Rund 80 Menschen waren am Samstag, 4. Juni 2011 dabei, als die FPÖ St. Pölten ihren Wahlkampf in der Innenstadt eröffnete. Mit dabei waren Niederösterreichs Landesrätin Fr. Barbara Rosenkranz, Klubobmann-Stellvertreter Erich Königsberger sowie Spitzenkandidat Hermann Nonner. Eine Blaskapelle sorgte für die vorwiegend ältere Zuseherkulisse in der Kremser Gasse vor dem neuen Hauptbahnhof für musikalische Unterhaltung.

Inhalt

Spitzenkandidat Nonner: Ordnung und Sicherheit

Nach einer dreiminütigen Einstiegsrede von KO-Stv. Königsberger trat Hermann Nonner in den Vordergrund. Für Nonner, der 2006 für die eigenständige Liste „Für St. Pölten“ antrat und bei der Wahl ein Mandat (2.4 %) erringen konnte, stehen „Ordnung und Sicherheit“ an vorderster Stelle seines Wahlprogrammes. Der unabhängige Bürgeranwalt, der bereits 2001 für die FPÖ angetreten (7.3 %, -5.4 % im Vergleich zur letzten Wahl, 3 Mandate) und am Tag nach der Wahl zurückgetreten ist, sieht weiters die Sanierung der Straßen, eine Verwaltungsreform und die täglichen kleinen Sorgen der BürgerInnen auf seiner Agenda.

Jugendvertreter Mag. Klaus Otzelberger: Startwohnungen für junge Leute

Ein weiteres Ziel sei die Errichtung von Startwohnungen für junge Leute, das auch von Mag. Klaus Otzelberger (Jugendvertreter der FPÖ in St. Pölten) stark vertreten wird. Otzelberger wird bei der Gemeinderatswahl am dritten Listenplatz geführt.

Drei bis vier Mandate als Wahlziel

Der Polizeibeamte und Spitzenkandidat Nonner glaubt, drei bis vier Mandate erreichen zu können: „Und wenn 10 Jahre nichts kommt, dann ist es natürlich sehr schwer, hier zu punkten und aufzuholen. Die Bevölkerung ist nicht mehr so dumm und sie schaut ganz genau, was jemand macht“, so Nonner im anschließenden Kurzgespräch mit neuwal. Mit Gemeinderat Peter Sommerauer als Stadtparteiobmann ist ein weiterer Polizeibeamter am vordersten Listenplatz vertreten.

„Schluss mit Vandalismus und der Vorherrschaft von Einwandererkindern auf Spielplätzen und in Parks“

In der Abschlussrede richtete sich Barbara Rosenkranz an die nationale Politik und mit bekannter Kritik an die „vorhandene politische Klasse“. In einer 15-minütigen Brandrede ging es im Einwanderung, EU, Arbeitsmarkt- und Grenzöffnung, Finanz- und Familienpolitik. Besonders hervorgehoben wurde in Rosenkranz’s Rede Fr. Heide Rosskopf, die am vierten Listenplatz gereiht ist und sich für eine liebenswerte Schul-, Spiel- und Freizeitumgebung für Kinder einsetzt:

neuwal: Schluss mit Vandalismus und Vorherrschaft von Einwandererkindern auf Spielplätzen by neuwal

[…] Das ist ganz, ganz wichtig von Dir, Heidi, dass Du das ansprichst. Und das zweite Thema ist, das viele von ihnen kennen, die gelegentlich als Mütter oder Großmütter die Kinder in den Park führen. Auch in den Parks ist es mittlerweile ganz unglaublich. Es sind ja Zustände, die unseren Kindern kaum mehr die Möglichkeit geben, sich zu entfalten. Wir ziehen unsere Kinder auf Zurückhaltung groß: „Hau nicht gleich hin“, „Lass das bleiben“, „Sprich dich zu erst aus“. Andere sind völlig anders gepolt. Auch das muß einmal gesagt werden. Und wir wollen hier nicht einen Wettbewerb gewinnen, wie wir uns durchsetzen oder gewinnen. Wie wir unsere Kinder dazu bringen, dass sie sich trotzdem durchschlagen. Wir wollen hier ein Gebiet haben, eine Heimat haben, in der unsere Kinder so aufwachsen können, wie wir es gerne haben und so sein können, wie’s uns geziemt und unsere Kinder eine Chance haben vernünftig und gut groß zu werden. Danke vielmals Heidi, dass Du das so hervorragend machst. […]

Beobachtung: Von Problemen und Verunsicherung

Zusammengefasst möchte ich analysieren, dass Probleme und Verunsicherung der Menschen ein wesentlicher Bestandteil der Reden darstellten. Ein Problem hier, und ein anderes Problem dort, verpackt in ein – meiner Ansicht nach – negatives Sprachenkonstrukt kann weder Menschen motivieren noch inspirieren. Würde ich eine Stricherlliste der Wahlkampfreden machen, wäre das Wort „Problem“ sicherlich an einen der vorderen Rängen: „…hier den St. PöltnerInnen sagen und zeigen können, welche Problem wir in der Stadt haben und wo es lang geht„. Schöner und positiver sind konstruktive Lösungsvorschläge, Ideen und Vorschläge, wie gemeinsam Politik gemacht werden kann. Keine Panikmache auf Kosten anderer Menschen und MitbürgerInnen. Ich bin davon überzeugt, dass eine gewaltfreie Kommunikation in der Politik nicht nur konstruktiver und menschenfreundlicher sondern auch zukunftsweisender ist.


Fotos: (c) by Konstantin Taufner-Mikulitsch (Web: taufner-mikulitsch.at)

 

neuwal im Kurzgespräch mit Hermann Nonner (FPÖ)

 


Bild: Dieter Zirnig

neuwal im Gespräch mit Hermann Nonner (FPÖ) #stp11 by neuwal

neuwal (Dieter Zirnig): Wie war der heutige Wahlkampfauftakt?

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Es ist mir heute beim Wahlkampfauftakt nicht so schlecht gegangen. Wir haben sehr viel vor und wollen ein bisschen in St. Pölten verändern. Vorallem im Bereich der Sicherheit für die Bürger. Wir wollen in erster Linie für die BürgerInnen da sein und uns um ihre kleinen Sorgen kümmern. Wir werden auch schauen, dass St. Pölten sicherer und ordentlicher wird. Ein sauberes St. Pölten ist Grundvoraussetzung für einen guten Tourismus ebenso wie Geld für die Kommune.

Sie sind 2006 als eigenständige „Liste Nonner – Für St. Pölten“ angetreten – was hat sich jetzt verändert?

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Es hat sich bei mir nichts verändert. Ich bin seit 10 Jahren unabhängig und keiner Partei zugehörig, was sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren auch nicht ändern wird. Man hat mich geholt und jetzt bin ich unabhängiger Spitzenkandidat für die Freiheitlichen. Ich habe gesagt, ich bin für jede Partei offen, nur müssen sie sich etwas meiner Politik anpassen.

Was ist ihre Politik?

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Meine Politik sind die Sorgen der Bürger, für die ich schon seit 20 Jahren arbeite. Ich habe mich für die kleinen Sorgen der Bürger auch als ich noch bei der FPÖ war hinweg eingesetzt. Und das habe ich gern gemacht und das hat mir Spaß gemacht.

Was sind denn so die Sorgen der BürgerInnen in St. Pölten?

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Es gibt viele Sorgen der BürgerInnen in St. Pölten. Große und Kleine: Sicherheit und auch sozial leistbare Wohnungen. Das ist ein Problem, das nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Leute betrifft. Jüngere Bürger brauchen günstige Startwohnungen.

…und was sind die Freuden der St. Pöltner?

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Wir sind eine sehr interessante und sehr schöne Stadt. Wir haben ein schönes Umfeld und St. Pölten ist eigentlich die schönste Stadt in Österreich.
Ich wünsche mir noch viel mehr Touristen – dazu brauchen wir professionelles Marketing.

Aktuelle Umfragen gehen derzeit von 6 % für die FPÖ in St. Pölten aus.

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Ich gehe schon davon aus, dass wir drei bis vier Mandate machen. Aber es ist irrsinnig schwierig. Wir haben das Problem bei der FPÖ, dass wir eine sehr dünne Personaldecke haben. Sie haben sich 10 Jahre bemüht, als ich nicht bei der FPÖ war, aber sie haben trotzdem zu wenig gemacht. Die Bevölkerung ist nicht mehr so dumm und sie schaut ganz genau, was jemand macht. Und wenn 10 Jahre nichts kommt, dann ist es natürlich sehr schwer, hier zu punkten und aufzuholen. Wenn wir drei oder vier Mandate machen, können wir zufrieden sein. Wir müssen auf alle Fälle zulegen und den Einzug in den Stadtsenat schaffen.

Was sind jetzt ihre Wünsche für die Gemeinderatswahl – was wären die ersten Sachen, die sie umsetzen werden?

Hermann Nonner (FPÖ St. Pölten): Ich würde mich zuerst über ein gutes Wahlergebnis freuen.
Dann würde ich die Ärmel aufkrempeln und diese kleinen Sorgen, die ich mir während des Wahlkampfes notiert bane, angehen. Dann möchte ich eines: Ein Miteinander aller Partein. Alle Parteien sollten sich jedes Monat zusammensetzen und die Probleme, die es in der Stadt gibt besprechen. Ausdiskutieren, einen Dialog finden und einstimmig im Gemeinderat umsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Wahlkampfrede von Hermann Nonner (FPÖ) (4. Juni 2011)

neuwal: Gemeinderatswahl-Wahlkampfauftakt Hermann Nonner (FPÖ) in St. Pölten (4. Juni 2011) #stp11 by neuwal

Geschätzte Damen und Herren,

hier spricht der Spitzenkandidat der Freiheitlichen Partei für die kommenden Gemeinderatswahlen.
Ich möchte sie hier, vor dem Bahnhof St. Pöltens recht herzlich begrüßen.
Ich begrüße natürlich unsere Frau Landesrätin Barbara Rosenkranz, Herrn Landtagsabgeordneten Königsberger und natürlich alle Kandidaten der Freiheitlichen Partei, die mit mir das Vergnügen haben, bis zum 3. Juli 2011 wahlzukämpfen und hier den St. PöltnerInnen sagen und zeigen können, welche Problem wir in der Stadt haben und wo es lang geht.

Ein berühmter Mann hat zu mir einmal gesagt – und er hat mit dem Vornahmen Jörg geheißen – wenn du zur Quelle willst, musst du gegen den Strom schwimmen.
Und das glaube ich war ein guter Ausdruck den ich mir eingeprägt habe.
Und ich glaube, dass gerade dieser Mann auch Österreich geprägt hat.
Und es ist wunderbar, heute hinter ihm nachzuarbeiten.

Wir haben viele Probleme in St. Pölten.
Wenn wir hier den Bahnhofsplatz hernehmen – schauen sie sich das mal an – ein wunderschöner Bahnhof, aber kein Wachzimmer am Bahnhof.
Hier haben wir Probleme: Es gibt Rudelbildungen, Leute werden belästigt usw., aber wir haben kein Wachzimmer.
Uns ist es gelungen, einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat einzubringen, der von allen Parteien akzeptiert wurde.
Aber nur deswegen, weil ich die SPÖ auf das Wahlversprechen 2006 erinnert habe.

Dann war ein zweiter Dringlichkeitsantrag, das ist Ordnung und Sicherheit gewesen.
Ich wollte nur erreichen, dass wir diskutieren und mit dem Herrn Bürgermeister einen Dialog führen.
Und der Herr Bürgermeister sagt, dass es nicht unsere Angelegenheit ist, dass hin der Stadt Ordnung und Sicherheit herrscht.
Aber ich werde es ihm zeigen und ich werde ihm den Weg weisen, dass in dieser Stadt wieder Ordnung und Sicherheit Vorrang hat.

Ein weiterer Punkt ist die Sanierung der Straßen.
Hier sieht man, dass es mit den Finanzen nicht klappt.
wenn zu mir ein Abteilungsleiter kommt und sagt, wir brauchen 1,5 Millionen Euro für die Straßensanierung und er bekommt nur 200.000, dann können sie sich vorstellen, dass St. Pölten die Waschrumpel Österreichs wird.
Und ich glaube, hier sieht man auch, dass wir in den Finanzen einen Nachholbedarf haben, dass wir adjustieren müssen.
Uns fehlt eine Verwaltungsreform.
Wir krachen wie eine Kaisersemmel in St. Pölten und leisten uns Luxusprojekte wie den Domplatz, der sündteuer wird, 9 Millionen Euro kostet.
Und wir leisten uns ein sündteures Fussballstadion unten in Ratzersdorf, welches auch über unsere Verhältnisse ist.

Herr Pröll hat es gut verstanden: Das Landes VAZ, das 100 Millionen kostet, das brauchen wir jetzt nicht und verschieben das jetzt auf 10 Jahre.
Was macht der Herr Bürgermeister?
Er greift in den Hosensack, nimmt acht neun Millionen Euro heraus und sagt, „Lieber Erwin, wir bauen dir dafür die Halle C beim VAZ draußen.“
Es ist alles in Ordnung.
Wenn die Zeiten schlecht sind, dann können wir nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen.
Und das passiert derzeit in der Stadt.

Liebe Freunde, ich komme jetzt zum Schluss.
Jeder glaubt, der Bürgermeister ist für die Bevölkerung und die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt da.
Wenn ich das glaube, dann glaube ich auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

Ich wünsche ihnen ein schönes Wochenende und einen schönen Abend und freue mich, wenn sie am 3. Juli die Freiheitliche Partei und Hermann Nonner wählen.