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neuwal.com | 16.04.2014

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Pro und contra – Pressestimmen zu #wikileaks

neuwal.com hat eine breite Debatte zum Thema Wikileaks gestartet. Wie sehr die Idee von Wikileaks die Welt verändern wird, zeigt schon die Fülle von Kommentaren, die es zum Thema gibt. Wir haben einige der wichtigsten Beiträge gesammelt – und bitten um weitere Inputs!

Helmut Spudich beleuchtet Wikileaks in seiner Kolumne “Personal Tools” vom 11.12.2010:
“Held oder verantwortungsloser Verräter von Staatsgeheimnissen? Julian Assange hat mit dem massenhaften Outing geheimer Informationen auf Wikileaks viele Fragen aufgeworfen. [...] Die Kontroverse verdeckt frühere Verdienste der Enthüllungssite wie Unterlagen zur Korruption des kenianischen Expräsidenten Daniel arap Moi oder die ‘steuerschonende’ US-Anlagestrategie der Julius-Baer-Bank. Für letztere information haben US-behörden deutlich mehr Enthusiasmus gezeigt als für die jetztige Veröffentlichung Diplomatischer Depeschen. Wikileaks scheint sich dabei in eine Art Veröffentlichungsrausch gesteigert zu haben. [...] Unkontrolliertes Outing kann sich also als Bärendienst für Offenheit erweisen.”

Medienkünstler Peter Weibel kommentiert das Thema im Standard-Interview “Castingshows sind Universitäten für Aufsteiger” vom11.12.2010:
“[Wikileaks] ist eine wunderbare Einrichtung, eine der größten Errungenschaften: die Kontrolle jener Organe, die sich normalerweise der Kontrolle entziehen. Die Shakespeare’sche Welt der Intrige hat bis zum 19. Jahrhundert gegolten. Heute leben wir in einer Welt der Paranoia. Die Regierungen haben diese Paranoia und daher Angst vor Enthüllungen. Wären es demokratische, transparente Regierungen, hätten sie keine Angst. Doch die Regierungen haben vieles zu verbergen, weil sie Verschwörungsstrukturen haben. Wir sind der Souverän, wir sollen die Politiker überwachen und nicht umgekehrt. Es ist grotesk, dass Politiker Immunität genießen. Der Staat ist geschaffen, um uns, die Bürger, und nicht, um die Politiker zu schützen. Doch die Justiz versteht sich als Schutz für die Politiker. Der Justizapparat endet dort, wo die Politik beginnt: Das ist meine Analyse von Österreich.”

Ein sehr langer, inhaltlich eher schwacher Artikel kommt von Robert Treichler auf profil.at:
“Cablegate. Wer kann WikiLeaks stoppen? Die Drohungen der US-Regierung nicht, Boykottmaßnaßhmen von Amazon und Co ebenso wenig. Nicht einmal die verunglückten One-Night-Stands ihres Chefs Julian Assange bringen die Web-Pl attform ins Wanken. Gut so, meint Robert Treichler.”

Armin Turnher kommentiert im Falter 49/10 unter dem Titel “Meerschweinchen, aufgepasst. Wikileaks, der Fall Grasser und wir”:
“Die Welt im Bann von Wikileaks? Sagen wir, die Nachrichtenmacher sind es. Die Netzinteressierten sind es, die dieser Fall am meisten erregt. Leute, die auf dieses Medium die größten, ja alle Hoffnungen demokratischen Fortschritts setzen. Technischer Fortschritt bedeutet für sie soviel wie Fortschritt überhaupt. Zweifel daran bedeutet ihnen Zurückgebliebensein, finstere Reaktion. der Fall Wikileaks ist die Stunde der Meerschweinchen. Paranoiker leben auf, weil Wikileaks-Chef Julian Assange nun per Haftbefehl von jenen Vereinigten Westlichen Mächten gejagt wird, deren Geheimnisse er gezielt verraten hat. [...] Die Attacke von Wikileaks richtet sich gegen den Rechtsstaat und die Werte, die er vertritt. [...] Simpel gesagt besteht [Assange] darauf, dass alles allen gehört und niemand ein Recht hat, jemandem irgendetwas vorzuenthalten. Dass die Pressefreiheit immer abzuwägen ist gegen andere Rechte, geht dabei unter.”

“Anonymous – Verborgene Kämpfer gegen Internetzensur” wurde im Standard vom 10.12.2010 zum “Kopf des Tages”:
Kino-Revolutionär Guy Fawkes aus der Comicverfilmung “V for Vendetta” ist Inspirationsquelle und Symbol der lose assoziierten Hackercommunity, die als “Anonymous” auftritt. Anonymous trat erstmals 2008 selbst unter dem Namen auf, als Scientology ein kompromittierendes Video aus dem Netz verbannen wollte. 2009 wurde ein “Pornotag” ausgerufen und das Videoforum Youtube mit einschlägigem Material überflutet. Immer öfter richteten sich die illegalen Angriffe gegen jede Art von Internetzensur. Anonymous engagierte sich im Infowar nach den Wahlen im Iran 2009. Als Australien den Zugang zum Internet einschränken wollte, gab es Attacken auf die Webauftritte des Parlaments und des Premiers. Operation Payback” richtete sich ursprünglich gegen Copyright-Schutz, nachdem eine Firma Hackerangriffe gegen Filesharer fuhr. Mit den Attacken gegen Institutionen, die Wikileaks bremsen wollen, fand sich nun die größere Aufgabe. Die Koppelung an Wikileaks und die breite öffentliche Wahrnehmung lässt den Cyberkrieg voll entbrennen.”

Linksammlungen

Linkliste: Die (späte) Wikileaks-Diskussion
Die Fülle an Artikeln, die derzeit zum Thema Wikileaks produziert werden ist erschlagend. Jedes Leitmedium hat mittlerweile mindestens ein Statement abgegeben, teilweise auch zwei, die sich nicht selten widersprechen. Hier der Versuch einer Übersicht.
http://danielbroeckerhoff.de/2010/12/12/linkliste-wikileaks/

Wikileaks links…
http://www.nettime.org/Lists-Archives/nettime-l-1012/msg00074.html

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