Wahlkampf-Budget 2008: Teurer Wahlkampf.

In der ORF-Sendung €CO am Donnerstag,17. Juli ging es in einem Beitrag ums Budget für die NRW08. Trotz der knappen Zeit, wir es - so Analysten - einer der teuersten Wahlkämpfe aller Zeiten:

Partei WahlkampfleiterIn Wahlkampfbudget
SPÖ Doris Bures 9,5 Mio. EUR
ÖVP Hannes Missethon 8-8,5 Mio EUR
Die Grünen Michaela Sburny 2,5-3 Mio EUR
FPÖ Herbert Kickl 2,5-3 Mio EUR
BZÖ Stefan Petzner 1 Mio EUR
Liberales Forum 1,5 Mio EUR

Die genannten Ausgaben sind zunächste Richtwerte. Die tatsächlichen Ausgaben liegen weit darüber.

Im Wahljahr 2006 lagen die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit der SPÖ (14,5 Mio EUR) und der ÖVP (17,3 Mio EUR) weit über den budgierten Richtwerten. “Die FPÖ lag sogar bei 6,5 Mio EUR und baute damit ihren Schuldenberg noch mehr auf”, so derstandard.at.

Das ist viel Geld! Zählt man allein das offizielle Wahlkampfbudget für dieses Jahr zusammen, sind dies

25 Millionen EUR (= 344,007.500 ATS).

Aufgeteilt auf die Einwohnerzahl (8,340.924) in Österreich kostet dies somit jedem Einwohner 3 EUR.

Geld für Werbung, Kommunikation, kleinen Gimmicks, die outgesourct in China produziert werden. Es freuen sich Werbetreibende, Agenturen, Werbemittelhersteller, Druckereibetriebe, Medienagenturen, Meinungsforschungsinstitute, etc.

Es freuen sich sicherlich nicht einige der vielen Designer, Grafiker, Programmierer und Texter, die unbezahlte Überstunden in Agenturen absitzen “müssen”.

Schade um dieses Geld, das für andere, sinnvollere Zwecke eindeutig besser aufgehoben wäre: Bildung, Soziale Bereiche und Institutionen, Öffentliche Verkehrsmittel,…

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3 Responses to “Wahlkampf-Budget 2008: Teurer Wahlkampf.”

  1. Wahlkampf ist hart « leichen der zeit Says:

    [...] würden ja ohne Wahlkampf viel MEHR Leute zur Wahl gehen; denn dann ist ja viel mehr Geld da, über das die Parteien entscheiden [...]

  2. Christian Klepej Says:

    3 Euro (also 42 Schilling, weil die hier noch so zum verdeutlichen verwendung finden) sind ein wahrlich kleiner betrag, den selbstverständlich eine bürgerin oder ein bürger dieses landes als preis, in einer demokratie zu leben, zu bezahlen hat.

    der hinweis auf werbegeschenke aus china ist aufzugreifen. die sind selbstverständlich abzulehnen. (aber: “vernunft”, sprich keinen billigen schrott aus dubiosen quellen zu kaufen, wird man nicht per gesetz verordnen können.) alles andere geld fliesst wunderbar in die wirtschaft. und ermöglich damit Bildung, Soziale Bereiche und Institutionen, Öffentliche Verkehrsmittel, …

  3. Dominik Says:

    Ist es nicht etwas übertrieben, die Wahlkampfkosten, die vor allem der Staat und somit wir alle zu tragen haben, als Preis für eine Demokratie zu sehen? Wenn dies so wäre, und wenn jeder die gleiche Chance bekommen sollte, sollte auch die Idee der Grünen einer Wahlkampfkostenbeschränkung durchgesetzt werden. Denn dann hätten alle die gleiche Chance und die Parteien wie SPÖ oder ÖVP müssten sich etwas anderes überlegen, als ganz Österreich mit Plakaten zuzupflastern.

    Und ist es wirklich noch so, dass, wenn die Wirtschaft durch einen Wahlkampf Geld einnimmt, das Volk davon etwas verspürt? Dann müsste ja nach jeder Nationalratswahl (vor allem nach der schon sehr teuren Wahl im Jahre 2006) eine Verbesserung spürbar gewesen sein …

    Ich bin der Meinung, dass die meisten Parteien das Internet als Plattform vollkommen unterschätzen. Schon alleine da könnten sie sich vieles sparen.

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