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Herr Stadtrat Mario Eustacchio und Chef der FPÖ Graz fragt sich in seiner Feuerrede bei der Sonnwendfeier vom Wiener Korporations-Ring (WKR) und der Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM) am Wiener Cobenzl: “Worin liegt denn die große Missetat, die wir heute zum wiederholten Male begehen? Was erweckt eigentlich das Interesse so vieler Journalisten und anderer Eiferer?

Ich werde mich bemühen, Ihnen Antworten auf die Fragen zu geben in dem ich meine Beobachtung und Wahrnehmung, die ich bei der Sonnwendfeier gemacht habe, mit Ihnen und unseren LeserInnen teile. Im folgenden Artikel analysiere ich verschiedene vorgetragene deutsche Volkslieder und Feuersprüche, blicke ins offizielle Sonnwendfeier-Heft und analysiere die offizielle Feuerrede. Es ging mir nicht darum, „etwas zu finden“ oder nach „etwas zu suchen“ – ich habe meine Beobachtungen reflektiert, analysiert und hinterfragt. Und dabei viel neues geschichtliches Wissen gelernt.

Inhalt
1. Hintergrund
2. Sonnwendfeier am Cobenzl
3. Sonnwendfeier-Heft mit vermeintlichen Kühnengruß
4. Deutsche Volkslieder und “Heil Deutschland!”
5. Feuersprüche
6. Die Feuerrede
7. Fazit meiner Beobachtungen
8. Feuerrede im Detail
9. Arbeitsdokument


Sonnwendfeuer (CC) grinning_coyote

Hintergrund

Ich habe in den letzten Monaten sehr viel über den Wiener Korporations-Ring (WKR) und die Österreichische Landsmannschaft (ÖLM) gelesen. Insbesonders habe ich die Berichte um den WKR-Ball und die Berichterstattung im Vorfeld zur WKR-Sonnwendfeier aus verschiedenen Beobachungtungswinkeln verfolgt. Interessanter Apekt bei diesen Veranstaltungen ist die Integration von Gastrednern aus der Politik.

Lesen und darüber Hören ist eine Sache – ich wollte mich selbst davon überzeugen und selbst herausfinden, was es mit all diesen Berichten und Artikeln zu tun hat. Wer die Menschen hinter der Burschenschaft und Organisation sind und welches Programm dargeboten wird. Deswegen habe ich mich entschlossen, bei der Sonnwendfeier am Cobenzl am Dienstag, 21. Juni 2011 selbst teilzunehmen. Als Feuerredner war der Grazer FPÖ-Chef und Stadtrat Mag. (FH) Mario Eustacchio geladen. Interessanter Aspekt dabei war eine entsprechende Vorab-Ankündigung in rechtsradikalen Plattformen gefolgt von einer kritischen medialen Berichterstattung in vielen Blogs und Tageszeitungen (nationale-revolution.net, alpen-donau.net)

Ich habe meine Erwartungshaltungen vorab weitgehenst abgelegt um bei der Veranstaltung so neutral wie möglich teilnehmen und beobachten zu können. In Bezug auf diese Sonnwendfeier, Brauchtum und Tradition, Burschenschaften und politische Parteien gilt für mich folgendes:

  • Es ist mir bewusst, dass Sonnwendfeiern Teil unserer europäischen Kultur sind und seit mehreren Jahrhunderten in unserem Brauchtum integriert sind.
  • Brauchtum und Tradtionen in Form von bspw. germanischen und deutschen Volksliedern sind schon weit vor den beiden Weltkriegen entstanden.
  • Ich habe gelesen, dass sich Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus Liedgut sowie Feierlichkeiten, wie bspw. des Sonnwendfeuers bemächtigten und es zum höchsten Kultfest eines altgermanischen Sonnenmythos hochstilisierten.
  • Das bedeutet: Sonnwendfeiern und deutsche Volkslieder wurden von Nationalsozialisten für sich einvernommen um ihnen neue Bedeutung zu schenken.
  • Bei Burschenschaften u.ä. Gesellschaften kann davon ausgegangen werden, dass Ethik, Moral, Respekt, Toleranz und Wertschätzung gegenüber Mitmenschen, Andersdenkenden sowie sozialen Randgruppen, etc. gegeben sind.
  • Daraus resultiert eine Grundhaltung: Was ich mir jedoch erwartet habe, war eine kritische Auseinandersetzung bei der thematischen  Planung und Vorbereitung der Sonnwendfeier sowie – und das ganz besonders – eine Sensibilität durch den durchwachsenen und nicht für jeden ganz klaren und transparenten geschichtlichen Hintergrund.

Sonnwendfeier am Cobenzl

Die Freiluft-Veranstaltung fand im Schloß Cobenzl statt. Der Zugang war über den Parkplatz und die Bushaltestelle 38A möglich und wurde mit einem kleinen Polizeiaufgebot begleitet. Von weitem konnte ich die Tänze des Volkstanzkreis Schönbrunn sehen, die von einem Akkordeonspieler musikalisch begleitet worden sind. Unter den TeilnehmerInnen befanden sich fast ausschließlich Burschenschafter aus den unterschiedlichsten Organisationen in ihren Uniformen, mit Kappe und farbiggestreifeten Bändern.

Sonnwendfeier-Heft mit Kühnengruß

Der Eintritt zur Veranstaltung kostete 3 Euro, ein entsprechendes Sonnwendfeier-Heft war für einen Euro zu bekommen. Neben Fackeln und Werbematerial, lagen auch Eckartschriften auf, die ab 3 Euro zu bekommen waren. Der Eckart ist eine rechtsextreme Zeitschrift, die von der Österreichischen Landsmannschaft herausgegeben wird.

  • Beim Sonnwendfeier-Heft ist mir zuerst die  antiquierte Aufmachung der Broschüre durch die Schriftart “Fraktur” aufgefallen. Eine Recherche hat ergeben, dass diese Schriftart zur Zeit des Nationalsozialismus als Auszeichnung- aber auch als Textschrift eine Rennesaince fand, da sie als deutsche Schrift betrachtet wurde.
  • Am zweiten Blick fand ich jede Menge Liedtexte und am dritten Blick – zwischen den Liedtexten – ein kleines Bild, in dem fünf Personen um ein (Sonnwend)feuer stehen und einen vermeintlichen Kühnengruß zeigen. Das Originalbild nennt sich „Studentika Postkarte: Wenn alle untreu werden„. Beim Kühnengruß wird der rechte Arm gestreckt und der Daumen, der Zeigefinger und der Mittelfinger abgespreizt. In Deutschland wurde der Gruß verboten, in Österreich nicht, da er nicht als Symbol für den Nationalsozialismus angesehen werde.


Quelle: WKR-Sonnwendfeier-Heft, ausgegeben bei der Sonnwendfeier 2011

Deutsche Volkslieder und “Heil Deutschland!”

Während der Sonnwendfeier wurden sechs Lieder gemeinsam mit allen TeilnehmerInnen gesungen. Bei den Liedern handelt es sich um deutsche Volkslieder mit unterschiedlichen Hintergründen bzw. unterschiedlichen ideologischen Vereinnahmungen während der Nazi-Zeit.

  1. Bozner Bergsteierlied
  2. Freiheit, die ich meine
  3. Flamme empor!
  4. Der gute Kamerad
  5. Wenn alle untreu werden
  6. Die Gedanken sind frei

Wenn alle untreu werden“ ist ein international bekanntes deutsches Volks- und Studentenlied von Max von Schenkendorf von 1814.

  • Pikantes Detail: Im Dritten Reich wurde das Lied als “Treuelied” von der Schutzstaffel (SS) verwendet.
  • Noch pikanteres Detail: Am Ende dieses Liedes gab es aus dem Publikum mehrere laute „Heil Deutschland!“-Rufe. Bei einigen weiteren Rufen bin ich unschlüssig in ihrer Bedeutung. Hört mal selber nach…

Sonnwendfeier by neuwal

Das „Bozner Bergsteigerlied“ ist die inoffizielle Hymne der Südtiroler. Auch bei diesem Lied findet sich brisanter Hintergrund:

Die alternativen Liedtexte zum Bozner Berfsteigerlied sind im Arbeitsdokument

Ein weiteres beliebtes Sonnwendfeier-Lied ist „Flamme empor„. Das Lied war sowohl von nationalistischem als auch freimaurerischem Geist und wurde aufgrund seines weitgehend ehrlichen Charakters auch von den Nationalsozialisten gerne gesungen.

Weitere Lieder und Details siehe Arbeitsdokument

Feuersprüche

Ein weiterer Programmpunkt waren Feuersprüche, die von den TeilnehmerInnen einzeln vorgetragen wurden. Auffällig war, dass von den neuen Feuerreden gleich zwei von Friedrich Nietzsche stammten. Nietzsches Äußerungen wurden durch eine selektive Auswahl nicht zuletzt von den Nationalsozialisten ideogisch missbraucht.

Neben Nietzsche fand sich auch ein Gedicht aus der Edda. Werke von Nietzsche sowie der Ur-Edda wurden im Nationalsozialismus instrumentalisiert. Dabei wurden bewusst Fakten zurückgehalten und Interpretationen vorgenommen, die ein bestimmtes manipulatives Ziel zu verfolgen.

Eine weitere vorgetragene Feuerrede mit Deutschland-Bezug, stammt im Original von Albert Matthai. Matthai schrieb u.a. auch die vierte Strophe zum Deutschlandlied, die in Frontkämpferverbänden wir dem “Stahlhelm” und unter Deutschnationalen gesungen wurde. Das Gedicht wurde verkürzt – ohne die ersten vier Zeilen – vorgetragen.

Feuersprüche

Original (Albert Matthai)

Und handeln sollst Du so
als hinge von Dir und deinem Tun
allein das Schicksal ab der Deutschen Dinge
und die Verantwortung wär‘ dein!“

„Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n;
laß‘ diesen Glauben Dir nicht rauben trotz allem,
allem, was gescheh’n

und handeln sollst Du so
als hinge von Dir und deinem Tun
allein das Schicksal ab der Deutschen Dinge
und die Verantwortung wär‘ dein!“

 

Heinrich Anacker war einer der aktivsten und erfolgreichsten Propaganda-Schriftsteller des Nationalsozialismus. Auch eines seiner Gedichte wurde bei der Sonnwendfeier vorgetragen, wobei die ersten Zeilen mit klarem Deutschland-Bezug nicht vorgelesen wurden.

 

Feuersprüche

Original (Heinrich Anacker)

Flamme, entzünde uns allen die Herzen,
wirf uns als leuchtende Fackeln ins Land!
Aufbruch soll werden aus Elend und Schmerzen,
lodernd, ein einziger Sonnwendbrand!

Hell durch den flattern […]
lieber ins Grab als in Sklaverei,

Tod oder frei.

Flamme, bei deiner aufleuchtenden Reinheit
schalle das Schwurwort, das nimmer vergeht:
Kampf sei die Losung, bis wieder zur Einheit
Deutschland aus Ketten und Banden ersteht.
Flamme, verzehre die feindliche Schranke,
die heute den Bruder vom Bruder noch trennt!

Eins wollen wir werden in Tat und Gedanke,
Volk, das sich wieder zusammenbekennt!

Flamme, entzünde uns allen die Herzen,
wirf uns als leuchtende Fackeln ins Land!
Aufbruch soll werden aus Elend und Schmerzen,
lodernd, ein einziger Feuerbrand!

 

Eine weitere Recherche ergab, dass ein Feuerspruch von einem der “Vorväter des deutschen Nationalismus” stammt: Friedrich Ludwig Jahn war polternder Patriot und sein Wirken in “schwerer Zeit” müsse Vorbild für eine neue “nationale Erhebung” sein. An diese Interpretation konnten die Nationalsozialisten nathlos anknüpfen. Jahn wurde durch das nationalistische und nationalsozialistische Lager ideologisch vereinnahmt.

 

Feuersprüche

Original (Friedrich Ludwig Jahn)

Solange unser Volk noch in Treue an seiner Väter Brauch festhält,
solange von den deutschen Bergen der Feuerschein zur Mittersonne und zur Winterzeit in deutsche Lande hineinleuchtet,
solange glühlt auch noch der Funke der Begeisterung der wenn des Volkes Not am Höchsten gestiegen, entfacht, gewiss zur mächtigen Flamme werden wird,
iIn der die Verräter, Dränger und Fälscher unseres Volkstum ein wohlverdientes Ende finden.

Solange unser Volk noch in Treue an seiner Väter Brauch festhält,
solange von den deutschen Bergen der Feuerschein zur Mittsommers- und Mittwinterszeit ins deutsche Land hineinleuchtet,
solange glüht auch noch der Funke der Begeisterung, der, wenn des Volkes Not am höchsten gestiegen, entfacht, gewiss zur mächtigen Flamme werden wird,
in der die Verräter, Dränger und Fälscher unseres Volkstums ein wohlverdientes Ende finden.

 

Weitere Feuerreden und Details siehe Arbeitsdokument

 

Die Feuerrede

In einer rund 20-minütigen Ansprache richtet sich Hr. Eustacchio an die Internetplatform Alpen-Donau. Eustacchio verurteilt die Vereinnahmung seiner Präsenz bei der Sonnwendfeier und richtet sich an die Personen hinter der Plattform mit den Worten: “Denn Personen, die solcher Art agieren, sind nicht mehr als niederträchtige Agent Provocateur.

In Bezug auf Ehre, Freiheit, Vaterland, die in ihrer Betrachtung durchaus antiquitiert seien, meinte er, dass es “unverrückbare Werte, sowie Begriffe gibt, welche die deutsche Sprache in der Vergangenheit hervorgebracht hat. […] Der Irrglaube, dass der Gegner durch eine angepasste Sprache besänftigt oder gar von unseren ehrlichen Bestreben überzeugt werden kann ist naiv. Er kann nicht überzeugt werden und er will es auch nicht. Haltung zu bewahren und Haltung zu zeigen ist das einzige Rezept.

Es folgten EU-Kritik und dass wir in Europa im Begriff sind “eine Gesellschaft zu hinterlassen, die nicht nur sprachlich und kulturell imhomogen ist” und meint, dass “dabei gerade ein ebenso stolzes, wie maßvolles Heimatbewußtsein der Schlüssel zu einem friedlichen Gesellschatsmodell darstellt”. “Der Erhalt der deutschen Kultur mit ihren Werten”, so Eustacchio, “wäre hilfreiche Orientierungshilfe in eine stabile Zukunft”.

  • 40 % der Feuerrede sind Abschriften bzw. Wiederverwertungen von bestehenden Rede, Artikeln und Texten.
  • Im Teil der Sonnwendfeierrede stoße ich in meinen Recherchen auf vier fast 1:1-Abschriften aus teilweise urheberrechtlich geschützten Werken:
  • Neben einer Passage aus Ewald Stadler’s Feuerrede von 2002 sowie
  • einer Feuerrede von Prof. Dr. Werner Pfannhauser 2003 findet sich auch ein
  • kopierter Absatz von der Website www.jahreskreis.at/.
  • Der Großteil des Inhalts – rund 27 % der gesamten Feuerrede – stammt allerdings vom Artikel “Sommersonnenwende – Wintersonnenwende” von Dr. Dr. Joachim Kahl, dessen Werk ausdrücklich urheberrechtlich geschützt ist.

Nach Rücksprache mit Dr. Kahl habe ich erfahren, dass es vorab zu keiner Kontaktaufnahme über die Verwendung des Textes gekommen ist. Das heißt, es gab es für diese Rede keine Freigabe und der Artikel wurde ohne jegliche Angaben plagiiert. Kahl zeigt sich besorgt und weißt nochmals ausdrücklich auf die neupagane und rechtsradikale Instrumentalisierung der uralten Tradition hin.

In meiner Recherche fällt auch auf, dass Kahl’s Satz zur klaren Distanzierung zu Neonazis in Bezug auf Sonnwendfeiern in der Feuerrede von Mario Eustacchio nicht vorkommt und gestrichen worden ist.

Rede Mag. (FH) Mario Eustacchio

Original von Dr. Dr. Joachim Kahl

Wo auf der Nordhalbkugel der Erde die Sommersonnenwende gefeiert wird, ist dies verbunden mit Geselligkeit, Essen und Trinken, Tanz und Musik.

Freuen wir uns unbefangen an der Sonne und besinnen wir uns auf kosmologische, ökologische und kulturelle Zusammenhänge. Die Sonne ist Ursprung und Sinnbild des Lebens.

Wo auf der Nordhalbkugel der Erde die
Sommersonnenwende gefeiert wird, ist
dies verbunden mit Geselligkeit, Essen
und Trinken, Tanz und Musik.

Lassen wir uns nicht abschrecken durch die mitunter kritikwürdigen Inhalte,
die dabei artikuliert werden.
Überlassen wir die Sonnenwende nicht Neonazis oder neuheidnischen Esoteriker
n.

Freuen wir uns unbefangen an der Sonne und besinnen wir uns auf kosmologische, ökologische und kulturelle Zusammenhänge.

 

Interessant ist auch die Änderung einer Textpassage, die im deutschen Original den “Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober” zeigt. In der Feuerrede wurde der deutsche Festtag gegen den 8. Mai ausgetauscht. Der 8. Mai ist der “Tag der Befreiung”, der Tag, an dem Österreich von der Nazi-Dikatatur befreit worden ist.

Wesentliches und nicht ganz unwichtiges Detail ist, dass es beim 8. Mai unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen gibt:

  • Der 8. Mai gilt im burschenschaftlichen Milieu nämlich nicht als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern als Tag der “totale[n] Niederlage”, wie es die Burschenschaft Olympia in ihrer “Festschrift” offen bekennt. (Beispiel NPD: Denkmalpflege am Tag der Niederlage).

Rede Mag. (FH) Mario Eustacchio

Original von Dr. Dr. Joachim Kahl

Es ist sinnvoll, nicht nur Ereignisse des menschlichen Lebens zu feiern wie etwa individuelle Geburtstage oder historisch-gesellschaftliche Gedenktage,

wie zum Beispiel der 8. Mai.

Auch Naturereignisse zu feiern ist sinnvoll.

Es ist sinnvoll, nicht nur Ereignisse des menschlichen Lebens zu feiern,
etwa individuelle Geburtstage oder historisch-gesellschaftliche Gedenktage,

wie den „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober.

Auch Naturereignisse zu feiern, ist sinnvoll.

 

Fazit meiner Beobachtungen

  1. Kühnengruß in der offiziellen Sonnwendfeier 2011-Broschüre vom WKR
  2. “Heil Deutschland!”-Rufe von einigen ZuseherInnen im Anschluss an das Lied “Wenn alle Untreu werden”
  3. Es wurden Lieder und Verse vorgetragen, die im Nationalsozialismus ideologisch missbraucht worden sind.
  4. Gesungen wurde “Wenn alle Untreu werden”, das auch als “Treuelied” von der         Schutzstaffel (SS) verwendet worden ist
  5. “Flamme empor”, das aufgrund seines weitgehend ehrlichen Charakters auch von den Nationalsozialisten gerne gesungen worden ist
  6. “Freiheit, die ich meine” wurde im Dritten Reich in verschiedene Parteipublikationen aufgenommen, etwa in das „Nationalsozialistische Volksliederbuch“
  7. Feuerspruch von Heinrich Anacker (* 29. Januar 1901 in Buchs, Kanton Aargau; † 14. Januar 1971 in Wasserburg am Bodensee) , einem erfolgreichen schweizerisch-deutscher Propaganda-Schriftsteller im Nationalsozialismus.
  8. Feuersprüche von Friedrich Nietzsche, dessen Äußerungen durch eine selektive Auswahl nicht zuletzt von den Nationalsozialisten ideogisch missbraucht wurden
  9. Feuerspruch von Friedrich Ludwig Jahn, einem der Vorväter des deutschen Nationalismus
  10. Feuerspruch aus dem patriotischen Gedicht “Fichte an jeden Deutschen” von Albert Matthai, der auch die vierte Strophe des Deutschlandliedes, das von Deutschnationalen gesungen worden ist, verfasst hat.
  11. 40 % der Feuerrede von Mag. (FH) Mario Eustacchio sind Abschriften und Wiederverwertungen von bestehenden Texten
  12. 27 % der Feuerrede von Mag. (FH) Mario Eustacchio sind 1:1 Abschriften einer urheberrechtlich geschützten Sonnwendfeierrede von Dr. Dr. Joachim Kahl
  13. Hervorhebung vom 8. Mai als Datum in der Feuerrede, das im burschenschaftlichen Milieu nicht als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern als Tag der „totale[n] Niederlage“, wie es die Burschenschaft Olympia in ihrer „Festschrift“ offen bekennt, gilt. (Quelle: http://www.doew.at/thema/thema_alt/rechts/burschen/burschis.html)
  14. Werbung der vermeintlich rechtsextremen Zeitschrift “Der Eckart” auf der Rückseite der Sonnwendfeier-Broschüre

Anhang: Die Feuerrede im Detail

Die Feuerrede von FPÖ-Gemeinderat Mag. (FH) Mario Eustacchio

Sonnwendfeier Cobenzl, 21. Juni 2011

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
werte Verbands- und Waffenbrüder!

Wenn der Wiener Korporationsring und die österreichische Landsmannschaft, zur traditionellen Sonnwendfeier rufen, dann ist es mit der Seriosität der heimischen Tageszeitungen und Zeitschriften bald vorbei. Als Neonazis, Rassisten, Faschisten werden wir, die heute bei den Feierlichkeiten teilnehmen verunglimpft und verleumdet. Im Vorfeld haben wir bereits einen kleinen medialen Vorgeschmack darauf erhalten. Einen besonderen Bärendienst hat uns hierbei wieder einmal die Internetplattform Alpen-Donau erwiesen. Unabhängig von den Motiven, die die Betreiber dieser Interneseite zu ihren Publikationen veranlassen, muss festgestellt werden, dass ihr Vorgehen, unseren Bemühungen und den Erhalt unserer Werte ausnahmslos schaden.

Gegenwärtig geht es auch gar nicht darum, ob ich, wie in den Medien berichten, von ihnen für diese Veranstaltung vereinnahmt wurde. Entscheidend ist, dass anonym agierende Personen auf dieser Internetplattform glauben, sich für von unserem Lager organisierte Veranstaltungen stark zu machen bzw. diese kommentieren zu müssen. Ginge es diesen Personen aber wirklich um die Sache, hätten sie längst erkennen können, dass ihr Handeln äußerst kontraproduktiv ist. Vielmehr hält sich im Wissen und das hysterische, reflexartige Verhalten diverser Medien und Gutmenschen der Verdacht, dass hier bewusst provoziert wird um eine letztlich nicht vorhandene Verknüpfung zu konstruieren und damit die gewünschte Aufregung durch eine vermeintliche Übereinstimmung unseres Lagers mit diesen Akteuren herzustellen.

Ich halte jedenfalls heute und hier für mich fest: Sollte künftig eine ungefragte Unterstützung und damit auch unerwünschte Vereinnahmung durch die Alpen-Donau-Plattform erfolgen, werte ich dies, als einen klaren Versuch, unserem Lager zu schaden. Denn Personen, die solcher Art agieren, sind nicht mehr als niederträchtige Agent Provocateur.

Dogma: Sonnwendfeier und Tradition

Unabhängig von diesem unsäglichen Internetforum, drängt sich noch eine grundlegendere Frage auf: Worin liegt denn die große Missetat, die wir heute zum wiederholten Male begehen? Was erweckt eigentlich das Interesse so vieler Journalisten und anderer Eiferer? Warum messen sie dieser Veranstaltung, welche vor ca. 300 Menschen gefeiert wird, mehr Bedeutung bei, als dem Umstand, dass Bundeskanzler Faymann und andere österreichische Personen vor zwei Wochen an der Bilderberger Konferenz in St. Moritz teilgenommen haben? Worüber dort verhandelt und gesprochen wurde, lässt sich nur erahnen bzw. vermuten. Ob es zum Wohle Österreichs, Europas oder der Welt war, darf bezweifelt werden. Bei uns geht es um keine Geheimniskrämerei. Und kein geheimes Treffen hinter verschlossenen Türen. Bei uns geht es um ein Treffen um Menschen, die Traditionen pflegen, Werte hoch halten, ihre Wertschätzung der Heimat und dem eigenen Volk gegenüber feststellen und daran festhalten. Ein Treffen von Menschen, deren Brauchtum begehen, das seit Jahrhunderten, sogar Jahrtausenden gefeiert wird.

Mittlerweile ist es zum gesellschaftlichen Dogma verkommen, traditionelles oder veraltet anmutendes vor zu verurteilen. Besonders verdächtigt werden solche Veranstaltungen, wenn sie aus dem Kreise von Korporationen stammen. Solche Treffen müssen geradezu verdächtig sein. Wer nämlich selbst keine Traditionen pflegt, wer für sich keine Werte sein eigen nennen will, dem sind solche Anlässe einfach suspekt. Seit die Ideologien der 68er Einzug in unsere Gesellschaft gehalten haben, hat sich der Zugang zu Tradiertem auf allen Ebenen des Daseins verändert.

Ehre, Treue, Vaterland

Der Zeitgeist, auch wenn dieser ein diffuser Begriff ist, scheint permanent spürbar. Wer dazu erzogen wurde, dass alles im Morgen zu suchen und zu finden sein wird, der verweigert sich logischerweise der Vergangenheit. Wir sind daher für Personen dieser Geisteshaltung nicht fassbar und somit grundsätzlich verdächtig. Unsere Gedankengänge sind ihnen fremd und verursachen Unverständnis, Ablehnung und letztlich auch Angst, dass sie Menschen mit unseren Zugängen nicht kontrollieren und manipulieren können. Weil ihnen die Art des Denkens und vorallem das Empfinden und Fühlen unserer Werte fremd sind. Dieser Logik folgend, müssten wir also für das Gegenteil stehen und uns ganz dem Gestern zuwenden.

Das wäre dann die ideale Lösung unserer Gegner, die Erklärung für alles und die Bestätigung dessen, was sie glaubten, schon immer gewusst zu haben. Weit gefehlt. Wir erkennen, dass Bestand, Dauer und Kontinuität, nur aus der Kenntnis der Vergangenheit be- und entstehen kann. Rückschlüsse zu ziehen und daraus zu lernen ist der Motor für das Heute und Morgen. Scheitern muss die Idee, alles überwerfen zu können, weil sie letztlich dazu führt, ziel- und orientierungslos zu sein.

Begriffe wie Ehre, Freiheit, Vaterland hingegen, mögen in der Betrachtung antiquiert sein. Es gab auch schon Versuche, sie zeitgerecht – quasi modern – zu präsentieren. Das ist aber nicht notwendig. Es gibt unverrückbare Werte, sowie Begriffe, für welche die deutsche Sprache in der Vergangenheit, als das Niveau der Semantik ungleich höher war denn heute, eben diese Begriffe hervorgebracht hat.

Es scheint nun vermessen, wenn mit dem heutigen reduzierten Sprachniveau klägliche Versuche unternommen werden, neue Wortschöpfungen kreieren zu wollen. Der Irrglaube, dass der Gegner durch eine angepasste Sprache besänftigt oder gar von unseren ehrlichen Bestreben überzeugt werden kann ist naiv. Er kann nicht überzeugt werden und er will es auch nicht. Haltung zu bewahren und Haltung zu zeigen ist das einzige Rezept.

EU

Seit den bewegten Zeiten des frühen 19. Jahrhunderts, musste unser Lager unter anderem die Anfeindungen durch den Neoabsolutismus, die Veränderung des staatlichen Gefüges nach dem ersten Weltkrieg, die Wirrnisse der Zwischenkriegszeit, den Austrofaschismus, den Nationalsozialismus, die sogenannten Nachkriegsbefreier und letztlich bis heute die monarchisch anmutende, scheinbar unveränderbare Machtaufteilung von Rot und Schwarz überstehen.

Meine Damen und Herren, wem dies alles gelungen ist, der übersteht auch die Verirrungen und Verwirrungen einer pseudodemokratischen Struktur Namens EU. Wir werden in vier Jahren die zweihundertste Wiederkehr der Gründung der Ur-Burschenschaft feiern. Zweihundert Jahre bewegter, schnelllebiger, politischer Geschichte. Ich versichere in diesem Zusammenhang jenen, die möglicherweise heute unter uns weilen und die uns nicht wohlgesonnen sind: Ob es ihre Gazetten in zweihundert Jahren noch geben wird, wage ich zu bezweifeln. Uns wird es auch dann noch geben und unsere Nachfahren werden im Jahr 2211 eine Sonnwendfeier wie die heutige begehen, mit den Ritualen und Brauchtümen, die wir pflegen.

Möglicherweise steht dann ein Redner im trauten Kreis und erklärt im Rückblick auf heute, wie es denn sein konnte, dass jene Journalisten, für deren Rechte die korporationsstudentischen Vorfahren 1848 gekämpft haben, in dem sie für die Pressefreiheit stritten, dieses hart erkämpfte Recht in diesem Heute derart mit Füßen getreten haben.

Sommersonnenwende

Daher ist es keine simple Traditionspflege, wenn wir zur Sommersonnenwende Feuer entzünden. Es ist auch keine billige Form der Unterhaltung. Nein. Es ist eine Manifestation klar zu legen, dass wir gewillt sind, für Werte einzutreten. Für den Wert der Wehrhaftigkeit. Für den Wert des Familienerhalts. Für den Wert des Kulturerhalts und letztlich auch für die Werte des Volkserhaltes. Daran wollen wir denken, wenn wir heute in die Flammen blicken und zusehen, wie diese letzten Reste des Holzes im Sonnwendfeuer verbrennen.
(Originalquelle: Feuerrede von Ewald Stadler in Seebarn, 21. Juni 2002)

Nicht der Wahlspruch der Spaßgesellschaft „Alles jetzt, hier und heute“ hat zu gelten, sondern der Blick auf die Generationenkette und unsere Verantwortung für sie.
(Originalquelle: Rede zur Sommersonnenwende 2003 von Prof. Dr. Werner Pfannhauser)

Seit jeher unterteilt der Mensch das Jahr in Abschnitte und kennzeichnet die Wendepunkte im natürlichen Rythmus des Jahres durch Feiern eines kleinen oder großen Festes. Das Fest hebt die Wertschätzung für den vergangenen Abschnitt hervor und richtet den Blick zugleich auf den neuen Abschnitt aus. Wir schließen wertschätzend mit der Vergangenheit ab und werden so bereit für Neues. Die Vergangenheit erhält ihren Stellenwert ebenso die Neuorientierung. Jahreskreisfeste zu feiern ist in unserer Kultur eine uralte Tradition. Lange bevor christliches Gedankengut die Welt erfasste, lebten und feierten unsere Vorfahren Feste im Jahresverlauf. Diese Feste finden ihren Usprung im Kreislauf der Natur. Im Wechsel der Jahreszeiten und im Lauf der Sonne und des Mondes. So feiern wir die Wintersonnenwende, die Sommersonnenwende und früher auch noch die Tag- und Nachtgleichen im Herbst und im Frühling.
(Originalquelle: Jahreskreis.at)

Die Erde verdankt der Sonne schlechthin alles. Nicht nur sich selbst in ihrer stofflich-gegenständlichen Existenz, auch alles Leben auf der Erde, die gesamte Biomasse von ihren primitivsten bis zu ihren komplexesten Formen. Menschen untergegangener Kulturepochen haben die Sonne angebetet, ihr übernatürliche, sogar göttliche Qualitäten beigelegt. Es ist sinnvoll, nicht nur Ereignisse des menschlichen Lebens zu feiern wie etwa individuelle Geburtstage oder historisch gesellschaftliche Gedenktage wie zum Beispiel der 8. Mai. Auch Naturereignisse zu feiern ist sinnvoll. Denn wir sind nicht nur gesellschaftliche Wesen, ||wir sind und bleiben letztlich auch Säugetiere, wenn gleich mit einem größer ausgebildeten Neokortex||. Die längsten Tage und die kürzesten Nächte des Jahres, eben die Mittsommerzeit, bieten sich ideal an, unser Naturerleben durch Naturerkenntnis zu vertiefen und uns auf den Himmelskörper zu besinnen.

Wo auf der Nordhalbkugel der Erde die Sommersonnenwende gefeiert wird, ist dies verbunden mit Geselligkeit, Essen und Trinken, Tanz und Musik. Freuen wir uns unbefangen an der Sonne und besinnen wir uns auf kosmologische, ökologische und kulturelle Zusammenhänge. Die Sonne ist Ursprung und Sinnbild des Lebens. Wir orientieren uns an ihr, denn sie gibt das Zeitmaß vor. Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes Orientierung verweist darauf. Fasziniert waren untergegangene Generationen davon, daß die Sonne immer wieder die Dunkelheit besiegte. Geängstigt waren sie allen Ernstes darüber, ob es der Sonne immer wieder aufs Neue gelingen würde, Nacht und Kälte zu vertreiben.

Der Sinn archaischer Sonnenwendfeiern war es, der Sonne über ihren kritische Punkt hinwegzuhelfen, ihrer befürchteten Schwäche aufzuhelfen durch Licht- und Kraftzufuhr auf Erden. Wer dem Feuerball am Himmel helfen will, muß ein Feuer auf der Erde anzünden oder ein Feuerrad den Berg hinabrollen ins Tal. Seit Isaac Newton wissen wir, daß die Erde auf einer stabilen Umlaufbahn um die Sonne gehalten wird dank der gravitativen Wechselwirkung, dank der wechselseitigen Massen-Anziehung, dank der Schwerkraft zwischen beiden Gestirnen, die freilich auch durch den Mond beeinflußt wird.

Ganz ohne magischen oder religiösen (im Original: christlichen) Sinn können wir das Sonnenwendfeuer übernehmen und ihm einen aufgeklärten Sinn geben oder uns schlicht daran freuen und wärmen. Jedenfalls erhält das Anzünden eines Feuers zur Sonnenwende intuitiv die Erinnerung daran, daß das Feuer tatsächlich eine tief in uns verwurzelte Demut, Respekt vor der Kraft, die auch zerstörerisch sein kann und Freude am Farbenspiel und der Wärme entfacht.

Die Sonne ist der sichtbare und unsichtbare, der direkte und indirekte Motor, der alle großen und kleinen Räder der Erde antreibt, alle Ökosysteme erhält. Ist es verwunderlich, dass vergangene Jahrhunderte in der Sonne eine segensreiche Gottheit sehen wollten? Ist es verwunderlich, daß Monumentalbauten verschiedener Art der Verehrung der Sonne und der Berechnung ihres Strahleneinfalls gewidmet waren: Pyramiden, Obelisken, Tempel, Heiligtümer? Der Steinkreis im südenglischen Stonehenge ist ein Hauptbeispiel aus der alteuropäischen Megalithkultur. Unser Zentralgestirn, die Sonne – von Priestern angebetet, von Dichtern gefeiert, von Aufklärern verklärt, von Astrophysikern zum glühenden Gasball entzaubert – ist ein würdiges Objekt fröhlicher Festlichkeit und besinnlichen Nachdenkens.

Das Fest der Mittsommernacht ist ein ökologisches Fest, bei dem wir uns der Einheit von Erde und Sonne, der Einheit von Mensch und Natur besonders bewußt werden. Wir sollten uns diese Einheit immer wieder einmal bewußt machen. Denn oft merken wir die kosmischen Bezüge unseres Lebens gar nicht. Die Umdrehung der Erde beispielsweise, an der wir stets teilhaben, entzieht sich durchaus unseren Sinnen, nicht aber unserer theoretischen Einsicht. Zum Leben in der Natur gehören Zyklizität, Periodizität, Polarität, und wir Menschen haben daran teil – meist unbewußt.

Der große Tag- und Nachtrhythmus, der unser Leben einteilt und unser Wach- und Schlafbedürfnis prägt, findet seine Grundlage in den solarterrestrischen Beziehungen. Wir leben auf einem Staubkorn im Weltall, einem Weltall ohne Rand und ohne Mitte, ohne Oben und ohne Unten. So unbedeutend das Staubkorn Erde auch im Universum ist, es kommt einer biologischen Nische, ja einem bevorzugten Platz gleich. Dank der Sonne und ihrer für uns so wichtigen (im Original: menschenfreundlichen) Feinabstimmung mit der Erde, die alles Leben verbürgt.

(Originalquelle: Dr. Dr. Joachim Kahl, Sommersonnenwende – Wintersonnenwende. Kultur- und religionsphilosophische Überlegungen zur jahreszeitlichen Festkultur der Völker)

Wenn uns die Natur im Laufe eines Jahres beinahe wie im Zeitraffer ein Werden und Vergehen vor Augen führt, um sich am Ende doch wieder selbst zu erneuern, ist dies für uns Menschen Ermutigung und Mahnung zugleich. Diesen Prozessen ist eine Wahrhaftigkeit immanent, die seit Bestehen des Lebens auf der Erde Gültigkeit hat und die alle politischen Strömungen, alle Religionen und gesellschaftlichen Konventionen überdauern wird. Zu unserer Existenz gehören auch die Erkenntnis, das wir auf Erden nur in unseren Kindern, in unseren Gedanken und Ideen, bestenfalls noch in Kunstwerken fortbestand haben. Daraus resultiert aber eine viel größer Verantwortung, als das bloße genügen der Alltagspflicht. Unser Handeln im hier und heute ist wegweisend für das Geschick kommender Generationen. Wenn nun dieses Wohl künftiger Generationen durch simplen Bedürfnis nach Zufriedenheit im Augenblick opfert, muß sich wohl schlimmeres vorwerfen lassen, als bloße Gedankenlosigkeit.

Heimatbewußtsein, Heimat und Volk

Wir sind im Begriff, in Europa eine Gesellschaft zu hinterlassen, die nicht nur sprachlich und kulturell inhomogen ist. Und vor dieses Problem fällt – durch stetig geförderten Zuzug nachhaltig gespeist wird -, sondern, wir kreieren auf ein Gesellschaftsmodell, das nicht geeignet ist, sozialen Spannungsfeldern, die in den kommenden Jahren vestärkt anwachsen werden, wirksam zu begegnen. Im Irrglauben, damit eine politische Patentlösung zu einem friedlichen Miteinander gefunden zu haben, wurden Begriffe wie Volk und Heimat im Laufe unserer Nachkriegsgeschichte ganz bewußt in die Nähe des Nazionalsozialismus und somit auch in die Nähe politischer Anrüchigkeit gerückt. Resultierend daraus, könnten diese Begrifflichkeiten vielen Bewegungen nicht mehr als politische Orientierungshilfe dienen. Weshalb auch das Bewußtsein einer generationsübergreifenden politischen Verantwortung wie ein Hintergrund betreten ist. Dabei könnte gerade ein ebenso stolzes, wie maßvolles Heimatbewußtsein der Schlüssel zu einem friedlichen Gesellschaftsmodell darstellen.

Die Notwendigkeit, die eigene Heimat auch späteren Generationen zu erhalten, das Wissen um unsere deutsche Kultur und ihre Werte, so wie die daraus resultierende Überzeugung, diese Werte auch den Nachbarn zuzugestehen, wäre hilfreichere Orientierungshilfe, in eine stabile Zukunft, als ein zielloses multinationales Staatengebilde, das vorrangig internationalen Wirtschaftsinteressen gilt. Heimat und Volk sind wesentliche Bestandteile unserer Wahrheit. Wir sollten nicht versäumen, dies auch klar zu formulieren. Weder wissen wir, ob wir heute noch nachhaltig gehört werden, noch können wir wissen, ob man uns in Zukunft unvoreingenommen zuhören wird. Hier sollten wir den Mut haben, die Würfel fallen zu lassen, wie sie eben fallen. Auch ein Scheitern ist besser als demütiges Schweigen. „Wer schweigt, stimmt zu“, sagt ein altes Sprichwort. Diesen Vorwurf sollten wir uns am Ende des Tages nicht machen müssen.

Wahrheit

Ich möchte mit den Worten von Theodor Fontane über die Wahrheit schließen: ”Sie zu suchen, nach ihr zu forschen in und um uns, muß unser höchstes Ziel sein. Damit dienen wir vor allem dem Gestern und Heute. Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit und keinen Bestand. Fürchtet nicht, wenn die ganze Meute aufschreit. Denn nichts ist auf dieser Welt so gehaßt und gefürchtet wie die Wahrheit. Letzten Endes wird jeder Widerstand gegen die Wahrheit zusammenbrechen wie die Nacht vor dem Tag.”

Heil Sonnenwende, heil euch!

Lied: Wenn alle untreu werden!

(Im Hintergrund) Heil Deutschland!

Lied: Die Gedanken sind frei

(Im Hintergrund) Heil Dividia!

Arbeitsdokument

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place. Seit April 2018 bei der Rechercheplattform addendum.org.