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Der freie Hochschulzugang, eine Sackgasse?
13. Mai 2012 – 16:23 | 6 Kommentare

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Bye bye Burnout: Kampf der neuen Volkskrankheit #arbeitbrennt

geposted von am 21. August 2010 – 21:096 Kommentare
Was lange Zeit als Berufskrankeit der Bosse und Manager galt, ist in den mittleren Führungsebenen und bei den „einfachen“ Angestellten angelangt: der Dauerstress. Fragt man bei Freunden und Bekannten nach, ist er allgegenwärtig. Mit mehr Freizeit und Urlaub ausgestattet denn jede Generation vor uns, sind viele permanent „unter Druck“, „im Stress“ oder „ausgebrannt“.

Abgebranntes Streichholz, (C) sxc.hu / Marcel Hol

(C) sxc.hu / Marcel Hol

Dabei sind die Folgen von Stress grundlegend einmal positiv: Der Körper reagiert damit z.B. auf Gefahr, indem der Hypothalamus ein spezielles Hormon ausschüttet, das sich auf den Adrenalinausstoß der Hypophyse auswirkt. Wir handeln schneller und sind kurzzeitig widerstandsfähiger, da sich die Muskeln anspannen. Als Dauerzustand wird Stress jedoch zum Problem.
 
Der Trend hat Anfang des Jahres in einer großen Geschichte die stressigsten Berufe aufgelistet, dazu zählen erwartbare Kandidaten wie Piloten, Fluglotsen, Ärzte, Rettungsfahrer und Politiker. Aber auch Lehrer, Callcenter-Angestelte, Journalisten, Sozialarbeiter, Pädagogen oder Kellner zählen dazu.
 
Auch Stress muss sein?
Einige dieser Berufe sind quasi immanent stressig – gegen die aus Kostengründen niedrig gehaltene Zahl der Chirurgen und Ärzte kann der einzige wenig tun. Auch Fluglotsen sind quasi per definitionem stressbelastet – genießen daher ein extrem hohes Einkommen und zahlreiche Benefits. Was aber ist mit den restlichen Berufsfeldern? Warum müssen Lehrer so gestresst sein – tut das den Schülern gut? Warum fühlen sich Journalisten so unter Druck, warum Politiker?
 
Der rasende Stillstand…
Beginnen wir von vorne: Bemerkbar macht sich Stress, Burnout, Überlastung in erster Linie bei der Gesundheit. Man wird nervös, ist verspannt, schläft schlecht und wird lustlos. Hat man dann einmal Zeit, um auszuspannen, kommt man nicht runter – nutzlose Hyperaktivität paart sich mit dem Gefühl, wertvolle Zeit zu verlieren.
 
Rien ne va plus
Ausgleichsversuche wie üppiges Essen oder übermäßiger, vermeintlich entspannender Alkoholgenuss machen die Sache dann noch schlimmer. Man raucht zu viel, kippt sich Espresso um Espresso hinunter (Freizeit macht müde) oder raucht. Die starke Umstellung der Gewohnheiten zwischen Büro und Zuhause/Urlaub sorgen dann ncoh für unangenehme Begleiterscheinungen wie Magenschmerzen oder Verdauungsprobleme. Na bravo! Rien ne va plus.
 
Last exit: Freunde
Das Umfeld leidet natürlich unter der Veränderung. Man ist gereizt, ärgert sich schnell, ist unzufrieden, missmutig und fühlt sich ungerecht behandelt. Im schlimmsten Fall kommen dann ernsthafte Zukunftssorgen dazu. Die Misere ist perfekt, professionelle Hilfe oder unschätzbare Freunde die einzige Hoffnung.
 
Babysteps gegen Burnout
Das Thema soll hier also nicht kleingeredet werden, im Gegenteil. Es ist jedoch auch nicht ganz von der Hand zu weisen, dass man sich viel Druck selbst macht und mit einigen – teils erstaunlich banalen – Methoden und Verhaltensweisen das persönliche Wohlbefinden stark erhöhen kann. Probieren Sie es einfach aus, vielleicht funktioniert das eine oder andere auch bei Ihnen. Oft hilft die Gewissheit weiter, nicht machtlos zu sein!
 
Schritt 1 – Selbstwertgefühl stärken
Klein, machtlos und höheren Mächten ausgeliefert – mit diesem Selbstbild kann man nur verzweifeln. Versuchen Sie, Ihre wichtige Rolle in der Abteilung, für Kollegen, für das Unternehmen zu sehen. Jeder leistet einen wertvollen Beitrag – und wenn nicht, ist es vielleicht nicht Ihre Traumposition…
 
Schritt 2 – Arbeitsplatz optimieren
Es ist ein alter Hut, aber die wenigsten tun es wirklich: Machen Sie sich Ihren Arbeitsplatz so angenehm wie möglich. Ich spreche hier nicht vom Kaktus oder Bilderrahmen, sondern arbeitsrelevanten Kleinigkeiten wie ein ergonomischer Bürostuhl, ein neuer Monitor, eine zusätzliche Lichtquelle oder eine passendere Klimatisierung. Die Optimierung der Umgebungsbedingungen kann Wunder wirken! Auch eine nüchterne Betrachtung, ob man richtig isst und trinkt, wird viel zu oft vergessen – was für Sie passt, wissen Sie selbst am besten.
 
Schritt 3 – Zwischendurch entspannen
Ich selbst war lange eher skeptisch, was affige Verrenkungsübungen am Arbeitsplatz betrifft. Rückenschmerzen wurden daher ignoriert, schmerzende Augen und Kopfweh in Kauf genommen. Mittlerweile gibt es aber wirklich einfache, am Schreibtisch durchführbare und wunderbar wirkende Dehn- und Lockerungsübungen. Entspannen Sie sich – zwischendurch, zu Mittag, nach einem anstrengenden Telefonat. Auch für Augenschmerzen und Migräne gibt es Übungen, die Linderung bringen. Ist das nicht ihr Ding, sorgen Sie für andere Mini-Pausen. Oft reicht es, den Kaffee fünf Minuten mit geschlossenen Augen zu genießen. Man muss ja nicht gleich einen Power-Nap einlegen!
 
Schritt 4 – Das Gesamtbild sehen
Oft verdecken einem momentane Probleme, für deren Lösung man sich verantwortlich fühlt, die Sicht auf das Gesamtbild. Oder man ist wegen ein, zwei unangenehmen Kundengesprächen in einem Tief. Ein Blick über den Tellerrand, Gespräche mit Kollegen oder engen Freunden kann aus der emotionalen Sackgasse führen. Oder auch zeigen, dass etwas nicht bewältigbar ist – dann sollte man die Herausforderung mit Firmenhilfe lösen.
 
Schritt 5 – Auch einmal Abschalten
Der beste Job ist nur ein Teil Ihres Lebens. Gönnen Sie sich Privatsphäre, Feierabend und Auszeit – und kommen Sie mit vollen Batterien und einem frischen Geist zurück ins Büro. Fast niemand muss immer erreichbar sein.
 
Schritt 6 – Den Ausgleich suchen
Auch wer keine Hobbies wie Extrembergsteigen oder Action Painting hat, kann sich auf andere Gedanken bringen. Der eine braucht dafür unberührte Natur und powert sich aus, der andere vergräbt sich in Büchern und denkt sich in andere Welten – was immer Ihnen Spaß macht. Nur berufsbezogen sollte es nicht sein. Stauen sich viele Emotionen, kann durchaus ein kraftraubender Sport eine angenehme Sache sein. Fühlen Sie sich zu wenig belastbar, versuchen Sie doch Ausdauersport – langes Radfahren an Ihrer Lieblingsstrecke kann schon helfen. Ausprobieren!
 
Schritt 7 – Entspannungshelfer finden
Es ist nicht immer ganz einfach, sich zu „entstressen“ – auch nach dem Büro. Suchen Sie sich Katalysaytoren, die Ihre Entspannung richtig in Gang bringen – ob es eine schnurrende Katze, eine klassische CD oder Ihr(e) Lebenspartner(in) ist… Klappt es gar nicht, sollten Sie sich beraten lassen.
 
Schritt 8 – Grenzen setzen
Hilfsbereitschaft und ein offenes Ohr schätzen viele – Freunde, Bekannte, Kollegen… man muss aber auch wissen, wie weit man sich emotional einlassen kann. Wer sich im Büro und daheim gleichermaßen für seine Mitmenschen aufzehrt, wird irgendwann als leere Hülle enden – und sich auch so fühlen. Gute Freunde lassen da sicher mit sich reden, auch ein Partnergespräch kann viel bringen.
 
Auf jeden Fall: Alles Gute. Und schaut’s auf euch.

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6 Kommentare »

  • Michael sagt:

    Ein durchaus interessanter Text mit guten Absichten. Umso trauriger, dass er so offensichtlich nur für Männer geschrieben ist. „Piloten“, „Fluglotsen“, „Ärzte“, „Politiker“, „Pädagogen“, „Lehrer“, „Schüler“, „der einzige“, „der eine“, „der andere“ und und und …

    Am Ende kommt dann (doch?) noch die Lebenspartnerin – wen sonst brauchen „Chirurgen“ neben ihren „Freunden“ und „Kollegen“? Warum sie dann doch in Klammern gesteckt wurde und ob der Lebenspartner hier wegen seiner Machtposition als viel bejubelte Grundform oder doch wegen seines in letzter Zeit immer häufiger als realer Partner in einer Mann-Mann-Beziehung Ins-Bewusstsein-Tretens durchscheint, bleibt wohl „dem Leser“ zu erdenken überlassen.

  • Stefan Egger sagt:

    Lieber Michael,

    danke fuer dein positives Feedback sowie deine Kritik an der mangelnden “Geschlechterneutralitaet” meines Artikels, die sicher legitim ist.

    Ich kann dir versichern, dass ich ein absoluter Verfechter der Gleichberechtigung bin und jeder Form von Diskriminierung in meinem Umfeld scharf und aktiv entgegentrete.

    Dennoch – und diese Freiheit erlaube ich mir als Journalist – halte ich nichts von Binnen-I und neutralen Formulierungen in langen Texten, das befriedigt wirklich nur eine sehr kleine und umstrittene Sprach-Kampftruppe.

    Diskriminierung ist eine Frage der Einstellung, des Umgangs mit Frauen, der Chancengleichheit, der Gleichberechtigung – und ja, auch der medialen Darstellung, letztendlich aber der Gesellschaft.

    Mich stört, dass Inhalte fast durchgehend ignoriert werden und man sich an formalen (sorry) Belanglosigkeiten stoesst. Das ist ein Kampf gegen Windmuehlen, der den Interessen der Gleichberechtigung nicht dient.

    Sonnige Gruesse,
    Stefan

  • Michael sagt:

    Lieber Stefan,

    danke für deine Reaktion. Schade, dass du dich über das Ignorieren von Inhalten beschwerst, meine Inhalte aber anscheinend völlig ignorierst. Von Binnen-I etc. hab ich nichts geschrieben. Ich wollte darauf hinweisen, dass dein Artikel eindeutig aus der Sicht eines Mannes geschrieben ist, der einen Text für andere Männer schreibt. Das finde ich schade, vor allem auf einer Seite wie dieser hier, von der ich bislang doch den Eindruck hatte, dass alle Mitarbeitenden sich um ein breites Publikum bemühen.

    Was als Belanglosigkeit zählt, ist subjektiv. Das weißt du auch, warum also dein „sorry“? Wenn du Diskriminierung aktiv entgegentreten möchtest, bieten dir die Sprache und ihre Verwendung eine wunderbar vielfältige Möglichkeit. Gerade als sich Freiheiten erlaubender Journalist könntest du viel Positives bewirken.

    Wenn deine Texte nicht mehr nur das Bild des hart arbeitenden Mannes, der in der Arbeit mit seinen Kollegen Stress hat und sich deswegen bei seiner Frau zuhause entspannen muss, in die Köpfe deiner Leserinnen und Leser projizieren, wer weiß, was das auf lange Sicht bewirken könnte?

    Bei Lebenspartnerin hast du ja schon weiter gedacht. Viele hätten „Frau“ geschrieben, aber du hast einem (doch immer noch relativ) neuen Wort in deiner Sprache Raum gegeben, um die Realität anders, adäquater auszudrücken. Warum du dich dann ausgerechnet hier für eine Klammer-Mischung entschieden hast, um doch noch den Lebenspartner nicht zu vergessen, weiß ich nicht, daher mein Kommentar vorhin. (Wolltest du aus rein „sprachlich-ästhetischen“ Gründen nicht auf die männliche Form verzichten, weil ja vorher auch alles männlich war? Oder wolltest du zumindest hier nicht auf die weibliche Version verzichten, denn welcher Mann hat schon einen Lebenspartner? Oder war es dir wichtig, schwule Männer nicht auszuschließen? Ich kann nur mutmaßen.) Es spricht aber für sich, wenn du nur bei so einem Begriff Frauen erlaubst/vermutest, bei anderen aber nicht.

    Dass du mich einer „Sprachkampftruppe“ zuordnest und diese mit „klein“ und „umstritten“ als nicht ernstzunehmend und negativ zu bewerten versuchst, finde ich nicht nett. Das wirkt kämpferisch von deiner Seite aus.

    Du hast geschrieben: „Diskriminierung ist eine Frage der Einstellung, des Umgangs mit Frauen, der Chancengleichheit, der Gleichberechtigung – und ja, auch der medialen Darstellung, letztendlich aber der Gesellschaft.“
    Da kann ich dir (bis auf die Tatsache, dass nicht nur Frauen diskriminiert werden) nur zustimmen, aber wie leitest du dir daraus ab, dass Sprache, die genauso von der Gesellschaft geschaffen wurde wie zum Beispiel Frauen benachteiligende Arbeits- und Beziehungsverhältnisse, nicht verändert werden darf bzw. muss? Sprache schafft Gesellschaft. Es mag anfangs wie eine unmögliche Veränderung scheinen, aber mit etwas Übung hast du dich bald an bewusstes Formulieren (und damit meine ich nicht das Binnen-I) gewöhnt wie an Frauen, die Ärztinnen sind und Hosen tragen (und die sich sicher auch über deine Stress-Tipps freuen). ;)

  • Stefan Egger sagt:

    Lieber Michael,

    die Kommentare passen zwar nicht zum Thema des Artikels, freue mich aber trotzdem über deinen Input!

    Nur ganz kurz: Ja, ich schreibe aus der Sicht eines Mannes, denn ich bin einer – zumindest ist hier keine Veränderung geplant :) Und nein, ich will nicht alles “neutral” oder aus Frauensicht formulieren, denn das widerspricht meinem Denken.

    Wenn ich an Ärzte, Fluglotsen etc. denke, habe ich Frauen vor meinem geistigen Auge, denn die sind in meinem Bekanntenkreis in diesen Funktionen häufiger, wie viele daran in den Beziehungen die Hosen anhaben, will ich öffentlich gar nicht kommentieren ;)

    Jeder wählt seine Mittel, mit denen er die Gleichberechtigung fördern will (oder auch nicht, auch solche Leute gibt es leider) selbst.

    Insofern: Wir kämpfen doch für dieselbe Sache… auf anderen Wegen.

    LG Stefan

  • Andreas sagt:

    Ich finde die Tipps gut und werde probieren einige zu befolgen. Dabei fällt mir ein, ich wollte doch dieses Jahr noch Urlaub machen…
    Ich bin dann mal weg.

  • Stefan Egger sagt:

    @Andreas: Danke, mir haben sie geholfen! Und: ich bin auch ab morgen auf Urlaub ;) Enjoy & relax !!! Stefan

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