Studierende riefen am heutigen Mittwoch zu einer Großdemonstration „für freie Bildung“ auf. Die von der Österreichischen HochschülerInnenschaft organisierte Demonstration galt als Antwort auf die auf der Regierungsklausur Anfang November beschlossene Wiedereinführung der Studiengebühren und der Erweiterung von Zugangsbeschränkungen. Ein großes „Aktionsplenum“ mit einer spontanen Demonstration fand bereits Mitte November statt.

Studierende, die für ihr Studium länger als die Mindeststudienzeit, plus 2 Semester, benötigen müssen demnach, wie vor dem Auslaufen der bestandenen Bestimmungen im Frühjahr, Studiengebühren bezahlen. Vor allem Studierende aus Nicht-EU-Ländern sind von dieser Wiedereinführung besonders betroffen. Sie müssen in Zukunft die doppelten Studiengebühren (726,72 Euro im Semester) bezahlen.

Besonderen Anstoß nehmen die Studierenden und ihre Vertreterinnen zudem am Plan der Bundesregierung, den Zugang zu weiteren Studien zu beschränken. Betroffen sind 44 Studien der Fächergruppen Architektur, Biologie, Wirtschaftswissenschaften, Pharmazie und Informatik.

Die beiden Demozüge starteten um etwa 17 Uhr im strömenden Eisregen von der Technischen Universität am Karlsplatz bzw. von der Universität Wien. Weiter ging es durch den eiskalten Regen zum Michaelerplatz, wo sich die beiden Protestzüge trafen und gemeinsam zum Heldenplatz zogen. Dort fand eine große Schlusskundgebung, auf der Studienvertreterinnen in verschiedenen Sprachen Abschlussreden hielten.

Der ursprünglich geplante Demo-Endpunkt, das Museumsquartier, verlangte laut ÖH über 7000 Euro Platzmiete für die polizeilich genehmigte Schlusskundgebung. Im Anschluss fand noch eine kleine Spontandemonstration zur SPÖ-Zentrale statt. Die Wütenden Demonstrantinnen skandierten unter anderem: „Rudas heißt sie, uns be…“

Auch in Innsbruck fand eine Bildungsdemo zum österreichweiten Aktionstag 5.12.2012 statt.

Eine neuwal Fotostrecke:

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Der Demoaufruf der Österreichischen HochschülerInnenschaft
Das Facebook- Event
Demoaufruf auf unibrennt.at
TU-Studierende errichteten Zugangsbeschränkungen (Fachschaft Architektur)
VIDEO: Zugangsbeschränkung vor dem Wissenschaftsministerium (youtube.com Hannes Rangger)

 

 

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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.