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Aktive Arbeitslose: “Mindestsicherung liegt unter Armutsgrenze”

geposted von am 26. August 2010 – 18:39Ein Kommentar

Im 4-minütigen Vorstellungsvideo der Ameisenrunde, stellt uns Hr. Miculik den Verein “Aktive Arbeitslose” vor, der im 12. Bezirk um Unterstützungserklärungen für die Wienwahl 2010 kämpft. Es geht um Mindestsicherung, einem Kulturzentrum im 12. Bezirk, Kinderspielplätzen und dem geringen politischen Interesse der Österreicher.

Nachdem wir mit Martin Mair von den Aktiven Arbeitslosen bereits in der Vorwoche ein Interview gemacht haben, begrüßten wir Roman Miculik bei unserer Ameisenrunde am 23. August 2010 mit ichmachpolitik.at.

Roman Miculik (Aktive Arbeitslose) bei der Ameisenrunde. Bild: (C) karolariegler.at

Roman Miculik (Aktive Arbeitslose) bei der Ameisenrunde. Bild: (C) karolariegler.at


 

Transkript der Video-Kurzpräsentation

Guten Tag, mein Name ist Roman Miculik und ich bin vom Verein Aktive Arbeitslose. Wir kandidieren im 12. Bezirk als Liste.

Was sind unsere Anliegen?
Wir wollen als Sprachrohr für jene Leute dienen, denen man nicht glaubt – den sozial bedürfigen und den Arbeitslosen. Es gibt immer mehr Arbeitslose – 100.000 waren es in Wien an der Zahl. Diese Menschen haben ihre Probleme mit dem AMS, da man von dieser Seite her versucht die Preise für Arbeiter und Angestellte zu drücken. Sie werden in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt, von denen man dann gar nicht mehr leben kann und sich Sozialhilfe am Sozialamt holen muß.

Mindestsicherung
Wir kritisieren auch die Mindestsicherung. Die ist unter der Armutsgrenze des Einkommens, die man vor Jahren mit 950 EUR festgesetzt hat. Die Mindestsicherung macht 740 EUR aus. Die Milchmädchenrechnung würde sagen, hier fehlt noch etwas auf den Betrag. Hier ist die Inflation noch gar nicht einberechnet.

Kulturzentrum im 12. Bezirk
In unserem Bezirk wurde ein Soziales Zentrum und Kulturzentrum seit längerer Zeit abgelehnt. Wir möchten hier etwas machen, damit sich die Leute auch ohne Geld wo treffen und vernetzen können.

Das politische Interesse in Österreich ist sehr gering
Beim Sammeln der Unterstützungserklärungen haben wir bemerkt, dass das politische Interesse in Österreich sehr gering ist. Das war eigentlich eine sehr harte Knochenarbeit, die Leute ins Magistratische Bezirksamt zu bringen. Von den meisten Leuten hat man gehört “Das interessiert mich nicht” oder “Ich wähle sowieso nicht”. Da wollen wir den demokratiegedanken etwas unter das Volk bringen.

Weiters wollen wir eine unabhängige Sozialberatung im Bezirk für Sozialhilfeempfänger oder Arbeitslose machen. Unabhängig deshalb, weil es sonst vom AMS “angehaucht” ist. Wir wollen den Leuten wirklich damit helfen. Damit sie Perspektiven sehen und einen Weg aus dem Schlammassel finden, in dem sie stecken.

Kinderspielplätze: Der Sand wurde seit 11 Jahren nicht mehr gewechselt
Was mir persönlich ein Anliegen ist, da meine Tochter jetzt 11 Jahre wird, sind die Kinderspielplätze in Meidling. Die sind eigentlich unter jeder Kritik. In Meidling hätten wir auch gerne so schöne Spielplätze wie im 18. oder 19. Bezirk. Bei dem Spielplatz von dem ich besonders spreche, wurde noch nicht einmal der Sand gewechselt. Und das, seit dem meine Tochter auf die Welt gekommen ist. Das ist eine Brutstätte für Bakterien.

Wir sind für ein Miteinander und für ein zusammendiskutieren und gemeinsam Entscheidungen finden. Es nicht einseitig zu machen wie zu Kaiser’s Zeit, wo es einen gegeben hat, der entschieden hat und alle mußten damit Leben. Das ist unser Hauptanliegen.

neuwal: Wie aktiviert man Arbeitlose? Brauchen wir mehr Arbeit für alle oder soll es eine andere Gesellschaft geben, in der Arbeit nicht mehr so wichtig ist?

Roman Miculik: Die Frage ist jetzt nicht so leicht zu beantworten. Die Arbeit ist uns ausgegangen. Man müsste ein anderes Modell finden und die Arbeitszeit runterschrauben. Die Einkommen müssen angepasst werden an die Inflation. Da hat man gemerkt, dass man gar nicht so viel verdienen kann, wieviel Geld man für Lebensmittel benötigt um zu überleben. Es werden überhaupt neue Ideen gefragt.

Auf FM4 wurde ein Buch vorgestellt. “Steuer für die Reichen”. Roosewelt hat mit 82 % begonnen. In den Kriegsjahren auf 95 %. Er hat den Leuten mit Geld gesagt. Wenn ihr jetzt nicht das Geld dem Volk zur Verfügung stellt und etwas investiert, dann wird es euch später hart treffen. Man hat investiert und es hat sich, wie man später gesehen hat, rentiert. Präsident Obama versucht jetzt ähnliche Wege zu gehen. Und das in Amerika.

neuwal: Halten sie das für einen guten Weg?

Roman Miculik: Ein gehbarerWeg. Ob er gut ist, zeigt uns wieder einmal die Geschichte.

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