanier“</h2>
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<p>Und damit haben wir eigentlich keine wirkliche Politik in dem Land, die schärferes Profil hat, wo man sagt, die kann ich wählen. Das Problem beim Nichtwählen ist eher, dass es das Unpolitische, das Nichtpolitische fördern. Daher ist es so widersprüchlich! Aus dem Grund sagt jeder, was soll ich zur Wahl gehen, da bleib ich gleich daheim sitzen und onanier oder schau Fußball oder höre Beethoven, je nach Bildungsklasse. […]</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar08_Onanier.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Gehring ist gerade zur jetzigen Situation eine ziemliche Witzfigur. Der ist auf einem Niveau unterwegs…“</h2>
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<strong>Jetzt gibt es ja nicht nur eine national-konservative Kandidatin, sonder auch einen „kirchlichen“ Kandidaten, Herrn Gehring.</strong></p>
<p>Ja, aber der ist gerade zur jetzigen Situation eine ziemliche Witzfigur. Der bezieht ja konservative Positionen, gerade jetzt in der Kirchendebatte – Homosexualität, Zölibat, Missbrauch durch Priester bis hinauf zu den Kardinälen – da wird’s dann wirklich komisch. Der wird nicht viele Stimmen holen, es gibt ja auch noch Rosenkranz – die heißt ja schon Rosenkranz – als Gegnerin. Die ist zwar ausgetreten, aber eigentlich christlicher als der Gehring. Das sind Positionen, die sind schon fast ahistorisch. […] Der ist auf einem Niveau unterwegs… 1,5 Prozent hat der doch bei der Wahl bekommen, wo er angetreten ist.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar09_Gehring.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Strache macht auf jung und dynamisch, und plötzlich steht da eine mit dem deutschen Mutterkreuz!“</h2>
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<p>Interessant ist Rosenkranz, und da ist das Lustige, dass Strache sie nicht mag. Sie passt nicht zu seinen Jungwählern – er macht auf jung und dynamisch und plötzlich hat er da eine mit dem deutschen Mutterkreuz, die eine Position hat wie 1935 und auch irgendwie so daherkommt. Wenn will die denn hinter dem Ofen hervorlocken, außer die Hartgesottenen, wenn nicht einmal wirklich die FPÖ, die eigene Partei, für sie das Kreuz erhebt – was natürlich blöd ist, wenn sie aus der Kirche ausgetreten ist… da sind so viele Widersprüche.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar10_Rosenkranz.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Wenn Österreich ein Mensch wäre, wäre er längst eingeliefert in Steinhof. So nennt man es Republik.“</h2>
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<strong>Das unterstreicht das Groteske dieser Situation. Wo kommen diese Kandidaten her, und warum gibt’s keine anderen?</strong></p>
<p>Weil Österreich politisch so beinander ist! Diese Wahl zeigt, wie grotesk und in welchem Geisteszustand dieses Land ist. Wär’s ein Mensch, wäre er längst eingeliefert in Steinhof. Aber weil dort halt nicht so viele reinpassen, nennt man es Republik. Das ist ja so absurd irgendwo, dass man 2010 nicht intelligente Menschen hat, wo man sich überlegt, der hat ein Programm, der vertritt etwas, das intelligent ist, das vernünftig ist – aber es kommt nichts. Wählen gehen muss man aber trotzdem, denn wenn keiner wählen geht und sagt, „des ist eh alles a Schas“, hat Rosenkranz plötzlich Prozente und Gehring&#8230; es ist alles möglich!</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar11_Steinhof.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<strong>Dann kommt wieder der Effekt zu tragen, dass für Fischer das Rennen gelaufen zu sein scheint, seine Anhänger bleiben daheim…</strong></p>
<p>… seine Gegner laufen aber fleißig zu den Urnen. Für die ÖVP ist er ja ein rotes Tuch, die haben richtig grausliche Begriffe dafür. Für die sind ja die Roten die Bazillen und die Viren bei der FPÖ, bei der ÖVP sind’s die „Roten G’fraster“ &#8211;  das muss man sich mal vorstellen, was das für eine Denke ist. […]</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar12_RoteGfraster.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Der Ball liegt am Elfer, es ist kein Tormann im Tor – und keiner haut drauf!“</h2>
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<strong>Jetzt momentan zeugt das auch von dem politischen Patt, in dem das Land steckt. Es geht ja bei den großen Dingen nirgendwo etwas weiter.</strong></p>
<p>Es geht schon seit dem Kreisky nichts weiter!  Weil sich die Parteien das Land aufgeteilt haben, die ÖVP ist die Besitzerin des Landes. Die haben wahnsinnig viel Kapital und Macht dadurch, und ihre Klüngel und so weiter. Die SPÖ hat ein schlechtes Gewissen, weil sie mit diesem Neoliberalismus mitgespielt hat, sehr viele Fehler gemacht hat gegen ihr eigenes, ursprüngliches Parteiprogramm. Weil sie auch schon sehr lange an der Macht sind &#8211; und das korrumpiert. Jetzt haben sie das Problem, dass sie nach außen hin eine sozialdemokratische Moral vorgeben müssen, die sie aber nach innen zum Teil nicht haben. Das ist das Dilemma, vor allem für die Jungen. Jetzt liegt der Ball auf dem Elfer, es ist kein Tormann im Tor – und keiner haut drauf.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar13_Tormann.mp3">Podcast - podwal</a>
<p>Und das interessante ist, das sich in solchen Zeiten ökonomischen Tiefgangs wie die Weltwirtschaftskrise heute – die Bösen sind immer die Linken, die „Gutmenschen“. Wenn dann das ganze Schlamassel zusammenbricht, die Gesellschaft, sind die Linken die, die man braucht, die sozial denkenden Menschen am Zug. Ist der Karren aus dem Dreck, kommt wieder Geld herein in die Kassa, sind die anderen wieder da. Wenn alles einmal hin ist, kriegt man am meisten Kredit. […] Da kommen die „Trümmerfrauen“, dann wird aufgebaut, alle halten zusammen. Kaum kommt ein bisschen Kapital, kommen die aus ihren Löchern gekrochen und haben wieder alles in der Hand. Dann wird der ganze Gewinn wieder privatisiert.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar14_Gutmenschen.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Das Amt hat Rost angesetzt. Man muss nachjustieren.“</h2>
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<strong>Um wieder ein bisschen auf die Wahl zurückzukommen. Das Amt des Bundespräsidenten wurde ja von nicht ganz unwichtigen Persönlichkeiten in letzter Zeit mehrfach in Frage gestellt. Ich kenn auch sehr viele Gegenmeinungen dazu – was sagen Sie dazu?</strong></p>
<p>Ich denke, je mehr Menschen – wenn es gut gemacht ist – Verantwortung haben bzw. auch Verantwortung kontrollieren, umso weiter ist man weg von einem Diktator, bei dem sich die ganze Macht in einer Hand konzentriert. Das heißt, das hat ja Geschichte. […] Aus einem guten Grund hat man die Funktion des Bundespräsidenten geschaffen, hat aber nicht nachjustiert, sodass im Laufe der Zeit das Ding Rost ansetzt, das Sand im Getriebe ist und es so erscheint, als könnte ihn man sich ersparen. Was war die ursprüngliche Absicht, was war das Gute daran, was muss man aufgrund der Veränderung einer Gesellschaft verändern, damit die Position noch einen Wert hat, den man vermitteln kann? […] Es gibt schon Gründe, für die man so etwas schafft. Vor allem damals, in der 2. Republik, hat man gewusst, wozu man die Figur des Bundespräsidenten braucht in einer funktionierenden republikanischen Demokratie.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar15_Nachjustieren.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<strong>Jetzt geht die Abwertung des Amts schon länger vor sich – das begann mit Spaßkandidaten wie Lugner&amp;Co, die ja so wie jetzt von den Voraussetzungen her nicht wirklich geeignet waren, das Amt auszufüllen, sollten sie es jemals bekommen. […] Woran liegt das?</strong></p>
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<h2>„Es sind immer mehr moderne Ökonomie-Fritzen aufgetaucht…“</h2>
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<p>Für mich hat das mit dem Paradigmenwechsel in den 80ern mit Waldheim begonnen. In dem Moment, wo die Gesellschaft aufgehört hat, eine funktionierende Sozialpartnerschaft zu haben. Ab da sind immer mehr moderne Ökonomie-Fritzen aufgetaucht – Banker als Bundeskanzler, Vranitzky, dann Klima… da war’s für mich als Sozialdemokrat sehr bedenklich. Da würde Rosa von Luxemburg im Grab rotieren. Da war das Primat der Ökonomie stärker als das Primat des Menschlichen. Das ist für mich vom Gespür her ein Moment, wo das ganze begann zu kippen.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar16_OekonomieFritzen.mp3">Podcast - podwal</a>
<p>Als nächstes kam dann eine Art Spaßgesellschaft, wo nichts mehr Bedeutung hat außer der Oberfläche. Wo die Politik zum Theater verkommen ist, das heißt die haben Redenschreiber gehabt, Schauspiellehrer, Dresscodes… wo – überspitzt gesagt – die Goebbel’sche Propagandamaschine im modernen Kleid wieder dahergekommen ist. Wo man einfach weiß, dass man mit modernen Verkaufsmethoden alles verkaufen kann.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar17_Propagandamaschine.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Nicht Banken sind systemrelevant, sondern die arbeitende Bevölkerung!“</h2>
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<p>Wo dieser Konsens herrschte, dass Banken systemrelevant sind – aber die arbeitende Bevölkerung ist systemrelevant! Ohne die gibt es das System nicht. Wenn man einem abstrakten Geldinstitut eine systemerhaltende Funktion zuschreibt, wo eigentlich eine unheimliche kriminelle Energie zusammenkommt… das geht alles Hand in Hand. […] Dabei wüssten wir alles, es müsste keinen Hunger, eine Armut geben auf der Welt. Nur: Es wird von den Mächtigen nicht angewendet, sonst wären sie nicht mehr mächtig. Das zieht sich durch alle Bereiche, das ist wie eine schwere Infektion, die die ganze Menschheit erfasst. Die großen Konzerne haben es ja viel leichter, sich durchzusetzen.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar18_Systemrelevant.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<strong>Wobei in diesem Bereich ja gerade das Pendel recht stark in die Gegenrichtung ausgeschlagen hat…</strong></p>
<p>…aber es sitzen ja wieder dieselben Leute, die uns die Misere beschert haben, am Ruder. […] Rein geschichtlich betrachtet bereinigen sich die Dinge immer erst nach großen Katastrophen. Es ist also nichts Gutes zu erwarten – außer von jungen Leuten, denen es über Vernetzung langfristig gelingt, diese verkrusteten Systeme zu ändern. Das ist die Hoffnung. Das Gesetz des Darwin sagt ja nicht, dass sich der Stärkere durchsetzt, sondern der, der sich am ehesten bereit ist, sich zu verändern. Daher sind jene, die sich immer wieder mit dem Wind drehen, die erfolgreichsten, was auch wieder grauslich ist, weil die eigentlich keine Haltung haben.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar19_NichtsGutes.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Haider hat ein ganzes Bundesland in Geiselhaft genommen und in ein ökonomisches Desaster geführt!“</h2>
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<p>Man sieht’s an Haider. Er war einfach ein sehr talentierter Politiker. Wenn er Macht bekommen hätte, in dem er links ist, wäre er links gewesen. Im patriarchalen Kapitalismus gibt es eine Art von Verhalten, die mir den Erfolg garantiert. Der hatte einfach keine Moral, keine Haltung, Kein Rückgrat – die Leute sind erfolgreich. Er war Landeshauptmann und wäre es noch immer! Er hat die österreichische Politik sehr verändert. Er hat ein ganzes Bundesland in Geiselhaft genommen und in ein ökonomisches Desaster geführt. Er hat einfach auch die Österreicher in Geiselhaft genommen. Er hat die FPÖ möglich gemacht, er hat das Niveau völlig zerstört, die politische Substanz…</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar20_Haider.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<strong>Aber jetzt gibt es ja Bewegungen wie „Das neue Kärnten“, ein alternativer Landeshauptmann wird gewählt – die zeigen, es gibt ein anderes Kärnten, da tut sich was, und es sind nicht mehr alle zufrieden mit den ewigen blau-rot-schwarzen Machtspielen […].</strong></p>
<p>Wie in Ungarn jetzt. Es ist ein Dilemma, dass die Sozialdemokraten so versagen. Bei den Rechten weiß man, dass sie nur den Profit als Ideologie haben, darum gelten sie immer als wirtschaftlich kompetenter. Die Linken haben da ihre Positionen. Wenn sie die alle verraten, dann ist es wirklich verheerender als bei den Rechten. Von denen erwartet man sich so etwas wie ein humanistisches Ideal oder soziale Kompetenz, das ist das Dilemma der Linken.
</p></div>
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<h2>„Vielleicht bekommt Fischer jetzt den Rest Mut zusammen… Man würde sich erwarten, dass er mal auf den Tisch haut.“</h2>
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<div id="div-posting"><strong>Jetzt würde man sich das ja auch von einem Bundespräsident Fischer erwarten, der das sicher auch persönlich lebt und hat. Er bezieht aber selten Stellung – wenn man an die Ortstafeln oder das Bleiberecht, die zahlreichen Verschärfungen der humanitären Aufenthaltsgesetze geht. Ist das alles sein Bestreben um die Mitte…?</strong></p>
<p>Er kann ja kein drittes Mal gewählt werden. Vielleicht bekommt er jetzt den Rest Mut zusammen, der ihm bisher gefehlt hat. Was kann ihm noch passieren, was will er noch werden? Papst kann er ja nicht werden … Man würde sich doch jetzt von ihm erwarten, dass er einmal auf den Tisch haut und sagt „so geht des net“. Nur: Man sieht ja jetzt, wie die Medien mit Strache umgehen und sich total freuen, wenn er einen Skandal hochspielt, wo sogar die ÖVP mitmacht im Zusammenhang mit dieser Doku im Fernsehen. Wenn Fischer hier Position bezieht, wird aus allen Rohren auf ihn geschossen.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar21_Mut.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Die ÖVP ist ultra-rechts, austrofaschistisch durchgesoakt“</h2>
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<p>Das Problem ist auch, dass die ÖVP so rechts ist. Die ist nicht nur rechts, sondern ultra-rechts, austrofaschistisch durchgesoakt, richtig triefend, hält natürlich Graf, die SPÖ hat auch mitgespielt, aber die ÖVP ist noch viel heftiger, sie hätten zumindest das Gesetz mitbeschließen können, um ihn abwählbar zu machen, und jetzt stärken sie dem Strache im ORF den Rücken. Fürchterlich! Mehr kann ich dazu nicht sagen. Es könnten doch Teile der ÖVP inzwischen stärker sein.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar22_OEVP.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Ich habe das von Klein auf nicht verstanden, dass nach dieser Tragödie des Zweiten Weltkriegs die Menschen noch immer der Meinung waren, Hitler wäre eigentlich gut gewesen“</h2>
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<strong>Das war ja die große Hoffnung, die auf Josef Pröll geruht ist. Er hat ja diese Perspektivengruppe geleitet und dort viele Dinge angedacht, die dort für ziemliche Verstörung gesorgt haben – wenn auch nur dort.</strong></p>
<p>Die ÖVP ist ja eine wirkliche Bauernpartei. Es gibt aufgrund der Modernisierung in den Menschen eine Sehnsucht nach Tradition. Es ist wirklich nur ganz wenigen Menschen möglich, so schnell zu sein. Es sind wahnsinnige Ängste da,  durch das was sich permanent verändert. Ich glaube, dass sehr viel unbewusstes Potenzial vorhanden ist, warum man emotional so agiert wie die ÖVP agiert. Sie ist nicht die Bewahrerin großer Werte, aber das verspricht sie zumindest den Leuten, im Dirndl und Steireranzug – ich weiß ja, was sich am Land abspielt, wo sie mit ihren Zweit- und Drittfrauen neben der Erstfrau in der ersten Reihe der Kirche sitzen. Ich kenne die ganzen Spielchen, auch die Nazi-Hinterzimmerparolen und –lieder, ich bin ja am Land aufgewachsen. Ich habe das von Klein auf nicht verstanden, dass nach dieser Tragödie des Zweiten Weltkriegs die Menschen noch immer der Meinung waren, Hitler wäre eigentlich gut gewesen, er hätte nur die falschen Berater gehabt. Oder diese ganze Dollfuß-Ständestaat-Notalgie. Die verbinden damit eben diese Hans-Moser-Geschichte eines gemütlichen, abgeschlossenen Förster-von-Silberwald-Österreich, wo man in den 50ern die ganze 30er-Jahre-Ästhetik wieder aktiviert hat. Das war kein modernes Flair in der Kunst. Der erfolgreichste Film war der „Förster vom Silberwald“ in den 50ern, wo man die Gegenwart völlig ausgeblendet hat mit dem Blick auf die heile Zeit VOR Hitler – das war ein „kleiner Ausrutscher“. Eigentlich ist das schönste eine Wachauer Tracht und wir singen schön, Trapp-Familien-Lieder und gehen auf die Berge und trinken das frische österreichische Wasser und lassen ja keinen rein, außer er bringt viel Geld und geht bald wieder.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar23_Modernisierungsverlierer.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<strong>Auch hier war Fischer ja nicht wahnsinnig engagiert auf der EU-Ebene, er macht die EU nicht zum Thema, er bringt sie den Leuten nicht näher – du lebst es eigentlich nicht.</strong></p>
<p>Der Fischer hat das ja nie gelebt. Wenn man ihn kennt, und ich kenne ihn von früher, dann war er – und das ist ein idealer Bundespräsident – immer ein sehr großer Kompromissmensch. Kompromisse müssen geschlossen werden, das ist klar. Er hatte immer einen sehr guten Instinkt für den Hauptkompromiss. Fischer bewegt sich eigentlich sehr in der rechten Mitte, nicht der linken. Er ist im Grund genommen ein Vertreter dieser 65% eher wertkonservativen Untertanen-Österreicher. Den Instinkt hat er.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar24_UntertanenOesterreicher.mp3">Podcast - podwal</a>
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<h2>„Das Reich des Herrn Dichand ist die Wirklichkeit!“</h2>
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<p>Warum er eigentlich vom Geruch her bei den 45% ist: Du kannst gegen diese Bevölkerung mit keiner noch so modernen Theorie an. […] Das Reich des Herrn Dichand mit seiner Mehrheit der Mitte-Rechts-Österreicher: das ist die Wirklichkeit! Was natürlich für junge Menschen, die mehr wollen, eine Katastrophe ist, weil es ein Hemmschuh ist – für jeden von uns, für die Bildung, für die Sozialpolitik, für die Ökonomie, für alles &#8211; weil sie gegen diese Bewegung der Geschichte ist. Wenn man sich überlegt, wie wenig die Jugend da ist – und was das wieder für eine Jugend ist!</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar25_Wirklichkeit.mp3">Podcast - podwal</a></div>
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<h2>„Absurdität ist der Inhalt der Politik – aber kein zukunftsträchtiges Programm“</h2>
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<strong>Da muss ich ein bisschen widersprechen. Mir fällt auf, seit ich da engagiert bin, wie viel da wäre – nur, das findet alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit und noch schlimmer unter Ausschluss der Parteien statt. Die Jugendorganisationen der Parteien sind Verdummungsorganisation, die diese Leute so auf Parteikurs bringen, dass im Endeffekt eine Laura Rudas rauskommt […]</strong></p>
<p>Vor allem, die SPÖ weiß das nicht! Wenn ich einem junge Menschen sag, was hältst du von der Jugend, dann schlagen die die Hände über dem Kopf zusammen – und die SPÖ glaubt, das ist die Vertreterin des Jungseins. Sie haben solche Scheuklappen, sie haben einfach keine offene Politik und wenn sie so weitertun wird es sie plötzlich gar nicht mehr geben. Absurdität ist der Inhalt der Politik, aber kein zukunftsträchtiges Programm!<br />
[…]</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/Kramar26_Absurditaet.mp3">Podcast - podwal</a></div>
<div id="div-posting"><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></div>
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		<title>neuwal im Gespräch mit Rudolf Gehring (CPÖ): Über Politik, Guido Westerwelle, Lifeball und Kirche #bp2010</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 10:45:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
				<category><![CDATA[#bp2010]]></category>
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		<category><![CDATA[Rudolf Gehring]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Ideen hat Rudolf Gehring für Österreich, wie sieht er eine gleichgeschlechtliche Ehe und alternative Lebensformen, wie wird er den deutschen Außenminister Westerwelle empfangen und kann er sich vorstellen, den Ehrenschutz beim Lifeball zu übernehmen? Gibt es eine Lösung für die Ortstafel-Fragen und wie sieht sein Engagement in der Tagespolitik aus?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F12%2Fneuwal-interview-rudolf-gehring-cpoe-guido-westerwelle-lifeball-politik%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F12%2Fneuwal-interview-rudolf-gehring-cpoe-guido-westerwelle-lifeball-politik%2F" height="61" width="51" /></a></div><blockquote><p>Welche Ideen hat Rudolf Gehring für Österreich, wie sieht er eine gleichgeschlechtliche Ehe und alternative Lebensformen, wie wird er den deutschen Außenminister Westerwelle empfangen und kann er sich vorstellen, den Ehrenschutz beim Lifeball zu übernehmen? Gibt es eine Lösung für die Ortstafel-Fragen und wie sieht sein Engagement in der Tagespolitik aus?</p>
<p>&raquo; <a href="#interview">Antworten darauf gibt&#8217;s im neuwal Gespräch mit Rudolf Gehring</a>
</p></blockquote>
<p>Ich traf den Bundespräsidenten-Kandidaten <a href="http://rudolf-gehring.at/" target="_blank">Dr. Rudolf Gehring</a> von der <a href="http://www.christlicheparteioesterreichs.at/" target="_blank">Christlichen Partei Österreich (CPÖ)</a> am Dienstag, 6. April 2010. Um 18:00 startete sein Wahlkampf mit einem Gottesdienst und anschließend gab es die Wahlkampfkundgebung in der <a href="http://www.zoegernitz.com/" target="_blank">Residenz Zögernitz</a> in Wien/Döbling.</p>
<p>Ich wurde von Hr. Gehring und seinen Unterstützern sehr freundlich aufgenommen und möchte mich für die Gesprächsbereitschaft, das Interview und die Diskussion &#8211; auch unter dem Publikum &#8211; bedanken.</p>
<p><a href="http://neuwal.com/index.php/2010/04/12/neuwal-interview-rudolf-gehring-cpoe-guido-westerwelle-lifeball-politik/neuwal-gehring-002/" rel="attachment wp-att-2180"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/neuwal.gehring.002-556x373.jpg" alt="neuwal in Gespräch mit Rudolf Gehring (CPÖ) - (CC) neuwal.com" title="neuwal.gehring.002" width="556" height="373" class="alignnone size-medium wp-image-2180" /></a></p>
<h2>Der Wahlkampfauftakt</h2>
<p>Gehring zeigte sich stolz, dass er 8.000 von den erforderlichen 6.000 Unterstützungserklärungen vorweisen kann und schickt ein &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vergelt%E2%80%99s_Gott" target="_blank">Vergelts Gott</a>&#8221; an sein Publikum.</p>
<p>Zu Beginn wies er darauf hin, dass die Unterstützungserklärungen unter schwierigen und schikanösen Umständen zustande gekommen sind: Der Unterstützungsmodus hat sich in den Monaten vor der Wahl geändert.</p>
<p>Er positioniert sich als direkter Konkurrent zum amtierenden Bundespräsidenten Heinz Fischer. Er bewirbt sich als Alternative zu altsozialistischer Politik und Rosenkranz&#8217;s deutschnationalem Gedankengut. Gehring sieht sich als &#8220;Staatsnotar&#8221;, als starke mächtige Stimme für die Bürger und möchte &#8220;die Situation des Vaterlandes sodefinieren, wie es die Väter unserer Verfassung vorgesehen haben.&#8221;<span id="more-2150"></span></p>
<p>In seiner Ansprache hebt er <strong>vier Punkte</strong> hervor.</p>
<ul>
<li>Bei der derzeitigen Bundesregierung sieht Gehring derzeit nicht die Kraft, sich für die Bewältigung der <strong>Wirtschaftskrise</strong> einzusetzen und fragt, &#8220;wo der Bundespräsident ist, der den Weg, Mut und Zuversicht zeigt?&#8221;</li>
<li>Viele Österreicher fühlen sich in ihrer Kultur bedroht. Das Publikum applaudiert als er mehr Mut, Schutz und Zuversicht in Fragen der <strong>Ausländerpolitik</strong> verlangt. Er fordert eine Trennung zwischen jenen die arbeitswillig sind und jenen, die die Segnungen des Wohlfahrtsstaates ausnutzen. </li>
<li>Im Bereich des <strong>Glaubens</strong> zeigt sich Gehring über die Gefährdung des christlichen Abendlandes besorgt und verweist auf den islamischen Einfluß. </li>
<li><strong>Familie und Kinder</strong> sind die wichtisten Bestandteile in der Gesellschaft. Gehring möchte ein Sprachrohr für die Ungebohrenen sein: &#8220;Kinderlachen ist die Musik der Zukunft.&#8221; Er hebt hervor, dass eine Abtreibung oft wegen Urlaubspläne oder Karriere vorgezogen wird und lehnt diese strikt ab. </li>
</ul>
<p>Gehring zeigt in seiner Ansprache am Ende trotzdem optimistisch für dieses Land und unterstreicht dies mit einem Zitat von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Figl" target="_blank">Leopold Figl</a>, dass er während den finsteren Stunden des 2. Weltkriegs teilte: <a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Leopold_Figl" target="_blank">&#8220;Ich glaube an dieses Österreich!&#8221;</a></p>
<p>&raquo; <a href="http://wahltotal.at/questions/625" target="_blank">Das Wahlkampfauftakt-Video von Rudolf Gehring auf ichmachpolitik.at</a></p>
<p><object width="555" height="373"><param name="movie" value="http://wahltotal.at/embed_q_id/625"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://wahltotal.at/embed_q_id/625" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="555" height="373"></embed></object></p>
<p><a name="interview"></a><br />
<h2>&#8220;Realistisch ist das Erreichen des zweiten Wahldurchgangs.&#8221;</h2>
<div id="div-posting"><strong>Dieter Zirnig (neuwal): Was motiviert und begeistert sie, bei einer Bundespräsidentenwahl anzutreten? (Frage von neuwal-Leser Jim)</strong></p>
<p>Dr. Rudolf Gehring (CPÖ): Der Wahlgewinn. Realistisch wird das Erreichen des zweiten Wahldurchgangs. Das ist mein Wahlziel. Ich möchte in der Ausgangsposition der Zweite sein.</p>
<p>Der Hauptgrund, warum ich kandidiere ist die Sorge um die Zukunft unseres Landes. Es gibt viele Dinge, die verbessert werden können.</p>
<p>Es hat lange Zeit ausgesehen, als ob es nur einen Kandidaten gibt. Das wäre allerdings keine Wahl geworden. Daher möchte ich den Bürgern eine Wahlmöglichkeit anbieten.</p>
<p>Es ist auch die Erkenntnis, dass die höchsten Ämter in der Republik von den Parteien bereits vorab besprochen sind. Es ist auffällig, dass die ÖVP ihren aussichtsvollen Kandidaten Erwin Pröll wieder zurückgezogen hat.</p>
</div>
<h2>&#8220;Das neue Österreich&#8221; muß ein Land des Friedens sein.</h2>
<div id="div-posting"><strong>Sie sprechen von Sorgen um die Zukunft des Landes. Was sind ihre Ideen für Österreich &#8211; was möchten sie verändern?</strong></p>
<p>Dieses Österreich, unsere gemeinsame Heimat, muß vorallem ein Land mit großer sozialer Kompetenz sein.</p>
<p>Die Stärke muß die Sorge um die Menschen in diesem Land sein. Es geht um Menschen, die benachteiligt sind und die in Armut oder an der Armutsgrenze leben.</p>
<p>Für die muß man sehr viel tun.  Ich denke dabei auch an Ungeborene, an Familien und an die wirtschaftlich benachteiligten Personen, den Arbeitslosen.<br />
Vor uns steht eine ganz große soziale Aufgabe.</p>
<p>Ich möchte, daß die Menschen und Grundrechte lückenlos gesichert sind ebenso wie das Menschenrecht auf Leben.</p>
<p>Dieses &#8220;neue Österreich&#8221;, so wie ich es bezeichne, muß auch ein Land des Friedens sein. Frieden ist das Ergebnis von Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Wenn diese vielen Ungerechtigkeiten in unserem Gesellschaftssystem nicht beseitigt werden, besteht die Gefahr von Konflikten.</p>
<p>Weiters muß es für die Bürger mehr Rechte und Mitbestimmung geben. Ein Bundespräsident darf daher auch keine scheu vor Volksabstimmungen haben, so wie es beim EU-Vertrag war. Auch bei einem EU-Beitrittswunsch der Türkei muß eine Befragung durchgeführt werden.</p>
</div>
<div id="div-posting"><strong>Was verstehen sie unter &#8220;sozialen Aufgaben&#8221; und wie sehr unterscheiden sie sich dabei von Heinz Fischer?</strong></p>
<p>Der derzeitige Bundespräsident dürfte den Begriffsinhalt von &#8220;sozial&#8221; nicht verstehen oder er will ihn nicht verstehen. Er ist ein &#8220;Sozialist&#8221; und das ist etwas ganz anderes als ein sozial denkender Mensch.</p>
<p>Ein Sozialist glaubt, der Staat kann alles besser: Der Staat kann besser die Kinder erziehen oder besser wirtschaften.<br />
Sozial &#8211; so wie es der ur-christliche Begriff ist &#8211; heißt das Wohl des Nächsten und der Gemeinschaft im Auge behalten.</p>
<p>Und so verstehe ich &#8220;sozial&#8221;.<br />
Dabei darf man auch nicht an die Sozialtarife bei der Eisenbahn denken. Das ist auch etwas anderes.</p>
</div>
<div id="div-posting"><strong>Sozialisten glauben, der Staat kann alles besser<br />
Was denken Christen &#8211; kann es die Kirche besser?</strong></p>
<p>Die Kirche hat keine Staatsaufgaben &#8211; sie hat seelsorgerische Aufgaben.<br />
Ich halte die Trennung Kirche und Staat ganz strikt ein.</p>
<p>Die Aufgaben der Kirche sind ganz andere.</p>
<p><strong>Das heißt, sie trennen Kirche und Staat?</strong></p>
<p>Jawohl.</p>
<p><strong>Was bedeutet das für sie?</strong></p>
<p>Das bedeutet, dass die Kirche &#8211; die geweihten Bischöfe und Priester &#8211; keine staatlichen Ämter und Funktionen bekleiden dürfen und umgekehrt.</p>
</div>
<div id="div-posting"><strong>Wie verträgt sich ein Gottesdienst im Rahmen des Wahlkampfauftaktes?</strong></p>
<p>Ich bin ein gläubiger Christ und Katholik und versuche so oft wie möglich die heilige Messe zu feiern.<br />
Daher ist es auch bei diesem Wahlkampfauftakt völlig normal, dass ich in den Gottesdienst gehe.<br />
Das ist das, was jeder Gläubige immer wieder tun sollte.<br />
Und das ist auch meine Vorbildwirkung in diese Richtung.</p></div>
<div id="div-posting"><strong>&#8220;Ein Land ohne Gott hat keine Zukunft&#8221; habe ich im Standard gelesen. Können sie sich vorstellen, Jugendliche zum Glauben zu bewegen und ist das etwas, dass sie im Rahmen ihres Amtes ausüben wollen?</strong></p>
<p>Die Jugendlichen zum Glauben zu bringen ist nicht die Aufgabe des Bundespräsidenten.</p>
<p>Hier gilt die Trennung von Staat und Kirche.</p>
<p>Der Bundespräsident kann für die Jugend ein Vorbild sein und das werde ich auf jeden Fall sein.<br />
Ein Vorbild, das sowohl das Religiöse als auch die weltlichen Bereiche in den Werten Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Treue betrifft.</p>
<p>Daran glaube ich und damit kann ich auch als moralische Autorität die Jugend ansprechen und sie von einem anderen Weg überzeugen, als dass er jetzt gegangen wird.</p>
</div>
<h2>Eine Ehe ist nur zwischen Mann und Frau denkbar, sinnvoll und richtig.</h2>
<div id="div-posting"><strong>Ein anderer Weg, den manche Menschen gehen, ist jener in alternative Lebensformen.<br />
Ein Großteil meines Freundes- und Bekanntenkreises ist nicht verheiratet, hat keine Kinder, lebt in offenen, gleichgeschlechtlichen oder in polyamoren Beziehungen. Wie stehen sie diesen alternativen Lebensformen gegenüber?</strong></p>
<p>Jeder kann seine Lebensform frei wählen.<br />
Kein Politiker und Bundespräsident ist da, um in die persönliche Lebensgestaltung eines Menschens einzugreifen. Wie ein Mensch sein persönliches Leben gestaltet und wovon er überzeugt ist, hat er alleine als Einzelmensch und vor seinem Gewissen zu verantworten.<br />
Wenn er gläubig ist, auch vor dem Herrgott.</p>
<p>Ich halte nichts von Vorschriften in diesem Bereich.<br />
Daher habe ich vollsten Respekt vor Menschen, die sich Homosexuell fühlen. Das ist zu achten und zu respektieren.</p>
<p>Aber. Es gibt für gleichgeschlechtliche Paare keine Ehe oder ehe-änliche Form; es gibt auch keine Adoption.<br />
Eine Ehe ist nur zwischen Mann und Frau denkbar, sinnvoll und richtig.</p></div>
<h2>Homosexualität ist eine nicht von Gott gewollte Lebensform.</h2>
<div id="div-posting"><strong>Ist das nicht völlig irrational und widersprüchlich, dass man Homosexuellen konservative und christliche Lebenswerte verweigert. Ist es nicht im christlichen Sinn sinnvoll, Homosexuelle auch den christlichen Lebensstil zu gewähren &#8211; im Sinne von Adoption und Ehe? (Frage von neuwal-Leser Manuel Wagner)</strong></p>
<p>Das ist ganz einfach: Schauen sie sich die Bibel an.<br />
Ich nehme an, die Christen gehen von der Bibel aus.</p>
<p>Es gibt Passagen über Homosexualität: Das ist eine nicht von Gott gewollte Lebensform.<br />
Daher ist es nicht möglich, dieses miteinander in Beziehung zu bringen.</p>
</div>
<h2>Aber das mit dem Herrn Westerwelle finde ich eine gewisse Provokation.</h2>
<div id="div-posting"><strong>Wie würden sie den deutschen Außenminister Guido Westerwelle empfangen.<br />
Auch in Begleitung?</strong></p>
<p>Nein.<br />
Die begleitende Person des Außenministers Westerwelle hat keine politische Funktion und keine Legitimation den Staat zu vertreten.<br />
Daher würde ich das ablehnen.</p>
<p><strong>Wie würden sie die deutsche Bundeskanzlerin empfangen?<br />
Auch in Begleitung?</strong></p>
<p>Ich kenne die privaten Situationen von jedem Staatsoberhaupt nicht.<br />
Aber das mit dem Herrn Westerwelle finde ich eine gewisse Provokation.</p>
<p><strong>Führen sie die Provokation auf das nicht ganz so perfekte Englisch von Herrn Westerwelle zurück oder wie kann ich das verstehen?</strong></p>
<p>Jeder Politiker soll in seiner Muttersprache reden, auch der Herr Westerwelle.<br />
Das hat mit dem nichts zu tun.</p>
<p>Aber wenn er seinen Lebensfreund mitnimmt &#8211; das hat mit der Sprache nichts zu tun.</p>
<p><strong>Also, die Provokation hat mit dem Lebensfreund zu tun?</strong></p>
<p>Ja, sicher.<br />
Es ist eine Provokation.<br />
Und so empfinde ich das auch.</p>
<p>Aber nicht nur ich.<br />
Das sehen Millionen von Menschen in ganz Europa so.</p></div>
<h2>Der Lifeball ist eine unsinnige Einrichtung.</h2>
<div id="div-posting"><strong> Können sie sich vorstellen, den Ehrenschutz beim Lifeball zu übernehmen, falls man sie dazu einlädt?</strong></p>
<p>Niemals.<br />
Der Lifeball ist eine unsinnige Einrichtung.<br />
Hier wird mit der Not von Menschen &#8211; hier geht es hauptsächlich um AIDS &#8211; eine Show gemacht.<br />
Und es wird auch die Situation gefördert, die mit eine große Ursache für diese Krankheit ist.</p>
<p>AIDS ist nicht angeboren, AIDS bekommt man durch falschen sexuellen Umgang mit anderen Menschen.</p>
<p>Nein. Zum Lifeball werde ich nicht gehen und werde auch niemals einen Ehrenschutz übernehmen.</p></div>
<div id="div-posting"><strong> Mit Frau Rosenkranz wird das Thema rund um den Nationalsozialismus negativ diskutiert.<br />
Wie können sie sich vorstellen, zur Aufklärung und zum besseren Verständnis beizutragen?</strong></p>
<p>Das NS-Verbotsgesetz hat in vollem Umfang uneingeschränkt zu wirken.<br />
Aufklärung hat vor allem über die Schulen und über den Geschichtsunterricht zu erfolgen.</p></div>
<h2>Ein wichtiger Aspekt ist der gerechte und wahrhaftige Umgang mit unserer Geschichte</h2>
<div id="div-posting"><strong> Wie würden sie als Bundespräsident zu innenpolitischen Themen stehen. Sind die Ortstafeln in Kärnten ein Thema wo sie aktiv eine Lösung finden?</strong></p>
<p>Der Bundespräsident darf sich mit jedem Thema das gesellschaftspolitisch von Bedeutigung ist beschäftigen.<br />
Eines ist klar: Der Bundespräsident wird auch in Zukunft die Bundesregierung nicht ersetzen. Das Überamt über alle wird es nicht sein und ist auch nicht sinnvoll. Der Bundespräsident ist eine gut gemeinte Ergänzung zur Regierung.</p>
<p>Zur Frage der Ortstafeln: Generell gilt für mich, dass Frieden dort ist, wo es Gerechtigkeit, Nächstenliebe und einen liebevollen Umgang miteinander gibt. Ein wichtiger Aspekt ist der gerechte und wahrhaftige Umgang mit unserer Geschichte.</p>
<p>Wenn wir das gemeinsam tun, werden die Ortstafeln sowie die zuvor angesprochene NS-Zeit nicht das Problem sein.</p></div>
<h2>Eine Kultur darf die andere nicht zerstören.</h2>
<div id="div-posting"><strong>Zum Thema Gerechtigkeit und Nächstenliebe: Ich war in einigen Ländern mit den verschiedensten Kulturen und vielen sichtbaren Religionen. Ich hörte die Glocken läuten, während der Muezzin dazu betete. Das ist doch ein schönes Bild, oder?</strong></p>
<p>Ich habe soetwas noch nicht gesehen und ich weiß nicht, wo sie dieses Bild gesehen haben. Ich glaube, da steht ein bisschen Fantasie dahinter.<br />
Ich kann Ihnen nicht beipflichten, dass es das derzeit weltweit gibt.</p>
<p>Grundsätzlich bin ich ein strenger Verfechter der Religionsfreiheit: Alle Religionen haben das Recht ihre Religion auszuüben. Auch in Österreich.</p>
<p>Nur, Minarette sind für die Religionsausübung nicht notwendig &#8211; Gebetsräume schon. In Wien befinden sich eine Menge davon in alten Gasthöfen und Geschäftsräumen, die haben alle kein Minarett.</p>
<p>Daher sage ich nein zu Minaretten und ja zu Gebetsräumen für alle Religionen.</p></div>
<div id="div-posting"><strong>Sollte nicht jeder Mensch das Recht haben dort zu leben, wo es ihm gut und besser geht?<br />
Dort, wo er lebt das Recht haben mitzuentscheiden und die Kultur im jeweiligen Land mitgestalten?<br />
Lernen wir nicht durch andere Kulturen und bringen sie uns weiter?</strong></p>
<p>Sie müssen bei der Frage aufpassen, dass nicht eine Kultur die andere zerstört.<br />
Das wäre schlecht und ist nicht der Sinn.</p>
<p>Das eine oder andere bereichernd wirken, mag gut sein.<br />
Ich halte es aber für keine gute Entwicklung, wenn eine Kultur die andere zu dominieren beginnt.</p></div>
<p><a href="http://neuwal.com/index.php/2010/04/12/neuwal-interview-rudolf-gehring-cpoe-guido-westerwelle-lifeball-politik/neuwal-gehring-001/" rel="attachment wp-att-2181"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/neuwal.gehring.001-556x373.jpg" alt="neuwal im Gespräch mit Rudolf Gehring - (CC) neuwal.com" title="neuwal im Gespräch mit Rudolf Gehring - (CC) neuwal.com" width="556" height="373" class="alignnone size-medium wp-image-2181" /></a></p>
<h2>Parteienfilz und Dominanz der Parteienapparate. Das Gesprächsklima sollte gepflegt werden.</h2>
<div id="div-posting"><strong>Es gibt auch die politische Kultur. Wie sehen sie diese in Östereich?</strong></p>
<p>Wir haben einen Parteienfilz und eine große Dominanz der Parteienapparate.<br />
Der Proporz ist negativ &#8211; gut ist das Gesprächsklima zwischen den Gruppen.<br />
Das sollte auch gepflegt werden.</p>
</div>
<div id="div-posting"><strong> Gepflegt werden kann auch die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl. Wie können sie sich vorstellen, die WählerInnen für diese Wahl zu motivieren?</strong></p>
<p>Meine Aufgabe wird es sein, in der Öffentlichkeit ganz stark aufzuzeigen, damit sich die Wähler nicht von der Wahl abhalten lassen.</p>
<p>Man sollte den Politikern klar sagen, dass Weisswählen &#8211; also sich nicht zu entscheiden &#8211; das demokratiepolitisch schlechteste ist. Es ist für mich nicht verständlich, dass dies von erfahrenen Politikern empfohlen wird.</p>
<p>Ich befürchte, dass man es dem amtierenden Bundespräsidenten relativ leicht machen will. Daher wird empfohlen, eben nicht zu wählen.</p>
<p>Das ist eine Tendenz: In den letzten Jahren wird versucht, die Bürger von der Mitbestimmung und von Wahlen so groß wie möglich fern zu halten.<br />
Es gibt keine Volksabstimmung, obwohl es die Verfassung verlangt; die Nationalratswahl wurde auf fünf Jahre verlängert, damit man noch länger ungestört regieren kann; der Bundespräsident kommt mit dem Vorschlag, die Amtszeit auf 8 Jahre zu verlängern. Damit auch da die Bürger bei der Wahl vielleicht nicht stören und etwas anderes wollen.</p>
<p>Das ist nicht meine Vorstellung von Bürgerbeteiligung und Bürgerbestimmung.</p>
</div>
<h2>Bürgerbeteiligung: So oft wie möglich</h2>
<div id="div-posting"><strong>Was ist ihre Vorstellung von Bürgerbeteiligung?</strong></p>
<p>So oft wie möglich und bei so vielen Dingen wie möglich.</p>
<p>Derzeit werden viele Anliegen von den Parteiapparaten aus der politischen Diskussion ferngehalten.<br />
Es kommt gar nicht zu einer Bürgerbeteiligung &#8211; es wird in kleinem Kreis entschieden. Es wird kein &#8220;Thema&#8221;, daher gehen diese Anliegen unter und werden nicht diskutiert.</p>
<p>Die Folge daraus ist die Politikverdrossenheit. Das ist das gefährliche daran und die falsche Entwicklung.<br />
Je weniger Bürger mitbestimmen können, umso weniger sehen sie eine Chance hinzugehen und mitzubestimmen.</p>
<p>Da sollte zu denken geben &#8211; das Gegenteil soll sein. Unser Ziel muß doch sein, dass die Bürger aktiv am Geschehen teilnehmen und mitbestimmen.</p>
</div>
<h2>Jede Zensur ist ein Übel</h2>
<div id="div-posting"><strong> Sich &#8220;aktiv am Geschehen zu beteiligen&#8221; ist digital derzeit im Internet möglich: Facebook, Twitter und Blogs. Wie denken sie über internetzensur, sperre von Websites und Datenschutz? (Frage von neuwal-Leserin nina)</strong></p>
<p>Jede Zensur ist ein Übel. Das war schon bei Metternich in der Monarchie so.<br />
Daher ist jede Zensur nicht in Ordnung. Das ist etwas Negatives.</p></div>
<div id="div-posting"><strong>Herr Gehring, vielen herzlichen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die kommende Zeit und alles gute für die Wahl!</strong></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Niedriges Niveau für das höchste Amt im Staat</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2010/04/11/niedriges-niveau-fur-das-hochste-amt-im-staat/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 16:49:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Egger</dc:creator>
				<category><![CDATA[#bp2010]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[die christen]]></category>

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		<description><![CDATA[Österreichs Kandidaten für das höchste Amt im Staate sagen mehr über das Land aus als zahlreiche  schlaue Studien und politische Abhandlungen. Einem verdienten Routinier, der scheinbar zum gemütlichen Repräsentatieren geboren wurde, stehen zwei verschrobene Außenseiter ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F11%2Fniedriges-niveau-fur-das-hochste-amt-im-staat%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F11%2Fniedriges-niveau-fur-das-hochste-amt-im-staat%2F" height="61" width="51" /></a></div><p>Österreichs Kandidaten für das höchste Amt im Staate sagen mehr über das Land aus als zahlreiche  schlaue Studien und politische Abhandlungen. Einem verdienten Routinier, der scheinbar zum gemütlichen Repräsentatieren geboren wurde, stehen zwei verschrobene Außenseiter auf verlorenem Posten gegenüber.</p>
<p><a href="http://neuwal.com/index.php/2010/04/11/niedriges-niveau-fur-das-hochste-amt-im-staat/"><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/neuwal.hofburg.reza-vaziri-500x373.jpg" alt="Hofburg (by reza vaziri from http://www.flickr.com/photos/rezavaziri/286437371/)" title="Hofburg (by reza vaziri from http://www.flickr.com/photos/rezavaziri/286437371/)" width="500" height="373" class="alignnone size-medium wp-image-2146" /></a></p>
<p>Klarer als bei anderen Wahlen wird deutlich, was Österreichs Parteien von Demokratie halten, wenn sie ihnen nicht direkt von Nutzen ist: wenig. Das ist eine gefährliche Entwicklung. Wenn Parteien, die (im internationalen Vergleich) viel Steuergeld dafür verwenden, ihr Volk zu regieren, sich nur noch jenen Abstimmungen stellen und nur noch jene politischen Wahlen mitmachen, in denen sie dank klaerer Favoritenrollen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen, ist die Politik am Ende. So weit ist es natürlich bei nüchterner Betrachtung noch nicht &#8211; ein mehr als schaler Beigeschmack durchzieht jedoch die Bundespräsidentenwahl.</p>
<p>Ihren Ausgang nahmen die seltsamen Entwicklungen, als sowohl ÖVP als auch Grüne auf einen Hofburg-Kandidaten verzichteten und sich die FPÖ noch nicht für Rosenkranz entschieden hatte.</p>
<p>Aus parteipolitischer Sicht verständlich: Schwarze wie Grüne wollten keine der (rar gesäten) Kandidaten für hohe politische Ämter in einer aussichtslosen Wahl „verheizen“, die Blauen haben versucht, aus dieser Situation Wählerkapital zu schlagen.</p>
<p>Das ist schiefgegangen. Hochrangige ÖVP-Politiker haben Erklärungsnotstand, warum sie sich gegen den überparteilich antretenden Fischer stellen oder gar einen der Randgruppen-Kandidaten unterstützen, und Heinz-Christian Strache rudert nach Kräften zurück, seit sich Rosenkranz als (wenig überraschend) nicht mehrheitsfähiger Schuß in den Ofen erwiesen hat &#8211; Krone-Unterstützung hin oder her!</p>
<p>Was bleibt, sind ein beschädigtes Präsidentenamt sowie ein durch seine seltsamen Gegenkandidaten und koalitionäre Machtspielchen politisch isolierter amtierender Bundespräsident.</p>
<p>Wer die Ansprüche an das Amt des Bundespräsidenten mit den Profilen der Kandidaten vergleicht, kommt schnell zu dem Schluss, dass es sich &#8211; erneut &#8211; um eine Wahl ohne Wahlmöglichkeit handelt</p>
<p>Umso bedenklicher sind unreflektierte Empfehlungen, „alles außer Fischer“ oder „am besten Weiß“ zu wählen. Es bleibt zu hoffen, dass die Wähler wieder einmal schlauer sind als jene Bauernfänger, die mit unlauteren Mitteln um ihre Stimme rittern.</p>
<p>Österreichs Kandidaten für das höchste Amt im Staate sagen mehr über das Land aus als zahlreiche  schlaue Studien und politische Abhandlungen.</p>
<p>Einem verdienten Routinier, der scheinbar zum gemütlichen Repräsentatieren geboren wurde, stehen zwei verschrobene Außenseiter auf verlorenem Posten gegenüber.</p>
<p>Klarer als bei anderen Wahlen wird deutlich, was Österreichs Parteien von Demokratie halten, wenn sie ihnen nicht direkt von Nutzen ist: wenig.</p>
<p>Das ist eine gefährliche Entwicklung. Wenn Parteien, die (im internationalen Vergleich) viel Steuergeld dafür verwenden, ihr Volk zu regieren, sich nur noch jenen Abstimmungen stellen und nur noch jene politischen Wahlen mitmachen, in denen sie dank klaerer Favoritenrollen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen, ist die Politik am Ende.</p>
<p>So weit ist es natürlich bei nüchterner Betrachtung noch nicht &#8211; ein mehr als schaler Beigeschmack durchzieht jedoch die Bundespräsidentenwahl.</p>
<p>Ihren Ausgang nahmen die seltsamen Entwicklungen, als sowohl ÖVP als auch Grüne auf einen Hofburg-Kandidaten verzichteten und sich die FPÖ noch nicht für Rosenkranz entschieden hatte.</p>
<p>Aus parteipolitischer Sicht verständlich: Schwarze wie Grüne wollten keine der (rar gesäten) Kandidaten für hohe politische Ämter in einer aussichtslosen Wahl „verheizen“, die Blauen haben versucht, aus dieser Situation Wählerkapital zu schlagen.</p>
<p>Das ist schiefgegangen. Hochrangige ÖVP-Politiker haben Erklärungsnotstand, warum sie sich gegen den überparteilich antretenden Fischer stellen oder gar einen der Randgruppen-Kandidaten unterstützen, und Heinz-Christian Strache rudert nach Kräften zurück, seit sich Rosenkranz als (wenig überraschend) nicht mehrheitsfähiger Schuß in den Ofen erwiesen hat &#8211; Krone-Unterstützung hin oder her!</p>
<p>Was bleibt, sind ein beschädigtes Präsidentenamt sowie ein durch seine seltsamen Gegenkandidaten und koalitionäre Machtspielchen politisch isolierter amtierender Bundespräsident.</p>
<p>Wer die Ansprüche an das Amt des Bundespräsidenten mit den Profilen der Kandidaten vergleicht, kommt schnell zu dem Schluss, dass es sich &#8211; erneut &#8211; um eine Wahl ohne Wahlmöglichkeit handelt.</p>
<p>Umso bedenklicher sind unreflektierte Empfehlungen, „alles außer Fischer“ oder „am besten Weiß“ zu wählen. Es bleibt zu hoffen, dass die Wähler wieder einmal schlauer sind als jene Bauernfänger, die mit unlauteren Mitteln um ihre Stimme rittern.</p>
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		<title>Kirche distanziert sich von Gehring</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 17:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F08%2Fkirche-distanziert-sich-von-gehring%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F08%2Fkirche-distanziert-sich-von-gehring%2F" height="61" width="51" /></a></div><p>Der Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ) sorgte schon mit seinen Aussagen zu z.B. Homosexualität und Abtreibung kurz nach Bekanntwerden seines Antritts zur Bundespräsidentenwahl. Dabei blieb er aber grundsätzlich ja bei der Linie der Kirche, als dessen Vertretung er sich auf politischer Ebene sieht.</p>
<p><img src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/04/neuwal.gehring.sugarmelon.0-556x373.jpg" alt="Rudolf Gehring (neuwal.com) - CC by sugarmelon" title="Rudolf Gehring (neuwal.com) - CC by sugarmelon" width="556" height="373" class="alignnone size-medium wp-image-1954" /></p>
<p><span id="more-1935"></span></p>
<p>Dass er vergangenen Dienstag in einer Kirche seinen Wahlkampfauftakt feierte, passt da ganz gut ins Bild. Diese Feier beschlossen hat er ja bekanntlich mit den Worten &#8220;Gott schütze Österreich&#8221;, was vielleicht nur zufällig die gleichen Worte waren, mit der Schuschnigg, im austrofaschistischen Österreich als diktatorisch regierender Kanzler, kurz vor dem Einmarsch der Deutschen, seine Amtszeit via Rundfunk beendete.</p>
<p>Als Vertreter der Christen Österreichs sieht sich Gehring selbst. Aber die Kirche? Die distanziert sich nun von ihm, wie u.a <a href="http://diepresse.com/home/politik/hofburgwahl/556947/index.do?_vl_backlink=/home/politik/hofburgwahl/index.do">Die Presse</a> und <a href="In dem Rundschreiben betont Schuster laut Kathpress, dass "jede Instrumentalisierung des Gottesdienstes und kirchlicher Gebäude für politische Zwecke entschieden abzulehnen ist und dass Parteipolitik aller Art im engeren kirchlichen Bereich keinen Platz hat". Und weiter hält der Generalvikar fest: "Parteipolitik hat im gottesdienstlichen Raum nichts verloren."">orf.at</a> schreiben.</p>
<blockquote><p>In dem Rundschreiben betont Schuster laut Kathpress, dass &#8220;jede Instrumentalisierung des Gottesdienstes und kirchlicher Gebäude für politische Zwecke entschieden abzulehnen ist und dass Parteipolitik aller Art im engeren kirchlichen Bereich keinen Platz hat&#8221;. Und weiter hält der Generalvikar fest: &#8220;Parteipolitik hat im gottesdienstlichen Raum nichts verloren.&#8221; (orf.at)</p></blockquote>
<p>Wobei er im Anschluss trotzdem erklärte, dass Christen <em>natürlich </em>grundsätzlich zum politischen Engagement aufgerufen. Man dürfe dafür aber nicht die Autorität der Kirche in Anspruch nehmen, sondern müsse in eigener Verantwortung handeln.</p>
<p>Rudolf Gehring weist die Vorwürfe zurück:</p>
<blockquote><p>Diese Kritik wies Gehring am Donnerstag zurück: &#8220;Man wird mir meinen Glauben nicht einschränken.&#8221; Er habe die Parteipolitik aus der Kirche &#8220;völlig&#8221; herausgehalten, und er würde auch als Bundespräsident immer wieder in die Messe gehen. (diepresse.com)</p></blockquote>
<p>Überrascht es, dass die Kirche Abstand von ihrem vermeintlichen Kandidaten Rudolf Gehring nimmt? Nicht wirklich. Christliche Werte auf politischer Ebene aussprechen ist nur selten förderlich. Dann lieber im Zeichen des unbändigen Glaubens.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>neuwal im Gespräch mit Rudolf Gehring (CPÖ): Habt Ihr Fragen und Ideen? #bp2010</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 10:45:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[neuwal startet eine Interview-Reihe zur Bundespräsidentenwahl und konfrontiert Kandidaten, Politiker und Persönlichkeiten zu Ihrer Kandidatur, Ideen, Möglichkeiten und Visionen für Österreich.

Am Dienstag, 6. April 2010 laden wir Rudolf Gehring von der CPÖ zum Gespräch ein.

Habt Ihr Fragen, Inputs und Wünsche an unsere Gesprächspartner?
Schickt uns eure Themen und Ideen - wir nehmen sie auf und konfrontieren unsere Interviewpartner damit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F02%2Fneuwal-gespraech-rudolf-gehring-cpoe-fragen-bp2010%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2010%2F04%2F02%2Fneuwal-gespraech-rudolf-gehring-cpoe-fragen-bp2010%2F" height="61" width="51" /></a></div><p>Am 25. April 2010 findet die Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich statt. Neben Heinz Fischer stellen sich Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring der Wahl.</p>
<p><strong>neuwal im Gespräch mit Kandidaten, Politikern und Persönlichkeiten</strong></p>
<p><strong>neuwal</strong> startet eine Interview-Reihe zur Bundespräsidentenwahl und konfrontiert Kandidaten, Politikern und Persönlichkeiten mit Ideen, Möglichkeiten und Visionen für Österreich. Ich möchte den Dialog vorallem mit jenen Kandidaten suchen, über die ich bisher zu wenig weiß. Ich finde, dass können interessante Konfrontationen werden.<span id="more-1837"></span></p>
<p><strong>Dienstag, 6. April 2010: Interview mit Rudolf Gehring (CPÖ)</strong></p>
<p>Die Gesprächsrunde beginnt mit <strong>Rudolf Gehring</strong>, dem Kandidaten der <strong>Christlichen Partei Österreich (CPÖ)</strong>.</p>
<ul>
<li>Dienstag, 6. April 2010: neuwal im Gespräch mit Rudolf Gehring (CPÖ)</li>
</ul>
<p><strong>Habt Ihr Fragen, Inputs und Wünsche an unsere Gesprächspartner?</strong></p>
<p>Schickt uns eure Themen und Ideen &#8211; wir nehmen sie sehr gerne auf und konfrontieren damit unsere Interviewpartner. Die Antworten findet ihr anschließend hier auf neuwal.</p>
<p><!--a href="https://spreadsheets.google.com/a/neuwal.com/gform?key=tbAXaywIQ_Q41Q8PBDK7X3w&amp;gridId=0#chart" target="_blank">Alle bisher eingegebenen Fragen kannst du hier nachlesen.</a--></p>
<p><iframe src="https://spreadsheets.google.com/embeddedform?formkey=dGJBWGF5d0lRX1E0MVE4UEJESzdYM3c6MA" width="500" height="1010" frameborder="0" marginheight="0" marginwidth="0">Laden&#8230;</iframe></p>
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		<title>ORF &quot;Im Zentrum spezial&quot;</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Sep 2008 20:11:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ORF lädt alle nicht im Nationalrat vertretenen Parteien zu einem &#8220;Im Zentrum spezial&#8221;: Fritz Dinkhauser (Liste Fritz), Alfons Adam (Die Christen), Heide Schmidt (LIF), Mirko Messner (KPÖ) und Wilfried Auerbach (RETTÖ). Es werden Punkte ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F09%2F21%2Forf-im-zentrum-spezial%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F09%2F21%2Forf-im-zentrum-spezial%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><img class="alignnone" src="http://www.euxus.eu/wien/a800/56010015-haashaus-stephansplatz-wien.jpg" alt="" width="500" height="300" /></p>
<p>Der ORF lädt alle nicht im Nationalrat vertretenen Parteien zu einem &#8220;Im Zentrum spezial&#8221;: Fritz Dinkhauser (Liste Fritz), Alfons Adam (Die Christen), Heide Schmidt (LIF), Mirko Messner (KPÖ) und Wilfried Auerbach (RETTÖ). Es werden Punkte jeder Partei herausgegriffen, die nur diese Partei fordert.</p>
<p>NEUWAL hat auch hier live mitgebloggt.<br />
<span id="more-639"></span> </p>
<p><em>Frage an Heide Schmidt: Warum eine bedingungslose Grundsicherung?</em><br />
<strong> Antwort:</strong> Weil es [...] Kreativität, Selbstverantwortung fordert. Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Es soll jede und jeder bekommen. Ausgezahlt soll es nur an jene werden, die es brauchen. Jene, die nichts haben, als eine Negativsteuer. Wenn man verdient, wird es weggesteuert.<br />
<strong> Fritz Dinkhauser: </strong>Wir dürfen die Leute nicht in der Not lassen. Es gibt Wohlfahrtsarbeit, Sozialarbeit. Nicht bedingungslos. Die die übrig bleiben, bleiben sowieso übrig. Es gibt schon Möglichkeiten.  <br />
<strong> Mirko Messner:</strong> Immer mehr Menschen gibt es, die keine Aussicht haben. Das Geld ist vorhanden. Bedingungslose Grundsicherung für alle. Für jeden Menschen in der Gesellschaft. Auch der Bundeskanzler soll sie kriegen.<br />
<strong> Alfons Adam:</strong> Es funktioniert nicht, ohne dass neue soziale Ungerechtigkeiten geschehen. Gezielt ansetzen bei Familien. Wir fordern Müttergehalt. Dadurch bekommen wieder mehr Menschen Kinder. Kinder sind ja auch eine Belastung. Wert der Mutter soll verbessert werden.<br />
<strong>Wilfried Auerbach:</strong> Wir haben schon soziale Härtefälle kennengelernt. Sofort abfedern, aus dem Budget. Wir wissen noch nicht, wie der genaue Finanzplan der Regierung aussieht. Der Knackpunkt: Wir müssen alle nachdenken, wer uns in diese Situation hineingeführt hat, die SPÖ und die ÖVP. Wir haben 1400 Euro pro Erwerbstätigen pro Jahr für den Zinsendienst. Sofort an die Ursachen der Teuerung rangehen. Wahlversprechen werden alle obsolet sein, es wird ein Belastungsprogramm nach der Wahl geben. Soziale Härtefälle sofort, und auch sofort an den Gründen arbeiten.<br />
<strong>Fritz Dinkhauser</strong>: Wir haben eine solche Einrichtung gemacht. Gründung des Tiroler Beschäftigungsvereines, für all jene, die vorher noch nicht gearbeitet haben. Es ist wichtig, es ist von Kammern, vom Land Tirol, vom AMS mitfinanziert worden. <br />
<strong>Heide Schmidt:</strong> Es ist durchdacht, durchgerechnet. Auszahlung nur an jene, die es wirklich brauchen. </p>
<p><em>Frage an Heide Schmidt: Ihr Parteichef Zach ist durch Lobbyinggeschäfte in die Medien gekommen. Ist Zach eine Last?</em><br />
<strong>Heide Schmidt:</strong> Es ist kein Lobbying, aber wir werden Antworten geben. Ich hielte es für viel wesentlicher, sich zu überlegen, warum die Vorwürfe jetzt kommen, und warum es einen Vertrag gibt, der von ÖVP und BZÖ gemacht wurde, und wir nicht aus dem Vertrag aussteigen können. </p>
<p><em>Frage an Fritz Dinkhauser: Gegen das Unrecht, und sie vermuten in unserem Steuersystem ein großes Generalunrecht. Ihre Steuersenkungen &#8230; wie wollen sie das machen?</em><br />
<strong>Antwort:</strong> Es ist ganz entscheidend. Alle sollen weniger Steuern zahlen, damit wir mehr kaufen können. Geld soll durch die Verwaltungsreform und es gibt viele Programme, die im Keller liegen. Die Leute verdienen zu wenig, sie müssen so viel verdienen, damit sie überleben können. Und das ist sofort umzusetzen.<br />
<strong>Alfons Adam:</strong>  Wir haben keine konkreten Steuerpläne. Diese Diskussionen sind doch viel zu öde. Es kommt doch sowieso immer alles anders. Wenn wir das Ziel erreichen, mitreden zu können, ob wir in die Situation kommen hier mitzureden, steht in den Sternen. Er fragt sich, warum Dinkhauser jetzt plötzlich der &#8220;Messias&#8221; sein soll.<br />
<strong>Fritz Dinkhauser:</strong> Ich schätze ihr Ansichten, aber &#8230;<br />
<strong>Alfons Adam:</strong>  Wir meinen, dass unsere Vorstellung vom Müttergehalt eine einschneidene Wirkung auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Steuersystem haben wird. Wir wären aber überfordert, das Steuersystem zu verändern.<br />
<strong>Wilfried Auerbach:</strong>  Es wird hier alles vom Himmel runter versprochen. Die Leute im Volk draußen wollen das draußen nicht mehr hören. Wir glauben den Politikern nicht mehr. Ich als Bürgervertreter will die Diskussion nicht mehr führen. Es gibt eine DVD, welche Frau Fekter sagt, was nach der Wahl passieren wird. Diese Diskussionen sind unglaubwürdig. Auf der DVD ist das gesamte Belastungspaket der Regierung bekanntgegeben worden. Auf rettet-österreich.at wird man das Video finden. Wir wollen keine Versprechungen machen, an den Ursprüngen ansetzen und diese Ursachen bekämpfen. Und das LIF zahlt den Bürgern Geld für eine Unterstützungserklärung.<br />
<strong> Heide Schmidt:</strong> Das ist eine Infamie. Ich schrecke normalerweise immer davon zurück, zu klagen, aber jetzt überlege ich. Es haben nur jene Geld bekommen, die Leute dazu aufgefordert haben, am Gemeindeamt zu unterschreiben.<br />
<strong> Mirko Messner:</strong> Die Steuern fallen sowieso ständig. Die Frage ist nur für wen. Die Vermögenssteuer, die Wertpapiersteuer, die Börsenumsatzsteuer, die Sondersteuer der Banken, die Gewerbesteuer, die Erbschaftsteuer weg. Es wird immer mehr Geld von unten nach oben transportiert und dort bleibt es dann auch. Die steuerpolitischen Vorschläge sind nur ein Teil unseres Umverteilungsplanes.<br />
<strong>Heide Schmidt: </strong>Es muss eine Entlastung des Mittelstandes geben. Bis zu 70.000 Euro muss es eine massive Entlastung geben. Und vielleicht sogar darüber hinaus. Gegenfinanzierung durch die Vermögenszuwachssteuer.  Bei 200.000 Euro im Jahr kann man die Sechstelbegünstigung streichen. Dadurch würden 400 oder 500 Millionen Euro ins Budget kommen. Seit zwanzig Jahren sind die Progressionsstufen gleich geblieben. <br />
<strong>Fritz Dinkhauser:</strong> 1000 Euro Entlastung pro Jahr.  </p>
<p><em>Frage an Alfons Adam: Lebenswerte Zukunft &#8211; Abtreibung, künstliche Befruchtung. Wollen sie alles in göttliche Hand legen? Ist die Kinderkrippe wirklich Teufels Werk?<br />
<span style="font-style: normal;"><strong>Antwort:</strong> Kleine Kinder gehören zu Mutter und sonst nirgendwo hin. Die Mutter ist eine so wesentliche Bezugsperson. Wenn die Mama auch nur aus dem Zimmer geht, schreien die Kinder. <br />
<strong>Frage aus der Runde: </strong>Wo bleibt der Papa? <br />
<strong>Heide Schmidt:</strong> Danke.<br />
<strong>Alfons Adam: </strong>Diese Kinderkrippen sind Kindesmisshandlung. Wir brauchen Kinder, und die wachsen nur in intakten Familien an. Wir wollen keinen totalitären Staat, wir wollen niemanden etwas aufzwingen. Wir streben politische Rahmenbedingungen damit sich mehr Frauen für die Familie entscheiden.<br />
<strong>Heide Schmidt: </strong>Ich will ihnen nicht nahetreten, aber ich kann das nicht sehr ernst nehmen. Die Realität ist einfach anders. Es ist dringend notwendig, flächendeckend Kindergartenplätze und Krippenplätze anzubieten. Und sie sollen kostenfrei sein.<br />
<strong>Fritz Dinkhauser:</strong> Mutter ist Beruf.<br />
<strong>Heide Schmidt: </strong>Und keiner redet vom Vater.<br />
<strong>Fritz Dinkhauser:</strong> Beide sind zuständig.<br />
<strong>Wilfried Auerbach: </strong>Ich muss Alfons Adam rechtgeben. Von 0 bis 3 Jahren braucht man eine totale Geborgenheit, bei Vater, Mutter oder einer totalen Vertrauensperson. Bei Kinderkrippen hat eine Person fünfzehn Kleinstkinder zu tun. <br />
<strong>Mirko Messner:</strong>  Es ist unglaublich, was von ihnen (Alfons Adam) gekommen ist. Die Arbeiterbewegung hat an Frauen- und Kinderrechten so viel erreicht. Und an der Änderung des gesellschaftlichen Menschenbildes. Und sie kommen mit einer Ideologie eines partrialen Munkelmännertums der übelsten Art. Es gibt im Christentum eine Meinung, die ihnen fundamental widerspricht. <br />
<strong>Alfons Adam</strong>: Was sie als Marxisten (zeigt auf alle, revidiert sich auf zwei: Heide Schmidt und Mirko Messner) denken &#8230;?<br />
<strong>Heide Schmidt:</strong> Ich möchte alle Christen vor ihnen in Schutz nehmen.<br />
</span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><em>Frage an Mirko Messner: Sie wollen alle privaten Firmen in staatliche Betriebe umändern, die die menschlichen Grundbedürfnisse abdecken. Wollen sie Bauern auch verstaatlichen?</em><br />
<strong>Antwort:</strong>  Es zählt doch nur mehr die Gewinnmaximierung. Wenn man die letzten Tage die Entwicklung betrachtet (Finanzkrise) &#8230; welche Maßlosigkeit darin enthalten ist, in der Tatsache, dass diejenigen die immer Mehr Privat, weg mit dem Staat fordern, das meiste Geld vom Staat bekommen. Das ist ein Desaster der neoliberalen Politik. <br />
<strong>Fritz Dinkhauser:</strong> Das Beispiel von Amerika ist perfekt. Beispiele: Post, Telekom. In jenen Bereichen, wo wir abhängig sind, Wasser, Strom, Kanal, ist das schon wichtig. Handlungsbedarf ist sicher. <br />
<strong>Wilfried Auerbach:</strong> Wohin uns der Kommunismus geführt hat, haben wir ja alle gesehen. Diese Diskussion ist den Bürgern zuwider, weil nach der Wahl die Karten völlig neu gemischt werden. Weil die Frau Fekter von der ÖVP den EU-Vertrag wiederbeleben will. Unsere Meinung: Dort wo das Grundbedürfnis abgedeckt wird, muss man sich das ansehen, muss es in österreichischer Hand bleiben. Die Post ist ein Beispiel, wo der Staat besser ist, die Voest zeigt das Gegenteil. Großkonzerne werden nach der Wahl Monopolfirmen erstellen.<br />
<strong>Alfons Adam:</strong>  Ich teile die Meinung von Herrn Auerbach. Ich bin grundsätzlich gegen Verstaatlichungen. Das ist ein kommunistisches Konzept und kommt nicht in Frage. Es gibt historische Beispiele, dass alle gleich arm sind. Ich glaube eher, dass das christliche Menschenbild keinerlei Rolle in Wirtschaft usw. mehr spielt.<br />
<strong>Heide Schmidt:</strong> Wirtschaftspolitische Vernunft und Grundsatzbewusstsein gleiches Gewicht haben. Es gibt sicher keinen verstaatlichten Bedarf, es gibt viel eher Privatisierungsbedarf. Wir brauchen ausgebautere Kontrollmechanismen (Beispiel: Finanzkrise): 40 Prozent unseres BIP ist im Außenhandel. Die Finanzmarktaufsicht gehört gestärkt. Es gibt einen Katalog. </span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><em>Frage an Wilfried Auerbach: Ihr Parteiname ist Programm. In ihrem Programm geht es um den Protest gegen den EU-Vertrag. Warum glauben sie, dass die EU Österreich dazu zwingen wird, Soldaten in Kriegsgebiete zu schicken. Wo steht es denn im Vertrag drinnen?</em><br />
<strong>Antwort:</strong> (reicht den ausgehändigten Vertrag zurück) Der ORF hat uns eine Diskussion unserer ranghöchsten Verfassungsexperten verboten. (Längere Diskussion)<br />
Es wird schon verhandelt, dass Soldaten nach Afghanistan geschickt werden. Das was wir für den Tschad-Einsatz ausgeben, soll sofort den sozial Schwächsten zugute kommen. Es müssen neue Köpfe in die Politik.<br />
<strong>Mirko Messner:</strong> Im Artikel 24 steht die Beistandsbepflichtung bei terroristischen Gefahren. (Frage von Thurnher: Haben sie Angst vor dem Vertrag? Angst vor Kriegseinsätzen?) Der Vertrag könnte ein Modell für eine europäische, friedenspolitische Verpflichtung sein. Jetzt geht es um Aufrüstung, und das ist falsch. Das was wir von österreichischer Seite einbringen könnten, ist unsere Neutralität.<br />
<strong>Wilfried Auerbach:</strong> Auch hier nicht die Diskussion über die wichtigsten Themen wie die Gentechnik.<br />
<strong>Fritz Dinkhauser:</strong>  Viele Dinge sind versprochen worden, aber nicht gehalten. Ich bin gegen den Türkei-Beitritt und für die Neutralität. Europa kann nicht auch noch Türkei helfen. Ich bin für eine Volksabstimmung. (Frage: Werden durch den Vertrag alle heiligen Kühe geschlachtet?) Ich habe den Vertrag nicht gelesen. <br />
<strong>Alfons Adam:</strong> EU macht mir Sorgen. Wir haben von einem christlichen Europa der Vaterländer geträumt, wir wollten keinen totalitären Zentralstaat, so wie er es ist. Es gibt keine Gewaltenteilung in der EU. Ich wünsche mir den Frieden, bin aber nicht mehr vom Friedensprojekt überzeugt (Sanktionen gegen Österreich) &#8230; Weltweite Hassorgien. Ob ein Krieg Bürgerkrieg oder Krieg zwischen Staaten heißt &#8211; so etwas entsteht in der EU schnell.<br />
<strong>Heide Schmidt:</strong> Es gab zurecht eine lange Diskussion. Er kann nicht alle Wünsche erfüllen, und er ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung (demokratischeres Europa): Stärkung des EU-Parlaments; Grundrechtskatalog. Dieser Vertrag ist ein ganz wichtiger Schritt. Ich bin gegen eine nationale Volksabstimmung, was ich mir hingegen wünsche ist eine europaweite Volksabstimmung. </span></em></p>
<p><em>Wilfried Auerbach stach schrecklich hervor in dieser Diskussion. Er glaubte immer, zu wenig gesprochen zu haben, schlussendlich führte er mehr als 4 Minuten im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern. Alles in allem war diese Runde aber ein großer Spagat, und deshalb war es schwer, alle Themen zur Genüge in einer Stunde abzuhandeln.</em></p>
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		<title>Wahlprogramme: Das Wahlprogramm von &quot;Die Christen&quot;</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2008/09/18/wahlprogramme-das-wahlprogramm-von-die-christen/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 10:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Leitner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahlprogramm]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei der Nationalratswahl 2008 tritt erstmals auch eine Partei an, die schon bei zwei Landtagswahlen angetreten ist, mit mehr oder minder vernichtendem Ergebnis. &#8220;Die Christen&#8221; versuchen es trotzdem (und berichten von unglaublichem Zulauf). Heute nehme ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F09%2F18%2Fwahlprogramme-das-wahlprogramm-von-die-christen%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F09%2F18%2Fwahlprogramme-das-wahlprogramm-von-die-christen%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwaldiechristen1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-628" title="Neuwal. Die Christen (neuwal.com)" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwaldiechristen1.jpg" alt="Neuwal. Die Christen (neuwal.com)" width="300" height="265" /></a></p>
<p>Bei der Nationalratswahl 2008 tritt erstmals auch eine Partei an, die schon bei zwei Landtagswahlen angetreten ist, mit mehr oder minder vernichtendem Ergebnis. &#8220;Die Christen&#8221; versuchen es trotzdem (und berichten von unglaublichem Zulauf). Heute nehme ich mir ihr Wahlprogramm unter die Lupe.</p>
<p><em>Wie auch schon bei Liste Fritz und RETTÖ beschränkt sich die Suche nach dem Wahlprogramm auf ihre Homepage, einige Punkte habe ich auch aus der &#8220;Wahlinformation&#8221;. Zur Zusammenfassung ihres Wahlprogrammes benutz ich den Teil &#8220;Unsere Schwerpunkte&#8221; auf der Parteihomepage.</em></p>
<p><span id="more-586"></span>Die Christen sehen ihre Schwerpunkte laut ihrer Homepage in: Ehe und Familie, Erziehung und Bildung, Lebensschutz und Kultur.</p>
<h3>Ehe und Familie</h3>
<blockquote><p><em>Die Ehe ist rechtlich als Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts in freier Wahl zu inniger Lebensgemeinschaft in Liebe und Treue auf Lebenszeit zu definieren und verfassungsgesetzlich zu schützen.</em></p></blockquote>
<p>Die Christen fordern, dass alle Rechtsgebiete (Zivil-, Steuer-, Sozial-, Arbeits- und Strafrecht) sind auf den Schutz von Familien ausgerichtet werden. Weiters eine rechtliche Neuordnung der Institution Ehe mit dem Ziel, das Hineinwirken staatlicher Organe in die Familie zurückzudrängen. Und da die Ehe laut der Partei &#8220;Die Christen&#8221; die einzige Form der Lebensgemeinschaft ist, sei sie daher auch rechtlich zu schützen. Ehe und Familie sollen auch in wirtschaftlichr Hinsicht gefördert werden. Hier fordern &#8220;Die Christen&#8221; folgende Punkte:</p>
<ul>
<li>Familiensplitting im Steuerrecht</li>
<li>Müttergehalt mit Sozialversicherung und Pensionsanspruch</li>
<li>direkte finanzielle Förderung von Eltern und Familien</li>
<li>Wahlrecht der Eltern für ihre Kinder</li>
<li>Erziehungsgeld: Wer Kinder selbst betreut, soll bekommen, was der Staat für Kindergärten, Hort, usw. ausgibt.</li>
</ul>
<h3>Erziehung und Bildung</h3>
<div>&#8220;Die Christen&#8221; fordern, dass, nach der Europäischen Menschenrechtskonvention, deren Bestimmungen in Österreich Verfassungsrang haben, an Schulen der Unterricht entsprecend den eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen stattzufinden hat. Kritisiert wird auch die schulische Sexualerziehung, die die Kinder und Jugendlichen vom Elternhaus entfremden.</div>
<blockquote>
<div><em>Sie versuchen, den christlichen Glauben an der Wurzel auszurotten und im sexuellen Bereich folgendes „Ideal” zu suggerieren: „Tu, was dir Spaß macht, aber pass auf, dass du davon keine Kinder kriegst!”</em></div>
</blockquote>
<div>&#8220;Die Christen&#8221; möchten, dass wieder das christliche Familienideal vermittelt wird:</div>
<blockquote>
<div><em>Liebt einander. Einer trage des anderen Last. Die Eltern haben die Bereitschaft, für das ganze Leben in guten und schlechten Tagen zusammenzustehen und vermitteln den Kindern damit Sicherheit und Geborgenheit. Egoismus zerstört, Liebe baut auf.</em></div>
</blockquote>
<h3>Lebensschutz</h3>
<p>Das Ziel der Partei &#8220;Die Christen&#8221; ist der volle Rechtsschutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod auf allen Stufen der Rechtsordnung. Hier sehen die Forderungen so aus:</p>
<ul>
<li>Vollen Rechtsschutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.</li>
<li>Die Tötung eines ungeborenen Kindes, eines leidenden oder alten Menschen darf rechtlich niemals zulässig sein.</li>
<li>Verbot jeder Art von künstlicher Befruchtung bei Menschen.</li>
<li>Verbot von „Menschenzüchtung” wie Klonen, Schimären- und Hybridbildung.</li>
<li>Verbot von medizinischen Maßnahmen an lebenden ungeborenen Kindern, die nicht die Heilung oder Linderung einer Krankheit zum Ziel haben</li>
<li>Verbot kommerzieller Verwertung toter ungeborener Kinder (Embryonen, Föten).</li>
<li>Verbot von aktiver und passiver Sterbehilfe (Euthanasie).</li>
</ul>
<h3>Kultur</h3>
<blockquote>
<div><em>Die Kultur der europäischen Völker beruht auf den Fundamenten christlichen Glaubens. Die auf diesem Glauben beruhende sittliche Ordnung ist die Basis jeder gesunden und menschenwürdigen Gemeinschaft. Sich von den großen religiösen und sittlichen Kräften der eigenen Geschichte abzuschneiden, bedeutet Selbstaufgabe einer Nation. </em></div>
</blockquote>
<div>Die Forderungen hierzu lauten wie folgt:
</div>
<li>Die Unantastbarkeit der Menschenwürde ist grundlegende Voraussetzung und Pfeiler ethischer Ordnungen, an denen nicht gerüttelt werden darf. Nur wenn der Mensch dem Menschen heilig und unantastbar ist, können wir einander vertrauen und miteinander in Frieden leben.</li>
<li>Menschenwürde gilt für jeden, der biologisch zur Spezies Mensch gehört, auch für den leidenden, behinderten und ungeborenen Menschen.</li>
<li>Der Glaube an den Schöpfergott ist die sicherste Gewähr der Menschenwürde. Er kann niemandem auferlegt werden, aber da er ein großes Gut für die Gemeinschaft ist, darf er Anspruch auf Ehrfurcht von Seiten der Nichtglaubenden erheben. Deshalb ist auch Ehrfurcht vor dem geboten, was dem Mitmenschen heilig ist.</li>
<li>Ein Grundbestand an Wahrheit, nämlich an sittlicher Wahrheit, ist gerade für die Demokratie unverzichtbar.</li>
<blockquote><p><em>Wir treten gegen jede Behinderung der Kunst ein. Sie braucht unseren Respekt, und wir Menschen brauchen Kunst zum Mensch-Sein. Aber auch der Künstler muss den Menschen respektieren, seine Würde und seine Gesinnung. In das Werk des Künstlers sollte die Vielfalt und Schönheit aus Gottes Schöpfung einfließen und damit zur Verherrlichung Gottes beitragen.</em></p></blockquote>
<div>Ich habe jetzt auch noch die &#8220;Wahlinformation&#8221; dieser Partei gefunden, heruntergeladen und durchgelesen. Alles in allem gleicht es den Standpunkten der Homepage. Einzig und allein das Kinder und Familien &#8211; Volksbegehren ist neu. Hier forden sie folgende zwei großen Punkte:
</div>
<div>
<div>Das Müttergehalt
</div>
<div>Stufe 1: ab Geburt bis 3. Lebensjahr EUR 1.562,10</div>
<div>Stufe 2: 4. – 6. Lebensjahr EUR 1.171,70</div>
<div>Stufe 3: 7. – 9. Lebensjahr EUR 859,30</div>
<div>Stufe 4: 10. – 12. Lebensjahr EUR 632,70</div>
<div>Stufe 5: 12. – 18. Lebensjahr EUR 421,80
</div>
</div>
<div>
<div>Erhöhte Familienbeihilfe: Die Familienbeihilfe wird an die Höhe der für Kinder tatsächlich entstehenden Kosten angeglichen. Als Richtwert gelten die von den Gerichten verwendeten Durchschnittsbedarfssätze:
</div>
<div>0 bis 3 Jahre EUR 170,– 3 bis 6 Jahre EUR 217,–</div>
<div>6 bis 10 Jahre EUR 280,– 10 bis 15 Jahre EUR 321,–</div>
<div>15 bis 19 Jahre EUR 377,– 19 bis 28 Jahre EUR 474,–
</div>
<div>Bei der Familienbeihilfe handelt es sich um eine Teilabgeltung der durch die Kinder entstehenden Sachkosten (Kleidung, Nahrung, etc …), während mit dem Müttergehalt die Erziehungsleistung der Eltern abgegolten werden soll.
</div>
</div>
<div>Die Kosten dieser Maßnahmen würden sich laut der Wahlinformation auf 12 Mrd. Euro pro Jahr belaufen, die ohne zusätzliche steuerliche Belastungen, laut &#8220;Die Christen&#8221; finanziert werden sollten.
</div>
<div>Die Christen (<a href="http://www.diechristen.at/index.php">Homepage</a>)</div>
<div>Wahlinformation (PDF, <a href="http://www.diechristen.at/magazin/g18/Wahlinformation_2008.pdf">Download</a>)</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahlumfrage (imas, 30.08.08): SPÖ 26-28, ÖVP 25-27, FPÖ 17-19, GRÜNE 12-14, BZÖ 6-8, FRITZ 3-4, LIF 3-4, RETTÖ 1-2, KPÖ 1-2</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2008/08/30/wahlumfrage-imas-300808-spo-26-28-ovp-25-27-fpo-17-19-grune-12-14-bzo-6-8-fritz-3-4-lif-3-4-retto-1-2-kpo-1-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 07:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F30%2Fwahlumfrage-imas-300808-spo-26-28-ovp-25-27-fpo-17-19-grune-12-14-bzo-6-8-fritz-3-4-lif-3-4-retto-1-2-kpo-1-2%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F30%2Fwahlumfrage-imas-300808-spo-26-28-ovp-25-27-fpo-17-19-grune-12-14-bzo-6-8-fritz-3-4-lif-3-4-retto-1-2-kpo-1-2%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><em>Die Konzentration an Wahlumfragen ist in den letzten Tagen sehr hoch. Hier gibt es neben der aktuellen Umfrage von imas auch jene von <a href="http://neuwal.com/index.php/2008/08/27/wahlumfrage-270808-ovp-26-spo-28-fpo-20-gru-13-bzo-4-fritz-3-lif-3/">market (27.08.2008)</a>, <a href="http://neuwal.com/index.php/2008/08/29/wahlumfrage-280808-spo-27-ovp-26-fpo-19-gru-12-bzo-5-fritz-4-lif-4/">gallup (28.08.2008)</a> und <a href="http://neuwal.com/index.php/2008/08/30/wahlumfrage-ogm-300808-ovp-28-spo-27-fpo-18-grune-12-bzo-6/">OGM (30.08.2008)</a>. <a href="http://neuwal.com/index.php/aktuelle-wahlumfragen/">Und hier gehts überhaupt zur gesamten Wahlumfragen-Übersicht.</a></em></p>
<p><strong>SPÖ leicht voran bei imas-Umfrage</strong><br />
Die aktuellste Wahlumfrage von <a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/410115/index.do?_vl_backlink=/home/index.do">imas/Die Presse</a> vom Samstag, 30. August (&#8220;Sonntagsfrage&#8221;) sieht die SPÖ ganz leicht vor der ÖVP mit einem Wert von 26-28 %, gefolgt von der ÖVP mit 25-27 %.</p>
<p><em>imas hat im Ergebnis ihrer Befragungen zwischen dem 26.-28.08.2008 (1000 Befragte) eine Schwankungsbreite von 1-2 % definiert.</em></p>
<p><strong>FPÖ 17-19 % gut gesichter in dritter Position</strong></p>
<p><strong>GRÜNE verlieren im Vgl. der letzten Umfrage und positionieren sich zwischen 12 und 14 %</strong></p>
<p><strong>BZÖ verdoppelt Prozentpunkte</strong><br />
<em>&#8220;Einigermaßen gesichert seien die massiven Stimmenverluste für SPÖ und ÖVP und der Zulauf zu den beiden freiheitlichen Parteien, wobei sich eine &#8216;leichte Umgewichtung&#8217; von der FPÖ zum BZÖ abzeichne&#8221;, </em>so <a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/410115/index.do?_vl_backlink=/home/index.do" target="_blank">diepresse.com</a>.</p>
<p><strong>FRITZ, Liberales Forum knapp &#8211; Rettet Österreich und KPÖ nicht</strong><br />
Die Chancen für Nationalratsmandatare sind beim Liberalen Forum und bei Fritz Dinkhauser intakt. Eher unrealistisch scheint momentan die 4 %-Hürde für RETTÖ und die KPÖ.</p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0" width="450" bordercolor="#cccccc">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Datum</strong></td>
<td><strong>Institut</strong></td>
<td bgcolor="#ff0000"><strong><span style="color: #ffffff;">SPÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#000000"><strong><span style="color: #ffffff;">ÖVP</span></strong></td>
<td bgcolor="#339933"><strong><span style="color: #ffffff;">GRÜ</span></strong></td>
<td bgcolor="#0066cc"><strong><span style="color: #ffffff;">FPÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#ff9900"><strong><span style="color: #ffffff;">BZÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#999999"><strong><span style="color: #ffffff;">FRI</span></strong></td>
<td bgcolor="#ffff00"><strong><span style="color: #0066ff;">LIF</span></strong></td>
<td bgcolor="#990000"><strong><span style="color: #ffffff;">KPÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#cc0000"><strong><span style="color: #ffffff;">RÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#ffffff"><strong><span style="color: #ffff00;">Chr</span></strong></td>
<td bgcolor="#ffffff"><strong><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #000000;">Andere</span></span></strong></td>
</tr>
<tr>
<td>30.08.08</td>
<td>imas</td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>26-28</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>25-27</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>12-14</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>17-19</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>6-8</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>3-4</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>3-4</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>1-2</strong></span></td>
<td><span style="font-size: xx-small;"><strong>1-2</strong></span></td>
<td><strong>0</strong></td>
<td><strong>0</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>» <a href="http://neuwal.com/index.php/aktuelle-wahlumfragen/">Mehr Wahlumfragen gibt es hier</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wahlumfrage (OGM, 30.08.08): ÖVP 28, SPÖ 27, FPÖ 18, GRÜNE 12, BZÖ 6, LIF 4, FRITZ 3</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2008/08/30/wahlumfrage-ogm-300808-ovp-28-spo-27-fpo-18-grune-12-bzo-6/</link>
		<comments>http://neuwal.com/index.php/2008/08/30/wahlumfrage-ogm-300808-ovp-28-spo-27-fpo-18-grune-12-bzo-6/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 06:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
				<category><![CDATA[BZÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[KPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Liberales Forum]]></category>
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		<category><![CDATA[Rettet Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[die christen]]></category>
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		<category><![CDATA[ogm]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktuelle Umfrage von OGM/profil ist (fast) gleich auf mit jener vom imas Institut vom 30.08.08, welche &#8220;in Angesicht des Samples von 1.000 Befragten besonders aussagekräftig ist&#8221;, so orf.at.
ÖVP bei OGM noch voran: 28 % ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F30%2Fwahlumfrage-ogm-300808-ovp-28-spo-27-fpo-18-grune-12-bzo-6%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F30%2Fwahlumfrage-ogm-300808-ovp-28-spo-27-fpo-18-grune-12-bzo-6%2F" height="61" width="51" /></a></div><p>Die aktuelle Umfrage von <a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20080830_OTS0006&#038;ch=medien" target="_blank">OGM/profil</a> ist (fast) gleich auf mit jener vom <a href="http://neuwal.com/index.php/2008/08/30/wahlumfrage-imas-300808-spo-26-28-ovp-25-27-fpo-17-19-grune-12-14-bzo-6-8-fritz-3-4-lif-3-4-retto-1-2-kpo-1-2/">imas Institut vom 30.08.08</a>, welche <a href="http://www.orf.at/ticker/300779.html" target="_blank">&#8220;in Angesicht des Samples von 1.000 Befragten besonders aussagekräftig ist&#8221;, so orf.at.</a></p>
<p><strong>ÖVP bei OGM noch voran: 28 % ÖVP, 27 % SPÖ</strong><br />
OGM/profil veröffentlichte ihre aktuellen Umfrageergebnisse. Hier wird die ÖVP noch als umfragenstärkste Partei gelistet. Im Vergleich mit sämtliche Wahlumfragen sind ÖVP und SPÖ Kopf an Kopf mit leichtem Vorteil für die SPÖ.</p>
<p><strong>FPÖ 18 % &#8211; GRÜNE 12 %</strong><br />
Die FPÖ pendelt sich in den Umfragewerten konstant hoch zwischen 18 % und 20 % ein und der Vorsprung zu Die Grünen wird immer größer. Die Grünen liegen derzeit bei 12 %.</p>
<p><strong>BZÖ gewinnt konstant Stimmen dazu</strong><br />
DAs BZÖ kommt in der OGM-Umfrage auf 6 % und bestätigt den Trend, dass das BZÖ kräftig dazugewinnen wird.</p>
<p><strong>FRITZ 3, Liberales Forum 4</strong></p>
<p><strong>Kanzlerfrage: Faymann (22), Molterer (18), Van der Bellen (12), Strache (8), Haider (6)</strong></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0" width="450" bordercolor="#cccccc">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Datum</strong></td>
<td><strong>Institut</strong></td>
<td bgcolor="#ff0000"><strong><span style="color: #ffffff;">SPÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#000000"><strong><span style="color: #ffffff;">ÖVP</span></strong></td>
<td bgcolor="#339933"><strong><span style="color: #ffffff;">GRÜ</span></strong></td>
<td bgcolor="#0066cc"><strong><span style="color: #ffffff;">FPÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#ff9900"><strong><span style="color: #ffffff;">BZÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#999999"><strong><span style="color: #ffffff;">FRI</span></strong></td>
<td bgcolor="#ffff00"><strong><span style="color: #0066ff;">LIF</span></strong></td>
<td bgcolor="#990000"><strong><span style="color: #ffffff;">KPÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#cc0000"><strong><span style="color: #ffffff;">RÖ</span></strong></td>
<td bgcolor="#ffffff"><strong><span style="color: #ffff00;">Chr</span></strong></td>
<td bgcolor="#ffffff"><strong><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #000000;">Andere</span></span></strong></td>
</tr>
<tr>
<td>30.08.08</td>
<td>OGM</td>
<td><strong>28</strong></td>
<td><strong>27</strong></td>
<td><strong>12</strong></td>
<td><strong>18</strong></td>
<td><strong>6</strong></td>
<td><strong>?</strong></td>
<td><strong>N/A</strong></td>
<td><strong>N/A</strong></td>
<td><strong>N/A</strong></td>
<td><strong>N/A</strong></td>
<td><strong>N/A</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>» <a href="http://neuwal.com/index.php/aktuelle-wahlumfragen/">Mehr Wahlumfragen gibt es hier</a></p>
<p>  <script type="text/javascript" src="http://www.neuwal.com/charts/personen/ogm/amline/swfobject.js"></script></p>
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	</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Christen: &quot;Wir möchten den gläubigen Christen in Österreich eine politische Stimme geben.&quot; Dr. Alfons Adam im Gespräch mit Neuwal</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2008/08/27/dr-alfons-adam-die-christen-im-interview-mit-neuwal/</link>
		<comments>http://neuwal.com/index.php/2008/08/27/dr-alfons-adam-die-christen-im-interview-mit-neuwal/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 12:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Neuwal]]></category>
		<category><![CDATA[die christen]]></category>
		<category><![CDATA[dr. alfons adam]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Christen sind seit vergangener Woche eine der neuen Kleinparteien, die bei der Nationalratswahl 2008 antreten und die Unterstützungserklärungen beisammen haben.
Wir haben uns mit &#8221;Die Christen&#8221; näher beschäftigt und mit Dr. Alfons Adam, dem Bundesparteiobmann der Partei gesprochen: ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F27%2Fdr-alfons-adam-die-christen-im-interview-mit-neuwal%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F27%2Fdr-alfons-adam-die-christen-im-interview-mit-neuwal%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam03.jpg"></a><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaldiechristen.jpg"></a><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaldiechristen.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-306" title="Neuwal. Die Christen. (neuwal.com)" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaldiechristen-150x100.jpg" alt="Neuwal. Die Christen. (neuwal.com)" width="150" height="100" /></a><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam01.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-303" title="Neuwal. Dr. Alfons Adam. Die Christen (neuwal.com)" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam01-90x100.jpg" alt="Neuwal. Dr. Alfons Adam. Die Christen (neuwal.com)" width="90" height="100" /></a><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam02.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-304" title="Neuwal. Plakat für Die Christen. (neuwal.com)" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam02-150x100.jpg" alt="Neuwal. Plakat für Die Christen. (neuwal.com)" width="150" height="100" /></a></p>
<p><strong>Die Christen</strong> sind seit vergangener Woche eine der neuen Kleinparteien, die bei der Nationalratswahl 2008 antreten und die Unterstützungserklärungen beisammen haben.</p>
<p>Wir haben uns mit &#8221;<a href="http://www.diechristen.at" target="_blank">Die Christen</a>&#8221; näher beschäftigt und mit <strong>Dr. Alfons Adam</strong>, dem Bundesparteiobmann der Partei gesprochen: Die Christen möchten den gläubigen Christen in Österreich eine politische Stimme geben. Das Parteiprogramm basiert auf vier Werten. Ein wesentlicher Bestandteil sind Werte im Bereich Familie und Ehe, Erziehung und Bildung, Lebensschutz und Kultur.</p>
<p>Nicht verwunderlich war es für mich, dass in Fragen zum Thema Abtreibung, Homosexualität oder Adoption eine sehr starke konservative Haltung vertreten wird. Die Themen HIV, Aids und Kondom bzw. Sexualität vor der Ehe wurden angesprochen, sind aber kein politisches Thema.</p>
<blockquote><p>Am <a href="http://neuwal.com/index.php/wahlkalender-alle-tv-termine-und-diskussionen/" target="_self">5. September ist Dr. Alfons Adam im Chat von derstandard.at</a>. Ich denke, dass ist eine gute Möglichkeit für weitere Fragen und Diskussion.</p></blockquote>
<p>Weitere Informationen gibt es auf der Website <a href="http://www.diechristen.at">www.diechristen.at</a>. Das Wahlprogramm ist <a href="http://www.diechristen.at/uploads/partei/Programm_mit_Logo.pdf" target="_blank">hier</a> abrufbar.</p>
<p><span id="more-302"></span><br />
&#8212;&#8211;</p>
<p><strong><em>Neuwal (Dieter Zirnig): „Die Christen“ haben die Unterstützungserklärungen beisammen und sind bundesweit bei den Nationalratswahlen dabei. Was kann man sich unter „Die Christen“ vorstellen?</em> </strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Wir sind eine Partei, die den gläubigen Christen in Österreich wieder eine politische Stimme geben soll.</p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam01.mp3">Podcast - podwal</a>
<p> </p>
<p><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaldiechristen.jpg"><strong><img class="alignnone size-full wp-image-227" title="NEUWAL. Leserfrage." src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwalleserfrage-02.jpg" alt="NEUWAL. Leserfrage." width="61" height="20" /></strong></a><strong><br />
<em>Verbindet man damit Staat und Kirche?</em></strong> (Leserfrage von <a href="http://twitter.com/Karli/statuses/898356451" target="_blank">karli</a>)</p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Nein, es hat mit der Verbindung Staat und Kirche nichts zu tun. Wenn Kommunisten oder Grüne sagen dürfen was sie wollen, dann möchten wir auch sagen dürfen, was wir in die Gesellschaft einzubringen haben.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Was sind die wesentlichen Punkte bei „Die Christen“ ?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Generell möchten wir die Aufmerksamkeit auf den Lebensschutz steigern und den Wert und die Würde jedes Menschens bewahren.</p>
<p>Wir haben ein Grunsatzprogamm mit vier Punkten:</p>
<p>1. Familie<br />
2. Lebensschutz<br />
3. Erziehung und Bildung<br />
4. Kultur</p>
<p>Wir gehen davon aus, dass wir Österreicher wieder Kinder brauchen. Und zwar viele Kinder, da uns Statistiken zeigen, dass wir in einigen Jahren demographisch nicht gut dastehen werden: Das Pensionssystem sowie das gesamte soziale und wirtschaftliche System gerät in Gefahr.</p>
<p>Wir sagen daher: Wir brauchen nicht nur Kinder, sondern auch Kinder, die mit Leib und Seele gesund heranwachsen können.  Es ist auch kein Geheimnis, das Kinder am besten in intakten Familien aufwachsen.</p>
<p>Wir möchten auch bei Erziehung und Bildung ansetzen: Die Verspottung von Ehe und Familie darf nicht mehr vorkommen und mit Steuergeldern unterstützt werden. Wir möchten bei der Erziehung ansetzen.</p>
<p>Im kulturellen Bereich möchten wir, dass die Politik wieder Voraussetzungen schafft, damit es Familie mit intakten Ehen gibt.</p>
<p>Weiters möchten wir die wirtschaftlichen und steuerlichen Ungerechtigkeiten gegenüber Familien beseitigen.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Wie sehen sie die Familiensituation in Österreich?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Familien, vorallem wenn sie mehr Kinder haben, werden von der Gesellschaft nicht wirklich aufgenommen. Sie sind wirtschaftlich benachteiligt, es gibt enorme soziale Ungerechtigkeiten.</p>
<p>Bei diesen Punkten möchten wir ansetzen.</p>
<p>Die Scheidungsraten sind sehr hoch: In Österreich wird jede zweite Ehe geschieden. In Wien sind es sogar zwei Drittel. Es kommt zu Scheidungswaisen, Komatrinken schon im Kindesalter und Drogenabhängigkeit. Es gibt ausufernde Aggressivität unter Kindern und Jugendlichen, die es vorher nicht gegeben hat.</p>
<p>Das ist ja keine natürliche Entwicklung, sondern ist hausgemacht.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Wo sehen Sie die Gründe für die derzeitige soziale und familiäre Situation?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Wir sehen die Ursachen in einer Sexualisierung der Gesellschaft, beginnend mit dem Sexkoffer in den 80er Jahren.</p>
<p>Eine Erklärung kommt von Sigmund Freud, auch wenn er sicherlich kein gläubiger Christ war: <em>„Wenn man die Kinder zu früh mit Sexualität konfrontiert, dann werden sie aggressiv.“</em></p>
<a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwaladam02.mp3">Podcast - podwal</a>
<p>Das macht Kinder im späteren Alter bindungsunfähig. Wir sehen dies als Erklärung, warum es weniger Eheschließungen und Kinder gibt.</p>
<p>Auf der anderen Seite ist es so, dass seit Jahrzehnten bei allen Umfragen im Familienbereich an den ersten Stellen eine glückliche Familie und der Kinderwunsch gereiht werden.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Sie haben das Thema Sexualität angesprochen. Was verstehen sie darunter?</em> </strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Es gibt den Begriff „Gender-Mainstreaming“ gegen den wir uns stellen.</p>
<p>Unter dem Begriff versteht man vordergündig die Gleichtstellung von Mann und Frau in wirtschaftlichen und sonstigen Bereichen. In Wirklichkeit geht es in eine Richtung der Abschaffung von Mann und Frau als biologisches Geschlecht. Dies lässt sich in einigen Papieren des Bundeskanzleramtes nachlesen. Es soll nur mehr ein funktionielles Geschlecht geben. Der Mensch hat Wahlfreiheit, welche Rolle er einnimmt.</p>
<p>Unserer Meinung nach ist das sexuelle Ausschweifung pur. Wir sehen diese Gleichmacherei als Fehler, da die Genderideologie besagt, dass es keine Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Nach soziologischen Gesichtspunkten und auf Grund Analysen im Bereich der Gehirnforschung ist dies nicht wahr.</p>
<p>Wir sagen daher: Das Leitbild in der Politik soll das christliche Menschenbild und nicht das Gender Mainstreaming sein. Gott hat den Mensch als Mann und Frau geschaffen.</p>
<p>Wir können hier in der Politik sehr viel dazu beitragen.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Wie sehen die Christen die Rolle der Frau?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Wir wollen, dass die Frau Entscheidungsfreiheit hat, ob sie Kinder haben möchte oder sich für einen Beruf entscheidet. Es gibt heute einen enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck, der Frauen diese Entscheidungsfreiheit abnimmt, da man mit der Aussage <em>„Was Du arbeitest nicht, Du bist zu Hause“</em> konfrontiert wird.</p>
<p> </p>
<p><em><strong>Was wären Modelle, um es</strong><strong> Frauen dabei leichter zu machen?</strong></em></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Wir fordern in diesem Punkt das Müttergehalt.<br />
Wir sammeln derzeit Unterschriften für ein Volksbegehren. Es soll zumindestens einmal das Bewusstsein in diese Richtung gehen, dass dies vielleicht der wichtigste Beruf ist, den ein Volk überhaupt haben kann.</p>
<p> </p>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-227" title="NEUWAL. Leserfrage." src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwalleserfrage-02.jpg" alt="NEUWAL. Leserfrage." width="61" height="20" /><br />
<em>Welche Standpunkte nehmen „Die Christen“ im Bereich Homosexualität ein?</em> </strong>(<a href="http://twitter.com/just4ikarus/statuses/898344251" target="_blank">Leserfrage just4ikarus</a>)</p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Unsere Richtung ist klar: Wir möchten auf gar keinen Fall Homosexualität in irgendeiner Art und Weise diskriminieren.</p>
<p>Wir sind gegen homosexuelle Gemeinschaften und Partnerschaften, die Privillegien bekommen, die nur der Ehe zustehen.</p>
<p>Homosexualität hat sich der einzelne Mensch nicht selbst ausgesucht.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Wie ist es, wenn man sich „homosexuell verliebt“?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Nun, das kann man ja nicht vorschreiben, dass man nicht verliebt sein soll.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Geben Sie homosexuellen Partnerschaften die Möglichkeit ein Kind zu adoptieren?</em> </strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Diese Neigung haben sich die Menschen nicht ausgesucht. Wir definieren Homosexualität als neurologische Erkrankung.</p>
<p>Daher ist es meiner Meinung nach Kindesmisshandlung, einem homosexuellen Paar ein Kind zur Adoption zu geben.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Wie stehen sie zur Abtreibung. Machen sie dabei auch „Ausnahmen“?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Der Wert des Lebens und jedes Menschens soll anerkannt werden: Ob geboren oder ungeboren.</p>
<p>Unser Fernziel ist es, die Fristenregelung abzuschaffen. Wir sagen, es gibt ein Lebensrecht eines ungeborenen Menschen.</p>
<p>Wenn ich ein Volk oder eine Gesellschaft in Ordnung bringe möchte, dann kann ich nicht sagen, dass Menschen kein Recht zu leben haben.</p>
<p>Im Falle einer Vergewaltigung kann das Kind auf keinen Fall etwas dafür. Eine Möglichkeit wäre, das Kind zur Adoption frei zu geben.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Gibt es ein europaweites politisches christliches Netzwerk?</em> </strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Es gibt eine europäische Bewegung, der wir uns annähern.</p>
<p> </p>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-227" title="NEUWAL. Leserfrage." src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwalleserfrage-02.jpg" alt="NEUWAL. Leserfrage." width="61" height="20" /><br />
<em>Kann ein Buddhist „Die Christen“ wählen?</em></strong> (<a href="http://twitter.com/lovion/statuses/898348551" target="_blank">Leserinfrage von lovion</a>)</p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Klar. Wenn ihm der Name „Die Christen“ nicht stört und ihm das Programm gefällt ist seine Stimme herzlich Willkommen.</p>
<p>Wir sind eine politische Partei. Wir schreiben den Menschen nicht die Religion vor. Wir möchten alle Menschen guten Willens so behandeln, wie es einem Christen ansteht.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Im Bereich der Asylpolitik hat sich die Kirche vor einigen Monaten eingeschaltet (Arigona Zogaj). Gibt es eine Positionierung der „Die Christen“ zur Asylpolitik</em>?</strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>In diesem Bereich haben wir noch keine Überlegungen angestellt – wir denken zum jetzigen Zeitpunkt noch „grundsätzlich“: Wenn wir Österreicher nicht untergehen und wieder eigene Kiner haben möchten, dann spielt ein Ausländeranteil von 10 % keine Rolle. Das verkraften wir, damit sich der Charakter unseres Landes und unserer Kultur nicht verändert.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Was ist mit Kindern, die aus einer bspw. &#8220;Österreich-Serbien-Partnerschaft&#8221; entstehen?</em></strong></p>
<p>Das ist alles katholisch geprägt. Sehen sie es so: Wir können auch einen schwarzen Papst vertragen.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Was ist ihr Ziel für die Nationalratswahl?</em> </strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Um in der Sprache des Marxismus zu bleiben: „Wir möchten das Bewusstsein verändern: Veränderung“.</p>
<p>In Österreich bewegt sich derzeit sehr viel. Wir können die Situation nicht einschätzen, möchten auf alle Fälle weiterarbeiten und bestenfalls in den Nationalrat kommen.</p>
<p> </p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong><em>Wie sieht ihr Wahlkampfprogramm aus und wie finanzieren sie sich?</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Wir sind derzeit dabei, eine Wahlzeitung mit unserem Programm zu drucken. Plakate und großflächige Werbung können wir uns nicht leisten.</p>
<p>Im Bereich des Wahlslogans gibt es mehrere Überlegungen („Christen ins Parlament“). Unsere Schwerpunkttehmen sind allerdings sehr plakativ und wird von den Leuten sehr gut angenommen.</p>
<p>Wir finanzieren uns aus einer Unmenge kleiner Spenden.</p>
<p> </p>
<p><strong><em>Vielen herzlichen Dank für das Gespräch und wir wünschen Ihnen alles Gute!</em></strong></p>
<p><strong>Dr. Alfons Adam (Die Christen): </strong>Vielen Dank.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Unterstützungserklärungen: Informationen, Fristen und Downloads</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Aug 2008 08:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
				<category><![CDATA[BZÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Monarchisten]]></category>
		<category><![CDATA[Die Weissen]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>
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		<category><![CDATA[Rettet Österreich]]></category>
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		<category><![CDATA[unterstützungserklärungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Parteien, die derzeit nicht im Parlament vertreten sind, benötigen sogenannte Unterstützungserklärungen von österreichischen StaatsbürgerInnen. Eine wahlwerbende Liste benötigt für einen Listenplatz 2.600 Unterstützungserklärungen oder alternativ die Unterstützung von 3 Nationalratsabgeordneten.
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F15%2Funterstutzungserklarungen%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F15%2Funterstutzungserklarungen%2F" height="61" width="51" /></a></div><p><a href="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwalunterstuetzungserkla.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-224" title="NEUWAL. Unterstützungserklärung (neuwal.com)" src="http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/08/neuwalunterstuetzungserkla-150x100.jpg" alt="NEUWAL. Unterstützungserklärung (neuwal.com)" width="150" height="100" /></a></p>
<p>Parteien, die derzeit nicht im Parlament vertreten sind, benötigen sogenannte <strong>Unterstützungserklärungen</strong> von österreichischen StaatsbürgerInnen. Eine wahlwerbende Liste benötigt für einen Listenplatz 2.600 Unterstützungserklärungen oder alternativ die Unterstützung von 3 Nationalratsabgeordneten.</p>
<p>Diese Unterstützungserklärungen können von österreichischen StaatsbürgerInnen, die in Österreich wahlberechtigt sind und ihren 16. Geburtstag bis spätestens 28.09.2008 haben bei Bezirks- oder Gemeindeämtern unterschrieben werden.</p>
<p><strong><em>Wie ist der Vorgang?</em></strong></p>
<p>Unterstützungserklärungen können beim jeweiligen Bezirks- oder Gemeindeamt (zB <a href="http://www.wien.gv.at/mba/mba.html" target="_blank">Wien</a>) mit einem amtlichen Lichtbildausweis (Pass, Führerschein, Personalausweis) unterzeichnet und <a href="http://feuerhaken.org/2008-08-05/unterstutzungserklarungen-wahl-08/" target="_blank">abgegeben</a> werden.</p>
<p>Pro Wahl kann man eine Unterstützungserklärung für eine wahlwerbende Liste abgeben.</p>
<p><strong><em>Welche Parteien benötigen Unterstützungserklärungen?</em></strong></p>
<blockquote><p><strong><a href="http://www.diechristen.at/" target="_blank"><span style="color: #000000;">Die Christen</span></a></strong> (<a href="http://www.diechristen.at/uploads/start/Unterstuetzungserklaerung_Allg.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a>)<br />
<strong><a href="http://linkewaehlen.at/" target="_blank"><span style="color: #000000;">Die LINKEN</span></a></strong> (<a href="http://linkewaehlen.at/sites/default/files/UErkl_Linke_N08_ohne_LWK.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://linkewaehlen.at/unterstuetzungserklaerungen" target="_blank">Information</a>)<br />
<strong><a href="http://www.wir.at" target="_blank"><span style="color: #000000;">WIR</span></a> </strong>(<a href="http://wir.at/files/unterstuetzung.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://wir.at/php/unterstuetzung.php" target="_blank">Information</a>)<br />
<a href="http://www.rettet-oesterreich.at" target="_blank"><strong><span style="color: #000000;">Rettet Österreich</span></strong></a> (<a href="http://rettet-oesterreich.at/index.php?id=85" target="_blank">Unterstützungserklärung</a>)<br />
<a href="http://www.liberale.at" target="_blank"><strong><span style="color: #000000;">Liberales Forum</span></strong></a> (<a href="http://www.liberale.at/img/UST-E.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://www.liberale.at/img/Leitfaden.pdf" target="_blank">Information</a>)<br />
<a href="http://www.fritz-dinkhauser.at/" target="_blank"><strong><span style="color: #000000;">Liste FRITZ</span></strong></a> (<a href="http://www.fritz-dinkhauser.at/mat/Unterstuetzungserklaerung.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://www.fritz-dinkhauser.at/index.php?id=360" target="_blank">Information</a>)<br />
<a href="http://www.kpoe.at" target="_blank"><strong><span style="color: #000000;">KPÖ</span></strong></a> (<a href="http://www.kpoe.at/home/aktuelles/nr-wahl-2008.html" target="_blank">Unterstützungserklärung und Information</a>)<br />
<strong><span style="color: #000000;">SKÖ</span></strong> (<a href="http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20080811_OTS0107&amp;ch=politik" target="_blank">Information</a>)<br />
<a href="http://www.monarchisten.at"><strong><span style="color: #000000;">Die Monarchisten</span></strong></a><span style="color: #000000;"> (<a href="http://www.monarchisten.at/petition/" target="_blank">Unterstützungserklärung und Information</a>)<br />
<strong><a href="http://www.ppoe.or.at/" target="_blank"><span style="color: #000000;">Piratenpartei Österreich</span></a></strong><span style="color: #000000;"> (<a href="http://files.ppoe.or.at/unterstuetzungserklaerung.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> |<a href="http://ppoe.or.at/node/306" target="_blank">Information</a>)<br />
</span></span><strong><a href="http://www.tierrechtspartei.at/" target="_blank"><span style="color: #000000;">Tierrechtspartei</span></a></strong> (<a href="http://www.abitec.at/cms/trp.nsf/0/93667f53bdc9fa6ec12574a500349583/$FILE/Unterst%C3%BCtzungserkl%C3%A4rungsformular%20NR-Wahl%202008%20PDF.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://www.abitec.at/cms/trp.nsf/0/93667F53BDC9FA6EC12574A500349583?OpenDocument" target="_blank">Information</a>)<br />
<strong>plattform-direkt.at</strong> (<a href="http://plattform-direkt.at/images/U-Erklaerungneutral.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a>)<br />
<strong><a href="http://www.ichwaehlenicht.at/" target="_blank"><span style="color: #000000;">ICH WÄHLE NICHT</span></a></strong> (<a href="http://www.ichwaehlenicht.at/downloads/unterstuetzungserklaerung.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://www.ichwaehlenicht.at/index.php?q=art&amp;id=5" target="_blank">Information</a>)<br />
<strong>partei3.net</strong><br />
<span style="color: #000000;"><span style="color: #000000;"><strong>Menschen Österreich</strong><br />
</span></span><strong>Demokratische Diversität Österreichs<br />
Sicher Absolut Unabhängig (SAU)<br />
Die Weissen </strong>(<a href="http://www.ichwaehlenicht.at/downloads/unterstuetzungserklaerung.pdf" target="_blank">Unterstützungserklärung</a> | <a href="http://www.dwoe.at/artikel.php?menu_id=4" target="_blank">Information</a>)</p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><em>Falls diese Liste nicht vollständig ist, bitte ich um entsprechende Informationen zur Ergänzung!</em></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ihr Input und ihre Fragen für Interviews mit Dr. Alfons Adam (Die Christen) und Andreas Schieder (SPÖ Staatssekretär).</title>
		<link>http://neuwal.com/index.php/2008/08/13/ihr-input-und-ihre-fragen-fur-interviews-mit-dr-alfons-adam-die-christen-und-andreas-schieder-spo-staatssekretar/</link>
		<comments>http://neuwal.com/index.php/2008/08/13/ihr-input-und-ihre-fragen-fur-interviews-mit-dr-alfons-adam-die-christen-und-andreas-schieder-spo-staatssekretar/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 13:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Zirnig</dc:creator>
				<category><![CDATA[SPÖ]]></category>
		<category><![CDATA[die christen]]></category>
		<category><![CDATA[dr. alfons adam]]></category>
		<category><![CDATA[fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht weiter, es kündigen sich viele weitere interessante Gespräche rund um das Thema Neuwahlen und Politik an. Vielen Dank für die vielen Fragen, die ich bis jetzt bekommen habe.
Gesprächspartner und Fragen-Annahmeschluss

Dr. Alfons Adam (Bundesparteiobmann Die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F13%2Fihr-input-und-ihre-fragen-fur-interviews-mit-dr-alfons-adam-die-christen-und-andreas-schieder-spo-staatssekretar%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fneuwal.com%2Findex.php%2F2008%2F08%2F13%2Fihr-input-und-ihre-fragen-fur-interviews-mit-dr-alfons-adam-die-christen-und-andreas-schieder-spo-staatssekretar%2F" height="61" width="51" /></a></div><p>Es geht weiter, es kündigen sich viele weitere interessante Gespräche rund um das Thema Neuwahlen und Politik an. Vielen Dank für die vielen Fragen, die ich bis jetzt bekommen habe.</p>
<p><strong>Gesprächspartner und Fragen-Annahmeschluss</strong></p>
<ul>
<li>Dr. Alfons Adam (Bundesparteiobmann Die Chrsiten): Freitag, 15.08. 11:00 Uhr</li>
<li>Andreas Schieder (SPÖ): Donnerstag, 14.08. 08:00 Uhr</li>
</ul>
<blockquote><p>Ich lade Euch wieder ein, mir interessante Fragen zu schicken (hier posten, <a href="mailto:neuwal@gmail.com" target="_blank">per E-Mail</a>, per <a href="http://neuwal.com/index.php/kontakt/" target="_blank">Kontaktformular</a> oder per <a href="http://www.twitter.com/NEUWAL" target="_blank">twitter</a>), die ich bei den Interviewpartnern zusätzlich ins Gespräch einbauen werde.</p></blockquote>
<p>Vielen Dank, ich freue mich wieder über interessante Fragen!</p>
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			<wfw:commentRss>http://neuwal.com/index.php/2008/08/13/ihr-input-und-ihre-fragen-fur-interviews-mit-dr-alfons-adam-die-christen-und-andreas-schieder-spo-staatssekretar/feed/</wfw:commentRss>
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