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Kirche distanziert sich von Gehring

geposted von am 8. April 2010 – 19:02Keine Kommentare

Der Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ) sorgte schon mit seinen Aussagen zu z.B. Homosexualität und Abtreibung kurz nach Bekanntwerden seines Antritts zur Bundespräsidentenwahl. Dabei blieb er aber grundsätzlich ja bei der Linie der Kirche, als dessen Vertretung er sich auf politischer Ebene sieht.

Rudolf Gehring (neuwal.com) - CC by sugarmelon

Dass er vergangenen Dienstag in einer Kirche seinen Wahlkampfauftakt feierte, passt da ganz gut ins Bild. Diese Feier beschlossen hat er ja bekanntlich mit den Worten “Gott schütze Österreich”, was vielleicht nur zufällig die gleichen Worte waren, mit der Schuschnigg, im austrofaschistischen Österreich als diktatorisch regierender Kanzler, kurz vor dem Einmarsch der Deutschen, seine Amtszeit via Rundfunk beendete.

Als Vertreter der Christen Österreichs sieht sich Gehring selbst. Aber die Kirche? Die distanziert sich nun von ihm, wie u.a Die Presse und orf.at schreiben.

In dem Rundschreiben betont Schuster laut Kathpress, dass “jede Instrumentalisierung des Gottesdienstes und kirchlicher Gebäude für politische Zwecke entschieden abzulehnen ist und dass Parteipolitik aller Art im engeren kirchlichen Bereich keinen Platz hat”. Und weiter hält der Generalvikar fest: “Parteipolitik hat im gottesdienstlichen Raum nichts verloren.” (orf.at)

Wobei er im Anschluss trotzdem erklärte, dass Christen natürlich grundsätzlich zum politischen Engagement aufgerufen. Man dürfe dafür aber nicht die Autorität der Kirche in Anspruch nehmen, sondern müsse in eigener Verantwortung handeln.

Rudolf Gehring weist die Vorwürfe zurück:

Diese Kritik wies Gehring am Donnerstag zurück: “Man wird mir meinen Glauben nicht einschränken.” Er habe die Parteipolitik aus der Kirche “völlig” herausgehalten, und er würde auch als Bundespräsident immer wieder in die Messe gehen. (diepresse.com)

Überrascht es, dass die Kirche Abstand von ihrem vermeintlichen Kandidaten Rudolf Gehring nimmt? Nicht wirklich. Christliche Werte auf politischer Ebene aussprechen ist nur selten förderlich. Dann lieber im Zeichen des unbändigen Glaubens.

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Keine Kommentare »

  • Ignaz sagt:

    Gehring sieht sich wohl kaum als Vertreter Gottes. Man zeige mir das Zitat, dass diese Textzeile bezeugt.
    Dass er Christ ist glaube ich ihm allemal.
    Dass die Kirche wiederum kein Rückgrat zeigt und von einer Instrumentalisierung spricht, kann ich nicht nachvollziehen. Hier steht ein Kandidat zu dem was er sagt und lebt nach seiner Überzeugung. Abgesehen davon ist die Präsidentenwahl eine Personenwahl und nicht eine der Parteien, auch wenn andere derartige Machtapparate und Medien hinter sich haben.

  • Dominik Leitner sagt:

    Sie haben natürlich Recht. Ich habe den Teil mit “Vertreter Gottes” aus dem Artikel genommen. Auch wenn man natürlich trotzdem dieser Annahme sein könnte, hielt er doch, wie im Artikel geschrieben, seinen Wahlkampfauftakt relativ untypisch in einem “Gotteshaus” ab.

    Die Reaktion der Kirche ist doch naheliegend. Sie haben sich ja auch schon von Alfons Adam, Spitzenkandidat der CPÖ zur NR-Wahl 2008 distanziert. Hier geht es um teils fundamentalistische Aussagen, um Meinungen, die nur mehr in stark veralteten und konservativen Denkkreisen vorkommen.

    Aber denken Sie nicht, dass eine Nicht-Distanzierung nicht zur Folge gehabt hätte, dass der Wähler die Kirche und die “Christenpartei Österreichs” ganz einfach in einen Topf schmeißt? Ein nicht unbeträchtlicher Teil ist, falls überhaupt noch Mitglied in der Kirche, liberal aufgestellt und kann mit den Aussagen eines Rudolf Gehring (oder eines Gerhard Maria Wagner o.Ä.) nichts anfangen.

    Die röm.-kath. Kirche umfasst eine Unmenge an verschiedenen Glaubensausprägungen. Die von Gehring und der CPÖ vertretene erzkonservative und eben zum Teil stark fundamentalistische Ansichten spiegeln nicht die Meinung aller gläubigen Christen wieder, und deshalb ist eine Distanzierung doch nur naheliegend.

    Ihren letzten Absatz scheine ich aber nicht zu verstehen. Natürlich ist die Präsidentenwahl eine Personenwahl, doch sowohl Rosenkranz als auch Gehring treten als Vertreter ihrer Parteien an. Und, wenn man so will, auch Heinz Fischer. Klar, dass eine 20-30% Partei mehr Macht und Medien hinter sich hat, als eine 0,64%-Partei.

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