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neuwal im Gespräch mit David Ellensohn (Die Grünen): 'Ich möchte aus Wien ein Vorbild machen.'

geposted von am 16. November 2009 – 17:15Keine Kommentare

Neuwal im Gespräch mit David Ellensohn (neuwal.com) - 02Neuwal im Gespräch mit David Ellensohn (neuwal.com) - 03Neuwal im Gespräch mit David Ellensohn (neuwal.com) - 01

Bei der Grünen Landesversammlung am 15. November 2009 wurde neben Maria Vassilakou (Listenplatz 1) David Ellensohn auf Platz 2 gewählt.

Das Gesamtergebnis gibt es auf ichkandidiere.at

David Ellensohn gewann mit deutlichem Vorsprung (77,2 %) gegenüber seiner MitstreiterInnen um den zweiten Listenplatz. Das Führungsduo Vassialkou-Ellensohn bleibt somit unverändert zur vergangenen Wiener Wahl.

Statements aus Social Networks

“Ellensohn sei ein linksradikaler Apparatschik”, tweetet TomKalkus und findet damit Unterstützung im sozialen Netz.

Auf der anderen Seite schreibt sebmos, dass “Ellensohn die bisher beste Rede gehalten habe”RealCrazyBird ist froh, “dass Dank Ellensohn, die Wiener Grünen wieder halbwegs links bleiben und keine ÖVP light werden”.

neuwal bat David Ellensohn zu einem Statement nach seiner Wahl am 15. November 2009.

neuwal: Herr Ellensohn, wie erleben sie die heutigen Vorwahlen?

David Ellensohn: Wir haben heute mit dem Versuch “Demokratie stärker zu leben” einen großen Schritt vorwärts gemacht. Die Vorwahlen haben funktioniert und es ist selten der Fall, dass 500 bis 600 Leute zusammenkommen um mitbestimmen zu dürfen.

Ab sofort gilt es mit dem gesamten Team die Wahlen – wie auch weiterhin – voranzutreiben.

neuwal: Sie haben sich gegen drei unterschiedliche KandidatInnen erfolgreich geschlagen – was hat sich geändert und wie sehen sie die kommende Richtung der Grünen?

David Ellensohn: Es hat sich seit den letzten Wahlen nicht viel geändert: Maria Vassilakou und ich teilen uns die ersten beiden Listenplätze. Ich freue mich, dass wir nach wie vor sehr gut aufgestellt sind.

Die Themen “Soziale Gerechtigkeit” und “Umverteilung” sind mir sehr wichtig. Das Thema “Umverteilung” ist allerdings in den letzten Jahren dringlicher geworden. Durch die Krise wird alles schärfer: Entweder man schnallt den Gürtel bei denen enger, die keine Luft mehr bekommen oder man ringt sich durch und macht Politik, so wie ich es mir wünsche: Eine Politik der Umverteilung von oben nach unten.

neuwal: Was verstehen sie unter einer “Umverteilung” und was sind hier ihre Visionen für Wien?

David Ellensohn: Ich möchte, dass Reiche einen fairen Beitrag für uns alle zahlen -  damit können wir einen Sozialabbau verhindern.  Wenn wir auf eine Vermögenssteuer verzichten, nehmen wir in Kauf, dass die Armut – nicht nur in der Stadt – steigt.

Ich möchte etwas anderes: Ich möchte aus Wien ein Vorbild machen.

Wien war vor vielen Jahren ein Vorbild im sozialen Wohnbau. Ich möchte, dass wir wieder in einem sozialen Bereich Vorbild werden: Wien als Vorbild – Wien als armutsfreie Stadt.

Eine Vision klingt im ersten Moment immer nach “Wie soll das funktionieren?”. Ich finde, Visionen lassen sich verwirklichen -  man muß es nur wollen.

Die Ungleichverteilung, die viele Menschen zur Sozialhilfe gebracht hat ist kein Naturgesetz. Es muß nicht sein, dass Kinder im Winter mit den Sommerschuhen in die Schule geschickt werden oder Frauen im Alter von 80 Jahren in ihren Wohnungen im Winter frieren, da sie kein Geld für die Heizungskosten haben.

Das muß alles nicht sein. Wir sind ein reiches Land.

Krise hin oder hier – wir müssen einfach dort hingreifen, wo das Geld ist. Und das ist “Oben”.

neuwal: Vielen Dank für das Gespräch und wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!

http://www.google.com/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ved=0CAcQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwien.gruene.at%2Fpersonen%2Fdavid_ellensohn&ei=-10BS5HsB8H7nAffkIkS&usg=AFQjCNEdn3y0PUViGA0rncf9QSh1XClrrw&sig2=xOEs0_Q8-eFls0euvhyt-A
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