Umfrage Wien: SPÖ 44, FPÖ 22, ÖVP 18, GRÜ 13 #wien2010
Heute Mittag veröffentlichte die Zeitung ÖSTERREICH eine von Gallup durchgeführte Umfrage zur im Oktober bevorstehenden Wahl in Wien. Die Grunddaten: 300 Befragte, 1.-2. Juni. Das Offensichtlichste zuerst: Die SPÖ wird sehr sichtbar die Absolute verlieren.
Die Sonntagsfrage
Nachdem vor allem schon Heinz-Christian Strache den Wahlkampf mit unzähligen Plakatserien unnötig früh beginnen möchte, scheint es möglicherweise schon erste Früchte zu tragen. Wären am Sonntag Landtags- und Gemeinderatswahlen in Wien, würde das Ergebnis in etwa so aussehen:
- Die SPÖ würde ihre Absolute verlieren und bei 44 Prozent landen. Sie liegt damit rund 5 Prozent zum Ergebnis der LTW 2005
- Massiven Zuwachs erhalten die Freiheitlichen. Stürzten sie 2005 von 20 auf 14,8% ab, stehen sie jetzt bei 22 Prozent.
- Die ÖVP stagniert bei 18 Prozent.
- Und die Grünen verlieren 1,6 Prozent und landen bei 13 Prozent.
Im Vergleich zur letzten Umfrage vom 10. April (ebenfalls von Gallup) gibt es kaum Veränderungen: schon damals standen die SPÖ bei 44%, und die FPÖ bei 22%. Die ÖVP konnte 2 Prozent zulegen, welche wiederum die Grünen verloren.
Bei der Bürgermeister-Direktwahl kommt aber immer noch keiner an Michael Häupl ran: der amtierender SPÖ-Bürgermeister landet bei 49%, Heinz-Christian Strache bei 19%, VP-Spitzenkandidatin Christine Marek würde bei 16 Prozent landen und Maria Vassilakou (Grüne) wäre mit 14% auf dem letzten Platz.
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auch in den österreichischen weblogs werden die umfragedaten keinen deut schlauer analysiert als in den richtigen medien: bei 300 befragten gibt es für einen wert von 44% eine schwankungsbreite von nicht weniger als 5,6%. die umfrage besagt also, dass das ergebnis der spö irgendwo zwischen 38% und 49% liegen wird, wobei 44% am wahrscheinlichsten sind, aber immer noch eine ca 33%-wahrscheinlichkeit für eine absolute besteht (in wien hat man die mandatsabsolute ja schon mit etwa 46%).
alles unter 1000 befragten ist eine momentaufnahme und nicht ernstzunehmen. und überhaupt keinen sinn macht es, das auf die zehntelprozentstelle runterzubrechen. damit blamierst dich nur.
kann man eigentlich auch unsichtbar die absolute verlieren?
Wir nehmen die Umfragedaten, wie sie von den Zeitungen und Magazinen kommen, fügen stets die Infos (Befragtenzahl) dazu, und ermöglichen so dem Leser sich selbst eine Meinung zur Umfrage und ihrem Ergebnis zu ermöglichen.
Natürlich ist eine Umfrage mit n=300 zwar nicht sehr aussagekräftig, jedoch zeigt sie sicherlich schon eine gewisse Tendenz an. Eine Umfrage mit 1.000 Befragten findet man von österreichischen Meinungsforschungsinstituten kaum, zumindest ich kann mich gerade an keine Umfrage erinnern, die diese 1.000 Befragten vorweisen konnten.
Und auch das Runterbrechen auf die Zehntelprozentstelle soll ebenso nur eine Tendenz darstellen.
Hast du einen Vorschlag, wie man Umfragen besser analysieren kann?
@pez danke für deinen input.
wahlumfragen sehe ich als stimmungsbarometer – als momentane ungefähre momentaufnahme in welche richtung es geht. in den meisten fällen lagen die institute gar nicht mal so falsch.
die schwankungsbreite wird je nach umfrageinstitut und auftraggeber definiert. schwankungsbreiten von +/- 4 % sind vorallem bei kleinparteien höchst kritisch und verzerren das ergebnis. das sagt dann schon einiges aus und kann bei unterschiedlichen instituten und auftraggebern ein anderes bild geben.
mehr zur sonntagsfrage und zu wahlumfragen findest du in einem neuwal-interview mit sophie karmasin vom april 2010!
danke für deine weitere inputs und vorschläge!