Neuwal bei PULS4 (neuwal.com)Neuwal bei PULS4 (neuwal.com)Neuwal bei PULS4 (neuwal.com)Neuwal bei PULS4 (neuwal.com)

Neuwal war bei der PULS4 Wahlarena am Mittwoch, 18. September und hat Wilhelm Molterer (ÖVP), Alexander van der Bellen (Die Grünen), HC Strache (FPÖ), Jörg Haider (BZÖ) und Heide Schmidt (LIF) bei der Diskussion beobachtet.

Elefantenrunde bricht Quotenrekord auf Puls 4: 153.000 Zuseher für Spitzenkandidaten. (Danke RuppRECHT für die Info)

Die Elefantenrunde auf PULS4 war erfrischend und sehr gut gemacht. Eine ansprechende Alternative zu bestehenden Formaten. Die Moderatoren Josef Broukal und Manuela Reidl überzeugten und konnten viele Informationen abrufen und eine angeregte Diskussion unter den Politikern führen. Eingespielte Videoclips von Zusehern sorgten für die Fragen – auch das Publikum hatte Möglichkeit zur Interaktion.

Die politische Diskussion war interessant – jeder Politiker konnte seinen Standpunkt zu Themen wie Teuerung, Ausländerpolitik, Europapolitik, Klimawandel offenlegen und zur Diskussion bereit stellen. Wilhelm Molterer überzeugt als „Kanzlerkandidat“ durch die Abwesenheit von Werner Faymann. Alexander van der Bellen und Heide Schmidt sahen sich in vielen Punkten einig. HC Strache überzeugte bei scharfen Statements und hatte hier leichtes Spiel. Jörg Haider punktete mit konstruktiven Lösungsvorschlägen und Möglichkeiten, Sachen zu verändern.

Finden Sie hier eine kurze Review und Zusammenfassung der PULS4 Wahlarena sowie in hier Interviews und Statements von Thomas Hofer, Heide Schmidt, Josef Broukal und Manuela Raidl.

Interview von Manuela Raidl folgt.

» Online Medien Spiegel
» Blogs und Twitter
» Interview mit Thomas Hofer (Politologie und Analyst)
» Interview mit Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator)
» Interview mit Heide Schmidt (LIF Liberales Forum)

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Online-Medien-Spiegel
oe24.at: Nur Arigone brachte Elefantenrunde zum Kochen
derstandard.at: Viele Themen, zahme Politiker, bestimmte Moderatoren
kleine.at: Elefantenrunde auf PULS4 mit Schwerpunkt Teuerung
diepresse.com: Elefantenrunde in PULS4: Teuerung und Ausländer
news.at: Sauteuer wirkt nicht: Molterer gegen Mehrwertsteuer-Senkung auf Lebensmittel
kurier.at: Eine ganz private Elefantenrunde

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Blogs und Twitter
Flaneur: Wahlarena 08 auf PULS4
clemensticar: Elefantenrunda
Gerhard Loub: Feigmann
politikblogs.at: Thema Wahlarena

schaffertom: Sendung war in guten Momenten spannend, aber über weite Strecken zu statisch. Noten: Molterer 3-, Strache 4-, Haider 3, VdB 2, Schmidt 1
karli: @schaffertom wuerde fast van der bellen vor schmidt reihen (sie hat etwas zeit gebraucht wieder reinzukommen), sonst gebe ich dir recht.
spanaut:
gute sendung, konsequent moderiert und für politiker relativ viel inhalt rüber gebracht. gratulation an puls4!
karli: puls4 merkt das die diskussion spannend ist und überzieht schon, bei dem programm eh kein problem 🙂
gass: @neuepolitik wenn die spö was zum thema der diskussion beitragen will sollte sie schon anwesend sein.
neuepolitik: @Karli Zur Terminkoordination von Werner Faymann kann ich leider keine Auskunft geben
neuepolitik: @Karli Werner Faymann ist aus terminlichen Gründen verhindert.
karli: d.h. laut haider keine wirtschaftsförderung für startups und kleinbetriebe mehr, gratulation…
gass:
oh. heide hat die frage nicht verstanden.

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„Bei den Politikern haben sich die Charaktere herauskristalisiert: Vom Kanzler bis zum Rabauken und zur First Lady.“
Thomas Hofer, Politberater und PULS4 Wahlarena Analyst

Neuwal im Gespräch mit Thomas Hofer (neuwal.com)

Neuwal: Wie hat Ihnen das Sendungsformat gefallen und wie haben sie die diskutierenden Politiker erlebt?

Thomas Hofer (Politberater): Es hat mir eigentlich sehr gut gefallen auf Grund dessen, das Östereicherinnen die Fragen stellen konnten. Die zweite Sache ist, dass es die erste Elefantenrunde war. Bisher hatten wir maximal Zweier-Duelle. Alle waren dabei – bis auf Werner Faymann. Er war irgendwo in der Steiermark bei Wahlkampfveranstaltungen.

Bei den Politikern haben sich die Charaktäre herauskristalisiert:

Wilhelm Molterer der Kanzler.
Jörg Haider der etwas älter gewordene Rabauke – schon gemäßigter.
HC Strache der junge Rabauke.
Van der Bellen war heute Abend der Kuschelkurs-Lover von Heide Schmidt.
Und Heide Schmidt war die First-Lady mit Emotions-Ausbrüchen zwischendurch.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalthomashofer02.mp3[/podcast]

Werner Faymann war heute nicht dabei – welche Auswirkungen hat das?

Thomas Hofer (Politberater): Werner Faymann sagte, dass er vor lauter Terminen keinen Termin und freien Platz gefunden hat um zu Kommen. Außerdem ist der Wahlkampf so kurz und es gibt so viele Termine. Die einzige Frage stellt sich: Alexander van der Bellen, Wilhelm Molterer, Heide Schmidt, HC Strache und Jörg Haider haben es schon geschafft.

Ist der Terminkalender von Werner Faymann dichter oder haben die anderen weniger Termine? Da muß man sich die Frage selbst beantworten.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalthomashofer03.mp3[/podcast]

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„Mit hat es sehr gut gefallen. Es ist sehr sachlich gewesen und es wurden sehr viele Informationen abgerufen.“
Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator)

Neuwal im Gespräch mit Josef Broukal (neuwal.com)

Neuwal: Herr Broukal, ich hatte heute den Eindruck, dass sie sich im TV als Moderator sehr wohl gefühlt haben? (Hat auch Karli so bemerkt)

Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator): Der Eindruck ist richtig.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwaljosefbroukal01.mp3[/podcast]

Wie ist Ihr Eindruck von der PULS4 Wahlarena Sendung?

Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator): Mir hat es gut gefallen. Es ist weniger durcheinander geredet worden als bei anderen Diskussionen. Es ist sehr sachlich gewesen und es wurden sehr viele Informationen abgerufen. An einigen Stellen dürfte die Diskussion etwas „länglich“ gewesen sein und hätte früher abgebrochen werden sollen. Ich habe diese Information vom Regisseur bekommen. Meine Kollegin und ich – wir sind beide Journalisten – sind durchaus etwas verliebt in die eigenen Fragen, von denen man sich dann schwer davon trennen kann.

Im Großen und Ganzen war es eine sehr kurzweilige und interessante Sendung.

Wie es wirklich war, werde ich es erst zu Hause am Fernseher sehen. Das ist ja der einzige Eindruck, der wirklich gilt.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwaljosefbroukal02.mp3[/podcast]

Was ist ihr persönlicher Eindruck von den Politikern und den gegebenen Antworten?

Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator): Eines ist interessant: Alle Politiker haben gesagt, dass es mit den Privatpensionen so nicht mehr weitergehen kann. Jörg Haider hat eine Idee eingebracht: „Gründen wir einen Österreich-Fond“ und zwingen wir die Menschen nicht, dass sie in Hedgefonds investieren“. Geben wir Ihnen eine ordentliche Verzinsung für Geld das in Österreich für Österreich mit staatlicher Garantie arbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwaljosefbroukal03.mp3[/podcast]

Warum haben Sie Ihre politische Karriere bei der SPÖ aufgegeben?

Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator): Man hat mich im April gebeten, einen Antrag zur Abschaffung der Studiengebühren zu stellen. Man hat mir fest versprochen, dass man diesen Antrag zu Abstimmung bringen möchte, sobald die ÖVP die Koalition beendet. An diesem Tag war von mir alles vorbereitet und auch Anfragen von Journalisten wurden damals in diese Richtung beantwortet: „Ja, morgen werden wir die Abschaffung abstimmen.“

Dann kam das Kommando „Stopp, das machen wir nicht – wir werden die ÖVP nicht überstimmen.“

Vielleicht bin ich dabei etwas zu eitel, aber ich hab mir gedacht, dass es so nicht geht. Dabei habe ich nicht mehr mitgemacht.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwaljosefbroukal04.mp3[/podcast]

Wird man Sie in Zukunft wieder öfter am Bildschirm sehen?

Josef Broukal (Journalist und PULS4 Wahlarena Moderator): Wenn mich jemand fragt, bin ich sehr gerne bereit dazu. Wenn das Format und die Sendung passt freue ich mich und mache es sehr gerne.

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„Ich finde, es war heute sehr professionel gemacht. Ich habe die beiden Moderatoren ausgezeichnet gefunden.“
Heide Schmidt (LIF Spitzenkandidatin)

Neuwal im Gespräch mit Heide Schmidt (LIF)

Neuwal: Guten Abend Frau Schmidt, wie ist es Ihnen heute bei der Wahlarena gegangen und wie fanden Sie die Sendung?

Heide Schmidt (Liberales Forum): Ich finde, es war heute sehr professionell gemacht. Ich habe die beiden Moderatoren ausgezeichnet gefunden. Auch das Sujet war sehr gut.

Diskussionen in so einer großen Runde sind eigentlich nie befriedigend. Man kann nicht ständig reagieren, wenn jemand etwas gesagt hat. Das würde eher unangenehm auffallen, auch wenn man öfter darauf reagieren möchte. Das ist das schwierige an solchen Diskussionen. Letztendlich war das schon OK.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalheideschmidt01.mp3[/podcast]

Wie bereitet man sich auf so eine Sendung vor?

Heide Schmidt (Liberales Forum): Man kann sich nicht wirklich darauf vorbereiten. Man weiß nicht, welche Fragen gestellt werden und man weiß zugleich auch, dass irgendwelche Diffizilitäen nicht kommunizierbar sind. Selbst wenn man sich darauf vorbereitet, wie zB eine ökologische Steuerreform aussieht, ist es so, dass man es nicht transportieren kann. Daher versucht man ganz einfach konzentriert zu sein.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalheideschmidt02.mp3[/podcast]

Wir haben Sie heute zum ersten Mal in diesem Wahlkampf in einer Wahldiskussions-Sendung gesehen. Bestehende Formate klammern Kleinparteien aus – zum Nachteil von Kleinparteien?

Heide Schmidt (Liberales Forum): Das ist ein Nachteil für Kleinparteien. Ich halte dies auch als Widerspruch zum öffentlich-rechtlichen Auftrag. Es ist sehr schwierig überhaupt bundesweit antreten zu können. Wenn es insgesamt 10 Parteien geschafft haben, dann müsste man auch allen 10 die Gelegenheit geben, ihre Positionen für die Wählerinnen und Wähler klar zu machen.

Das man einen Unterschied macht zwischen denen, die im Parlament sitzen und den „Neuen“ sehe ich schon ein. Allerdings, das Ausmaß des Unterschieds, der hier vom ORF gemacht wird, halte ich für unzulässig und für extrem unfair.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalheideschmidt03.mp3[/podcast]