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Der freie Hochschulzugang, eine Sackgasse?
13. Mai 2012 – 16:23 | 6 Kommentare

Studiengebühren bringen weder den Weltfrieden noch ausfinanzierte Eliteunis für Österreich, auch wenn die Vehemenz mit der manche Verfechter sie fordern, den Eindruck hinterlässt dass ohne Studiengebühren bald nur noch brennende Ruinen dort verfallen werden, wo …

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Werner Faymann 2.0 – Das Resümee nach einer Woche

geposted von am 2. November 2011 – 17:219 Kommentare

Es war ein großes Tamtam. Mit einiger Verzögerung ging vergangene Woche, am Nationalfeiertag, die Social Media-Kampagne unseres Bundeskanzlers online. Das Medieninteresse war groß, der Belächelung auf Twitter und Facebook war kaum mehr zu bremsen. Und schon einen Tag nach dem Start fand man Meinungen zum ersten Social Media Tag auf derStandard.at oder der Futurezone. Wir haben uns eine Woche Zeit genommen und genauer analysiert.

Auch ich habe in einem Kommentar erklärt, dass der Bundeskanzler vielleicht noch etwas warten sollte, bevor er in die Welt von Social Media vorstößt. Schon nach dem ersten Tag war ich aber überzeugt, dass die Idee und die Umsetzung dahinter gar nicht mal so schlecht ist. Wobei natürlich immer Verbesserungspotential besteht. Im diesem Beitrag habe ich die verschiedenen Teile der Kampagne einzeln behandelt und werde zum Abschluss das Gesamtauftreten des Bundeskanzlers und seines Teams bewerten.

@teamkanzler – 7 oder 9 Menschen für den Reply-Frieden

Zahlen: 34 Tweets, 95 Following, 1.446 Follower, 40x gelistet

Man erinnert sich: Twitter wollte man eigentlich nicht so wirklich – schlussendlich startete man schließlich doch einen eigenen Account unter dem Namen @teamkanzler. Genutzt werden sollte es vor allem fürs Anteasern von neuen Stories auf Facebook, YouTube oder der Website. Nach einer Woche gibt es nun 34 Tweets, wobei die meisten Nachrichten davon Antworten auf die wohl unkritischsten Erwähnungen sind. Dass, wie man zuvor (wirklich eher holprig) erklärte, 7 (oder 9) Leute hinter den Inhalten stehen, die auf den verschiedenen Plattformen veröffentlicht werden, lässt einen natürlich über Effizienz diskutieren.

Aber seien wir mal ehrlich: Laut dem Social Media Radar gibt es in Österreich 27.498 aktive Accounts. Natürlich sollte man überlegen, wo man sein Hauptaugenmerk drauf richtet. Und auch wenn die Twitter-Nutzer glauben, mit Meldungen in ihre “Bubble” würde man die Welt erreichen … die Reichweite eines Tweets ist relativ gering. Und auch die Halbwertszeit eines Tweets wird von so manchen Nutzern (und selbsternannten Social Media – Experten) maßlos überbewertet. Aber vielleicht wäre es empfehlenswerter gewesen, wirklich auf Twitter zu verzichten … die 34 Tweets sind nämlich bisher relativ inhaltsleer.

Gefällt mir “Bundeskanzler Werner Faymann”?

Zahlen: 3.537 Gefällt mir, 3.680 Menschen sprechen darüber

Doch wie ist es auf Facebook? Dieser Auftritt ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen: unzählige Beiträge, Links zu YouTube, zur Website, Bilder von seiner Arbeit: hier sieht man, wie man gute PR für einen Politiker machen kann. Dass er, bis auf den Start, nicht mehr zu Wort gekommen ist und seither sein Kanzler-Team übernommen hat, lässt sich verschmerzen. Das Team wird übrigens auf der Facebook-Seite auch vorgestellt. Wie man sieht, ist Bundeskanzler Faymann auf Facebook immer noch ein Thema: es sprechen mehr Menschen darüber, als es Fans gibt … eine Seltenheit.

Ein Start ohne Probleme? In vielen Kommentaren wird bemängelt, dass man nicht auf die Pinnwand posten kann. Von wegen Kommunikation und so. Dass aber eine offene Pinnwand bedeuten würde, dass man statt 9 wahrscheinlich 50 Menschen organisieren müsste, um die Pinnwand “sauber” zu halten. Denn die Diskussionskultur ist auf Facebook echt nicht die Beste, wie man z.B. auch während einer ATV Am Punkt-Sendung im Facebook-Kommentarchat sehen kann. Viele Menschen wollen auch in ihren Kommentaren Antworten auf Fragen erhalten … dass es dabei aber ein extra eingerichtetes Kontaktformular gibt, scheinen die Facebooknutzer jedoch nicht zu wissen.

bundeskanzler.at – Das Sammelsurium

Die Website des Bundeskanzlers ist vom Design her nicht viel anders als die des Bundeskanzleramtes (zu finden unter bka.gv.at) … fasst aber mittels Feeds die Einträge auf Facebook und jene der Website selbst zusammen und bewirbt zudem auch noch die App. Wie groß hier der Andrang ist, kann man natürlich nicht wirklich sagen … aber grundsätzlich ist der gesamte Inhalt auch auf der Facebook-Seite erhältlich. Schön, dass man auch an die Millionen Österreicher denkt, die noch keinen Facebook-Account haben. Auch hier wird Bundeskanzler Faymann von seiner besten Seite dargestellt … kommentieren kann man nicht. Lobenswert: Man benutzt den Like-Button, den man erst aktivieren muss … und so schickt der Leser nicht automatisch seine Infos an amerikanische Server.

App … weil ers kann.

Ein Bundeskanzler braucht natürlich auch eine eigene Applikation: Kanzler 2.0 gibt es sowohl für Android als auch für iOS-Betriebssysteme: Und was ist das nun? Ein Angry Birds mit dem Kanzler? Es ist genau das, was genauso auch auf Facebook und der Website zu finden ist: die Tweets, Facebook-Meldungen und Website-Einträge findet man unter “News”, Fotos unter “Mediathek”, einen 3D-Rundgang durchs Bundeskanzleramt gibt es natürlich auch und ein Quiz, bei dem ein iPad 2 verlost wird. Dass dabei nur rund 10 Fragen eingebaut wurden, verschmerzt man aber sehr schnell.

Sehr sinnvoll, und vielleicht auch in Verbindung mit help.gv.at, ist der Behördenfinder. Dort findet man – nach Alphabet geordnet – alle möglichen Behörden. Eine Ortung der eigenen Person und der Anzeige der umliegenden Behörden wäre dabei aber sehr wünschenswert. Und ich vermute, dass das auch irgendwann einmal eingebaut wird. Die App hat bisher noch relativ lange Ladezeiten, der “Zurück”-Button reagiert nur sehr schwer und ich frage mich wirklich, wofür ich die App (außer für den Behördenfinder) später noch einmal brauchen werde.

Ein Fail des Bundeskanzlers? Bisher: Mitnichten.

Man könnte sich beschweren: Twitter wird kaum bedient, auf Facebook kann man nicht selber auf die Pinnwand schreiben, die Website ist nur ein Feed, die App eher sinnfrei. Aber wenn man es genau nimmt, ist der Social Media Auftritt des Kanzlers bis jetzt (und bis auf Twitter) sehr gut gelungen. Keine Ahnung, was sich der wütende Mob erträumt hat, als man im Bundeskanzleramt ankündigte, in den sozialen Medien aktiv zu werden. Das was hier herausgekommen ist, sieht einerseits gut aus, wird gut umgesetzt und sicher noch weiter ausgebaut. Man kann nur hoffen, dass nun diese Maßnahmen nicht allzu schnell wieder einschlafen. Weitermachen, weiterhin Content liefern … und hin und wieder Mal auf die wenige konstruktive Kritik reagieren. Das würde schon reichen, um den Auftritt des Bundeskanzler als gelungen zu bewerten.

Vieldiskutierte Beiträge

9 Kommentare »

  • Clemens sagt:

    Dieser Artikel disqualifiziert den Autor – du übernimmst die wortwörtliche Partei-PR-*…* und bist IMHO völlig unkritisch: Zitat: “Twitter wird kaum bedient, auf Facebook kann man nicht selber auf die Pinnwand schreiben, die Website ist nur ein Feed, die App eher sinnfrei” – PEINLICH! Schade, ich hätte dir mehr zugetraut.

  • Fuchsy sagt:

    natürlich kann man rein quantitative kriterien heranziehen und jeden einzelnen tweet zählen und die reichweiten von seo-expertInnen analysieren lassen. aber um das gehts nicht – das problem liegt ganz woanders: der “web 2.0 auftritt” des kanzlers wurde groß inszeniert, groß angekündigt (wobei, wie man von agenturen hört, das bka das ursprüngliche konzept ordentlich ge-hair-cutted hat). und was kommt raus? wie oben zitiert: eine leere twitterwall, eine sinnfreie website und eine “me-too” facebookseite.

    ich will mich nicht in den chor einreihen, der sich über die summen aufregt – dienstleistung kostet geld und social-media ist zeitintensiv. nur hier strebt der informationswert gegen 0 – es ist pure inszenierung, die man schon khg vorgeworfen hat.

    blickt mal nach deutschland, wo @regsprecher und videopotcasterin merkel ganz ohne brimborium “web 2.0 machen”. hierzulande wirkt der auftritt einfach provinziell – und sagt vielleicht grade deshalb viel über unseren kanzler aus.

  • Dominik Leitner sagt:

    @Clemens

    Meiner Meinung nach habe ich die Kampagne schon kritisch durchgearbeitet. Ich hinterfragte aber auch, wie sinnvoll manche Dinge sind. Dass Twitter kaum bedient wird, liegt womöglich an der geringen Userzahl. Das kann man ihnen kaum vorwerfen, ist doch die Kommunikation über Twitter schwieriger als über Facebook oder Website.

    Ich finde es zudem auch gut, dass man auf Facebook nicht auf die Pinnwand posten kann. Man kennt die User und deren Mundwerk. Das braucht man nicht.

    Der Social Media Auftritt des Bundeskanzler ist PR. Mehr ist es wirklich nicht. Manche träumen von Volksnähe und einem Politiker zum Anfassen (oder zum Anmotzen) … aber hat man sich das wirklich erwartet. Vielleicht ist meine Meinung ident mit dem Partei-PR-*…* – ich habe mir aber ernsthaft vorgenommen, die verschiedenen Bereiche der Kampagne genauer unter die Lupe zu nehmen und das ist mein Resümee. Das es auf Unmut stoßen wird, war mir aber schon zuvor bewusst. ;)

    @Fuchsy

    Ja, vielleicht ist er provinziell. Und die deutschen Vorbilder sind gut. Sehr gut sogar.

    Das was man von Werner Faymann 2.0 bisher sehen kann, ist einiges im Entwicklungsstadium … es könnte noch etwas daraus werden. Und vielleicht hat all das auch etwas mit der unterschiedlichen Relevanz eines österreichischen Bundeskanzlers zu einer deutschen Kanzlerin zu tun. Faymann ist keine Merkel und bei weitem kein Obama.

  • Thomas Knapp sagt:

    @große Ankündigung – da spielte man glaube ich, gar nicht ungeschickt, mit den alten Medien, die sich aus irgendeinem Grund auf sowas stürzen und gerne darüber berichten. Die Fallhöhe die dabei bei ein paar kritischen Web 2.0 Menschen die Faymann sowieso nicht mögen, aufgebaut wird, kann dabei glaub ich wirklich einfach ignoriert werden.

    @Facebookpinnwand – ich verstehe wirklich nicht, wo das Problem ist. All Einträge können kommentiert werden und es findet dann ein Dialog statt (d.h. den Leuten wird geantwortet). Nur weil man sich nicht zuspammen lassen will (und weiß dass ein paar Leute mit dem Finger auf der Druck-Taste dauernd die Seite aktualisieren um ein “Faymann lässt xyz auf seiner Seite stehen” Skandälchen zu haben), muss man sich nicht Dialogverweigerung oder mangelnde Kommunikationsbereitschaft vorwerfen lassen.

  • Fuchsy sagt:

    98.000 Euro hat der Auftritt gekostet und laufend sinds 1880 Euro: http://derstandard.at/1319182010601/

    Dabei dürfte das Teuerste gar nichts mit “Social-Media” sein, sondern die 3D-Videos vom Bundeskanzleramt auf bundeskanzler.at. Die Apps werden auch zusammen so um die 20.000 bis 30.000 gekostet haben, nimmt man dann die Website bundeskanzler.at hinzu, bleibt für reines “Social-Media” vergleichsweise wenig über. Und die € 1880/Monat klingen nach einem/einer Mitarbeiter/in, die dafür abgestellt wurde.

    Aufwand und Ergebnis im Einklang. Insofern stimmt es, dass es kein #Fail ist. Zukunft sehe ich darin allerdings auch keine – es fehlt das Konzept.

  • Fuchsy sagt:

    Nachtrag: Wühlt man sich durch den Quellcode von bundeskanzler.at, stößt man auf Platzhalter für Twitter und Google+. Da hat man bis zum Schluß nicht gewusst, was kommt :-)
    https://images.devs-on.net/Image/WNBsrUjl2u8zJDo-Bereich.png

  • [...] neuwal • Werner Faymann 2.0 – Das Resümee nach einer Woche … neuwal • Der Kanzler und Social Media: Eine Woche nach dem Start haben wir den Web2.0-Auftritt von Werner Faymann und seinem Team unter die Lupe genommen. Source: neuwal.com [...]

  • [...] ich mich mit dem vergangenen Eintrag nach einer Woche laut Kommentierenden selbst disqualifiziert habe und das Ganze mehr als “PEINLICH!” [...]

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