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neuwal.com | 23.11.2014

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5 Kommentare

Ein echt grüner Crash mitten im Achten. Wie Heribert Rahdjian bleiben möchte

Am 11. August 2010 gab Heribert Rahdjian bekannt, dass er im 8. Bezirk nicht für “Die Grünen” antritt. Heribert Rahdijan, der es in Wien zu einem grünen Bezirksvorsteher geschafft hat, wurde von den Grünen nicht zum Spitzenkandidaten gewählt. Ein Grund für Rahdjian mit der Liste “Echt Grün” im 8. Bezirk zu kandidieren.

Die Liste “Echt Grün” wurde Ende Juni 2010 von Manfred Rakousky im 6. Bezirk – ebenso nach einer Abspaltung von den Grünen – gegründet. (neuwal berichtete: Die verpatzte Chance, Mariahilf echt grün werden zu lassen?). Nun gilt es, für den Bezirk Unterstützungserklärungen zu sammeln, damit eine Kandidatur bei den Wiener Wahlen am 10. Oktober möglich ist. “Wir brauchen 50 Stück. Die sollten wir heute oder morgen beisammen haben”, freut sich Rahdjian auf jede Menge Unterstützung aus der Bevölkerung.

neuwal im Gespräch mit Heribert Rahdjian - photo (C) by www.rahdjian-bleibt.at

Dementsprechend lautet auch der Name seiner Internetseite “Rahdjian bleibt“, wo die Initiative über Mitglieder, Unterstützungsmöglichkeiten und in einem Blog über Neuigkeiten informiert.

Die Ausgangssituation der Grünen war bis vor dem Split ausgezeichnet: Von 15.1 % (1996) kletterten die Werte bei der Gemeinderatswahl 2001 auf 23.6 %. 2005 lag man sogar gemeinsam mit SPÖ und ÖVP an der 30 %-Marke.

SPÖ
FPÖ
ÖVP
GRÜ
LIF
KPÖ
1996
24.6
21.7
23.7
15.1
13.3
0
2001
28.9
16.5
24.8
23.6
5.5
0.6
2005
31.3
8.6
29.4
27.7
1.7
1.2

Quelle: wien.gv.at

Wir haben mit Heribert Rahdjian über den grünen Crash geprochen. Es war Freitag Nachmittag als ich ihn telefonisch erreicht habe. Er war gerade mit seinem Fahrrad unterwegs ins Büro, wo er gerade noch rechtzeitig vor den starken Regenfällen eintraf. Dann hatten wir Zeit zum Reden.

Dieter Zirnig (neuwal.com): Guten Tag Hr. Rahdjian, seit einigen Tagen gibt es eine “Echt Grün”-Bewegung im Achten Bezirk…

Heribert Rahdjian (Echt Grün): Echt Grün ist unsere Listenbezeichnung. Wir haben es einfachheitshalber so gemacht, wie es der 6. Bezirk macht. Es ist damit klar, wohin der Weg führt. Wir sind ja nach wie vor Grüne. Nur haben wir einen anderen Stil und eine andere Art das ganze zu machen. Alles andere ist gleich: Programm, Grundsätze, Ideen und Ziele. Nur unsere Stilrichtung ist wesentlich anders, als die, die bisher da war oder die eben Die Grünen vorhaben. Ich weiß ja nicht einmal genau, was sie vorhaben. Aber ist egal. Sie wollen auf jeden Fall nicht, dass ich dort mitmache. Das ist einigermaßen selbstmörderisch. Das muß ich ihnen aber überlassen. Das war unnötig, das sagen die Leute jetzt schon selber. Das ist jetzt so und wir können nicht mehr zurück. Da kann ich ihnen auch nicht mehr helfen.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/neuwal.rahdjian.01.mp3[/podcast]

Wie ist es zum grünen Crash gekommen und was zeichnet “Echt Grün” im 8. Bezirk aus?

Heribert Rahdjian: In meiner Person, wenn sie es so wollen. Und in einigen Personen, die sehr nahe in meinem Umkreis hier arbeiten. Ich konnte gewisse Sachen dort nicht mehr dulden und darf dort nicht mehr mitmachen.

Es ist so, dass Leute mit Zehen und Klauen an Positionen festgehalten oder hineinkatapultiert wurden. Es hat halt geheißen, sie brauchen es aus existenziellen Gründen. So sehr mir diese Umstände leid tun, wenn sie in finanziellen Schwierigkeiten sind, so wenig kann ich akzeptieren, dass man aus wirtschaftlichen Gründen jemanden unbedingt in einer politischen Funktion halten muß. Ich habe angeboten, dass man Menschen in dieser schwierigen Situation finanziell unterstützt, anstatt sie in ein hohes politisches Amt zu heben, damit sie sich ihr Leben leisten können. Das habe ich angeboten, nicht aber die Position selbst. Das ist nicht mein Stil. Ich kann doch nicht Leute in Positionen halten oder sie hineinhieven, weil sie Geld brauchen. Ich glaube, das versteht ein jeder.

Und das habe ich laut gesagt. Daraufhin habe ich gehört: “Wenn das so ist, dann machen wir nicht mit. Sie haben sich auf die Basisdemokratie berufen und mir dadurch meine Kandidatur demoliert.”

Es ist bei uns anders als im 6. Bezirk. Bei uns geht es auch um Persönlichkeiten, aber in erster Linie um Charakter- und Stilfragen. Ich habe einen anderen Stil und möchte es transparent haben. Wer mich nicht wählen will, braucht mich ja nicht zu wählen.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/neuwal.rahdjian.02.mp3[/podcast]

Sie kämpfen derzeit um Unterstützungserklärungen, damit sie bei den Wahlen kandidieren können

Heribert Rahdjian: Die Leute kommen laufend zu mir – ich brauche nicht viel kämpfen. Es wurden schon viele Unterstützungserklärungen hier abgegeben. Ich brauche nicht viel kämpfen, es läuft eigentlich sehr gut.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/neuwal.rahdjian.03.mp3[/podcast]

Wieviele Stimmen benötigt ihr?

Heribert Rahdjian: Wir brauchen 50 Stück. Die sollten wir heute oder morgen beisammen haben.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/neuwal.rahdjian.04.mp3[/podcast]

Was sind die Ziele von “Echt Grün” – wird sich etwas verändern?

Heribert Rahdjian: Die Ziele bleiben gleich: Erhaltung der Lebensqualität. Und zwar wie wir sie schon haben und dort wo es geht verbessern. Die Erhaltung der Lebensqualität ist etwas, dass man sich immer wieder frisch verdienen muß. Man hält etwas, in dem es laufend verbessert wird, damit es nicht schlechter wird: “Machen wir es besser, damit es gleich bleibt”.

Das machen wir selbstverständlich bei bei Grünanlagen, Straßenumbauten- und renovierungen. Das ist eine Geldfrage und das Budget ist begrenzt. Wir schauen, dass die Schulen in Ordnung kommen. Im Bereich der Jugendförderung blicken wir vom Kindergarten bis hin zum Jugendcafe. Das ist ein Altersbereich zwischen 3 und 25 Jahren, den wir hier abdecken. Wir machen Präventionsarbeit – das haben wir neu eingeführt.

Weiters fördern wir SeniorInnen. Wir haben im 8. Bezirk kein Seniorenwohnheim. Der 8. und der 1. Bezirk haben so etwas nicht. Wir haben leerstehende Gebäude, die man umbauen könnte, das allerdings von der Stadt Wien abgelehnt wird. Die Stadt hat sich eine bestimmte Anzahl von Seniorenwohnheimen als Ziel gesetzt und das Ziel ist mittlerweile erreicht. Und jetzt werden keine neuen mehr dazugebaut. Wir hoffen, dass nach der Wahl die Karten neu gemischt werden – vielleicht kann man dann mit anderen Partnern besser reden. Ich war persönlich beim Bürgermeister, er hat nur gemeint “Das kostet zu viel Geld”. Auch Stadträtin Wessely hat ähnliches gesagt, dass es 25 oder 28 Seniorenwohnheime auf Wien aufgeteilt gibt und dass sich  SeniorInnen ja aufteilen könnten. Das wollen die Leute aber nicht – sie wollen möglichst in der Nähe ihres Wohnortes wohnen.

Kultur hängt mit Lebensqualiät zusammen. Hier möchten wir unsere grüne Handschrift daruntersetzen.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/neuwal.rahdjian.05.mp3[/podcast]

Für Die Grünen ging es seit den letzten Wahlen im 8. Bezirk enrom bergauf. 2005 lagen SPÖ, ÖVP und Die Grünen schon fast gleich auf.

Heribert Rahdjian: 2001 war es ähnlich. Da haben wir alle drei 25 Prozent gehabt. Dann waren wir um die 30 %. Das war nicht schlecht. Es ist knapp. Aber weniger knapp als 2001. Wir werden schauen, dass wir einen größeren Abstand bekommen. Wenn nicht, dann ist eben die Bezirksvorsteherfraktion die stärkere Fraktion. Wir bemühen uns auf jeden Fall.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/08/neuwal.rahdjian.06.mp3[/podcast]

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!

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Kommentare

  1. Lieber Neuwal,

    ist es vielleicht möglich, das Interview in einem Stream anzubieten und nicht in so kleinen Patzerln? Das wär ganz lieb.

    Sonst – weiter so.

    lg,
    Nattl

  2. Dieter Zirnig

    na selbstverständlich sehr gerne! ich tauch mal eine stunde unter – dann geh ich das an! danke für deine nachricht.

  3. Jim

    Erhalten der Lebensqualität ist mir etwas zu wenig. Ansonsten hab ich (Feedback zum Post) nicht klar erkennen können, warum jetzt wirklich die Abspaltung passiert ist. Aus persönlichen und personellen Gründen, ja eh. Details bitte?

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