Reines “Wiener Blut?” Zu viel FPÖ tut niemandem gut
Die Frage ist wieder einmal: Wie reagiert man richtig? Klar ist nur, was alles nicht geht: Wer sofort “Skandal” schreit und die Nazi-Keule schwingt, steht schwuppdiwupp im linkslinken Gutmenschen-Eck, wo die verpufften Entrüstungsstürme der letzten Jahrzehnte in Einweckgläsern konserviert verstauben.
Spannend ist auf jeden Fall, wie die anderen Parteien reagieren. Wird man sich hart abgrenzen oder überwiegt doch die Angst, rechte Wechselwähler zu vergraulen? Kommt es zu einem Schulterschluss, oder schaffen es die handelnden Personen (wieder einmal) nicht, über ihren parteipolitischen Schatten zu springen?
Wir von neuwal sind jedenfalls der Meinung, dass eine derartige Botschaft nicht unkommentiert mit Partei- und somit Steuergeld an gewista-Plakatwänden in Wien prangen dürfen soll. Wenn man ein bisschen zwischen den Zeilen liest, klingt der Slogan “Mehr Mut für unser Wiener Blut” mit dem Zusatz “Zu viel Fremdes tut niemandem gut” bedenklich nach einer Aufforderung, sich zu wehren. Aktiv etwas zu tun gegen “Andersartige”, gegen “Fremde”, die “nicht hier her gehören”. Notfalls mit Gewalt?
Ich höre schon die Stimmen, die wieder einmal abwiegeln. “Alles halb so wild”, “Aufregen bringt nichts”, “Gebt denen doch keine Publicity”, “Einfach ignorieren, das ist ja nichts Neues”. Ja, eh. Würde ich gerne machen – und glauben. Nur: die Plakate, die Botschaften, die Stimmungsmache haben eine Auswirkung – das kann man spüren und sehen.
Beispiel gefällig? Letzte Woche hat ATV im Magazin “Life” vom Mittwoch, 11. August, den Versuch gestartet, wie es einem dunkelhäutigen Diplomatensohn mit sehr passablem Deutsch beim Discobesuch ergeht. Ein Thema, bei dem das große Gähnen kommen sollte. Die ernüchternde Bilanz: an allen vier getesteten Lokalitäten (darunter die Disco in der Millennium City und der Praterdome) wurde der gepflegte, elegant gekleidete Mann abgewiesen (“geschlossene Veranstaltung”, “Einladung notwendig”, “nur für Stammgäste”). Der ATV-Reporter kam Minuten später problemlos rein.


















Strache hat sicher nur eine Überdosis Twilight erwischt: http://farblos.soup.io/post/71144119/Bild
Ich habe auf Facebook heute Morgen eine Gruppe “Wiener Blut” für Offenheit & Toleranz gegründet
[...] neuwal • Reines “Wiener Blut?” Zu viel FPÖ tut niemandem gut | neuwal neuwal.com/index.php/2010/08/16/reines-wiener-blut_zu-viel-fpoe-tut-niemandem-gut/ – view page – cached neuwal • Dieser Tage ist ein neues FPÖ-Plakat in Wien aufgetaucht. Rein optisch folgt es den bekannten Klassikern, inhaltlich wurde aber nochmals an der Eskalationsschraube gedreht. Eine Windung zu viel! Wir leisten Widerstand, die Nazi-Keule lassen wir stecken. Tweets about this link [...]
hier die reaktion der grünen: http://wien.gruene.at/ots/2010/08/16/strache-plakate
@Markus: vielen Dank, haben wir gleich weitergetwittert
@Michael: Toll, bin schon beigetreten!
@Klaus Werner Lobo: Danke fuer den Link, ich werde heute Abend / morgen Vormittag ein Update machen und Reaktionen einbauen. Fein, dass die Grünen so klar Stellung beziehen!
http://imgur.com/52cVl
Die Zusammenfassung des ATV Magazins life stimmt nicht. Es wurden nur 3 Lokalitäten getestet darunter der Ride Club, die Talstaion im Millenium Tower und der Praterdome (nicht Pratersauna).
Danke fuer die Korrektur. Es wurden 4 Lokalitaeten getestet, eine war nicht im Bericht (Kameraausfall) Praterdome korrigiere ich gleich! LG Stefan Egger
@Markus: Wunderbar, ich glaube das ist auch die Antwort auf die in dem Beitrag gestellte Frage nach dem Umgang mit dem Plakat. Nämlich, es der Lächerlichkeit preiszugeben. Schöner wäre es natürlich, die grundsätzliche Lächerlichkeit des Plakates darzustellen, aber als Schnellschuss durchaus brauchbar
schwarze discobesucher müssen wohl dauernd probleme machen, so dass discoinhaber das risiko eingehen als rassistisch abgestempelt zu werden bzw. mit dem gesetz in den konflikt zu kommen…
@Franz Josef Krandmayer
Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe in eine Gruppe zusammenzufassen und diese gesamt zu beurteilen bzw. ihr solche Eigenschaften ist rassistisch und deshalb gerät man zurecht mit dem Gesetz in Konflikt.
Super Plakat HC, meine Stimme hast du!!
(x)
Danke Manuel!
Wir haben schon befürchtet, das Plakat wäre sogar für unsere treue Wählerschaft zu tief.
[...] Krone “Milde Sorte”? Jeannée vs. Strache, das ist Brutalität! geposted von Stefan Egger am 19. August 2010 – 19:25Keine Kommentare var flattr_uid = '9389'; var flattr_url = 'http://neuwal.com/index.php/2010/08/19/krone-milde-sorte_jeannee-vs-strache/'; var flattr_tle = 'Krone “Milde Sorte”? Jeannée vs. Strache, das ist Brutalität!'; var flattr_dsc = 'Jene, die uns „naive Gutmenschen“ milde belächelten, werden sich wohl etwas gewundert haben. Seit dem Ableben des Zeitungstycoons Dichand tut sich etwas im Reich der Krone. Abgesehen von den „Die-hards“ und dem Kleinbiotop Leserbriefseite ist der Ton tatsächlich ein anderer geworden, punktuell lehnt man sich sogar ungewohnt weit aus dem Fenster. Aktuelles Beispiel: der Verriss der "Wiener Blut"-Plakate.'; var flattr_cat = 'text'; var flattr_lng = 'de_DE'; var flattr_tag = '"wiener blut" fpö "michael jeannee", arigona, christoph dichand, FPÖ, Hans Dichand, Krone, kronen zeitung, Medien, Österreich, wm 2010'; var flattr_btn = 'compact'; var flattr_hide = 0; Jene, die uns „naive Gutmenschen“ milde belächelten, werden sich wohl etwas gewundert haben. Seit dem Ableben des Zeitungstycoons Dichand tut sich etwas im Reich der Krone. Abgesehen von den „Die-hards“ und dem Kleinbiotop Leserbriefseite ist der Ton tatsächlich ein anderer geworden, punktuell lehnt man sich sogar ungewohnt weit aus dem Fenster. Aktuelles Beispiel: der Verriss der “Wiener Blut”-Plakate. [...]
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